Mit 20 Lehramt studieren / nach 2 Sem. Jura

  • Hallo zusammen!

    Ich fange dieses Jahr an, Jura zu studieren (ich bin 19).

    Ich konnte mich nie zwischen Jura und Lehramt entscheiden, und habe letztes Jahr ein FSJ an einer Grundschule gemacht. Das hat mir auch sehr gefallen.


    Dennoch hat es mich gereizt, nach dem Abi, FSJ an Grundschule auch mal was komplett anderes als Schule zu machen und habe mich nun für Jura eingeschrieben.


    Auch wenn ich noch keine Vorlesungen hatte, lässt mich nicht der Gedanke los, dass ich hätte Lehramt nehmen sollen. Ich bereue es sogar! Ein Wechsel ist erst zum nächsten WiSe möglich.


    Also studiere ich jetzt 2 Semester Jura und würde, falls es mir gar nicht gefällt, zu meinem Plan Lehramt wechseln. Dann wäre ich 20 und würde anfangen mit Lehramt. Mit 25 wäre ich mit dem Studium fertig und mit 27 dann fertiger Lehrer.


    Ich bin männlich und würde mich für das Grundschullehramt sehr interessieren. Vor allem, weil männliche GS-Lehrer ja auch sehr rar gesät sind und ich dadurch sicherlich eine Stelle bekommen werde.


    Wie beurteilt ihr die Situation?...

  • Warte erst mal ab, wie es wird.


    Es muss doch irgendwelche Gründe für Jura als Studienwahl gegeben haben. Evtl. werden sie dir eben bestätigt oder nicht.



    Dass man als Mann unbedingt eingestellt wird, da wäre ich mir auch nicht so sicher. Normalerweise geht es nach den Noten und das ist auch gut so. Es wäre schon mal gut, wenn du nicht Sachunterricht als Fach wählen würdest. Denn das macht gefühlt mehr als jede zweite Person, die GS-Lehrmat studiert, soweit ich das in der Uni mitbekommen habe in Seminaren mit GS-Lehrämtlern. Trotzdem sind die Einstellungschancen in naher Zukunft sicherlich nicht schlecht, im Moment sogar extrem gut. Mit nem anderen Fach als Sachunterricht werden sie das bestimmt auch bleiben.


    Interessant wäre dabei dein Bundesland. Denn nicht in allen Bundesländern studiert man Mathe und Deutsch verpflichtend, soweit ich weiß.


    Aber wie gesagt, warte erst mal ab.


    Ich finde es aber lustig, dass du zwischen Jura und GS-Lehramt schankst. Ich sehe da nicht viele Gemeinsamkeiten. :D

  • Auch meine Gedanken gingen in die Richtung von MrJules.

    Allerdings halte ich es grundsätzlich schonmal für ein einen Vorteil, zwei Semester Jura studiert zu haben, bevor man Lehrer wird. Das sollte doch die Sinne dafür schärfen, dass man auch immer als Amtsperson handelt und gesetzliche Grundlagen beachten muss.

    Meines Erachtens hast du zumindest bislang noch nix falsch gemacht.

  • Das hängt von deinen Gründen für das eine oder gegen das andere ab. Versuche dir dein restliches Berufsleben vorzustellen: ist es zwischen 6-10-Jährigen? Oder ist es in einer Firma und/oder am Gericht?

  • Wenn du schon jetzt 99% weißt, dass Jura das falsche für dich ist UND du auf Bafög angewiesen bist: exmatrikuliere dich jetzt (zählt nicht als Exmatrikulation und somit hast du noch nie studiert.
    Wenn du wirklich nicht weißt, was du willst, und / oder du hast reiche Eltern: probier es mal aus. Selbst wenn du auf Bafög angewiesen bist, kannst du dich irren und es wird kein Weltuntergang sein. Nur: wenn du eh nicht vor hättest, in die Vorlesungen zu gehen, dann lass es lieber.

  • Wenn du schon jetzt 99% weißt, dass Jura das falsche für dich ist UND du auf Bafög angewiesen bist: exmatrikuliere dich jetzt (zählt nicht als Exmatrikulation und somit hast du noch nie studiert.


