Alkohol auf der Klassenfahrt

  • DIe besagten Pullen haben meine Kollegin und ich übrigens eingesammelt und der Schulleitung übergeben, die soll gucken wie sie das jetzt unter die ELtern kriegt

    Grandios. Super Idee.


    Bei uns wurde nämlich nach der letzten Klassenfahrt schon von den Schülern erzählt, dass die Lehrer nur den Alkohol einkassiert hätten, um kostenlos selbst zu saufen.

  • Bei uns wurde nämlich nach der letzten Klassenfahrt schon von den Schülern erzählt, dass die Lehrer nur den Alkohol einkassiert hätten, um kostenlos selbst zu saufen.

    ... und so wie sich dieser Thread hier liest, muss man sich nicht wundern, dass die SuS auf solche Ideen kommen. Ich schrieb es ja schon mal - man braucht sich dann auch nicht zu wundern, wenn es auf einer Klassenfahrt Stress mit betrunkenen Schülern gibt, wenn die begleitenden Lehrpersonen kein gutes Vorbild sind.

  • Ach, ist Erwachsenenbildung toll... :) Warum wollen all die Referendare bloß nicht in den zweiten Bildungsweg?

    ...damit dir nicht langweilig wird ;)

    Grundschule ist auch nicht schlecht, nele. Da hatte ich auch noch nie Probleme mit besoffenen Kindern auf einer Klassenfahrt. ;)

    ...warts ab... :lach:

    Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
    Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
    Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
    Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)

  • Zudem hat die Schulkonferenz auch mal gleich das Ziel vorgegeben und einen groben Zeitrahmen abgesteckt.

    Aha. Und haben die Kollegen, die in der SK dafür gestimmt haben, auch schon Angebote eingeholt? Oder überlassen sie das dir? dann bleibt zu hoffen, dass es noch genug freie Plätze im Zielort gibt. Daumendrück.


    Ansonsten sehen aber die Wanderrichtlinien etwas anderes vor, nämlich



    Zitat

    Die Klassenpflegschaft bzw. die Jahrgangsstufenpflegschaft entscheidet über Ziel, Programm und Dauer auf der Grundlage eines Vorschlags der Klassenlehrerin oder des Klassenlehrers bzw. der Kursleiterin oder des Kursleiters unter Beachtung des von der Schulkonferenz vorgegebenen Rahmens. Bei mehrtägigen Veranstaltungen und bei Veranstaltungen, die mit erhöhten finanziellen Belastungen verbunden sind, ist die Entscheidung in geheimer Abstimmung zu treffen.

    Wenn die Schulkonferenz schon alles in trockenen Tüchern zu haben glaubt, haben die Eltern eben nicht mehr die Möglichkeit, dagegen zu sein. Finde ich schwierig.

    „Fakten haben keine Lobby.“


    (Sarah Bosetti)

  • ja und? Ändert sich dadurch das Gesetz?

    Nö. Aber die Realität auch nicht.

    Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
    Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
    Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
    Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)

  • Das Gesetz bestraft dich aber, wenn du Scheiße machst. Die Realität ist da kompromissfreudiger...

    If you look for the light, you can often find it.
    But if you look for the dark that is all you will ever see.

  • Stimmt.
    Und genauso stimmt "Die Schüler werden sich nicht daran halten".
    Also, welche Konsequenz ziehst du daraus?

    Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
    Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
    Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
    Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)

    • Offizieller Beitrag

    Stimmt.
    Und genauso stimmt "Die Schüler werden sich nicht daran halten".
    Also, welche Konsequenz ziehst du daraus?

    Das wurde weiter oben unter anderem auch von mir bereit erläutert.
    Wenn die strikte Einhaltung des Gesetzes in diesem Fall nicht möglich ist, dann muss der Kerngedanke des Gesetzes zumindest befolgt werden - das ist für mich weniger das Alkoholverbot an sich als die Gefahrenabwehr für meine Schüler. Bevor sie sich also ins Koma saufen, lasse ich sie lieber kontrolliert, aber weder von mir angeleitet noch offensichtlich befürwortet, trinken und greife dann ein, wenn es zu viel zu werden droht.

  • Das wurde weiter oben unter anderem auch von mir bereit erläutert.Wenn die strikte Einhaltung des Gesetzes in diesem Fall nicht möglich ist, dann muss der Kerngedanke des Gesetzes zumindest befolgt werden - das ist für mich weniger das Alkoholverbot an sich als die Gefahrenabwehr für meine Schüler. Bevor sie sich also ins Koma saufen, lasse ich sie lieber kontrolliert, aber weder von mir angeleitet noch offensichtlich befürwortet, trinken und greife dann ein, wenn es zu viel zu werden droht.

