Arbeitszeiterfassung & Didacta

  • Zur Zeit nehme ich an der Arbeitszeiterfassung teil.
    Heute war ich auf der Didacta - insgesamt 4h Zugfahrt, 7h auf der Messe. Ich habe für die Fachschaft eingekauft, aber natürlich auch für meinen persönlichen Materialfundus. Würdet ihr das aufschreiben und wenn ja, wie viele Stunden?


    Grüße
    Lolle

    • Offizieller Beitrag

    Ich würde es nicht aufschreiben. Warum? Weil ich meine Stunden eh nicht genau zähle. Ich komme schon noch zu kurz.
    Ich persönlich halte es eher mit der Aussage von Bolzbold vor einiger Zeit: "Wenn es mir im Endeffekt die Arbeit erleichtert bzw. bei der Arbeit hilft investiere ich auch mal Geld" (und Zeit).



    Ich weiß aber schon, wer schreiben wird

    • dass du das natürlich aufschreiben sollst
    • du die Zeit irgendwo anders wieder abknapsen musst. Und wenn es bei der Unterrichtsvorbereitung ist.
    • "Warum kaufst du dir privat Sachen für den Materialfundus.


    kl. gr. frosch


    Als Kompromis könntest du die Zeit halbieren, da du ja auch im Auftrag der Fachschaft unterwegs warst.

    • Offizieller Beitrag

    Ist halt die Frage:


    Wenn ich zur didacta gefahren wäre, hätte ich das "privat" gemacht. Nicht aufgrund einer dienstlichen Anweisung. Wenn man dann eh da ist, kann man natürlich auch was mitbringen.


    Noch als Nachtrag zur Erfassung: hast du einen Dienstreiseantrag gestellt und genehmigt bekommen?
    Falls ja, ist es eine Dienstreise und damit natürlich Arbeitszeit.
    Falls nein, ist es keine Dienstreise. Ohne Dienstreisegenehmigung hättest du die dienstliche Reise nicht durchführen dürfen. Also ist es eine private Fahrt gewesen.


    kl. gr. frosch

  • Ja, ich habe mich ungenau ausgedrückt - es handelt sich um die Arbeitszeitstudie des Philologenverbandes. Dort soll für 4 Wochen ein Arbeitszeitprotokoll geführt werden, wo die Zeiten nach verschiedenen Arbeitsbereichen aufgeschlüsselt genau aufgeschrieben werden sollen - also wieviel Zeit man als Lehrer tatsächlich in seinen Job investiert, deshalb meine Frage bezüglich des Didacta-Besuchs und auch der Fahrtzeit.

  • Sie scheint an irgendeinem Programm teilzunehmen, also muss man es schon irgendwie erfassen...

    Sehe ich auch so.


    Bei uns z.B. sind gestern einige Kollegen gefahren, statt zu unterrichten, also war es eine genehmigte Dienstreise und muss natürlich erfasst werden (und ich denke, wie doof war ich, nicht gefragt zu haben, sonst hätte ich auch fahren können, nur heute war mir das einfach zu viel).

  • Ich würde die 7 Stunden aufschreiben und wenn ich unterwegs gearbeitet hätte (und sei es nur das Material sichten), würde ich auch die 4 Stunden aufschreiben. Ist ja das gleiche Problem, wenn man z.B. pendelt. In der Auflistung wird ja danach gefragt, wie lange man für den Weg zur Arbeit braucht ohne Pendeln.

  • Gefühlt würde ich sagen:
    7 Stunden Messe = Arbeit. Dort sucht man ja nun nicht nach Lernspielen für die Nichte...


    Aber Fahrzeit ist keine Arbeitszeit. Es sei denn, du bereitest dort Unterricht vor o.ä.

  • In der Auflistung wird ja danach gefragt, wie lange man für den Weg zur Arbeit braucht ohne Pendeln.

    Nur Neugierde, weil ich das System nicht kenne: Das heißt, Fußweg, Fahrrad, kurze Autofahrt etc. zählen als Arbeitszeit, aber wenn man richtig weite Anreisen hat, zählen die nicht?


    Gruß,
    DpB

    • Offizieller Beitrag

    Ich persönlich halte es eher mit der Aussage von Bolzbold vor einiger Zeit: "Wenn es mir im Endeffekt die Arbeit erleichtert bzw. bei der Arbeit hilft investiere ich auch mal Geld" (und Zeit).

