Schnelltests für alle Schülerinnen und Schüler in NRW

  • Und wie kommt es dann, dass es in Sachsen sowie Bayern legitimiert ist? In Hessen besteht sogar immer noch Präsenzpflicht. D.h. Eltern dürfen ihr Kind nicht daheim beschulen, auch nicht wenn ihr Kind in der Klasse neben einem ungetesteten Kind sitzt (welches-nur eine Annahme- am Wochenende Geburtstagsparty in der Großfamilie gefeiert hat, weil die ganze Familie nichts von "diesem Corona" hält).

    Das ist doch jetzt ein gänzlich anderer Fall. Es wurde die Behauptung aufgestellt, eine Testung sei für SuS verpflichtend. Der von Dir beschriebene Fall stellt genau das Gegenteil dar und ist eine Selbstverständlichkeit. Ein wie auch immer gearteter Test ist ja nun auch keine Garantie, mal abgesehen von all den anderen Maßnahmen, die in den Schulen immer noch gelten und bislang auch gut genug waren.

    Von wegen Schuft, ein Zyniker ist ein enttäuschter Idealist!

  • Nein, die Lehrkräfte geben ein paar Arbeitsblätter mit heim. Im folgenden Link ist es gut erklärt: Corona-Testpflicht in Sachsen: "Ungetestete bekommen keinen Zutritt zur Schule" | ZEIT ONLINE

    Das ist traurig für die SuS, deren Eltern nicht erlauben, dass sie getestet werden. Bildung sollte dennoch so gut es in Distanz geht möglich sein,

    Bildung ist die Fähigkeit, fast alles anhören zu können, ohne die Ruhe zu verlieren oder das Selbstvertrauen. (Robert Frost)

    Bildung kann einen sehr glücklich und gelassen machen. (Günther Jauch)

    Was nützt es dem Menschen, wenn er Lesen und Schreiben gelernt hat, aber das Denken anderen überlässt? (Ernst R. Hauschka)




  • Müssen in den BL die Lehrer dann keinen Distanzunterricht anbieten?

    Nein, zumindest in Berlin müssen sie das nicht und soviel ich weiß auch nicht in Bayern und Sachsen, wenn die Kinder durch eine Test-Verweigerung ausgeschlossen werden. In Berlin reicht ja sogar der Verzicht auf die Präsenzpflicht, dass Lehrer keinen Distanzunterricht anbieten müssen, die Schüler können sich die Arbeitsblätter usw. eigentlich kommentarlos (macht natürlich kaum einer) in der Schule abholen, wenn sie auf den Präsenzunterricht verzichten.

  • Wir reden hier schließlich nicht über das Betretensverbot für einen Swinger-Club. Es geht um ein hohes Rechtsgut.


    Und gerade in Berlin sollte man sich darüber bewusst sein, dass ein selektiver Zugang zu Bildung als Repressionsinstrument eine leider lange und unrühmliche Tradition in Deutschland hat.

    Oh Mann.

    Hier geht es zunächst um das Recht auf körperliche Unversehrtheit, und zwar für alle.

    Auf eine Station mit Immungeschwächten hat man auch nur Zutritt, wenn man sich an die Regeln/Auflagen hält.

    Das ist was Anderes als ein Kinobesuch, bei dem jemand Popcorn einschmuggelt.


    Wer sich nicht dran halten mag oder kann, der muss eben die Konsequenzen tragen.

    Und, wie gesagt, Coronaleugner dürften ja einen nicht grad unerheblichen Anteil von denen stellen, die sowieso schon die Tests verweigern. Sollen die anderen gefährdet werden, wegen uneinsichtiger Mitmenschen? Nicht umsonst hat der Gesetzgeber ja auch Schutzmaßnahmen für Schutzbedürftige in vielerlei Hinsicht in seinen Vorschriften verankert.



    Ich bin total zuversichtlich, dass man da ein rechtssicheres Konzept auf die Beine stellen kann, die Juristen in den Ministerien arbeiten bestimmt schon dran. Unabhängig davon fürchte ich allerdings, dass, v. a. bei hohen Inzidenzen, selbst verpflichtende

    Tests nicht die gewünschte und erhoffte Sicherheit bieten werden, um Schulen dauerhaft in Präsenz zu öffnen.

  • 1. Eine Schule ist keine "Station für Immungeschwächte". Das Gegenteil dürfte der Fall sein - immer schon.


    2. Das Rechtsgut der körperlichen Unversehrtheit wird nicht mit Tests gewährleistet. Das würde ja bedeuten, dass bisherige Schulöffnungen (ohne Test) diese gefährdet hätten.


    3. Eine Nichtbeschulung von SuS stellt unmittelbar und unzweifelhaft die Verweigerung des Rechts auf Bildung dar.


    4. Die Verweigerung eines anlasslosen Schnelltests stellt keine unmittelbare Gefahr für irgendjemanden oder seine Rechte dar. (Mal abgesehen von all den anderen Maßnahmen, die in Schule ja auch weiterhin gelten.)