    Das heißt dann "Immatrikulation zurückziehen" oder so.


    Eine Exmatrikulation erfolgt immer zu einem bestimmten Datum - entweder gewählt oder zum Ende des Semesters.


    Da besteht durchaus ein Unterschied. Und zur Erhaltung des BAföG-Anspruchs wäre das Erstere anzuwenden, um auf Nummer sicher zu gehen.

  • Das ist eben keine Spitzfindigkeit, sondern juristische Exaktheit. Lernt man im Jurastudium, das ich just aus diesem Grund jedem empfehlen kann! :aufgepasst:

    The penis

    Mightier than the sword.

    - frei nach Edward Bulwer-Lytton

  • vielen Dank für die Spitzfindigkeit,

    Heute mit dem falschen Fuß aufgestanden?


    Ich versuche nur, dem OP so gut wie möglich zu helfen.



    exmatrikuliere dich jetzt (zählt nicht als Exmatrikulation und somit hast du noch nie studiert.

    Doch, es zählt eben als Exmatrikulation, wenn man einfach nur den Antrag auf Exmatrikulation stellt. Denn exmatrikuliert werden kann man nur, wenn man immatrikuliert war.


    Wenn man da jemanden in der Verwaltung sitzen hat, der nicht mitdenkt (es auch u.U. keine Richtlinie gibt, die eine Exmatrikulation bis zu einem bestimmten Zeitpunkt mit dem Zurückziehen der Immatrikulation gleichsetzt), dann wird man erst zum Ende des Semesters exmatrikuliert.


    Wie gesagt, ich versuche nur zu helfen. Und es kann eben einen Unterschied machen.

  • Gut, verstanden. ich bin halt nicht davon ausgegangen, dass jemand in der Verwaltung sitzt, der unfähig ist. Aber stimmt, wenn ich drüber nachdenke, kämpfe ich durchaus auch da an Fronten.

  • Ich bin männlich und würde mich für das Grundschullehramt sehr interessieren. Vor allem, weil männliche GS-Lehrer ja auch sehr rar gesät sind und ich dadurch sicherlich eine Stelle bekommen werde.

    Die Einstellungschancen für das Lehramt GS dürften auch in einigen Jahren noch sehr gut sein - völlig unabhängig vom Geschlecht.

  • Also studiere ich jetzt 2 Semester Jura und würde, falls es mir gar nicht gefällt, zu meinem Plan Lehramt wechseln. Dann wäre ich 20 und würde anfangen mit Lehramt. Mit 25 wäre ich mit dem Studium fertig und mit 27 dann fertiger Lehrer.

    Ist deine Sorge das Alter?
    Gerade da kannst du sehr entspannt sein. Ich würde auch nicht so viel planen, sondern anfangen und schauen, wie es kommt. Und wenn du erst mit 32 Lehrer bist, passt das auch noch, wenn es dann dein Wunschberuf ist.

  • Ich verstehe erlich gesagt nicht was dein Problem ist? Das du vorher (sinnlos) 2 Semester was anderes studiert hast? Das du dann "schon" 20 bist?

    Zu ersterem: Juckt später keine Sau mehr und wenn du jetzt schon weißt, dass du wechseln willst, höre dieses Semester schon die grundlagen Vorlesungen für deine Wunschschulform. Nennt sich Außercurriculare leistungen. Hat den Vorteil, dass wenn du dich eingeschrieben hast, dir diese Leistungen angerechnet werden können - somit ist es keine "verschwendete" Zeit. Wobei verschwendet ist es sicher nicht. Wissen aus anderen Teilgebieten - insbesondere Recht hilft dir sicher im Lehrerberuf.


    Zum Thema 20: Jaund? Ich bin mit Ende 20 angefangen zu studieren und ich kenn auch Menschen, die noch später angefangen haben. Alles nicht so schlimm.

  • Zitat

    ich bin halt nicht davon ausgegangen, dass jemand in der Verwaltung sitzt, der unfähig ist.

