Sind Klassenfahrten in jedem Fall verpflichtend?

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    • Bolzbold schrieb:


      Wenn ich auf Klassenfahrten kategorisch keine Lust (sic!) habe, diese aber zu den Dienstpflichten der Lehrkräfte gehören, dann muss ich die Kröte entweder schlucken oder darf kein Lehrer werden. So plötzlich fällt die Erkenntnis, dass man ggf. Klassenfahrten machen muss, ja nicht vom Himmel.
      Aber genau deshalb finde ich dies ein berechtigte Frage vor oder im Studium!
    • Maylin85 schrieb:

      Ich empfinde die Verpflichtung zu Klassenfahrten schon durchaus als übergriffig ins Privatleben.
      Wenn man dazu gezwungen wird, mit der Begründung, es ist ja eine Dienstpflicht, empfinde ich das auch so. Es handelt sich schließlich nicht um eine Konferenz, Fortbildung oder irgendeine Sitzung. Es kommt für mich auch darauf an, aus welchen Gründen man nicht fahren möchte / kann. Wenn man grundsätzlich Klassenfahrten aus Prinzip nicht mitmacht, finde ich das auch nicht richtig, das gehört nunmal zum Beruf. Aber wenn man sich zurückhält oder einige Jahre nicht fährt, weil man kleine Kinder zu Hause hat, womöglich noch alleinerziehend ist und es kinderbertreuungs-technisch schwierig ist, ist mir das auch zu übergriffig bzgl. des Privatlebens, das v. a. in einem solchen Fall nunmal mit dranhängt, wenn ich dann gezwungen werden würde.
    • Ich hatte in der 7. Klasse eine Lehrerin, die nie mit uns auf Klassenfahrt fuhr.
      Ihr Argument: "Mir wurde mal die Handtasche geklaut, also fahre ich jetzt nie wieder auf Klassenfahrt."
      Sie ist tatsächlich damit durchgekommen.

      Firelilly schrieb:

      Komplette Zustimmung. Warum lässt man so etwas nicht durch Sozialarbeiter oder hauptberufliche Pädagogen etc. durchführen? Die könnten gleich ein ach so wertvolles Programm mit Teambuilding Aktivitäten planen, die Fahrt organisieren und so weiter. Warum musste jemand mit Hochschulstudium solche Tätigkeiten ausüben? Man wird als Lehrer da ganz schön missbraucht als Animateur, Reiseveranstalter und Kindermädchen, denn genau das sind die Tätigkeiten die man da durchführt und zwar (mit Vorbereitung) für (mehr als) eine komplette Woche 24 h / day.
      Ernsthaft, das geht viel zu weit.
      Na, ja ich verstehe das schon. Der Sozialarbeiter hat ja eine ganz andere Ebene als der Lehrer und oftmals kennt ein Lehrer ja die Kinder besser.

      Wobei einer unserer Lehrer mal sagte: Wenn ich auf Klassenfahrt fahre, stehe ich mit einem Bein im Knast.
      Ich habe erst Jahre später im Gespräch mit Lehrern begriffen, was er damit meinte.

      An der Schule, an der ich bin, gingen Klassenfahrten nie ohne Probleme ab.
      Es war immer irgendwas.

      Mal lag einer im Krankenhaus, mal wurde heimlich Alkohol konsumiert, dann hatte einer eine kaputte Kniescheiben und ein anderes Mal ging es der Lehrerin nicht gut.
      Wobei ich eine Klassenfahrt in der Grundschule immer noch weniger risikoreich als eine Klassenfahrt mit pubertären 16 Jährigen finde.
      Wenn nicht gerade 1/3 der Klasse Epileptiker sind oder zig Allergien haben.
    • tabularasa schrieb:



      Firelilly schrieb:

      Komplette Zustimmung. Warum lässt man so etwas nicht durch Sozialarbeiter oder hauptberufliche Pädagogen etc. durchführen? Die könnten gleich ein ach so wertvolles Programm mit Teambuilding Aktivitäten planen, die Fahrt organisieren und so weiter. Warum musste jemand mit Hochschulstudium solche Tätigkeiten ausüben? Man wird als Lehrer da ganz schön missbraucht als Animateur, Reiseveranstalter und Kindermädchen, denn genau das sind die Tätigkeiten die man da durchführt und zwar (mit Vorbereitung) für (mehr als) eine komplette Woche 24 h / day.
      Ernsthaft, das geht viel zu weit.
      Na, ja ich verstehe das schon. Der Sozialarbeiter hat ja eine ganz andere Ebene als der Lehrer und oftmals kennt ein Lehrer ja die Kinder besser.

      Und umgekehrt kann es auch die Lehrer-Schüler Bindung verbessern!
      Zumindest habe ich das als Referendarin so erlebt.
    • Ich vermute, dass die meisten Schulen in irgendeiner Form Rücksicht auf private Sonderfälle nehmen. Das ist bei Pflegefällen o.ä. auch richtig.

      Davon abgesehen: Wenn etwas eine Dienstpflicht ist, fehlt mir jedes Verständnis dafür, wenn man die Durchsetzung der Pflicht als übergriffig empfindet. Man kann sich darüber unterhalten, ob Fahrten zur Pflicht gehören sollten oder nicht, aber nicht darüber, ob man seine Pflicht erfüllt oder nicht.
      Wir reden hier von ein paar Tagen, die anstrengend und oft unbequem sind, natürlich gibt es den entsprechenden Organisationsaufwand vorher, das ist mir klar. Nicht mehr und nicht weniger.

      Klar, wir alle stellen fest, dass unsere Aufgaben zunehmen, das ist spürbar und gefällt uns nicht.
      Diejenigen, die sich aber konsequent allem entziehen, was ihnen nicht passt, sind es genauso, die dem Rest des Kollegiums Dinge aufbürden, die dazu führen, dass die Belastungsgrenze überschritten wird. Ich bin froh, dass es in meinem Kollegium relativ wenige der Sorte gibt.
    • Bolzbold schrieb:

      @Maylin

      Du meinst, damit sich die Hälfte des Kollegiums davor drücken kann und die andere Hälfte die pädagogischen Preise kaputt macht?
      Wenn Klassenfahrten nicht verpflichtend sondern freiwillig sind, kann man sich per definitionem nicht "davor drücken", wenn man sie nicht durchführt. Ich drücke mich ja auch nicht davor, Ausdruckstanz zu machen, ich mache ihn einfach nicht.

      Zu verhindern, dass sich idealistische KollegInnen dann mit zu vielen Klassenfahrten überlasten, läge dann im Aufgabenbereich der Schulleitung. Genauso, wie die sinnvolle Steuerung, wie viele schulische Resourcen für solche Unternehmungen vertretbar investitiert werden dürfen.

      Ich halte es übrigens für sinnvoll, anbetracht der heutigen Aufgabenvielfalt und -dichte darauf zu verzichten, Schulen auch noch zu Reiseunternehmen zu machen. Unterrichtsgänge und Tagestouren reichen völlig.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Meerschwein Nele ()

    • Brick in the wall schrieb:

      Wir reden hier von ein paar Tagen, die anstrengend und oft unbequem sind, natürlich gibt es den entsprechenden Organisationsaufwand vorher, das ist mir klar. Nicht mehr und nicht weniger.
      Die Frage, die mir deshalb ja im Kopf umher geistert ist deshalb ja: Hat jemand mit Konsequenzen zu rechnen, wenn er eben fahren soll und sich weigert und keine kleinen Kinder hat oder einen Pflegefall?