    Mit dem Geld gebe ich dir Recht, das investiere ich auch gerne mal.
    Aber bei der Zeit sieht es anders aus: Wenn ich Zeit investiere, damit ich danach effektiver arbeite, ist es selbstverständlich Arbeitszeit. In meiner Freizeit würde ich nie und nimmer eine Stunde in einer überfüllten S-Bahn in die völlig überfüllte Berliner Innenstadt fahren, um mich zu einem Verlagshaus durchzuschlagen.


    Eine Freizeitveranstaltung am Samstag wäre für mich z.B. der Besuch einer Handarbeitsmesse, ein Kurs zu einem Hobby, ein Ausflug mit Familie/Freunden oder wenn ich zu einer Fortbildung fahre, auf der ich mich die ganze Zeit in die Kantine setze und futtere / Kaffee trinke, dann könnte ich sagen: Ich war nur wegen des guten Essens / Kaffees da.


    Der Besuch einer Bildungsmesse zählt für mich - genau wie der einer Fortbildungsveranstaltung (mit nicht so überzeugender Verpflegung)- als Arbeitszeit. Besonders, wenn ich dabei noch für die Fachschaft einkaufen müsste. Fahrzeit genauso - wie einige hier schon schrieben: Nur wenn ich konkret etwas arbeiten würde.


    Klar ist dabei, dass ich nicht mit Ende der 46,xx Stunden ohne Rücksicht auf Verluste den Griffel fallen lasse, sondern natürlich die Woche zu Ende arbeite und nötige Dinge tue. Da es hier aber um das formale Erfassen der Arbeitszeit geht, würde ich es auch so eingeben.

  • Bei der Arbeitszeiterfassung, an der ich auch teilnehme, würde ich das tatsächlich halbieren. Da ein solcher Besuch nicht regelmäßig im Jahr im Vergleich zu Elterngespräche, Korrektur, Konferenzen usw. stattfindet und evtl. mal nur einmal pro paar Jahre stattfindet, würde ich nicht täuschen wollen.

  • Ich glaube, ich halbiere das nicht. Zu anderen Zeiten des Schuljahres habe ich Abikorrektur oder Klassenfahrt etc., die meine durchschnittliche Arbeitszeit in die Höhe treiben würden und die der vierwöchige Erfassungszeitraum nicht erfasst.
    Auf der Hinfahrt haben wir die Einkaufswünsche unserer Kollegen sortiert und das Fachschaftsprotokoll durchgesprochen, auf der Rückfahrt in den neuen Büchern gestöbert. Da wir uns auch über privates unterhalten haben, setze ich dafür die halbe Zeit an.

  • ...Zu anderen Zeiten des Schuljahres habe ich Abikorrektur oder Klassenfahrt etc., die meine durchschnittliche Arbeitszeit in die Höhe treiben würden und die der vierwöchige Erfassungszeitraum nicht erfasst.
    ...

    Ich denke auch- wenn man Samstag vorm Fernseher hängt und nix tut, würde man sich auch nicht 2 Stunden aufschreiben, weil man schon mal 4 Stunden an einer Korrektur gesessen hat o.ä. Wenn jeder anfängt hochzurechnen, wie oft er diese Tätigkeit im Durchschnitt ausführt, ist der Sinn der Studie m.E. dahin.

  • Bei der Arbeitszeiterfassung, an der ich auch teilnehme, würde ich das tatsächlich halbieren. Da ein solcher Besuch nicht regelmäßig im Jahr im Vergleich zu Elterngespräche, Korrektur, Konferenzen usw. stattfindet und evtl. mal nur einmal pro paar Jahre stattfindet, würde ich nicht täuschen wollen.

    In dieser Studie gibt es ja einen Fragebogen und ein Arbeitszeitprotokoll. In diesem Arbeitszeitprotokoll soll ich genau dokumentieren, welche dienstlichen Tätigkeiten ich z.B. am heutigen Samstag gemacht habe. Dazu zählt halt der Didacta-Besuch im Falle des TE. Insofern sollte der TE die Zeit nicht halbieren, da dann die tatsächliche Zeit verfälscht würde.


    Dann gibt es noch einen Fragebogen, in dem z.B. gefragt wird, wie viele Stunden pro Woche man durchschnittlich für die Korrektur aufwenden muss und an wie vielen Tagen man in den Ferien gearbeitet hat.

