SEK II: Klausurlänge: Pausen mit drin?

  • Hallo ihr,


    seit langen mal wieder hier im Forum.


    Bei uns am Gymnasium in Nds. gab es einen Wechsel in der Sek-II-Koordination. Seit dem wird die Klausurlänge von 3- und 4-stündigen Klausuren anderes interpretiert und die Pausenzeiten abgezogen. In der Verordnung von 2018 steht: "10.9 Die Klausuren in Fächern mit erhöhtem Anforderungsniveau sollen zwei bis vier Unterrichtsstunden (…) dauern.“ Das heißt für mich nicht, dass die Pausen ausgeschlossen bzw. abgezogen werden. Meine Koordinatorin sieht das anders und schreibt auf meine Nachfrage: "eine Unterrichtsstunde umfasst 45 min. Von Pausen, die mit einbezogen werden, steht nichts in den Vorgaben.

    Daraufhin habe ich meinen Landesfachberater kontaktiert. Er hat sich auch gewundert über diese Interpretation, auch wenn man das tatsächlich so lesen kann. Er höre auch zum ersten Mal von solch einer "Kürzung".

    Heute bekamen wir noch eine Mail, die o.g. konkretisierte: "90 min (zwei Unterrichtsstunden) - 135 min (drei Unterrichtsstunden) oder - 180 min (vier Unterrichtsstunden)" wurden als Arbeitszeit vom SEK-II-Büro festgesetzt.

    Mich würde - besonders von den nds. Kollegen*innen interessieren - ob das wirklich an anderen Schulen auch der Fall ist. Ich sehe hier nämlich auch eine Benachteiligung unserer Schüler gegenüber andern Schülern in Nds., da ich ja meine Klausur nun auch inhaltlich verkürzen oder vereinfachen muss.

    Wie ist das bei euch? Werden Pausen von der Bearbeitungszeit abgezogen?

  • Ich sehe hier nämlich auch eine Benachteiligung unserer Schüler gegenüber andern Schülern in Nds.,

    Oder eine Begünstigung deiner Schüler gegenüber anderen Schülern, wenn du dich nicht an die klaren Vorgaben hältst.


    Eine Pause an einer Schule umfasst 15 Minuten, an der anderen 25 Minuten.


    Was passiert in so einem Fall?!

  • Zitat

    Oder eine Begünstigung deiner Schüler gegenüber anderen Schülern, wenn du dich nicht an die klaren Vorgaben hältst.

    Das ist ja die Frage. Deswegen schreibe ich ja auch, dass dem Landesfachberater die nicht-Einrechnung der Pausen bisher neu ist, d.h. dass die meisten Schulen die Pausen wohl einrechnen. Deswegen frage ich ja.

    Und klare Vorgaben sind das ja nicht. Im Abitur sind die Klausurlängen in Minuten angegeben. Vorher nicht. Die Fachgruppen legen die Länge der Klausur fest.

  • Eine Klausur dauert die Zeit, für die ich sie konzipiere.

    Ansonsten stelle ich keine Fragen, wenn das Risiko besteht, dass die Antworten mich sinnfrei in meinen pädagogischen Freiheiten einschränken.

  • Bei uns gibt es nur Doppelstunden. Wenn also im beruflichen Gymnasium eine zweistündige (= 90minütige) Klausur geschrieben wird, haben die SuS also genau diese 90 Minuten für die Klausur Zeit. Beispiel: unsere dritte Unterrichtsstunde beginnt um 10 Uhr, die vierte endet somit um 11:30 Uhr (ohne Pause dazwischen); d. h. die Bearbeitungszeit einer 90minütigen Klausur geht auch von 10-11:30 Uhr.

    Wäre es eine dreistündige Klausur (also 135 Min.), hätten die SuS natürlich keine Pause zwischen den Doppelstunden und die Pausenzeit (bei uns 20 Min.) wird in die Bearbeitungszeit eingerechnet. Ende der Bearbeitungszeit wäre somit im o. g. Beispiel um 12:15 Uhr.

    So wird in allen unseren Bildungsgängen verfahren und auch bei Prüfungen, inkl. den Abi-Prüfungen.