    Uhhh, da hab ich aber gaaanz andere Erfahrungen ... ;-)

    und zum Alter:

    Ob jemand mit 25 oder mit 32 anfängt, macht in der Endabrechnung allerdings schon was aus.

    Aber hetzen lassen würd ich mich von dem Gedanken jetzt auch nicht.

  • Ob jemand mit 25 oder mit 32 anfängt, macht in der Endabrechnung allerdings schon was aus.

    WO macht es denn in der Endabrechnung einen unterschied? Ob ich nun mit 25 Berufsanfänger bin und entsprechend eingruppiert werde oder mit 35... Beide bekommen das gleiche... Ja, ggf in den Pensionsleistungen macht es einen Unterschied, wenn ich nicht auf die entsprechenden Jahre Dienst komme... oder sonst seh ich kein Problem (solange man - sofern man eine Verbeamtung anstrebt - nicht zualt dafür ist)

  • Und wenn du jetzt schon weißt, dass Jura nichts ist, kannst du je nach Uni auch einfach schon jetzt Vorlesungen fürs GS Lehramt hören und sie dir dann anerkennen lassen oder einfach in einem Jahr dann ohne sie zu hören schreiben. Wie gesagt, je nach Uni. Bei uns war das damals möglich.

    Aber in dem Alter würde ich mir da jetzt keine Sorgen machen und das andere wurde schon gesagt.

    Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.

  • mit dem leichten Risiko, als MiesePeterTante rüberzukommen und deswegen den Disclaimer vorab:

    Das Studium und die Studienzeit sind das beste im Leben: WIssen aus sovielen Bereichen halb aufbereitet serviert bekommen: purer Luxus. Nimm also alles mit, was du kannst.
    Das Alter ist 1) irrelevant, 2) im Lehramt sowieso.
    Mit 20 ist sowieso davon nichts zu merken.


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    Bafög scheint hier im Forum selten eine Rolle zu spielen, aber oder genau deswegen noch hier der Hinweis: WENN Bafög für dich eine Rolle spielt, lass dich von jemandem mit Ahnung gut beraten. "Außercurriculares Studium" kann sehr hilfreich sein, wenn du ganz normal (oder fast) Jura studierst und daneben Lehramt zuhörst, kann aber sehr nach hinten losgehen, wenn du dafür viel Lehramt machst und kaum Jura. Damit hättest du deine Bafög-Förderung missbraucht und müsstest das Geld zurückzahlen. Da du danach einen Fachwechsel hast, hast du eh nur 4 Semester Förderung (und 2 Semester Zuschuss). Geht also schief.

    Fazit: Alter, Lebenslauf, Fachwechsel und so spielen WIRKLICH keine Rolle fürs Lehramt.
    Fürs Bafögamt allerdings muss man aufpassen.

  • ich bin halt nicht davon ausgegangen, dass jemand in der Verwaltung sitzt, der unfähig ist

    Meine Frau ist seit gestern Beamtin. Das Allerschönste daran? Nein, nicht das höhere Gehalt. Auch nicht die Unkündbarkeit. Oder die PKV. Oder die Aussicht auf (im Vergleich zur Rente) üppige Pension.

    Nein: Das Schönste daran ist, dass Herr S. vom LmaA LfF Würzburg jetzt nicht mehr für sie zuständig ist. 17 Jahre (SIEBZEHN) hat diese Pfeife uns jetzt genervt - erst mich, dann (gleicher Nachname...) meine Frau. Verschimmle er in Frieden in seiner Amtsstube...

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  • Also zum Alter: Ich hab mit 25 erst mein Studium begonnen und bin mit 30 ins Ref gestartet. Es waren halt alle jünger als ich, ja mei. Aufgefallen bin ich da nie. Man sagt, ich sähe deutlich jünger aus als ich es bin (als ich im Ref mit 31 mal mit Kollegen essen war und draußen vorm Lokal eine geraucht habe, kamen Gäste aus dem Lokal und erklärten mir, dass man in meinem Alter noch nicht rauchen dürfe, ich müsse (edit: um rauchen zu dürfen) mindestens 18 sein ;))

    Also für dich: Das Alter ist egal. So vom Grundgedanken her.

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