Gehören Lehrer/innen zu den reichsten 10% in Deutschland?

  • Gehören Lehrer/innen zu den Reichen in Deutschland? Ja? Nein? Doch? Wahrscheinlich gehören sie aber zu den ewig Unzufriedenen? (steile These) :pfeifen:


    Laut dieser Studie gehören viele Lehrer (nicht alle wohl) zu den reichsten 10%. Da könnte man bei allen Unzulänglichkeiten doch auch mal wieder etwas zufrieden(er) sein als bisher?


    Zitat

    Mit einem monatlichen Nettoeinkommen ab 5.294 Euro gehören Paare ohne Kinder zu den reichsten zehn Prozent in Deutschland. Bei Singles liegt diese Grenze aktuell bei 3.529 Euro. In den letzten Jahren ist der Wohlstand in der Bundesrepublik stark gestiegen. Im letzten Jahr lag die Grenze noch bei 5.160 Euro für Paare ohne Kinder, erklärte Dr. Maximilian Stockhausen vom IW gegenüber unserer Zeitung.


    https://www.rundschau-online.d…en-topverdienern-36988058


    Meine Lehrerfreunde in Berlin bekommen als Angestellte jetzt bis zu 5629,26 Euro brutto (demnächst + 150,- Euro Hauptstadtzulage); die verbeamteten ähnlich.

    Hier zu finden: https://www.berlin.de/sen/bild…instellungen/lehrkraefte/


    Warum sind so viele Lehrer/innen dennoch immer "einkommensunzufrieden"?

    Aus Solidarität mit dem vom Aussterben bedrohten Schuppentier (als Pangolin gerade in aller Munde) nenne ich mich jetzt so. ;-)

  • PS: Ich füge das mal in diese Rubrik ein, weil es wohl doch besser bei "Frust, Ärger, Kritik" passt (für viele) und zu Gelesenem in den Medien.


    Und noch ein Beleg:


    Zitat

    Geht man nach dem Einkommen, zählt ein Single laut Institut der deutschen Wirtschaft zu den oberen zehn Prozent der Bevölkerung, wenn er im Monat mehr als 3440 Euro netto verdient.


    https://www.welt.de/print/die_…0/Wann-ist-man-reich.html

    Aus Solidarität mit dem vom Aussterben bedrohten Schuppentier (als Pangolin gerade in aller Munde) nenne ich mich jetzt so. ;-)

  • Lehrer verdienen sicher nicht schlecht. Was mich an der Überschrift entsprechender Artikel immer sehr stört, ist der reine Bezug auf einen "relativen Einkommensreichtum", der Vermögensverhältnisse völlig außer Acht lässt. So sind Personen (aus Familien) mit Grundbesitz und Immobilieneigentum auch bei geringerem Einkommen mit Sicherheit deutlich reicher als andersherum. Der Unterschied lässt sich auch über eine Lebensarbeitszeit kaum noch ausgleichen bei den irren Preisen für Vermögensgüter. Insbesondere Lehrerpaare mit Immobilienbesitz dürften aber kaum Anlass zur Beschwerde haben.

  • tja, dann gehöre ich mit meinem aktuellen netto nicht dazu 8)


    Liegt allerdings am niedrigen Einkommen meines Mannes. Uns geht es trotzdem recht gut.

    Würden wir allerdings in München wohnen, dann würde es wohl eng werden.


    Und ich stimme Seph voll zu. Vererbtes Vermögen macht auch noch mal einen riesen Unterschied. (Da hab ich auch nix und auch nur wenig zu erwarten.)

    Sei konsequent, dabei kein Arsch und bleib authentisch. (DpB):aufgepasst:

  • München ist schweinisch teuer - ich habe mir mal die Immobilienpreise angeschaut. Würde mich nicht wundern, wenn sogar Ärzte und Anwälte sich dort nur ein Reihenhaus leisten können. Ich kann schon verstehen, warum die bayerischen Lehrer möglichst lieber in den ländlicheren Landkreisen statt in München eingesetzt werden wollen.

  • München ist schweinisch teuer - ich habe mir mal die Immobilienpreise angeschaut. Würde mich nicht wundern, wenn sogar Ärzte und Anwälte sich dort nur ein Reihenhaus leisten können. Ich kann schon verstehen, warum die bayerischen Lehrer möglichst lieber in den ländlicheren Landkreisen statt in München eingesetzt werden wollen.

