Forum für angehende Lehrer .... Gendermäßig richtiger für angehende Lehkräfte

  • Auch für das ungeborene Kind gilt die Menschenwürde

    Die Menschenwürde gilt für Menschen. Klingt trivial. Die strittige Frage dürfte sein, ab wann das werdende Wesen denn als Mensch gilt.

    Unabhängig davon, ob

    [...]

    - es bei einer Vergewaltigung entstanden ist,

    [...]


    Ja, schön, dass du diese Rechtfertigung für eine Vergewaltigung so offen benennst. Die Würde des Opfers kann hingegen vernachlässigt werden.


    Und ansonsten. Wenn man der betroffenen Frau überlässt zu entscheiden, ob eine anderer Mehrzeller in ihrem Körper parasitär heranwachsen darf, sind derartige Begleitumstände tatsächlich nachrangig.

    "Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert."
    Matthäus 10.34

  • nur eine Einzelfallgeschichte am Rande:

    Es muss Anfang der 80er gewesen sein, dass im KR der Stufe 11 in meinem Unterricht die Problematik um den Schwangerschaftsabbruch Thema war. "Mein Bauch gehört mir" war seit 10 Jahren die gängige Position, nicht nur bei Schülerinnen, sondern auch bei ihren Kameraden.


    Da meldet sich aus der letzten Reihe, von hinten links, eine Schülerin, die ganz bestimmt darauf verwies, dass sie nach dem Willen ihrer familiären Umgebung abgetrieben werden sollte. Nur ihre Mutter, die damals 12 Jahre jung gewesen sei, sei standhaft geblieben, damals auch von ihrer Familie weggegangen, ob in ein Heim oder wohin sonst kann ich heute nicht mehr sagen. Heute sei ihre Mutter ihre beste Freundin.

    "Man hätte eine Stecknadel fallen hören können."

    Im Übrigen ist der Schwangerschaftsabbruch auch in Deutschland bis heute hin verboten, wird nur unter gewissen Voraussetzungen nicht mehr bestraft.


    https://www.buzer.de/s1.htm?g=StGB&a=218-219b

  • Funky303 :


    "der Scheiß" ist durchaus grammatikalisch richtig: https://www.duden.de/rechtschreibung/Scheisz


    Das Wort "Patriarcha" findet sich allerdings dort nicht. Was soll das bedeuten? Habe ich noch nie gehört (aber ich bin ja auch keine Germanistin).

    Ich habe nur der zitierten Person geholfen, deren eigene Wörter durchgehend zu feminisieren ^:)


    Der Scheiß ist maskulin, also patriarchalisch, daher sollte er/sie bei durchgehender femininer Form die Scheiße nutzen. Und auch das Patriarchat ist ja nicht feminin, also habe ich mir (das sei doch bei der Femininisierung erlaubt!) eine weibliche Form ausgedacht. Lehrer*innen steht ja auch nicht im Duden :)



    WICHTIG! BEVOR ICH VIELE SAD SMILIES BEKOMME: DAS WAR NICH ERST GEMEINT! SONDERN SARKASTISCH! (oder auch zynisch, wenn man die aktuelle Genderdiskussion sieht)

  • Ich habe nur der zitierten Person geholfen, deren eigene Wörter durchgehend zu feminisieren ^:)


    Der Scheiß ist maskulin, also patriarchalisch, daher sollte er/sie bei durchgehender femininer Form die Scheiße nutzen. Und auch das Patriarchat ist ja nicht feminin, also habe ich mir (das sei doch bei der Femininisierung erlaubt!) eine weibliche Form ausgedacht. Lehrer*innen steht ja auch nicht im Duden :)

    Ah ja...

  • Die Gesetzesänderung in Polen ist imho eine gute Entscheidung.


    Dass ausgerechnet diejenigen, die hier so vehement auf Gleichberechtigung beharren, es kritisieren, dass man ungeborene Kinder nicht mehr töten darf, wenn sie eine Behinderung haben, entbehrt nicht einer traurigen Ironie.