  • Bei uns dauern die Oberstufenklausuren x Schulstunden inkl. Pausen. Die einzige Ausnahme ist das Vorabitur, dort sollen ja die Abiturbedingungen kennengelernt werden.


    Die Klausuren können doch nicht über mehrere Schulen hinweg vergleichbar sein, daher muss auch auf Pausen keine Rücksicht genommen werden. Außerdem ist eine minutengenaue Klausurdauer im innerschulischen Ablauf wenig praktikabel: Was sollen denn die SuSen in den 26 Minuten der restlichen Stunde machen? Bzw. was soll die Lehrkraft in 26 Minuten noch für einen Unterricht abhalten?


    À+

  • Zitat
    Was sollen denn die SuSen in den 26 Minuten der restlichen Stunde machen? Bzw. was soll die Lehrkraft in 26 Minuten noch für einen Unterricht abhalten?

    Das frage ich mich auch. Wahrscheinlich müssen die Schüler entweder im Raum sitzen bleiben oder sind unbeaufischtigt.

  • Wir haben hier in NRW dieses Jahr umgestellt und minutengenaue Klausurlängen eingeführt. Da ist dann alles von 90 Minuten bis 180 Minuten drin.

    Nachdem ein Schüler seine Klausur fertiggeschrieben hat verlässt er selbstverständlich den Klausurraum und ist unbeaufsichtigt. Das gilt auch, wenn alle Klausurschreiber fertig sind.

    Da das aber alles Oberstufenschüler sind halten wir es auch nicht für nötig, sie zu beaufsichtigen.

  • Nachdem ein Schüler seine Klausur fertiggeschrieben hat verlässt er selbstverständlich den Klausurraum und ist unbeaufsichtigt. Das gilt auch, wenn alle Klausurschreiber fertig sind.

    Ganz unabhängig mal von der Aufsicht: Dürfen eure SuS jetzt in der "Corona-Zeit" einfach so im Gebäude herumlaufen? Bei uns dürfen alle SuS nur während der für sie vorgesehenen Pausenzeiten und zum Raumwechsel den Klassenraum verlassen (außer, es muss ausnahmsweise mal während der Stunde jemand dringend auf die Toilette). D. h. wir dürfen die SuS momentan auch nicht vor ihrer nächsten Pause bzw. dem Ende der nächsten Doppelstunde aus dem Klausurraum gehen lassen. Wenn jemand die Klausur vor Ende der Bearbeitungszeit abgibt oder auch wenn alle schon fertig sind, müssen sie sich halt anderweitig beschäftigen.

  • Unsere Oberstufe hat die Auflage bekommen das Schulgelände während der Pausen und Freistunden zu verlassen, also ich, wenn sie mit Klausuren eher fertig sind.

  • Ich bin auch in NRW und an unserer Schule heißt 3 Schulstunden 3 mal 45 Minuten, also 135 Minuten. Wenn unsere SuS also um 9:50 Uhr anfangen, dann schreiben sie bis 12:05.

    Würden sie drei Schulstunden mit Pause schreiben, wäre das bis 12:25, aber das wären dann halt nicht "3 Schulstunden".

  • Nachdem ein Schüler seine Klausur fertiggeschrieben hat verlässt er selbstverständlich den Klausurraum und ist unbeaufsichtigt.

    Muss ja nicht so sein.

    Dürfen, SuS, die in der Sek I bei einer Klassenarbeit früher fertig sind, auch früher gehen?

    In meinen Kursen habe ich (immer, nicht nur in "Corona-Zeiten") die Regelung: Wer weniger als 15 Minuten vor dem "offiziellen" Ende fertig ist, bleibt bis zum Schluss. Grund: Wenn im 2-Minuten-Rythmus irgendjemand sein Zeug zusammenpackt, stört dies diejenigen, die die Zeit bis zum Schluss nutzten wollen.

  • Ich sehe das Problem auch vor allem bei zweistündigen Klausuren. Die wären ja dann 2./3. länger als 1./2. Stunde.

    Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.

  • Ich sehe das Problem auch vor allem bei zweistündigen Klausuren. Die wären ja dann 2./3. länger als 1./2. Stunde.

