Meine Wohnsituation damals (ausgelagert)

  • Ich hatte in dem Alter ausschliesslich Kontakt zu anderen Studenten und Schüler wären bei uns niemals auf irgendwelchen Partys gewesen. Ich halte das schon für eine ziemlich isolierte Gruppe. Zumal man in Deutschland üblicherweise daheim auszieht wenn man studieren geht, was in der Schweiz z. B. viel seltener der Fall ist.

    Ich bin in den ersten Semestern täglich gependelt. Ich hatte zwar keine Freunde mehr, die in die Schule gingen, aber jüngere Geschwister. Ich habe in Frankfurt studiert, viele meiner Mitstudenten sind ebenso gependelt

  • Ich bin in den ersten Semestern täglich gependelt. Ich hatte zwar keine Freunde mehr, die in die Schule gingen, aber jüngere Geschwister. Ich habe in Frankfurt studiert, viele meiner Mitstudenten sind ebenso gependelt

    War hier genauso, auch wenn es nicht Frankfurt, sondern Berlin/Potsdam war und durch meine Geschwister hatte ich natürlich Kontakt zu Schulen usw. und auch im Sportverein hatte man Kontakt zu Schülern, da war nichts isoliert. Ausgezogen bin ich erst 6 Jahre später. direkt zu meinem Mann in die Wohnung, das Zimmer bei meinen Eltern habe ich immer noch (auch wenn da inzwischen die Sachen meines Onkels mit drin stehen, aber Kleidung, mein Bett usw. ist noch bei meinen Eltern) und war auch bis 2007 dort noch gemeldet (also noch mal 3 Jahre länger) ;) Mein Gewerbe ist auch immer noch bei meinen Eltern gemeldet, also wo sollte man in Deutschland dann isoliert bzw. wirklich weg von dort sein. Es sei denn ich war bzw. bin die Ausnahme (achso, kann ja nicht sein, bei meinen Geschwistern ist es ja auch so ;) )

  • Ich bin ja erstaunt, wie sehr du aus der Schweiz beurteilen kannst, was in Niedersachsen los ist

    Häschen... Ich bin Deutsche und habe an einer deutschen Uni studiert, promoviert und gearbeitet, insgesamt 12 Jahre lang. Ich habe wahrscheinlich ein paar mehr Studenten kommen und gehen sehen als manch anderer hier. Nach Oldenburg hatte ich sogar viele Jahre ausgesprochen guten Kontakt. Halt nur nicht zu Lehrämtlern.

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    Chemie ist das was knallt und stinkt, Physik ist das was nie gelingt.

    Einmal editiert, zuletzt von Wollsocken80 ()

  • Bei mir war es vor allem ein "Geld--Phänomen" Das Semesterticket vom RMV ist gut und das Pendeln hat nichts zusätzlich gekostet. Eine Wohnung hätte ich mir in Frankfurt nicht leisten können zu Beginn.

  • Ich bin die ersten Studienjahre auch gependelt. Gefeiert wurde in den ersten Semestern sowohl am Uniort als auch am Wohnort im alten Schulfreundeskreis... und oft hat sich beides auch gemischt, man ist mit zur Studiparty irgendeines Freundes an einer anderen Uni gegangen und umgekehrt.. also doch, da gab es definitiv sehr viel Durchmischung.

  • Muss ein Lehramt-Phänomen sein. Ich mag mich an eine einzige Person in meinem Jahrgang erinnern, die aus Heidelberg kam ;)

    Ich glaube, wenn man aus einer Unistadt kommt, gibt es das gar nicht so selten. Für mich wäre das auch gar nichts gewesen, ich wollte mit 19 raus in die Welt, aber ich kenne viele, die nicht nur aus ihrer Heimatstadt nicht rausgekommen sind im Studium, sondern auch sehr lange noch zuhause gewohnt haben. Und das hat mit Lehramt gar nichts zu tun. Oft sind es finanzielle Aspekte, manchmal auch Angst vor dem auf-den-eigenen-Beinen-Stehen, manchmal auch einfach nur Bequemlichkeit.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Ich glaube, wenn man aus einer Unistadt kommt, gibt es das gar nicht so selten. Für mich wäre das auch gar nichts gewesen, ich wollte mit 19 raus in die Welt, aber ich kenne viele, die nicht nur aus ihrer Heimatstadt nicht rausgekommen sind im Studium, sondern auch sehr lange noch zuhause gewohnt haben. Und das hat mit Lehramt gar nichts zu tun. Oft sind es finanzielle Aspekte, manchmal auch Angst vor dem auf-den-eigenen-Beinen-Stehen, manchmal auch einfach nur Bequemlichkeit.

    Meine Eltern wohnten 2 km von der Uni Konstanz weg und da bei uns das Geld sehr knapp war, habe ich auch zu Hause gewohnt und bin mit dem Fahrrad zur Uni. Ich habe drei jüngere Geschwister, hatte meine alten Freundeskreise, in denen mehrere Jahrgänge (auch Schüler) waren. Ich selbst hatte als Schüler schon vielfachen engen Kontakt zu Studenten (meine männlichen Freunde waren meist älter). Studentenwohnungen waren in Konstanz extrem knapp (es gibt dank Bodensee und Schweiz kein Hinterland).