    Womit du mal wieder dörflich implizierst, dass ein freistehendes Dorfhaus mit Garten das Nonplusultra wäre ;) Dass die Preise in München jenseits von Gut und Böse sind, damit hast du natürlich Recht.

  • Naja

    1) Die Zufriedenheit wächst leider nicht linear mit dem Gehalt - Das haben auch schon diverse Studien gezeigt. vielmehr scheint es diesbezüglich sogar eine "obergrenze" zu geben.

    2) Muss man das gehalt immer relativ zu dem sehen, was man dafür tun muss bzw. welche Vorraussetzungen es für die Stelle gibt. 4000€ fürs nichts tun zu bekommen, macht ggf. zufriedener als, wenn man dafür eine 60 Stunden Woche hat. Ähnliches gild bei der Eingangsvorrausstung -Musste man sich vorher durch ein hartes Studium "quälen", oder reicht dafür eine gesellenausbildung. Damit auch zusammenhängend. Könnte ich mit der selben Ausbildung auch woanders mehr verdienen?

    3) Glaub ich nichtmal dass sich viele Lehrer über ihr Gehalt beschweren - bzw. deswegen "unglücklich" sind. Ich denke, dass es die Summe der ganzen Umstände sind, die den Lehrberuf ausmachen.

  • Ich muss ehrlich sagen, ich hätte nie gedacht, dass ich mal das verdienen würde in meinem Job, was ich jetzt verdiene. Ich bin sehr zufrieden. Natürlich ist das aber abhängig vom Bundesland, von der Verbeamtung/Anstellung usw. Ich habe das Bundesland gewechselt (allerdings nicht wegen des Lehrergehaltes!) und bin dadurch um einiges besser dran.


    Mich nervt allerdings das Gerede von den überbezahlten Lehrern, die ja 3 Monate frei haben usw. - ihr kennt das ja. Von außen sieht man immer nur die Ferien, die Verbeamtung, die Pension etc. Aber nicht, was man außerhalb des Unterrichts noch alles für Aufgaben hat, was man abends und am Wochenende zu Hause noch alles arbeitet und ja, die meisten auch in den Ferien. Dann kommt das mit dem Gehalt nämlich wieder hin.


    "Reich" würde ich mich dennoch lange nicht bezeichnen. Das bedeutet für mich, dass man eigentlich gar nicht aufs Geld gucken muss und sich im Prinzip alles leisten kann. Gut und sicher leben kann man vom Lehrergehalt in der Regel, was teure Wohnorte anbelangt, wir haben uns für bescheideneren Wohnraum entschieden und kommen meist gut zurecht. Sollte aber einer von uns nicht mehr arbeiten können oder sollte irgendwann eine Trennung kommen, würde es zwar auch grad noch gehen mit dem Lehrergehalt, aber sähe nicht mehr so rosig aus.

  • Es kommt doch immer auf die jeweiligen Verhältnisse an. Die einen sind kinderlose Doppelverdiener, die finden es sehr ausreichend, die anderen haben nur ein Lehrergehalt und 3 Kinder, die finden es eben nicht so gut. Der Eingangspost ist nichtssagend.


    Außerdem kommt es auch noch darauf an, welches Lehrergehalt man bezieht. In meinem Fall A12 ohne Aussicht auf Verbesserung, da sieht es natürlich auch wieder anders aus, als bei den meisten hier.

    Ebbes isch emmer.


    Wenn man nicht immer alles weiss, nervt man sich unter Umständen weniger. (Froeschli, hat nichts mit dem hier anwesenden Frosch zu tun)

  • Warum sind so viele Lehrer/innen dennoch immer "einkommensunzufrieden"?

    Sind sie das? Kann ich bei meinen Kollegen nicht beobachten.

    Sie sind höchstens über die Arbeitsbedingungen unzufrieden und zwar primär, weil sie es unmöglich machen, den real leistbaren Unterricht in Einklang mit dem (Selbst-)Anspruch zu bringen.


    Darüber hinaus hinken diese Einkommensvergleiche auch immer am Vergleichsmaßstab.

    Der sieht je nach Bildungsweg und Fächern sicher unterschiedlich aus.

    Wenn deine Berufsalternativen dich z.B. sicher in den oberen 5% positioniert hätten, dann muss der Lehrerberuf schon deutliche andere Vorteile bieten, um das zu kompensieren. Tut er es nicht (mehr), wächst die Unzufriedenheit.


    Schlußendlich stellt sich die Definitionsfrage bei "reich". Kann man bei einem abhängigen Einkommen reich sein?