    So eine "Doktrin" hatte auch unsere Tutroin damals bei der Abschlussfahrt. Ging ganz gut, bis einer über die STränge geschlagen ist, als sie schon (selbst angetüdelt) schlief und fast ersoffen wäre, weil er auf die tolle Idee kam, besoffen ins Meer zu springen. Hätten ich und ein Klassenkamerad ihn nicht rausgefischt, hätten die andren Dösbaddel den ersaufen lassen und die Kollegin (trotz rechtlicher Absicherung weil "Ihr wisst: LAut Gesetz ist das verboten udn ich belehr euch dahingehend.") hätt erst Mal die Kacke an der Backe gehabt. War im Übrigen auch ein Fall von "NA wenn die dat macht können wir ja auch.".
    Ist halt die Frage, wie man das überprüfen kann und will. Insofern das möglich ist (ZImmerkontrollen) und mit den Schülern vorher offen über die Gefahren etc. geredet wurde, ok.
    Was mich aber erschreckt (allgemein) ist, dass es ja scheinbar doch nicht wenige Kollegen gibt, die sich mit den Schülern die Kante geben. Meine 11er im letzten Jahr haben auf Kursfahrt die Ansage bekommen "Ich trink auch nichts auf der Fahrt, also versucht euch am Riemen zu reißen!" Klappte auch, im Vorfeld wurde da aber auch ganz offen drüber geredet und ja, meine Schüler wissen, dass ich zu Studentenzeiten manchmal übertrieben habe und dadurch kam ein super offenes Gespräch über Alkoholkonsum und -missbrauch auf.


    Die Frage mit dem erlauben hat sich doch aber eh schon lange beantwortet: Rein rechtlich ist das eine Schulveranstaltung und da gilt (außer den, von anderen benannten, genehmigungspflichtigen Außnahmen) Alkoholverbot.
    Das die Schüler das im Normalfall trotzdem versuchen ist glaube ich auch allen klar. Ich versteh grad nur nicht, warum von dem ein oder anderen "drüber hinweggesehen wird", dass der verkaufenden Kassierer sich strafbar macht wenn er offensichtlich Minderjährigen harten Stoff verkauft. :) Kann mir das einer der "och hab dir nich so" mal kurz verklickern?

    • Nicht, wer zuerst die Waffen ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt. -Machiavelli-
    • Zwei Mächte gehen durch die Welt, Geist und Degen, aber der Geist ist der mächtigere. -Napoleon-
    • In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst! -Augustinus-
    • Offizieller Beitrag


    Die Frage mit dem erlauben hat sich doch aber eh schon lange beantwortet: Rein rechtlich ist das eine Schulveranstaltung und da gilt (außer den, von anderen benannten, genehmigungspflichtigen Außnahmen) Alkoholverbot.
    Das die Schüler das im Normalfall trotzdem versuchen ist glaube ich auch allen klar. Ich versteh grad nur nicht, warum von dem ein oder anderen "drüber hinweggesehen wird", dass der verkaufenden Kassierer sich strafbar macht wenn er offensichtlich Minderjährigen harten Stoff verkauft. :) Kann mir das einer der "och hab dir nich so" mal kurz verklickern?


    Das ist eine Frage dessen, was es effektiv bewirken kann. Klar kann man dem Kassierer die Hölle heiß machen und ihm das erklären. Er wird vermutlich trotzdem das nächste Mal an Jugendliche, die halbwegs wie 18 wirken, das Zeugs verkaufen. Ob man an dieser Front noch kämpfen muss, ist jedem selbst überlassen. Je nachdem, welche Situation sich mit den Schülern ergibt, hat das dann eben keine Priorität.


    Ich habe beispielsweise natürlich auch darüber nachgedacht, ob ich in Italien noch einmal zum Supermarkt hätte gehen sollen, um dem Personal das Ganze zu erklären. Das Problem in meinem Fall war, dass wenigstens eine Person 18 war, so dass ich da keine Chance gehabt hätte. Zum anderen ging die Gesundheit meiner Schüler und die Gefahrenprävention in der konkreten Situation vor.


    Dann gibt es natürlich auch das Phänomen in diesem Forum, dass Leute vorm Bildschirm manchmal dazu tendieren, den starken Maxe oder den coolen Gelassenen zu markieren. Ist halt so, kann man nichts machen.

