• Mich würde vor allem interessieren, wie man nach so vielen Jahren noch weiß, wie viele angefangen haben, wer bestanden hat und mit welcher Note. Aber plattyplus hat eh ein enormes Gedächtnis. Ich konnte keine der Fragen für meinen Jahrgang beantworten.

    Tatsächlich weiss ich noch, dass 1999 in Heidelberg 78 Personen angefangen haben, Chemie auf Diplom zu studieren. Diplomiert wurden im Laufe der Zeit etwa 25 davon, da bin ich mir nicht mehr ganz sicher. Aber ziemlich. Von den etwa 25 hat nur ein einziger keine Doktorarbeit gemacht, der ist als Brandmeister zur Berufsfeuerwehr. Mindestens 3 sind heute Lehrpersonen, zwei davon haben in der Theoretischen Chemie promoviert und unterrichten heute Chemie und Mathe, die 3. Person bin ich :)


    Die Namen vergesse ich allmählich. Da weiss ich nur noch die, mit denen ich wirklich viel zu tun hatte. Noten weiss ich nur meine eigenen, das hat bei uns Chemikern sowieso nie gross irgendjemanden interessiert. Bei einigen wüsste ich auch noch, wo sie nach der Promotion mal angefangen haben zu arbeiten, aber das wird nach so langer Zeit sowieso alles ganz anders sein. Einer wohnt ganz in der Nähe von Basel und arbeitet bei der Novartis als Produktionsleiter. Ich bilde mir ein, dass 2 Personen habilitiert haben, davon finde ich aber nur eine an einer Uni als Professorin. Möglicherweise irre ich mich bei der 2. Person oder der hat es nicht zu Ende gebracht.

    Einmal editiert, zuletzt von Antimon ()

  • Witzig... Konnte man die Anzahl der Kommilitonen irgendwo einsehen? In den ersten Vorlesungen saßen wir in vollen Hörsälen, da wusste ich sowieso nicht, wer da welches Lehramt macht.

  • In der Chemie weiss man sehr schnell sehr genau, wer mit einem studiert - 80 % des Studiums vor Ort bestehen aus Laborarbeit und die überlebt man nicht als Einzelkämpfer. Ich kann mich auch noch sehr gut an meinen ersten Tag an der Uni erinnern. Wir sassem im Grossen Hörsaal und wurden dem Alphabet nach in die Praktikumsgruppen eingeteilt. Lauter Männer ... war so mein Gedanke. Aber wenigstens sehen sie nett aus. Waren sie dann auch :) Ich habe letztens mal einen statistischen Jahresbericht der GDCh angeschaut wonach der Frauenanteil in der Chemie in den letzten Jahren immerhin auf 40 % gestiegen ist. Nur nicht in Heidelberg, da ist die Zeit stehen geblieben, da sind es immer noch 80 % Männer. :D

  • Ich habe vor gut zwanzig Jahren studiert / angefangen zu studieren und zufälligerweise auch Kontakt zu Physikern (jaja, richtige Physiker auf Diplom) gehabt.

    Ich habe mit "richtigen" Physikern zusammen promoviert. Natürlich hat keiner von denen als Student nen Laptop bekommen und während der Promotion sassen die zu mehreren in einem Büro. Sogar noch mit Chemikern zusammen. Pfui. Ich hatte hingegen die letzten 2 Jahre ein Büro für mich alleine. Wobei ich auch nicht mehr so genau weiss, wie ich das geschafft habe :D


    Wobei wir schon auch so berühmt-berüchtigte Klausuren mit Durchfallquoten um die 80 % und schlimmeres hatten. Ich mag mich erinnern, dass ich eine von nur 3 Personen war, die die "Einführung in die Quantenmechanik" im ersten Anlauf bestanden haben. Man musste händisch irgendwas mit so Wellenfunktionen rechnen und das Ergebnis musste immer ein Vielfaches von h(quer) x i sein. Ich habe keinen blassen Schimmer, was ich da warum genau gerechnet habe, aber am Ende kam 2/3 x h(quer) x i raus und ich hatte bestanden.