    Ich persönlich würde das eher verneinen.

  • Als Lehrkraft hat man allerdings auch so manche Ausgabe zusätzlich, wo in anderen Berufen dem Chef mal ganz schnell der Vogel gezeigt wird.

    Zum Beispiel:

    Dienstreisen werden aus eigener Tasche bezahlt (in anderen Behörden (um vergleichbar zu bleiben) gibt es Dienstwagen, die auch in "niedrigeren Gehaltsstufen" für Dienstfahrten genutzt werden können). Pauschalen für Reisekosten, Übernachtungskosten sind für Lehrkräfte z.B. prozentual reduziert gedeckelt, andere Beamte etc. erhalten 100% (der maximalen Pauschale).

    Arbeitsmaterial wird durch Lehrkräfte privat angeschafft (z.B. Rotstifte ;-) , farbige Kreide, ..., in Behörden gibt es einen Verantwortlichen für die Ausstattung, wo sich Sekretärinnen ihre Kugelschreiber, Druckerpapier, ... abholen können (die, so habe ich mir sagen lassen, auch mal mit nach Hause wandern...)) [Für den Unterricht hatte ich mal farbiges Papier gekauft, eine Schülerin erwischte ich dabei, wie sie "die Reste" ganz selbstverständlich einpackte mit der Begründung, das hätte die Schule gekauft, ihr würde es gefallen und zustehen. Hat mir gar nicht gefallen. Das Papier blieb bei mir und wurde in anderen Klassen ebenfalls eingesetzt.]


    (Mir ist bewusst, dass Köche ihre eigenen Messer, Friseurinnen ihre eigenen Scheren anschaffen und die auch nicht billig sind. Würde ich evtl. vergleichen mit meiner privaten Anschaffung von Lautsprechern etc. , die ich ausschließlich für den Unterricht verwende. Ich weiß zudem, wie hoch meine "Werbungskosten" für Verbrauchsmaterialien (inkl. mal wieder wechselnde Lehrwerke (G9 -> G8 -> G9)) jährlich wieder sind. Deshalb ist "netto" mMn relativ.)

  • Arbeitsmaterial wird durch Lehrkräfte privat angeschafft (z.B. Rotstifte ;-) , farbige Kreide, ...,

    Du hast Laptop/PC und Arbeitszimmer vergessen.

    Ebbes isch emmer.


    Wenn man nicht immer alles weiss, nervt man sich unter Umständen weniger. (Froeschli, hat nichts mit dem hier anwesenden Frosch zu tun)

  • Ich weiß zudem, wie hoch meine "Werbungskosten" für Verbrauchsmaterialien (inkl. mal wieder wechselnde Lehrwerke (G9 -> G8 -> G9)) jährlich wieder sind.

    OT: Eingeführte Schulbücher bekommst du doch kostenlos vom Verlag?! Und farbige Kreide bzw. mittlerweile farbige Whiteboardstifte brauchte ich mir noch nie zu kaufen, die gibt's in der Schule. Ehrlich gesagt, halten sich bei mir die Kosten für Verbrauchsmaterial sehr in Grenzen (außer Rotstiften, Kulis, Eckspanner-Mappen und Prospekthüllen, die ich aber max. einmal im Jahr kaufe, fällt mir gerade gar nichts ein, das ich benötige und nicht von der Schule gestellt bekomme). Laptop und Arbeitszimmer hätte ich auch, wenn ich nicht Lehrerin wäre; die nutze ich genauso oft privat wie beruflich. Nur könnte ich meine Regale im Arbeitszimmer mit anderen als mit "Schuldingen" vollstellen ;-) .

  • Eingeführte Schulbücher bekommst du doch kostenlos vom Verlag?!

    Das dürfen die Verlage seit ein paar Jahren eigentlich nicht mehr... (man kann Bücher auch in der Schule ausleihen, darf sich dann aber keine Notizen zur Unterrichtsplanung hineinschreiben).

    Und selbst wenn es die Schulbücher "irgendwo" kostenlos geben sollte: Da bleiben dann ja noch Arbeitshefte, ggf. Lehrermaterialien wie Fördermaterialien, Klassenarbeitsvorschläge, Handbücher,... und Materialien über das Lehrwerk hinaus (z.B. Lektüren (jedes Jahr neue für's Abitur) und Handreichungen für selbige - man möchte das Rad ja nicht immer neu erfinden).