  • Klar. Als Lehrer muss man die Welt erziehen und natürlich auch den Kassierer in irgendeinem Supermarkt. O.o


    Beschäftigt euch doch einfach mit euren eigenen Aufgabenbereichen, das ist doch wirklich Arbeit genug...

  • Aha. Und haben die Kollegen, die in der SK dafür gestimmt haben, auch schon Angebote eingeholt? Oder überlassen sie das dir?

    Na,
    die Klassenpflegschaft aller Parallelklassen hat getagt und da wurde das alles wohl eingetütet. Ich war nicht da, weil ich abends parallel Abendschule hatte und der Unterricht nicht ausfallen sollte.


    So habe ich dann nur den Zielort erfahren und die Dauer sowie die maximalen Kosten. Das wars. Mit diesen wenigen Informationen baue ich derweil das Programm zusammen und bereite mich jetzt schon darauf vor, daß es wohl Ärger geben wird, meine Vorstellungen und die meiner Klasse dann doch etwas von den Vorstellungen der Kollegen abweichen.


    Oder anders: Wenn das Ziel eine deutsche Großstadt ist, dann erwarte ich und auch die Schüler, daß es auch wirklich in diese Großstadt geht und nicht 30km querab in die Pampa. Wie ich rückwirkend feststellen mußte, fahren die anderen Klassen wohl irgendwo auf den Bauernhof. Aber dafür brauch ich nicht knapp 300km weit weg fahren.


    Meine Ansage war nur: Egal wo wir unterkommen, hauptsache wir haben eine S- oder U-Bahn Station direkt vor der Tür, um da vor Ort vorwärts zu kommen. :top:

  • Ich freu mich schon wieder, wenn ich den angehenden Technikern (Alter 25-50) auf dem Weihnachtsmarkt den Glühwein verbieten darf.

    Ich frage mich, zu welchem schulischen Zweck man überhaupt auf einen solchen Markt geht. Wenn mich Schüler fragen, ob sie auf den Weihnachtsmarkt dürften, entgegne ich nur, dass ich für deren Freizeitgestaltung nicht verantwortlich sei.

    Klar. Als Lehrer muss man die Welt erziehen und natürlich auch den Kassierer in irgendeinem Supermarkt. O.o


    Beschäftigt euch doch einfach mit euren eigenen Aufgabenbereichen, das ist doch wirklich Arbeit genug...

    Es ist der eigene Bereich. Der Kassierer hat den Lehrern den Ball zugespielt. Die schieben ihn nur zurück. Unentschieden.

    Wenn die strikte Einhaltung des Gesetzes in diesem Fall nicht möglich ist,

    ..., sollte man eben nicht fahren. Wenn ich von vorherein weiß, dass etwas nicht klappt, steigt die Aktion nicht.

    trinken und greife dann ein, wenn es zu viel zu werden droht.

    Wenn das möglich ist, warum kann man nicht auch schon vorher eingreifen? Ich befürchte, dass die gesellschaftliche Akzeptanz, die dem Alkohol-Abusus entgegen gebracht wird, den einen oder anderen zu falscher Solidarität mit den saufenden Schülern treibt.


    Ich finde es gruselig, dass man unter den besonderen Bedingungen, die Schule zu bieten hat, es noch nicht einmal versuchen möchte, einen Freiraum zu schaffen, in dem junge Menschen zusammenkommen, ohne sich die Rübe zu vernebeln. Das wäre sicherlich auch denen angenehm, die sich sonst dem Gruppendruck zum Mitsaufen ausgesetzt sehen.

    „Fakten haben keine Lobby.“


    (Sarah Bosetti)

    Einmal editiert, zuletzt von O. Meier ()

  • die Klassenpflegschaft aller Parallelklassen hat getagt und da wurde das alles wohl eingetütet. Ich war nicht da, weil ich abends parallel Abendschule hatte und der Unterricht nicht ausfallen sollte.


    So habe ich dann nur den Zielort erfahren und die Dauer sowie die maximalen Kosten. Das wars. Mit diesen wenigen Informationen baue ich derweil das Programm zusammen und bereite mich jetzt schon darauf vor, daß es wohl Ärger geben wird, meine Vorstellungen und die meiner Klasse dann doch etwas von den Vorstellungen der Kollegen abweichen.

    Verstehe ich das richtig? Es gibt einen Beschluss, wo alle Parallelklassen hinfahren und dann plant jeder Klassenlehrer einzeln? Verstehe ich nicht.

    „Fakten haben keine Lobby.“


    (Sarah Bosetti)

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