    Also mit Anekdoten ausm Studium kann ich hier bei Bedarf einen eigenen Thread füllen 8)

  • In der Chemie weiss man sehr schnell sehr genau, wer mit einem studiert - 80 % des Studiums vor Ort bestehen aus Laborarbeit und die überlebt man nicht als Einzelkämpfer. Ich kann mich auch noch sehr gut an meinen ersten Tag an der Uni erinnern. Wir sassem im Grossen Hörsaal und wurden dem Alphabet nach in die Praktikumsgruppen eingeteilt. Lauter Männer ... war so mein Gedanke. Aber wenigstens sehen sie nett aus. Waren sie dann auch :) Ich habe letztens mal einen statistischen Jahresbericht der GDCh angeschaut wonach der Frauenanteil in der Chemie in den letzten Jahren immerhin auf 40 % gestiegen ist. Nur nicht in Heidelberg, da ist die Zeit stehen geblieben, da sind es immer noch 80 % Männer. :D

    Bei mir waren im 1. Semester 144 Studenten in Chemie (1988), im 3. Semester war im Labor nur für 48 Platz (es waren dann 48 und 3 Lehramtler, die ein mitleidiger Professor in sein Labor aufnahm, der Rest wurde heraus geprüft).


    Unter den 144 waren 5 Frauen, den 4 Diplomandinnen wurde von einem Professor unterstellt, sie wollten nur eine gute Partie angeln. Mich als Lehramtler nahm sowieso keiner ernst. Mir fiel es erst auf, als ich einmal zu spät in ein (spezielles) Praktikum erschien und mit Namen begrüßt wurde. Auf meine überraschte Nachfrage erhielt ich die lachende Antwort, Sie sind die einzige Frau (Gruppen waren alphabetisch gebildet worden) .


    Auch aus dem Grund habe ich nicht auf Diplom studiert, Frauen hatten es damals noch sehr schwer (eine Professorenstelle blieb eine Weile unbesetzt, weil eine Frau am besten geeignet war, die wollte man nicht).


    Ich bin froh, dass sich das inzwischen geändert hat.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Kris24 "Gefällt mir" eigentlich nicht, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es ganz genau so war. Gut 10 Jahre später waren in Heidelberg immer noch ein paar der frauenfeindlichen alten Nazi-Säcke übrig, aber wir haben wirklich nur noch ganz am Rande zu Spüren bekommen, was das früher in der Chemie mal bedeutet haben muss. Während der sagenhaften 12 Jahre, die ich insgesamt an dieser Uni zugebracht habe, hat sich dann noch mal einiges sehr stark verändert und heute ist z. B. eine Frau Institutsleiterin in der Physikalischen Chemie. Aber auch unser alter Gruppenleiter (ein direkter Abkömmling von Gerhard Ertl übrigens ...) war überhaupt nicht "so". Der war alles mögliche und man konnte sich wahrhaftig vor ihm fürchten, aber er war überhaupt kein Sexist.

  • Aber plattyplus hat eh ein enormes Gedächtnis. Ich konnte keine der Fragen für meinen Jahrgang beantworten.

    Warum ich mich so gut an die Experimentalphysik erinnern kann:

    • Prof. Werner Schwermann hat den Leidenfrost-Effekt demonstriert, indem er seine Finger kurz in den Bottich mit flüssigen Stickstoff eingetaucht hat. Man hätte auch einfach einen überheißen Wassertropfen auf einer E-Herdplatte tanzen lassen können, um den Effekt zu demonstrieren, aber das war nicht sein Ding.
    • Der Prof. hatte schwer Diabetes, weswegen ihm schon beide Beine amputiert werden mußten. Trotzdem hat er es sich nicht nehmen lassen die Treppe im Hörsaal rauf und runter zu gehen. Als ein neuer HiWi ihm helfen wollte und auf den vorhandenen Fahrstuhl verwiesen hat, hat er ihn angefaucht, daß er auch die Treppen nutzen könne.
    • Bei den Uni-Feten gab es immer eine Professoren-Theke mit Schwermann am Zapfhahn. Die Feten liefen üblicherweise donnerstags, weil freitags alle fürs Wochenende nach Hause gefahren sind. Wir hatten am Freitag von 7.30-9.00 Uhr Vorlesung, als der Professor eines Morgens die Tafelkreide in die Faust nahm und laut quietschend einen mehr oder minder waagerechten Strich auf die Tafel zauberte, indem er an der Tafel entlang ging: "Meine Herren, das war heute meine beste Leistung. Sind sie damit einverstanden, daß wir die Vorlesung hier beenden?" ... er war auch noch :sterne:
    • 1,5 Jahre nachdem ich bei ihm in der Vorlesung saß, ist er im Dienst verstorben. :heul:
  • Meine Herren, das war heute meine beste Leistung. Sind sie damit einverstanden, daß wir die Vorlesung hier beenden?

    Gab es bei euch im Jahrgang keine Frauen?