    5. Die Distanzbeschulung stellt einen - zumindest zeitweiligen - Kompromiss aus Recht auf Schule, Schulpflicht, Gesundheitsschutz und Selbstbestimmungsrechten dar.


    6. Die Gründe, weshalb sich jemand einem Test, einer medizinischen Untersuchung oder einer Behandlung nicht unterzieht, sind völlig unerheblich. Sie gehen niemanden, ja sogar Lehrer, nichts an. Da können wir Corona-Leugner, Nazis, Reichsbürger, Scheibenweltler oder Reptilienmenschen vermuten, allein, es ist egal.

    Von wegen Schuft, ein Zyniker ist ein enttäuschter Idealist!

  • 2. Das Rechtsgut der körperlichen Unversehrtheit wird nicht mit Tests gewährleistet. Das würde ja bedeuten, dass bisherige Schulöffnungen (ohne Test) diese gefährdet hätten.

    Tut sie eindeutig, genau deshalb sollen ja auch an Corona erkrankte Lehrkräfte das als Arbeitsunfall melden.


    Alles andere lasse ich besser unkommentiert, immerhin dürfen das scheinbar die Bundesländer oder es klagt keiner, zumindest kommen sie damit durch und das ist die Hauptsache. Unsere Anweisung ist klar, keine zusätzliche Arbeit für freiwillige Distanzschüler, eine Verweigerung wäre eine Gefährdung unserer Arbeitsleistung usw.


    KLär das mit den Rechtsstellen, wenn du meinst es besser zu wissen, nicht mit uns.

  • 2. Das Rechtsgut der körperlichen Unversehrtheit wird nicht mit Tests gewährleistet. Das würde ja bedeuten, dass bisherige Schulöffnungen (ohne Test) diese gefährdet hätten.


    Zu 2.: Ja, das war die ganze Zeit der Fall. Eine endgültige rechtliche Klärung, inwiefern hier strafrechtliche Tatbestände erfüllt wurden, steht noch aus. Denn offenbar besteht zwischen diversen Landesregierung und der Bundesregierung ein staatskrisenartiger Dissens darüber, ob den rechtlichen Verpflichtungen des Infektionsgesetzes nachgekommen wird. Nach meinem unmaßgeblichen Bauchgefühl nicht.


    Zum Rest: In Sachsen gibt es diese Testpflicht, woanders wird sie kommen. Die Gerichte haben sie schon abgesegnet. Dementsprechend ist deine Rechtsauslegung überholt und wird zumindest von sächsischen Richtern nicht geteilt. Ich wäre gerde bei Jura ja als Laie besonders zurückhaltend.

  • 1. Eine Schule ist keine "Station für Immungeschwächte". Das Gegenteil dürfte der Fall sein - immer schon.

    Dennoch können auch immungeschwächte SuS oder Lehrkräfte in Schulen sein.

    Bildung ist die Fähigkeit, fast alles anhören zu können, ohne die Ruhe zu verlieren oder das Selbstvertrauen. (Robert Frost)

    Bildung kann einen sehr glücklich und gelassen machen. (Günther Jauch)

    Was nützt es dem Menschen, wenn er Lesen und Schreiben gelernt hat, aber das Denken anderen überlässt? (Ernst R. Hauschka)




  • Dennoch können auch immungeschwächte SuS oder Lehrkräfte in Schulen sein.

    In einer Schule gibt es auch Fernseher und doch ist es nicht der Mediamarkt. Es gibt Fahrräder und doch ist es nicht die Tour de France. Es gibt ein Skelett, und doch ist es kein Gruselschloss.


    Lange Rede, kurzer Sinn: Immungeschwächte Menschen konnten "skandalöserweise" immer schon in einer Schule sein, ohne dass jemand gefordert hätte, eine derartige Einrichtung müsse den Anforderungen einer "Station für Immungeschwächte" entsprechen.

    Nicht wenige Teilnehmer hier stellen ja nun seit geraumer Zeit darauf ab, dass die Schulöffnungen insofern übereilt seien, als Schule grundsätzlich nicht die Kriterien erfüllen kann, die sie an einen gefahrlosen Arbeitsplatz in Pandemie-Zeiten stellen.


    Eine Schule ist per definitionem ein Ort, an dem sich tagtäglich Massen an Menschen begegnen. Menschen mit teils fragwürdiger Hygiene. Und dann die Schüler erst...

    Von wegen Schuft, ein Zyniker ist ein enttäuschter Idealist!

  • Bei Masernausbrüchen werden Schulen dichtgemacht und neuerdings gilt eine strenge Impfflicht dafür als Zugangsvoraussetzung. Vergleich zum Normalbetrieb hinkt also gewaltig, da es da schlichtweg keine SARS-CoV2 Pandemie gab.