  • Ob Fahrtzeit Arbeit ist, hängt von der Fahrt ab. Fährt mein Mann auf Dienstreise, ist die gesamte Zeit ab Reiseantritt Arbeitszeit, sonst würde er für die zwei, drei Stunden Arbeit vor Ort gar nicht fahren, sondern in sein Büro und Leute vor Ort beauftragen. Sein Vorgesetzter will aber, dass er fährt. Er fährt nicht zu seinem Vergnügen, obwohl er sich dann vor Ort schon mal eine Stunde Auszeit nimmt um die Zehen in den Strand zu bohren. Daher ist seine Reisezeit auch Arbeitszeit.
    Ich bekomme eine Stunde Entlastung für eine Stelle als StuBo, fahre ich in der Funktion irgendwohin, notiere ich mir das selbstverständlich in Gänze um nicht den Überblick zu verlieren, was ich eigentlich alles für meinen Dienstherren mache. Ob ich auf dem Weg zu solch einer Veranstaltung arbeiten könnte, spielt für mich gar keine Rolle, schließlich kostet mich das ganze Zeit, Nerven und häufig auch Geld. Daher gilt in dem Falle auch, dass Reisezeit Arbeitszeit ist, sonst würde ich das nicht machen.
    Bei der regulären Fahrt zum Dienstort ist das anders.
    Jetzt hast du diese Fahrt auch noch an einem Samstag getätigt, wahrscheinlich damit dein regulärer Unterricht darunter nicht leidet oder weil du keine Dienstreise genehmigt bekommen hast oder wie auch immer. Auf alle Fälle hast du einen kompletten Tag außerhalb der regulären Arbeitszeit geopfert, ohne dass du einen Wochenendaufschlag oder sonstigen Ausgleich erhälst.

  • Ich finde das mehr als skurril und jeder Außendienstmitarbeiter würde das garantiert nicht so machen. Für mich wären die 4 Stunden Zugfahrt Arbeitszeit, genau wie der Besuch der didacta, der zu meiner Fortbildung dient. Man könnte bei einer Dienstreise an einem Schultag darüber diskutieren, ob man die sonst zu erledigende Anfahrtszeit zur Schule abzieht. Ich setze mich ja nicht in diesen Zug, weil ich Lust darauf habe. Das Ticket bekomme ich ja auch erstattet (plus halbes Tagegeld für den langen Tag!).
    Bei meinen Beratungen sind die Fahrtwege für mich zu einem Teil auch Arbeitszeit, da sie deutlich länger als die Fahrt zur Schule sind. Zur Schule brauche ich 30 Minuten, zu meinen Beratungsschulen fahre ich im Schnitt eine Stunde. Das Beratungsgebiet (ein halber Landkreis) habe ich mir ja nicht ausgesucht, sondern zugewiesen bekommen.




    Eher eine Randbemerkung: Bei uns beruht die Beratungszeit auf Vertrauen und folglich kontrolliert es niemand, aber ich weiß, dass dies an einer anderen Schule anders gehandhabt wird. Dort müssen die Kollegen ihre Zeit minutengenau erfassen (das Eintragen der Daten selbst zählt ausdrücklich nicht hinein!) und regelmäßig einreichen. Bei Minuszeiten muss man dies in der Schule nacharbeiten (Vertretungen), auch wenn man die Beratung voll umfänglich erfüllt hat und es eben nicht mehr zu tun gab - das liegt ja nicht unbedingt an einem selbst. Ist das zu beobachtende Kind krank oder die Lehrkraft fehlt, mit der man etwas besprechen wollte, sammelt man direktunverschuldet Minusstunden. Wenn niemand Beratungsbedarf hat und das einfach gerade so ist, müssen sich die Kollegen zum Teil aufdrängen, damit sie keine Minusstunden sammeln und vom Chef schief angeschaut werden. Das finde ich heftig.

  • Ich weiß aber schon, wer schreiben wird


    • dass du das natürlich aufschreiben sollst
    • du die Zeit irgendwo anders wieder abknapsen musst. Und wenn es bei der Unterrichtsvorbereitung ist.
    • "Warum kaufst du dir privat Sachen für den Materialfundus.

    Jap, und ich gebe ihm präventiv schonmal Recht ;)

  • Ich habe für die Fachschaft eingekauft

    Hat die Fachschaft dich dorthin geschickt oder war es dein persönliches Verlangen dort aufzuschlagen? Wenn die Fachschaft dich geschickt hat, schreib es auf und zwar inkl. der Fahrzeit. Und denk an die Spesenabrechnung. ;)

  • Aber Fahrzeit ist keine Arbeitszeit.

    Wie kommst Du denn auf das schiefe Brett? Natürlich ist die Fahrzeit Arbeitszeit, wenn es sich um eine Dienstreise handelt! Bei meinem alten Arbeitgeber war es so, daß wir da zumeist mit einem Dienstwagen mit mehreren Personen losgefahren sind. Jetzt erklär mir mal, daß Autofahren keine Arbeit ist und ich nebenbei noch Klausuren korrigieren kann. :sterne:

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