Daumen Runter ?

  • Hallo Stefan, Hallo Forengemeinde,


    seit Kurzem haben wir die Möglichkeit, hier im Forum den Daumen nach unten zu verteilen. Ich möchte mich an dieser Stelle gerne dafür aussprechen, diese Möglichkeit wieder aus dem Forum zu entfernen. Dazu habe ich folgende Gründe:


    0. Natürlich geht es hier nur um irgendwelche Symbole und Emoticons, die man auch ignorieren kann, aber dennoch beeinflusst das doch unser Miteinander. Man freut sich über positive Reaktionen und vergibt diese auch gerne an andere.


    1. Der Daumen nach unten macht Kritik zu einfach. Ich habe schon an manchen kontroversen Diskussionen teilgenommen, auf die ich dann eine längere Antwort verfasst habe, welche allerdings nie abgeschickt wurde. Manchmal weil ich meine Position überdacht habe, manchmal weil sich beim Schreiben der Ärger verfliegt, manchmal weil ich merke, dass ich mich verrenne oder auch einfach, weil ich keine Lust hatte, das Thema endlos werden zu lassen. Wenn es im Forum aber Usus wird, nur noch mit Daumen runter zu kommentieren, ist das zu oberflächlich und zu einfach in meinen Augen. Wir können und sollen offen und sachlich miteinander diskutieren und Kritik üben. Dazu brauchen wir aber Sprache (bzw. Schrift).


    2. Der Daumen nach unten ist total undifferenziert. Man kann mit dieser Kritik überhaupt nichts anfangen. Sie entbehrt jeder sachlichen Diskussion. Woher soll ich wissen, welcher Teil meiner Äußerung den anderen verstimmt hat. Vielleicht liegt nur ein Missverständnis vor?


    3. Der Daumen nach unten gibt Trollen die Möglichkeit, einen Gesamteindruck zu manipulieren. Bei 10 positiven und 1 negativer Bewertung stehen beide in der Anzeige gleichberechtigt nebeneinander. Klar sieht man auch die Zahl und kann das einordnen, aber es ist doch eine Form von "Macht" für einen Troll, alle anderen Beiträge negativ zu bewerten.


    4. Der Daumen nach unten fördert Toxizität. Wir hatten zu Beginn des Jahres im Forum die Frage, ob das Miteinander hier nicht teilweise zu toxisch verläuft. Auch wenn mein Eindruck ist, dass es sich durchaus etwas gebessert hat, empfinde ich es gleichzeitig so, als wenn man manche Namen nicht mehr so oft lesen kann. Ich denke, dass die Möglichkeit zur schnellen negativen Bewertung zur Toxizität im Forum (oder online generell) beitragen kann.


    Vielleicht sehe ich hier auch ein unnötiges Problem, daher würde mich die Meinung von anderen interessieren.


    Gruß,

    Rets

  • Damit hier nicht nur ein „Daumen hoch“ steht:

    Ich finde die von dir vorgebrachten Gesichtspunkte alle richtig und möchte mich deinen Ausführungen anschließen. Obwohl ich mich outen muss, dass ich auch schon schnell einen „Daumen runter“ vergeben habe:rotwerd:

    Die Weisheit des Alters kann uns nicht ersetzen, was wir an Jugendtorheiten versäumt haben. (Bertrand Russell)

  • Ich würde bei manchem auch gerne mal einen "Arschtritt" verteilen, aber das ist eben Wunschdenken. Ich finde, was @Rets schreibt stimmt, also "Daumen runter" für den Daumen runter.

    Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
    Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
    Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
    Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)

  • Vor Jahren gab es den "Daumen runter" schon einmal. Damals wurde auch das "Gefällt mir" eingeführt. Aufgrund einer ähnlichen Argumentation wie der von Rets haben wir ihn damals wieder abgeschafft. Ich nehme es mal mit in den Mod-Bereich.


    kl. gr. frosch

    Man sollte darauf achten, seinen Kindern den richtigen Glauben zu vermitteln. ... Den an sich selbst.
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    "Angst ist ein unfähiger Lehrer." Jean-Luc Picard

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    "Urteile nie über einen Moderator dieses Forums, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist." (frei nach Firelilly)

  • Ich bin auch der Meinung, dass Kritik mit Worten kommuniziert werden muss. Ein "Daumen runter" ist undifferenziert und nicht zielführend.