      Mein Sohn ist in einer Klasse, die nie durch besondere Verhaltensauffälligkeiten in Erscheinung trat.
      Die Lehrerin weigert sich aber und macht generell keine Klassenfahrten. Von Klasse 1 bis 4 nicht.
    • Meerschwein Nele schrieb:


      Ich halte es übrigens für sinnvoll, anbetracht der heutigen Aufgabenvielfalt und -dichte darauf zu verzichten, Schulen auch noch zu Reiseunternehmen zu machen. Unterrichtsgänge und Tagestouren reichen völlig.
      Es gibt ja durchaus auch Reiseunternehmen, die man anheuern kann.
      Außerdem ist es von Vorteil, wenn in allen Klassen jedes Jahr wieder die gleiche Reise angeboten wird. Das minimiert den Aufwand auch enorm.
    • tabularasa schrieb:

      Mein Sohn ist in einer Klasse, die nie durch besondere Verhaltensauffälligkeiten in Erscheinung trat.
      Die Lehrerin weigert sich aber und macht generell keine Klassenfahrten. Von Klasse 1 bis 4 nicht
      In der Grundschule sind Schullandheimaufenthalte nicht verpflichtend, zumindest weiß ich das von 2 Bundesländern u.a. Bayern. Somit hat man als Lehrkraft völlige Entscheidungsfreiheit. Es ist durchaus nachvollziehbar, dass jemand die Verantwortung bei den Kleinen nicht übernehmen will. Außerdem tritt das Problem des Heimwehs bei Schullandheimaufenthalten häufig auf und man schlägt sich damit u.U. die Nächte um die Ohren. Es gibt Kinder, die es bis zum 3. Schuljahr nicht einmal schaffen eine Lesenacht durchzuhalten.
      Es ist erst in den letzten 20 Jahren aufgekommen, überhaupt in der Grundschule zu fahren. An meiner Schule fahren die wenigsten, in der 1. und 2. Klasse so gut wie niemand.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Caro07 ()

    • @tabularasa: Vermutlich gibt es da keine Konsequenzen, außer die SL spricht eine ausdrückliche Anweisung aus, die dann nachweislich und nicht z.B. durch plötzliches Auftreten von Magen-Darm am Abreisetag missachtet wird.

      Aber: ich würde meine Aussage von oben sehr deutlich abmildern, wenn es sich um Klassen dreht, für die man die Verantwortung nicht tragen kann. Ich bezog mich dabei allerdings auf Kollegen, die einfach nur keine Lust haben, mit einer normalen Klasse unterwegs zu sein.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Brick in the wall () aus folgendem Grund: Tippfehler

    • tabularasa schrieb:

      Brick in the wall schrieb:

      Wir reden hier von ein paar Tagen, die anstrengend und oft unbequem sind, natürlich gibt es den entsprechenden Organisationsaufwand vorher, das ist mir klar. Nicht mehr und nicht weniger.
      Die Frage, die mir deshalb ja im Kopf umher geistert ist deshalb ja: Hat jemand mit Konsequenzen zu rechnen, wenn er eben fahren soll und sich weigert und keine kleinen Kinder hat oder einen Pflegefall?
      Mein Sohn ist in einer Klasse, die nie durch besondere Verhaltensauffälligkeiten in Erscheinung trat.
      Die Lehrerin weigert sich aber und macht generell keine Klassenfahrten. Von Klasse 1 bis 4 nicht.
      Ich finde es befremdlich, dass du deswegen fragst, weil du die Lehrerin deines Sohnes zu belangen wollen scheinst.

      Und nein, ich würde mich nicht so weit aus dem Fenster lehnen, zu sagen, dass es in der Grundschule leichter ist, auf Klassenfahrt zu gehen. Einnässende, heimwehgebeutelte Kinder hat man in der Regel in der Sek 1 nicht mehr. Kinder, die unvernünftig sind, Blödsinn machen, Regeln nicht befolgen hat man in beiden Schularten. Jede Jahrgangsstufe hat ihre Herausforderungen.