    Mappen und Prospekthüllen

    ... und all die anderen Dinge, die du für die Verwaltung kaufst, gehen trotzdem noch von deinem Nettogehalt ab. Das mag bei dir nicht viel sein, relativiert aber wieder das Ausgangszitat. (Und wieder der Vergleich mit anderen Behörden: In welchem Büro irgendeiner Verwaltung kauft ein Sachbearbeiter die Mappen und Prospekthüllen privat, um Akten ablegen zu können?)

  • OT: Eingeführte Schulbücher bekommst du doch kostenlos vom Verlag?!

    Nein, das ist eine Mär. Wir bestellen nicht mal bis zum Teiler, sondern pro gelistete Kind. Und außer 20% Prüfnachlass is nich wegen Buchpreisbindung.


    (außer Rotstiften, Kulis, Eckspanner-Mappen und Prospekthüllen, die ich aber max. einmal im Jahr kaufe, fällt mir gerade gar nichts ein, das ich benötige und nicht von der Schule gestellt bekomme). Laptop und Arbeitszimmer hätte ich auch, wenn ich nicht Lehrerin wäre; die nutze ich genauso oft privat wie beruflich. Nur könnte ich meine Regale im Arbeitszimmer mit anderen als mit "Schuldingen" vollstellen ;-) .

    Achso, Wohnraum kostet wohl nichts? Druckerpatronen, Laminierfolien, ich habe auch alles doppelt wie Tacker, Locher... und Laptop, Auto usw. nutzen sich schon anders ab wenn ich es doppelt so oft nutze.


    Aber der TE ist nicht verbeamtet und möchte darauf hinaus, dass eigentlich er unzufrieden ist, weil er bei selber Arbeit weniger verdient, aber beim Vergleich mit einem Floristen natürlich dankbar sein sollte. Und deswegen sollen alle anderen bitte auch dankbar sein.


    In Sachsen waren übrigens viele zufrieden mit der Bezahlung als Angestellte und sind es nicht mehr, seit plötzlich alle jungen Kollegen verbeamtet wurden. Dass jemand, der gerade neu anfängt mehr bekommt (und Oberstudienrat aufs Dokument gedruckt bekommt), derjenige, der sich seit 30 Jahren den Allerwertesten aufreißt jedoch nichts- das ist frustrierend. Dabei ändert sich nichts außer der "Ungerechtigkeit" und eben der eigenen Einstellung.

  • Wir bekommen zum Glück alle Arbeitsmaterialien gestellt, lediglich Office365 bezahle ich aus eigener Tasche.

    Ansonsten möchte ich mich eigentlich nicht beschweren. Ja man kann woanders mehr verdienen aber auch bedeutend weniger.

    In Verbindung mit der Jobsicherheit und der Altersvorsorge kein so schlechter Deal mMn.

  • OT: Eingeführte Schulbücher bekommst du doch kostenlos vom Verlag?! Und farbige Kreide bzw. mittlerweile farbige Whiteboardstifte brauchte ich mir noch nie zu kaufen, die gibt's in der Schule. Ehrlich gesagt, halten sich bei mir die Kosten für Verbrauchsmaterial sehr in Grenzen (außer Rotstiften, Kulis, Eckspanner-Mappen und Prospekthüllen, die ich aber max. einmal im Jahr kaufe, fällt mir gerade gar nichts ein, das ich benötige und nicht von der Schule gestellt bekomme). Laptop und Arbeitszimmer hätte ich auch, wenn ich nicht Lehrerin wäre; die nutze ich genauso oft privat wie beruflich. Nur könnte ich meine Regale im Arbeitszimmer mit anderen als mit "Schuldingen" vollstellen ;-) .

    Schulbücher bekommt man oft kostenlos bei Einführung, aber nicht die Lösungsbücher etc. Für meine Fächer sehr hilfreich (und es gibt viel).


    Ich habe mir vor Jahren überlegt, dass ich entweder Stunden reduzieren muss oder mir zur Arbeitserleichterung und Zeitersparnis diese Lehrermaterialien leiste. Ich sehe es wie Djino.


    Ich kenne auch keinen Kollegen, der unzufriedenen mit dem Gehalt ist. Ich finde es aber lustig, wenn unsere Gehälter auch mit Ungelernten (Eingangsbeitrag 10 % der Bevölkerung) verglichen werden. Meine ehemaligen Kommilitonen mit demselben Studium verdienen mehr und arbeiten teilweise auch nicht mehr Stunden im Vergleich zu mir.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

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