    Bei uns in Physik waren es nur zwei, bei den Diplomern gar keine.

    Wegen der Brückenkurse bin ich in netten Arbeitsgruppen mit Diplomern gelandet und damals waren in meiner Uni die meisten Veranstaltungen sowieso gleich, daher habe ich bis zum Vordiplom alles mitgemacht. Ca. 60 Leute im ersten Semester, davon haben knapp 20 die Matheklausuren im 1. und 2. Semester bestanden.


    Als einzige Frau und mit insgesamt wenigen Kommilitonen war es in manchen Vorlesungen sehr blöd, weil jedes Zuspätkommen oder Fehlen registriert wurde. Aber ich kann nicht meckern, alle haben sehr darauf geachtet, mich nicht merken zu lassen, dass man als Frau in dem Studiengang noch etwas Besonderes war. Diskriminierungen oder gar Witzeleien haben nicht stattgefunden.

    Die Weisheit des Alters kann uns nicht ersetzen, was wir an Jugendtorheiten versäumt haben. (Bertrand Russell)

  • So früh?!? An meiner Uni begannen die ersten Veranstaltungen erst um 8 Uhr - mit dem akademischen Viertel also erst um 8:15 Uhr.

    Nur Mathe war um 8 Uhr. Physik-Professoren sind bei uns nicht vor 10 Uhr aufgetaucht. :D


    Thema Geschlechterzusammensetzung: Von ca. 10% bei den Diplomphysikern über 25% zu den Physik-Lehrämtlern bis hin zu über 50% bei den Chemie-Lehrämtlern schwankte der Anteil von Frauen schon ziemlich.


    Am Unangenehmsten war daher der Dozent, der keine Frauen und keine Lehrämtler leiden konnte und die Einführungsvorlesung in Physikalischer Chemie für Lehrämtler gab. Gerade für die Studentinnen, die Bio als Zweitfach hatten (fast alle) eine echt undankbare Veranstaltung. Ich habe mich dann mit ihm mal angelegt, fachlich war das eh völlig machbar (wenn man Quantenmechanik kann, kann man auch Physikalische Chemie) und ich war damals als Studierendenvertreter in der Fakultät, kannte also seinen Chef sehr gut.

    Allerdings war der gesamte akademische Mittelbau in der Physikalischen Chemie zu uns Lehrämtlern komisch. Ich werde nie vergessen, wie der Doktorand mich und meine Laborpartnerin mitleidig anguckte und uns (mit dem Seufzen, das "die können das eh nicht" kommunizierte) nach Gauß'scher Fehlerrechung fragte. Ich war zu dem Zeitpunkt bereits als studentische Hilfskraft im Physik-Anfängerpraktikum angestellt und meine Partnerin war Mathematikerin im Zweitfach. War ein kurzes Kolloquium.

  • Ich werde nie vergessen, wie der Doktorand mich und meine Laborpartnerin mitleidig anguckte und uns (mit dem Seufzen, das "die können das eh nicht" kommunizierte) nach Gauß'scher Fehlerrechung fragte.

    Und ich vergesse nie die eine Mathe-Vorlesung im ersten Semester. Der Hörsaal war nachträglich angebaut, so daß man, um ins dahinterliegende Gebäude zu kommen, vorne 2m durch den Hörsaal mußte, durch eine Tür rein und durch die andere Tür direkt daneben wieder raus. Entsprechend war in dem Hörsaal auch während der Vorlesung vorne direkt neben der Tafel ein ständiges Gerenne.

    Irgendwann wurde es dem Prof. zuviel und er versuchte mit Stühlen die Türen zu blockieren. Es war aber erfolglos. Mitten in der Vorlesung hat jemand von außen so kräftig die Tür aufgeschoben, daß der ganze Stuhl-Stapel im Hörsaal laut krachend umfiel. Der Prof. ging genervt auf den zu, der gerade die Tür aufgedrückt hatte, hielt ihm das Mikro unter die Nase und sagte: „Wenn sie meinen, sie können das hier, dann halten sie doch die Vorlesung!“


    Der Typ, der gerade reingekommen war, nahm den Prof. ernst, schnappte sich das Mikro und fing dann echt an die Vorlesung zu halten. Er war halt Mathe-Dr. an einem anderen Lehrstuhl, was unser Prof. wohl nicht so schnell überblickt hatte.