    Es sind keine Kinder, es ist Zellmaterial. Um zu Leben zu werden, braucht dieses Zellhäuflein meinen Körper und meine Unterstützung. Es muss jeder Frau selbst gestattet sein zu entscheiden, ob sie sich dafür zur Verfügung stellen will oder nicht. Das Zellmaterial ist kein Gemeingut, sondern gehört der Frau und deren Verfügungsgewalt zumindest bis zu einem gewissen Entwicklungsstadium - und das völlig zu Recht.

  • Beitrag von kleiner gruener frosch ()

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  • Nachtrag: ich finde es als Frau übrigens unter aller Würde, dass man vor einem Abbruch zu einer "Schwangerschaftskonfliktberatung" gehen und sich "beraten" lassen (de facto: rechtfertigen) muss. Die dort durchzusprechenden Themen hat ein mündiger Bürger im Normalfall bereits selbst durchdacht und sich alle Informationen beschafft; es gibt keinen Grund für Leute ohne Beratungsbedarf, das alles nochmal zwangsweise mit fremden Leuten durchzukauen. Empfinde ich persönlich als ziemliche Nötigung.

  • Es sind keine Kinder, es ist Zellmaterial. Um zu Leben zu werden, braucht dieses Zellhäuflein meinen Körper und meine Unterstützung. Es muss jeder Frau selbst gestattet sein zu entscheiden, ob sie sich dafür zur Verfügung stellen will oder nicht. Das Zellmaterial ist kein Gemeingut, sondern gehört der Frau und deren Verfügungsgewalt zumindest bis zu einem gewissen Entwicklungsstadium - und das völlig zu Recht.

    Das sehen glücklicherweise selbst der deutsche Gesetzgeber und die deutsche Rechtsprechung sowie der Europäische Gerichtshof anders.


    Wir entwickeln uns nicht zum Menschen, sondern als Menschen.


    Schließlich sind auch geborene (und erwachsene) Menschen der Argumentation zufolge nichts anderes als Zellmaterial, nur eben etwas komplexer.

  • Im Embryostadium sind noch nichtmals die Organe angelegt. Hier von Leben oder Menschsein zu sprechen, ist absurd. Wirkliches Leben erfordert auch eine eigenständige physische Funktionsfähigkeit, vorher ist es ein Parasit. Von einer Frau zu verlangen, diesen entgegen ihren Willen zu beherbergen, empfinde ich als hochmerkwürdige Diskussion.

  • Beitrag von samu ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
  • Die historischen Vergleiche sind hoffentlich nicht ernst gemeint. Das grenzt sonst an Volksverhetzung.

    Bildung ist die Fähigkeit, fast alles anhören zu können, ohne die Ruhe zu verlieren oder das Selbstvertrauen. (Robert Frost)

    Bildung kann einen sehr glücklich und gelassen machen. (Günther Jauch)

    Was nützt es dem Menschen, wenn er Lesen und Schreiben gelernt hat, aber das Denken anderen überlässt? (Ernst R. Hauschka)




  • Menschen das Menschsein abzusprechen hat in der Geschichte üble Vorbilder ...

    Menschen sind als Menschen träger von Rechten. Menschenwürde impliziert, dass ein Mensch bereits existiert. Das passiert mit der Geburt. Dass religiöse Fanatiker das anders sehen, ändert daran nichts.


    Es ist schon interessant: selbst, wenn man damit 100 Leben retten könnte, kann niemand dazu gezwungen werden, Blut abzugeben. Es ist also verboten, dass Menschen dazu gezwungen werden, ein wenig einer Körperflüssigkeit abzugeben, die sich regeneriert, um bereits existierende Menschen am Leben zu erhalten. Aber ein lebendiger Mensch darf gegen seinen Willen dazu gezwungen werden, Körper und Psyche über Monate zu belasten, zum Teil irreversibel, um einen Zellhaufen

    zu einem Menschen zu inkubieren, der Abtreibungsgegnern nach der Geburt wieder genauso egal ist, wie die Frau bereits während der Schwangerschaft.

  • Das war humoristisch gemeint. Nicht ernst

    Es war, räusper, nicht sonderlich witzig. Es wirkte doch sehr wie ein unverrückbarer Nachweis, dass man so überhaupt nicht verstanden hat, worum es bei einer geschlechtsneutralen oder eienr geschlechtsregerechten Sprache geht.

