Wie geht ihr dem Corona-Virus entgegen?

  • Vielleicht hat die ganze Krise ja auch etwas Gutes, dass jetzt der große Digitalisierungsschub kommt. Zu mindestens im Schulwesen scheint es ja auf einmal deutlich schneller loszugehen...

  • Eine Entwicklung stimmt mich in den letzten Tagen etwas optimistischer, dass das Corona-Gedöns uns doch nicht für die nächsten 12 Monate beschäftigen wird: die Infektionswelle scheint überall nach einer gewissen Zeit in ähnlichem Tempo abzuklingen, ziemlich unabhängig davon, wie hart die Maßnahmen sind.

    In keinem der Länder, die bereits seit einigen Wochen die Maßnahmen wieder zurücknehmen, ist es zu einem signifikanten Anstieg der Neuinfektionen gekommen. (Abgesehen von Sondersituationen, wie dem Ausbruch unter Wanderarbeitern in Asien.) Auch in Schweden ist R0 inzwischen konstant unter 1, obwohl zB die Schulen nie geschlossen waren, ebenso Gastronomie, etc.

    Im Gegenzug scheinen die Länder, die einen sehr harten - aber oft zu späten - Lockdown durchgezogen haben keine bessere Entwicklung zu haben, im Gegenteil, England, Spanien und Italien brauchen trotz echter Ausgangsperren deutlich länger um die Zahlen der Neuinfektionen abzusenken.


    Es scheint so zu sein, dass in der ersten Hälfte der Infektionswelle ein schnelles Reagieren durch begrenzende Maßnahmen und ein leistungsfähiges Gesundheitssystem entscheidend sind um eine Explosion der Fallzahlen und der Mortalität zu begrenzen. In der zweiten Hälfte der Infektionswelle scheint man eine erneute Ausbreitung bisher verhindern zu können, auch mit deutlich milderen Mitteln.

  • Ich schrieb ja schon, dass ich gerade Drosten wieder von vorne höre. Ist in dem Zusammenhang wirklich lohnenswert. Er hat ganz zu Beginn zwar auch noch alles recht unterschätzt, aber diesbezüglich, also dass es wie "von selber" wieder aufhört, dann doch vorläufig richtig gelegen.

  • Ich verstehe nicht, wie es sein kann, dass es zu keiner zweiten Welle kommen soll, und ich will es verstehen.


    Es wird jetzt Schritt für Schritt wieder ein Weg zum Stand vor den Maßnahmen gegangen. Und die Masken und die mehr oder minder beachtete Abstandsregel machen alles weniger schlimm? Minus Großveranstaltungen.


    Dann waren die Masken der Schlüssel zu allem?

  • Nee, sicher nicht. Weil es hört ja auch in Ländern auf, in denen Masken keine Rolle spielen.

  • Ich verstehe nicht, wie es sein kann, dass es zu keiner zweiten Welle kommen soll, und ich will es verstehen.


    Es wird jetzt Schritt für Schritt wieder ein Weg zum Stand vor den Maßnahmen gegangen. Und die Masken und die mehr oder minder beachtete Abstandsregel machen alles weniger schlimm? Minus Großveranstaltungen.


    Dann waren die Masken der Schlüssel zu allem?

    Kann man ja noch nicht sagen, vielleicht kommt sie doch.

    Allerdings ist die "zweite Welle" epidemiologische nicht die Regel, sondern die Ausnahme. Grippewellen und Erkältungen wiederholen sich nur jährlich, weil sich die Viren permanent verändern. (Auch das ist bei Corona noch nicht völlig ausgeschlossen, auch wenn es wohl nicht mir der Dynamik wie bei Grippe funktioniert.).

    Die Masken waren mit ziemlicher Sicherheit nicht der Schlüssel, sie kamen ja erst, als R0 längst bei 1 war. Das entscheidende Moment für die explosionsartige Ausbreitung einer Infektionskrankheit ist wohl die Phase der ungehemmten Verbreitung in einer ahnungslosen Bevölkerung am Anfang, und die gibt es halt für jede Krankheit nur einmal. Jetzt trifft das Virus auf jeden Fall auf eine wachsame Population in der immer noch Eindämmungsmaßnahmen in Kraft sind, damit ist es auch bei neuen Ausbrüchen deutlich unwahrscheinlicher, dass es eine massenhafte Verbreitung gibt, bevor es jemandem auffällt.

    Aber bitte nicht missverstehen: ich will sicher nicht sagen, dass der Drops gelutscht ist und wir wieder zum Alltagsgeschäft übergehen können.

  • Sie haben jetzt schon viele Covid-19-Patienten behandelt. Was ist an dieser Krankheit für Sie als Lungenarzt besonders bemerkenswert?