    Ergebnis: Der Prof. war total am Ende und der Hörsaal war am Toben. :pirat:

  • Der Hörsaal war nachträglich angebaut, so daß man, um ins dahinterliegende Gebäude zu kommen, vorne 2m durch den Hörsaal mußte, durch eine Tür rein und durch die andere Tür direkt daneben wieder raus. Entsprechend war in dem Hörsaal auch während der Vorlesung vorne direkt neben der Tafel ein ständiges Gerenne.

    Das ist aber auch mal richtig doof gemacht.

    Der Typ, der gerade reingekommen war, nahm den Prof. ernst, schnappte sich das Mikro und fing dann echt an die Vorlesung zu halten. Er war halt Mathe-Dr. an einem anderen Lehrstuhl, was unser Prof. wohl nicht so schnell überblickt hatte.

    Hihi. Das ist grandios.

  • Das ist aber auch mal richtig doof gemacht.

    Hier mal ein Bild aus dem Hörsaal:

    --> https://www.uni-paderborn.de/f…UEbersicht_34cb0f3a4e.jpg


    Die beiden Türen befinden sich auf dem Bild rechts neben der Tafel. Die eine Tür ist geschlossen, die andere offen und es stehen 5 Personen vor der offenen Tür. Während einer 90-minütigen Vorlesung liefen da auch schon einmal 300 Leute durch.

  • Das ist aber auch mal richtig doof gemacht.

    Falls plattyplus das Auditorium Maximum und das E-Gebäude seiner Uni meint (ich glaube, in dem Hörsaal war rechts an der Seite dieser doppelte Eingang): da gab es natürlich noch andere Zugänge zum Gebäude E. Man musste also nicht zwangsweise durch den Hörsaal - das war nur IMHO der schnellste Weg. (Wobei die nächste Tür nicht so viel länger war.)

    Man musste da also nicht durchgehen.


    Nachtrag: Ja, er meint ihn. ;)

    P.S.: vielleicht war es zu meiner Zeit noch anders - aber unsere Mathevorlesungen dort wurden eher selten gestört. 300 Personen definitiv nicht. Eher 3.

    Nur um es einmal zu sagen: oberste Priorität in der Schule haben für mich natürlich die Schülerinnen und Schüler. Und die Mitarbeiter.

    ---

    Man sollte darauf achten, seinen Kindern den richtigen Glauben zu vermitteln. ... Den an sich selbst.
    ----
    "Angst ist ein unfähiger Lehrer." Jean-Luc Picard

  • da gab es natürlich noch andere Zugänge zum Gebäude E

    Ja klar, aber dafür mußte man vom Studentenwohnheim, vom Fahrradständer und vom Parkplatz aus ums halbe E-Gebäude rennen und dabei auch noch ein paar Höhenmeter machen.


    Wir haben uns damals schon alle gefragt, warum sie nicht parallel zum Hörsaal direkt unterhalb der Uhr einen Durchgang zwischen den beiden Türen in die eine Betonwand reingeschlagen haben, damit die Leute nicht mehr durch den Hörsaal hätten rennen müssen.

  • Meines Wissens gab es da (roter Kreis) unter dem Durchgang eine Tür ins E-Gebäude. Auf der andere Seite vom Durchgang ist in etwa der Treppenhaus-Turm vom E-, A- und D-Gebäude. Der war über den zentralen Innenhof erreichbar. Von der Mensa und der Bibo und dem Haupteingang aus musste man nur den Innenhof queren, um zu diesem Treppenhaus-Turm zu kommen.




    Nur um es einmal zu sagen: oberste Priorität in der Schule haben für mich natürlich die Schülerinnen und Schüler. Und die Mitarbeiter.

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    Man sollte darauf achten, seinen Kindern den richtigen Glauben zu vermitteln. ... Den an sich selbst.
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    "Angst ist ein unfähiger Lehrer." Jean-Luc Picard

  • P.S.: vielleicht war es zu meiner Zeit noch anders - aber unsere Mathevorlesungen dort wurden eher selten gestört. 300 Personen definitiv nicht. Eher 3.

    Kann schon sein. Bei uns war es damals ja auch ein Volkssport mit dem seligen Nokia 3210 das Telefon im Hörsaal direkt neben der Tafel anzurufen, als die Durchwahl einmal bekannt war. Auf das das ewige Klingeln zusätzlich stört. Ab dem 2. Semester haben jedenfalls alle Profs. beim Betreten des Hörsaals erst einmal gleich das Telefon ausgehängt.


    Nachtrag:

    Weißt Du wie beschwerlich die Höhenmeter durch den Innenhof auf Niveau des Tiefpaterre für Informatik-Studenten ist? :pfeifen:

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