  • Im Neues-Forum-Thread schrieb jemand, dass es eine Möglichkeit geben sollte "gefällt mir nicht" anzukreuzen. So dass man angeben könne, man stimme dem TE zu, wolle aber bei negativen Themen nicht sagen, dass einem dies gefalle. Daraufhin hat Stefan den roten Daumen eingeführt. Ich sehe es aber wie du, die Wirkung ist eine ganz andere als die beabsichtigte. Psychologie ist schon ne komische Sache :sterne:


    Schönen Tag euch allen :thumbup:

  • Der "Daumen runter" ist genau so viel oder wenig zielführend wie der "Daumen hoch". Mehr als eine diffuse Haltung ist er nicht und anders sollte man beide Icons auch nicht verstehen.

  • Ich finde es gut, Wertungen nach oben oder unten geben zu können, ohne diese mit einem eigenen Beitrag begründen zu müssen, der meist doch nur eine Wiederholung dessen sein würde, was andere dazu schon ausgeführt haben.

    "A lack of planing on your side does not constitute an emergency on my side."

  • Ich finde den Daumen runter irgendwie auch doof. Aber komisch ist es schon, dass sich darüber ausgerechnet ein Personenkreis ins Hemd macht, der den ganzen Tag über andere Personen bewertet und halt oft genug auch schlecht bewerten muss. Eigentlich sollte es uns nichts ausmachen, oder?

  • Ich glaube, wie gesagt, dass er nicht das ausdrückt, wofür er eingeführt wurde, sondern ggf. sogar das Gegenteil meint. Beispiel: Wenn Kollege X schreibt, er ärgere sich darüber, dass in seinem Bundesland Grundschullehrer schlechter bezahlt werden als Gymnasiallehrer. Signalisiere ich dann mit dem "Daumen runter", dass ich das auch ärgerlich finde, oder dass ich es doof finde, dass der TE das anprangert, weil ich es für richtig halte, wenn Gymlehrer mehr verdienen?

  • Wenn ich einen "Daumen hoch" gebe, wäre die Alternative, das, was der Autor geschrieben hat, so oder so ähnlich zu wiederholen oder in Worten zu formulieren, dass es sich um einen Aspekt handelt, den ich noch nicht bedacht habe, der mir aber gefällt.

    So besonders differenziert ist das nicht.


    "Daumen runter" kann alles mögliche sein und wird leider viel zu häufig verwendet, um anzuzeigen, dass die Person nervt, man sich persönlich beleidigt fühlt etc.


    Wenn ich oder meine Meinungen kritisiert werde, womit ich grundsätzlich kein Problem habe, dann bitte detailliert/begründet und nicht einfach nur mit "bäh, du bist doof". Wenn jemand meiner Meinung ist, muss ich dass nicht noch mal in anderen Worten hören.

  • "Daumen runter" kann alles mögliche sein und wird leider viel zu häufig verwendet, um anzuzeigen, dass die Person nervt, man sich persönlich beleidigt fühlt etc.

    "Daumen hoch" wurde bisher genauso auch verwendet, nämlich um anzuzeigen, dass die Person cool ist, man sie persönlich toll findet usw.

    Das ist kein Alleinstellungsmerkmal.


    Wenn ich oder meine Meinungen kritisiert werde, womit ich grundsätzlich kein Problem habe, dann bitte detailliert/begründet und nicht einfach nur mit "bäh, du bist doof". Wenn jemand meiner Meinung ist, muss ich dass nicht noch mal in anderen Worten hören.