    Wir lernen noch sehr viel Neues, auch erfahrenere Ärzte sind immer wieder überrascht. Es gibt erste wissenschaftliche Veröffentlichungen, die das Lungenversagen im Falle einer Covid-19-Erkrankung als ganz neue Kategorie klassifizieren möchten, weil der Ablauf anders und zum Teil viel schwerer ist. Es ist eine spezifische Therapie nötig. Wir können unter den Covid-19-Erkrankten mittlerweile Subtypen klassifizieren. Es gibt den L-Typ, das ist ein Patient, der kaum Luftnot verspürt, aber schlechte Sauerstoffwerte hat. Die Lunge wird gut belüftet, ihre Durchblutung ist aber schon so gestört, dass das Blut nicht mehr so gut mit Sauerstoff angereichert wird. Das ist für eine Lungenentzündung fast schon Covid-spezifisch und war für uns am Anfang völlig überraschend. Im späteren Verlauf kann die Krankheit zum sogenannten H-Typ voranschreiten, dann hat der Patient ein wirklich schweres Krankheitsgefühl, die Zellschäden in der Lunge werden immer schlimmer und Wasser sammelt sich in ihr an. Da kann eine intensivmedizinische Behandlung mit Beatmung notwendig werden. Dieses ganze Wissen haben wir erst in den letzten Wochen gewonnen, im Januar war von so was noch gar keine Rede. Da war das eine virale Lungenentzündung von vielen.


    Quelle: Frankfurter Allgemeine

    [Hervorherbungen durch mich]


    Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis man die Langzeitschäden besser beziffern kann.

    Ich verstehe nicht, wie es sein kann, dass es zu keiner zweiten Welle kommen soll, und ich will es verstehen.

    Natürlich kommt es zu einer zweiten Welle. Wir öffnen die Schulen nach und nach.

    Interessant wird vor allem auch der Herbst, wenn das Immunsystem brach liegt. Meine Prognose ist, dass es da nochmal richtig um sich greift.

    Aber vermutlich wird hier ja jetzt wieder irgendwelche Statistiken hervorkramen und sagen, dass es dafür überhaupt keine Anhaltspunkte gibt.

  • Natürlich kommt es zu einer zweiten Welle. Wir öffnen die Schulen nach und nach.

    Eine Kausalität, die einzig und allein auf deiner persönlichen Einschätzung beruht, weil du es dir nicht anders vorstellen kannst.

    Alle bisher vorliegenden realen Daten sprechen eine andere Sprache.

    Zweite Welle hin oder her (die schließe ich ja gar nicht aus), Schweden oder die Daten aus der Schweiz, auf die Wolkensocke80 schon oft hingewiesen hat, bestätigen, dass Schulen zur Gesamtentwicklung keinen wesentlichen Beitrag leisten.

  • Dankeschön!


    Ich hoffe nur, dass die Bevölkerung wirklich wachsam und auch verständnisvoll bleibt. Ich befürchte nämlich, dass es bald heißen wird, stellt euch nicht so an, es ist alles vorbei und keine Rücksicht mehr auf die Vulnerablen genommen wird, einfach weil es nicht mehr notwendig scheint.

  • Wolkensocke80

    Ich bin ja nach wie vor für einen Thread, indem die hübschesten Vertipper gesammelt werden :rotwerd:


    Meine Prognose ist, dass es da nochmal richtig um sich greift.

    Vielleicht ja, vielleicht auch nein. Was ändert's jetzt?


    Wir haben jetzt u.a. diese Info bekommen: Durch die Schulleitungen und Lehrkräfte ist die Einhaltung der Mindestabstände zu gewährleisten. Wie genau geht das mit behinderten Kindern? Frage ist rhetorisch gemeint, aber durchaus relevant, weil ich etwas Unmögliches leisten soll...

  • Och @samu , das siehst du viel zu verkrampft.

    Du bist dann DA.

    Das wird dann schon automatisch.

    Hat doch die Gebauer gesagt.

    Die muss das doch wissen.

    Da halten sich dann doch automatisch alle Kinder dran, auch die, die das gar nicht verstehen können.

    Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
    Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
    Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
    Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)

  • Das wird dann schon automatisch.

    Hat doch die Gebauer gesagt.

    Ja Moment, bei euch im gebauerschen Wirkungskreis wird das dann automatisch. Aber Bildung ist Ländersache, wird es bei uns auch automatisch irgendwie? :sterne:

  • Also echt...

    Sachsen und Bayern müssen endlich mal mit diesen Extrawürsten aufhören...

    Das werdet ihr ja wohl hinbekommen, oder?

    Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
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    Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
    Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)

  • Natürlich kommt es zu einer zweiten Welle. Wir öffnen die Schulen nach und nach.

    Interessant wird vor allem auch der Herbst, wenn das Immunsystem brach liegt. Meine Prognose ist, dass es da nochmal richtig um sich greift.

    Aber vermutlich wird hier ja jetzt wieder irgendwelche Statistiken hervorkramen und sagen, dass es dafür überhaupt keine Anhaltspunkte gibt.

    Bisher hat hier keiner ausgeschlossen, dass es zu einer zweiten Welle kommen könnte. Da zweite Wellen aber im Allgemeinen extrem selten sind, darf man doch generell hoffnungsvoll gestimmt sein. Du auf der anderen Seite bist du dir ja wieder felsenfest sicher, dass es gar nicht anders kommen kann. Man erkenne den Unterschied. ;)

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