    "Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert."
    Matthäus 10.34

  • Patriarchat setzt sich ja zusammen aus Pater für Vater und arche (ἀρχή) für Beginn oder Herrschaft. Das irgendwie zu feminisieren ist aus einem relativ einfachen Grund Quatsch. ἀρχή ist schon weiblich. :)


    Dass der Mensch erst mit der Geburt entsteht ist zivilrechtlich in manchen Fällen richtig (im Erbrecht z.B. falsch, da schon mit der Zeugung), medizinisch gibt es gute Gründe Spätabtreibung für moralisch verwerflich zu halten, bei früher Abtreibung ist die medizinische Einschätzung mehr moralischen Zwängen unterworfen.


    Schmidt: Ich mag es ja immer, wenn ich Leuten vorhalten kann, dass sie nicht mehr auf dem Boden des Grundgesetzes stehen, vor allem wenn es auf dasselbige vereidigte Lehrer sind: Es ist ständige Rechtsprechung des BVerfG, dass Embryonen die Menschenwürde ab Nidation (Einnistung der Eizelle in die Gebärmutter) zusteht. Deine "Meinung" ist also mit gutem Willen lediglich verfassungswidrig, meiner Ansicht nach zutiefst menschenfeindlich...

    If you look for the light, you can often find it.
    But if you look for the dark that is all you will ever see.

  • Es ist ein schwieriges Gefilde, da die Frau ja nicht nur allein für sich selbst entscheidet, sondern auch für den Vater und für das Kind. Diese Abwägung sehe ich in der jetzigen Regelung als gelungen an und sehe keinen Bedarf für eine Änderung.


    Ich finde den Verlauf des Threads wirklich interessant. Da sind welche, die extremen Wert auf geschlechtergerechte oder zumindest -sensible Sprache legen, keine belasteten Begriffe hören oder lesen wollen, weil der richtige Einsatz von Sprache so wichtig für unser Miteinander sei. Dann gibt es welche, die die Gegenseite als "Spast" bezeichnen und ein werdendes Leben (was sie selbst auch mal waren) als "Parasit" betiteln. Witzigerweise sind es zum Teil die gleichen. Der Zweck scheint die Mittel wohl zu heiligen.

  • Schmidt: Ich mag es ja immer, wenn ich Leuten vorhalten kann, dass sie nicht mehr auf dem Boden des Grundgesetzes stehen, vor allem wenn es auf dasselbige vereidigte Lehrer sind: Es ist ständige Rechtsprechung des BVerfG, dass Embryonen die Menschenwürde ab Nidation (Einnistung der Eizelle in die Gebärmutter) zusteht. Deine "Meinung" ist also mit gutem Willen lediglich verfassungswidrig, meiner Ansicht nach zutiefst menschenfeindlich...

    Man darf Entscheidungen des BVerfG ablehnen, ohne verfassungsfeindlich zu sein. Wie kommst du auf diese merkwürdige Aussage?


    Mit jemandem, der an einen alten weißen Mann im Himmel glaubt über Menschenwürde zu diskutieren spare ich mir. Dass ihr darauf nicht viel Wert legt und das nur gerne mal vorschiebt, wie auch hier, ist bekannt.

  • Wie kommst du auf diese merkwürdige Aussage?

    Die persönlichen Angriffe dienen der Eskalation. Bekanntes Muster zum Sprengen von Diskussionen.


    Ich finde folgende Formulierung schon reichlich deutlich:


    Ich mag es ja immer, wenn ich Leuten vorhalten kann, dass sie nicht mehr auf dem Boden des Grundgesetzes stehen,

    Ich sehe nicht, dass es hierbei darum geht, die Diskussion in der Sache weiter zu bringen.

    "Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert."
    Matthäus 10.34

  • Dann gibt es welche, die die Gegenseite als "Spast" bezeichnen

    Es hat mich ehrlich ein bisschen erschreckt, dass so zahlreiche prominente Teilnehmer dieses Forums die hinter dieser Aussage steckende ehrenwerte Absicht verkannt haben. Eigentlich war ich der Meinung, diese springe den Leser geradezu an.

    Jedenfalls wurde in diesem Thread noch niemand als "Spast" bezeichnet. Ein Begriff ist noch lange kein Sprechakt.

    The penis

    Mightier than the sword.

    - frei nach Edward Bulwer-Lytton

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