    Das verstehe ich jetzt nicht. Eine zweistündige Klausur dauert doch 90 Minuten, oder? D. h. wenn z. B. die erste Stunde um 8 Uhr beginnt, ist das Klausurende um 9:30 Uhr, sprich dem Ende der zweiten Stunde. Die zweite Stunde beginnt also in diesem Beispiel um 8:45 Uhr und Klausurende wäre nach 90 Minuten daher um 10:15 Uhr. Wenn dann gerade keine Pause ist, müssen sich die SuS nach Abgabe der Klausur eben selbst beschäftigen oder die Lehrkraft beschäftigt sie.


    Ich kann das Problem irgendwie nicht nachvollziehen, muss ich sagen. Mir ist es auch schon passiert, dass die SuS mit einer Klassenarbeit schneller fertig waren, als gedacht, oder ich extra eine Arbeit konzipiert hatte, die keine 90 Minuten dauert (z. B. in der Berufseinstiegsklasse). Wenn die SuS dann nicht die komplette Doppelstunde für die Klassenarbeit brauchen, machen wir eben vor der Pause noch etwas anderes, nachdem alle die Arbeit abgegeben haben. Wir unterhalten uns, spielen irgendwas, erledigen einen einfachen Arbeitsauftrag o. ä. Mit anderen Worten: nicht immer brauchen meine SuS die komplette Doppelstunde für eine Klassenarbeit/Klausur, aber trotzdem dauern die Stunden bei uns nun mal 90 Minuten! (derzeit haben wir allerdings Corona-bedingt "mittendrin" Pausen)

  • Humblebee : Ich will einfach nur wissen, wie das bei euch gehandhabt wird. Ich habe auch von zwei Landesfachberatern eine Rückmeldung bekommen, dass sie zum ersten Mal hören, dass drei Stunden Klausur nicht heißt "Ende nach der 3. Stunde", sondern Ende nach 135 Minuten. Einer der beiden hat sich auch für den Witz bedankt.

  • Humblebee : Ich will einfach nur wissen, wie das bei euch gehandhabt wird. Ich habe auch von zwei Landesfachberatern eine Rückmeldung bekommen, dass sie zum ersten Mal hören, dass drei Stunden Klausur nicht heißt "Ende nach der 3. Stunde", sondern Ende nach 135 Minuten. Einer der beiden hat sich auch für den Witz bedankt.

    Mein obiger Post war nicht an dich sondern an Yestoerty gerichtet.


    Ich habe dir ja bereits berichtet, wie es bei uns gehandhabt wird.


    Dass du diese Rückmeldung von den Landesfachberatern bekommen hast, wundert mich, ehrlich gesagt. Ich kenne keine Schule, wo es heißt, dass eine dreistündige Klausur nach der x-ten Stunde beeendet ist (also die Pausen mit eingerechnet werden), sondern überall wird nach Minuten gerechnet. Das ist doch in jeder Abschlussprüfung auch so, oder kennst du es anders?

  • Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen:

    Unserem Berufsstand fehlt es manchmal an der Courage, einen möglichen Handlungsspielraum auch zu nutzen. Zum einen beschweren wir uns ständig über zu viele und umpraktikable Vorgaben, zum anderen kommen wir nicht damit klar, wenn es diese nicht gibt.

    In keinem Erlass dieser Welt gibt es Regelungen, in denen Minuten für normale Klausuren oder Klassenarbeiten hin und her geschoben werden. Aus gutem Grund: der Dienstherr traut hochqualifizierten und hoch bezahlten Beamten offensichtlich zu, in eigener Verantwortung zu entscheiden, ob er fünf Minuten mehr oder weniger schreiben lässt - und um mehr geht es hier auch nicht, denn selbst wenn eine große Pause dazwischen ist, beginne und ende ich ja nicht mit dem Gong. Vorher und hinterher muss ich Tische schieben, Sichtblenden aufstellen, etc., je nach dem, wie schnell oder langsam ich das mache, kann ich jeden gewünschten Zeitraum zwischen 135 und 150 Minuten hin bekommen. Und selbstverständlich erfülle ich damit jede Vorgabe, die ein Schulleiter machen könnte, der das Bedürfnis hat sich durch das Machen unsinniger Vorgaben lächerlich zu machen. Er kann sich gerne mit der Stoppuhr daneben stellen.

Werbung