    Ich hab kein Problem damit, fremdverfasste Kritiken, die ich für zutreffend halte, zu liken, anstatt den kritisierten Beitrag zu diskliken. So lief es bisher. Es wurde für den Verfasser der kritisierten Beiträge nur nicht immer so sichtbar, wie groß die Gemeinde der Andersdenkenden ist, weil sich kontroverse Beiträge oft von mehreren Seiten kritisieren lassen, was das Kontraecho fragmentiert.

    "A lack of planing on your side does not constitute an emergency on my side."

  • Ich hatte ja angeregt, eiinen Marker für "Stimmt, aber gefällt mir nicht" zu bekommen. ich befürchte aber, der "Daumen Runter" wird erstens inflationär gebraucht, und drückt auch ganz was anderes aus (wie wir ja schon beim neuesten Troll gesehen haben).

    Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
    Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
    Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
    Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)

  • Abgesehen davon ist ein Like/Dislike sowieso interpretierbar. Man kann auch über Dislikes stolz sein, hängt ja alles davon ab, von wem sie gesetzt werden.:_o_D

    "A lack of planing on your side does not constitute an emergency on my side."

  • "Daumen hoch" wurde bisher genauso auch verwendet, nämlich um anzuzeigen, dass die Person cool ist, man sie persönlich toll findet usw.

    Ich habe den Eindruck, einige machen das so, nicht alle. Ich hab das nie so recht verstanden, wenn ich einen Beitrag sinnvoll finde, dann like ich den und nicht die Person dahinter. Genauso wie ich einer Sache widersprechen kann, auch wenn ich die Person sympathisch finde, die diesen Sachverhalt geäußert hat. Aber das funktioniert ja schon im richtigen Leben nicht, Beziehungsohr und so...

  • Ach, mir gehts eigentlich nur darum, Chancengleichheit zu haben. Wenn ich schon einen Beitrag liken kann, ohne sagen zu müssen wieso, dann möchte ich auch gerne das Gegenteil ausdrücken können, ohne das erklären zu müssen.

    "A lack of planing on your side does not constitute an emergency on my side."

  • Ich kann einem Schüler problemlos sagen, dass ich ihn gut finde ohne das genauer erläutern zu müssen. Das Gegenteil halte ich für menschlich schwieriger...ich habe auch kein Problem damit, wenn ich für irgendwas Dislikes bekomme (da hängt es eher davon ab, von wem das kommt), aber ich halte es für menschlich schwierig. Muss aber jeder für sich selbst wissen, welchen Eindruck er hinterlassen möchte. Ich meine: Welcher Art muss denn ein Beitrag sein, damit ich ihn disliken müsste: "Endlich die große bürgerliche Koalition: FDP, CDU und AfD wählen gemeinsam Ministerpräsidenten!" Wer schreibt denn hier sowas?


    Und Likes gibt es für Beiträge, nicht dafür ob ich jemanden mag. Selbst Leute mit denen ich oft offen streite, können ja zu einem anderen Thema was sagen, was ich für zustimmenswert halte.

    If you look for the light, you can often find it.
    But if you look for the dark that is all you will ever see.

  • Ich denke auch, dass ein undifferenziertes Lob weitaus weniger kritisch zu sehen ist als undifferenzierte Kritik.


    Das Problem ist, dass dieser Daumen nach unten subtiler wirkt (auch wenn das Symbol dafür wenig subtil ist). Es ist mehr eine Frage des Umgangs und der Höflichkeit. Ich komme voll damit klar, wenn man meine Beiträge mit dem Daumen nach unten versieht (wer das nicht tut, muss glaube ich auch irgendwie die Berufswahl hier im Forum überdenken, weil man als Lehrer ja doch dauerhaft nicht nur selbst bewertet, sondern auch dem Urteil anderer ausgesetzt ist). Ich komme auch damit klar, wenn man mich in Mails mit "Hallo Herr Rets" anstatt "Sehr geehrter Herr Rets" anspricht. Die Liste der Höflichkeitsfloskeln auf die wir theoretisch verzichten können ist lang (und sicherlich individuell). Aber für mich ist dieser Daumen nach unten ein Schritt in die falsche Richtung, was den Umgang anbelangt.

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