    Ich wäre gerne ausgezogen, ging aber finanziell nicht, ich hätte neben Bafög viel arbeiten müssen und das hätte im Studium Zeitverlust bedeutet (ich habe es im 1. Jahr versucht, arbeitete stundenweise in der Schweiz bei Migros, es war zu hart). Daher habe ich das Studium schnellstmöglich durchgezogen, um endlich unabhängig zu sein. Auch die meisten meiner Kommilitonen wohnten zu Hause (lag vielleicht auch an den Studienfächern, in Mathe waren es damals bei mir nahezu 100 %, in Chemie etwas weniger. Es lag vielleicht auch an meiner Uni, damals wollte kaum jemand nach Konstanz, Exzellenzuniversität wurde sie erst später. ) Wer von meinen Mitschülern Geld hatte, zog nach Freiburg, Tübingen oder Heidelberg.

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  • Muss ein Lehramt-Phänomen sein. Ich mag mich an eine einzige Person in meinem Jahrgang erinnern, die aus Heidelberg kam ;)

    Nein. Lehramt wurde damals in meinen Fächern kaum studiert. In Chemie waren es 3 Lehrämtler und 147 Diplomer. In Mathe 5 von ca. 40. Und wie ich gerade schrieb, die absolute Mehrheit wohnte zu Hause und pendelte bis zu 50 km (bei mir waren es nur 2).


    Deshalb habe ich im Prinzip in zwei Fächern auf Diplom studiert. Es fiel in Mathe das Nebenfach weg, in Chemie Mathe für Chemiker. Deshalb hätte ich in beiden Fächern jederzeit auf Diplom umsteigen können, deshalb erhielt ich in Chemie das Angebot zu promovieren, obwohl ich von Anfang ab Lehrämtler war.

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  • Pendeln kann man nur, wenn die nächste Uni in halbwegs erreichbarer Nähe ist ein Auto verfügbar ist und der Sprit bezahlbar ist und alles insgesamt günstiger ist, als ein kleines Zimmerchen im Wohnheim.


    Als ich anfing, gab es eine Erstsemesterwoche mit hoher Beteiligung und vielen Leuten, die zugezogen waren.

    1 Jahr später waren es überwiegend Leute aus der Region, die kein Interesse daran hatten, am Studienort jemanden kennenzulernen, weil sie abends zu den Freunden nach Hause fuhren ... und das in der Erstsemesterwoche schon kaum erwarten konnten.


    Vorstellen kann ich mir, dass es sich an manchen Studienorten wandelt, wenn immer mehr der Lehre digital verläuft, wie jetzt gerade.

  • Pendeln kann man nur, wenn die nächste Uni in halbwegs erreichbarer Nähe ist ein Auto verfügbar ist und der Sprit bezahlbar ist und alles insgesamt günstiger ist, als ein kleines Zimmerchen im Wohnheim

    Wieso Auto, bei uns ist niemand mit dem Auto gependelt ;) Mein erstes Auto habe ich zeitgleich mit meinem ersten Kind bekommen, 9 Jahre nach Studienbeginn ;)

  • Du kannst die 100 km über Land auch mit dem Rad zurücklegen, klar.

    Oder wolltest du den Bus nehmen, der morgens 2x für SuS fährt, abends aber nicht mehr?


    Mein 1.Auto musste zum Ref her, weil man dies ohne Auto nicht absolvieren konnte.

  • Du kannst die 100 km über Land auch mit dem Rad zurücklegen, klar.

    Wieso 100km, so weit muss es ja nicht sein, Dein Satz mit erreichbare Nähe und Auto stimmt eben nicht ;))


    Ich habe die RE genommen, die einmal die Stunde fuhr und ja, da sind wir aus Veranstaltungen dann auch früher gegangen oder später gekommen, weil man sonst eine Stunde hätte warten müssen. Vorteil, die meisten Aufgaben waren erledigt wenn man nach 1,5h Weg zuhause ankam.

  • Ich kenne niemanden, der 30 min zu Bahn radelt, 2h pendelt und den Weg abends retour nimmt.

    Pendler wohnen näher, Bus und Bahn sind schlecht ausgebaut und eher bekommen die Leute auf dem Land ein Auto, damit sie auch sonst mobil sind und kein anderes Familienmitglied weiterhin den Fahrdienst hat, oder sie ziehen in die Unistadt, um näher dran zu sein oder um das Dorf zu verlassen und Stadtluft zu schnuppern.


    Auch in Deutschland gibt es weiterhin dünn besiedelte Gebiete, schlechten Nahverkehr und Unis, die überwiegend in größeren Städten stehen.

  • Und wenn ich eine 600€ 1-Zimmer-Bude hätte finanzieren müssen (musste ich nicht, ich habe in einer extrem billigen Stadt studiert), ich hätte nicht bei meinen Eltern wohnen können, und dabei studieren. Die ganze Idee ist für mich vollkommen absurd und ich weiß echt nicht, was für ein Leben das sein soll. Ich hatte bei meinen Eltern weder Ruhe, noch hätte ich in irgendeiner Weise Freude am Studentenleben haben können. Ich hätte mir auch in der gleichen Stadt eine eigene Wohnung genommen und dafür gerne gearbeitet.