      Also, lass die Lehrerin deines Sohnes in Ruhe, beurteile die Klassensituation nicht von außen (woher weißt du denn, wie diese Klasse wirklich tickt - warst du tagelang drin?) und kümmere dich um dein Studium. Solche Eltern wünscht man echt keinem.
    • tabularasa schrieb:

      Brick in the wall schrieb:

      Wir reden hier von ein paar Tagen, die anstrengend und oft unbequem sind, natürlich gibt es den entsprechenden Organisationsaufwand vorher, das ist mir klar. Nicht mehr und nicht weniger.
      Die Frage, die mir deshalb ja im Kopf umher geistert ist deshalb ja: Hat jemand mit Konsequenzen zu rechnen, wenn er eben fahren soll und sich weigert und keine kleinen Kinder hat oder einen Pflegefall?
      Mein Sohn ist in einer Klasse, die nie durch besondere Verhaltensauffälligkeiten in Erscheinung trat.
      Die Lehrerin weigert sich aber und macht generell keine Klassenfahrten. Von Klasse 1 bis 4 nicht.
      Die Rechtslage für Niedersachsen hat Bear doch hier bereits gepostet. Einfach nochmal nachlesen: Mit Übernachtung sind Fahrten weder für Lehrkräfte, noch für SuS verpflichtend, ohne Übernachtung schon. Sprich die Lehrerin deines Sohnes muss keine Klassenfahrt mit Übernachtung anbieten in ihren Klassen, kann dazu auch von ihrer SL nicht verpflichtet werden, kann aber durchaus dazu verpflichtet sein im Rahmen der Umsetzung des Bildungsplans Tagesausflüge, Exkursionen etc. ohne Übernachtung durchzuführen. Macht sie letzteres trotz entsprechender dienstlicher Anweisung/Bildungsplanbestimmungen nicht kann das natürlich Konsequenzen haben, macht sie ersteres nicht, kann sie niemand dazu verpflichten solange der Dienstherr (=Land Niedersachsen) nicht die entsprechenden Bestimmungen ändert.
    • tabularasa schrieb:

      Wobei ich eine Klassenfahrt in der Grundschule immer noch weniger risikoreich als eine Klassenfahrt mit pubertären 16 Jährigen finde.
      Wenn nicht gerade 1/3 der Klasse Epileptiker sind oder zig Allergien haben.
      ... und sich nicht gleich am Ankunftstag einer notarzttauglich den Kopf aufschlägt, ein anderer 40 Fieber bekommt, der Rest wie blöd durchdreht, die Mädchen ihr Schminkzeug auf dem Teppich verschütten, 2mal Bettzeug fehlt, der Inhalt der Trinkflasche ins Bett geschüttet wird, die andere Trinkflasche jemandem an den Kopf fliegt, das Eis durch den Raum fliegt, die Waschtasche nicht gefunden wird, nochmal Bettzeug fehlt, 5 sich beim Essen von den Stühlen zerren, einer brüllend nachts im Waschraum sitzt, weil er keine Kinder mehr sehen will, ein Flüchtlingskind Tobsuchtsanfälle bekommt, weil das Neonlampenflackern im zur Jugendeinrichtung umgebauten Kasernengebäude es an Auffanglager erinnert und Flashbacks mit sich bringt, zwei Kinder sich auf der Waldwanderung verstecken, 3 wegen Heimweh heulen, 2 alle halbe Stunde ankommen und behaupten, sie hätten auch 40 Fieber, um nach Hause zu dürfen, nochmal Bettzeug fehlt, das Bett einbricht und der Hausmeister mit Migrationshintergrund das Bett wieder aufstellt und sich draufwirft und darauf herumzappelt und man nicht lachen darf, die ersten den Hang auf dem Jugendherbergsgelände herunterpurzeln, der nächste vor Heimweh weint, noch einmal Bettzeug fehlt, einer Schreikrämpfe bekommt, weil ihm seine Mitschüler zu laut sind, das Kind mit der Kopfwunde fiebert, weil die Eltern es erst später abholen können, einer nur ein Babybettlaken dabei hat und man nochmal Bettzeug leihen muss, beim Essen Tee, Kaffee, Wurst, Käse, Jogurt, Milch und Brot alle sind und einzeln aus der Küche bei den maulenden Küchenfrauen abgeholt werden müssen etc. pp.

      (Ok, der Fairness halber sei gesagt, dass das die Zusammenfassung von 3 Klassenfahrten ist.)