  • Er spricht auch davon, dass die SuS evtl den Test zuhause machen können. Prinzipiell keine schlechte Idee (wenn ich an die Testläufe vor den Ferien denke), ABER inwiefern kann die Schule das nachverfolgen, ob der Test ordnungsgemäß gemacht wurde bzw. (ja ich unterstelle hier mal was) ggf. nicht von der Person selber gemacht bzw. ggf. sogar an jemand anderes gegeben/verkauft wurde. Selbst wenn man den Teststreifen mit zur Schule nimmt, sehe ich da große Probleme, da laut der Anleitung unseres Tests das Ergebnis nach 30 Minuten schon wieder ungültig/verfälscht wäre. Natürlich wird diese Annahme nur auf sehr wenige zutreffen. Dann sagte Laschet, dass dieser/diese verweigernde SchülerIn dann nur noch im Distanz beschult wird.... Wie stellt er sich das vor; es wird Eltern geben, die es drauf anlegen werden (auch Zurecht, wenn man sich die Inzidenzen anschaut hier in NRW). Wie ist hier ein Schulbetrieb möglich, auch was Prüfungen (die APO ist ja noch nicht ausgesetzt) und Noten angeht. Ungenügend dürfen wir das wegbleiben ja nicht nennen. Prinzipiell finde ich mehr Testungen, auch verpflichtend NOTWENDIG, aber so läuft das doch wieder total aus dem Ruder und ist als reine PR zu bezeichnen.

    "If you never try, then you'll never know" - Coldplay

  • Ich hatte nur den Live-Ticker gelesen. Schade, und ich hatte schon gedacht, dass er jetzt tatsächlich einmal eine Entscheidung treffen würde.

    Dödudeldö ist das 2. Futur bei Sonnenaufgang.

  • In dem Interviewausschnitt bei Einslive sagte er, darum würde sich nächste Woche gekümmert werden... Er könne aber aktuell auch nicht sagen, ob die Schulen nach Ostern wieder öffnen.

    Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.

  • Zitat

    Laschet verteidigt Corona-Kurs in NRW: NRW-Ministerpräsident und CDU-Chef Laschet hat die Corona-Strategie seines Landes erneut verteidigt. In den ARD-Tagesthemen betonte Laschet, er wolle vor allem mit mehr Testungen für sinkende Infektionszahlen sorgen.


    Nach der Schelte von Kanzlerin Merkel am Wochenende sieht Laschet keine grundlegenden Differenzen - und bei der Frage zur Kanzlerkandidatur in der CDU wollte er sich nicht festlegen.

    Bei Markus Lanz im ZDF brachte Laschet außerdem eine Testpflicht für Schüler und Schülerinnen in NRW ins Gespräch gebracht. Er verwies darauf, dass einige Eltern einen Test für ihre Kinder in der Schule verweigerten. Man merke aber jetzt, dass Kinder viel stärker von Mutationen des Virus betroffen seien - deshalb brauche man da klare Regeln.


    "Testungen für sinkende Infektionszahlen". Er vergisst, dass er mit den Testungen auch Öffnungen und Lockerungen verbindet. Das wird wissenschaftliche (vermutlich mit Ausnahme von Profi Streek) als gefährliche Kopplung gesehen. Man senkt durch Öffnungen keine Inzidenzen.


    "Man merke aber jetzt, dass Kinder..."

    Der Mann lügt oder ist dumm. Wissenschaftler sagen dies schon seit Monaten über die B1.1.7 Mutante.


    Mir fehlen bei solchen Behauptungen echt die Worte. Übermorgen stellt sich Laschet dann hin und sagt "Die Erde ist eine Scheibe, weil ich das sage".

  • Immer wieder erstaunlich, wie unfähig Laschet ist. Auch wenn man langsam schon abgehärtet sein sollte.

    Bildung ist die Fähigkeit, fast alles anhören zu können, ohne die Ruhe zu verlieren oder das Selbstvertrauen. (Robert Frost)

    Bildung kann einen sehr glücklich und gelassen machen. (Günther Jauch)

    Was nützt es dem Menschen, wenn er Lesen und Schreiben gelernt hat, aber das Denken anderen überlässt? (Ernst R. Hauschka)




  • Ich muss sagen, dass ich die Idee "Anreize für Tests" zu geben nicht so schlecht finde. Seit ich gestern gesehen habe, dass man in einen Textildiscounter nur mit negativem Test reinkam, dachte ich mir, dass die dortigen Kunden sonst doch nie zum Test gegangen wären. Und das sind Leute, die sich privat vermutlich auch an wenig halten. Da finde ich die Idee, die mal in Quarantäne zu schicken gar nicht schlecht.

  • Logisch. Anlasslos lässt sich keiner testen, was auch einigermaßen vernünftig erscheint, wenn die Teststelle nur mit Öffis zu erreichen ist ...

    Dödudeldö ist das 2. Futur bei Sonnenaufgang.

  • Laschet spricht von einer Testpflicht für Schüler in NRW:

    https://www1.wdr.de/nachrichten/guten-morgen-112.html

    Eine Testpflicht fände ich gut, nur müsste man dann auch auf jeden Fall eine klare Linie fahren und auch uns zum Testen verpflichten.

    Holy Moses met the Pharaoh

    Yeah, he tried to set him straight

    Looked him in the eye,

    "Let my people go!"

    Holy Moses on the mountain

    High above the golden calf

    Went to get the Ten Commandments

    Yeah, he's just gonna break 'em in half!

Werbung