  • state_of_Trance Ging mir genauso, bin direkt nach der letzten Abiprüfungen ausgezogen, obwohl ich in der gleichen Stadt studiert habe. (Im Kohlenpott hängen die eh alle aneinander.)

    Aber es ist eben super verschieden, wie man sich mit Eltern und oder Geschwistern zu Hause fühlt. Meine Töchter sind zwar auch sofort raus, hätten aber auch gut noch eine Zeit bleiben können. Das hätte deren Studentenleben kaum einen Abbruch getan.


    Es kommt so sehr auf die individuellen Situationen an, dass ich irgendwelche Urteile dazu, was nun angesagt oder richtig oder vernünftig oder sonstwie sei, für vollkommen fehl am Platz halte.

    Die Weisheit des Alters kann uns nicht ersetzen, was wir an Jugendtorheiten versäumt haben. (Bertrand Russell)

  • Das hat wohl viele individuelle Faktoren, wann jemand wohin zieht. Ich wollte z.B. einfach nur noch raus und habe in kauf genommen, das mein Studium eben länger dauert wenn ich meinen kompletten Lebensunterhalt nebenher selbst finanzieren muss. Alternativ hätte ich meine Eltern verklagen können. Auf den Schritt habe ich aber bewusst verzichtet. Ich würde es jeder Zeit wieder so machen. Ich hab von Anfang an gelernt auch mit wenig auszukommen und auch mit Stress auszukommen, alles unter einen Hut bringen zu müssen. Und ein Studentenleben hatte ich auch. Mehr als wenn ich nicht ausgezogen wäre.


    Muss einfach jeder für sich entscheiden was man will.


    Da ist wohl im Hinblick auf Corona, eher das Problem, dass viele Studentenjobs weggefallen sind. Und nicht jeder mag eben so etwas wie einen Studienkredit aufnehmen um über die Runden zu kommen.

  • Je nach Region ist es auch finanziell trotz Bafög und Co nicht machbar, sich eine eigene Bude zu leisten.

    Ich habe in München studiert. Im Studentenwohnheim gab es Zimmer nur für Leute, die definitiv nicht pendeln konnten (150 km und mehr) und selbst dann nur mit viel Glück.

    Zimmer in WGs oder gar eigene Appartements waren unerschwinglich und das dürfte inzwischen noch viel schlimmer sein.

    Viele meiner Kommilitonen sind täglich aus Nürnberg, Augsburg, Ingolstadt, Regensburg oder Passau gependelt, da es meinen Studiengang in BY nur in München und Würzburg gab.

    Da ist die Frage also nicht, ob man ausziehen will, sondern ob man es kann.


    Ich bin übrigens ausgezogen, obwohl ich hätte pendeln können. Ich habe aber nachts fast Vollzeit in der Pflege gearbeitet und tagsüber studiert und das hat mich schon an meine persönlichen und gesundheitlichen Grenzen gebracht und würde ich so auch nicht unbedingt weiterempfehlen.

    Ich bin letztlich nach 2 Jahren zu meinem späteren Ehepartner gezogen, der bereits in Lohn und Brot stand und dann hat ein Nebenjob gereicht.

  • In unserem Kreis ziehen gerade viele studentInnen wieder bei ihren Eltern ein. Mieten sind unbezahlbar und wegen Corona - Online - Studium muss man eh nicht vor Ort sein. Da viele ihre Jobs verloren haben und ihnen in den kleinen Studentenzimmern die Decke auf den Kopf fällt, kommen viele wieder.

    Allerdings ist hier Wohnraum in den Unistädten so knapp, das viele sowieso pendeln müssen- ob von den Eltern aus oder einer WG

  • Conni

    Hat den Titel des Themas von „Meine Wohnsituation damals“ zu „Meine Wohnsituation damals (ausgelagert)“ geändert.
  • Ich weiß zwar nicht, um was es eigentlich geht, aber ich habe an einer kleinen Uni im Landesinneren studiert, hatte ein Auto (hatte vor dem Studium Ausbildung und gearbeitet), und mein Wohnheimzimmer hat, soweit ich mich erinnere, 230 DM warm gekostet (kurz vor der Jahrtausendwende). Einheimische gab es an unserer Uni ganz selten, habe in 5 oder 6 Jahren tatsächlich nur eine einzige Kommilitonin kennengelernt, die direkt aus der Stadt kam. Alle anderen (die meisten) waren aus der Region zugezogen und pendelten am Wochenende, ein paar wenige wie ich kamen von weiter weg.


    Schüler gab es bei unseren Parties absolut nie, egal, ob im Wohnheim, in der Uni oder im privaten (städtischen) Wohnbereich, sonstige Uni-fremde Leute nur in Einzelfällen. Mit Lehrämtlern hatten wir nur marginal zu tun, mit den sog. "Primimäusen" (sorry!) so gut wie gar nichts ;-)

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