      Tu dich doch mit anderen Eltern zusammen, wenn euch eine gemeinsame Fahrt so wichtig ist und organisiert selber ein Wochenende in einer hübschen Unterkunft mit euren Kindern. Da sind dann auch nur die dabei, die sich untereinander gut leiden können. Dann sind auch genug Erwachsene da, um die Kinder gut und individuell zu betreuen.
      Free Klorollen! Keine Klorollen-Basteleien mehr in Grundschulen!

      Immer wieder gut, Bodo Wartke: youtube.com/watch?v=WiCV4KKW6Nw
    • Kiggie schrieb:


      Und die Threaderstellerin will ja auch an die Berufsschule.
      Sie fragt aber scheinbar nicht für sich und ihre Zukunft an der Berufsschule.
      Sie fragt, weil die Klassenlehrerin ihres Sohnes nicht auf Klassenfahrt gehen will.

      (Ich finde es immer wieder irritierend, wenn User hier die "Seiten wechseln" und als Eltern schreiben um das Verhalten der Lehrer ihrer Kinder hinterfragen. Hatte meines Wissens auch schon einmal geschrieben, dass ich mich dann immer frage, was die entsprechende Lehrerin denken würde, wenn sie hier auch angemeldet ist, die Threadstarterin erkannt hat und weiß, dass sich die Frage auf sie selbst bezieht. ;)

      kl. gr. frosch
      Man sollte darauf achten, seinen Kindern den richtigen Glauben zu vermitteln. ... Den an sich selbst.
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      Merke: wer auf dem Rad friert, fährt zu langsam. (By O.Meier ;) )
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      Die meisten meiner Beiträge entstehen auf einer tablet-Tastatur. Da es dort kein haptisches Feedback gibt, schleichen sich schneller Tippfehler ein. Sorry.
    • Caro07 schrieb:

      Es ist erst in den letzten 20 Jahren aufgekommen, überhaupt in der Grundschule zu fahren. An meiner Schule fahren die wenigsten, in der 1. und 2. Klasse so gut wie niemand.
      Wir sind damals in der 2. Klasse zur Übernachtung ins ortseigene Schullandheim "gefahren."
      Heimweh gabs trotzdem.


      Kathie schrieb:

      Ich finde es befremdlich, dass du deswegen fragst, weil du die Lehrerin deines Sohnes zu belangen wollen scheinst.
      Nein, ich will das auch für später wissen, wenn ich gezwungen werden soll, mit einer Chaotenklasse wegzufahren, falls ich doch an der Realschule lande.Meine Frage hat viele Gründe. Für mich, für meinen Sohn, einfach generell. Ich hab dazu ganz unterschiedliche Schilderungen gehört. Meine Bekannte behauptet bis heute, wenn sie nicht auf Klassenfahrt fährt, bekommt sie Stress vom Schulamt.

      Kathie schrieb:

      Solche Eltern wünscht man echt keinem.
      Ist heute irgendwie nicht dein Tag? Ich habe eine einfache Frage gestellt.

      Conni schrieb:

      ... und sich nicht gleich am Ankunftstag einer notarzttauglich den Kopf aufschlägt, ein anderer 40 Fieber bekommt, der Rest wie blöd durchdreht, die Mädchen ihr Schminkzeug auf dem Teppich verschütten, 2mal Bettzeug fehlt, der Inhalt der Trinkflasche ins Bett geschüttet wird, die andere Trinkflasche jemandem an den Kopf fliegt, das Eis durch den Raum fliegt, die Waschtasche nicht gefunden wird, nochmal Bettzeug fehlt, 5 sich beim Essen von den Stühlen zerren, einer brüllend nachts im Waschraum sitzt, weil er keine Kinder mehr sehen will, ein Flüchtlingskind Tobsuchtsanfälle bekommt, weil das Neonlampenflackern im zur Jugendeinrichtung umgebauten Kasernengebäude es an Auffanglager erinnert und Flashbacks mit sich bringt, zwei Kinder sich auf der Waldwanderung verstecken, 3 wegen Heimweh heulen, 2 alle halbe Stunde ankommen und behaupten, sie hätten auch 40 Fieber, um nach Hause zu dürfen, nochmal Bettzeug fehlt, das Bett einbricht und der Hausmeister mit Migrationshintergrund das Bett wieder aufstellt und sich draufwirft und darauf herumzappelt und man nicht lachen darf, die ersten den Hang auf dem Jugendherbergsgelände herunterpurzeln, der nächste vor Heimweh weint, noch einmal Bettzeug fehlt, einer Schreikrämpfe bekommt, weil ihm seine Mitschüler zu laut sind, das Kind mit der Kopfwunde fiebert, weil die Eltern es erst später abholen können, einer nur ein Babybettlaken dabei hat und man nochmal Bettzeug leihen muss, beim Essen Tee, Kaffee, Wurst, Käse, Jogurt, Milch und Brot alle sind und einzeln aus der Küche bei den maulenden Küchenfrauen abgeholt werden müssen etc. pp.
      Danke, da muss ich passen.

      Wenn du mal ein Buch über all deine Erfahrungen als Lehrerin kaufst, hast du hier definitiv eine Käuferin mehr.
    • Ist schon richtig, man weiß vorher, dass es zu den Dienstpflichten gehört.Was ich vorher allerdings nicht wusste, ist wie belastend ich persönlich Klassenfahrten in der Praxis finde. Ich bin eigentlich kein überbesorgter und übervorsichtiger Typ, aber nachdem ich nun weiß und selbst erlebt habe, was alles passieren kann, fühle ich mich mit der Verantwortung superunwohl - insbesondere bei Klassen mit Kindern, die sich schon im normalen Schulalltag nicht wirklich an Absprachen und Regeln halten.
      24/7 Dienst schieben und Ansprechpartner sein ohne wirkliche Rückzugsmöglichkeit und mal eine Auszeit, finde ich ebenfalls grenzwertig zumutbar. Man müsste mit ausreichend Leuten fahren, dass man zumindest Schichten aufteilen kann. Mir war nicht klar, wie belastend dieser Sozialstress sein kann.

      Ich bin nicht grundsätzlich gegen Klassenfahrten und mache z.B. die Abschlussfahrten mit älteren Schülern sehr gerne. Aber Klassenfahrten mit der Sek I empfinde ich als Dauerstress und bei manchen Klassenkonstellationen als nur eingeschränkt verantwortbar.


      Mit Grundschülern würde ich auch keine Fahrten machen, wenn es nicht verpflichtend ist. Wir hatten auf der letzten 5er Fahrt kotzende Heimwehkinder, jeden Abend Heimwehtränen, Tränen wegen des Essens, Tränen weil die Wanderung angeblich zu lang war etc. ... es war einfach nur superanstrengend und nervenaufreibend. Mit noch jüngeren Kindern stelle ich mir das noch schlimmer vor und würde mir das nicht antun
    • Maylin85 schrieb:

      24/7 Dienst schieben und Ansprechpartner sein ohne wirkliche Rückzugsmöglichkeit und mal eine Auszeit, finde ich ebenfalls grenzwertig zumutbar. Man müsste mit ausreichend Leuten fahren, dass man zumindest Schichten aufteilen kann. Mir war nicht klar, wie belastend dieser Sozialstress sein kann.
      Nicht zu vergessen, dass man keine Überstunden bezahlt bekommt. Ihr bekommt da doch nichts extra, wenn ich richtig informiert bin? Zumindest wäre mir das neu. Da hätte jede Altenpflegerin/Sozialarbeiterin den Aufstand geprobt.

      Von der Seite gesehen werden die, die nicht wollen schon ihre Gründe haben.
      Ich hab eine Klasse, da könnte ich mir das durchaus vorstellen und eine andere, in der ich mir vermutlich schon vorab einen Anwalt nehmen würde, wenn ich zur Fahrt aufbrechen müsste.