Als Vertretungslehrer an allen Konferenzen teilnehmen?

  • Die Threadstarterin arbeitet als Vertretungskraft an einer Grundschule und da ist es mit 1 bis 2 Fachkonferenzen pro Jahr eben nicht getan bzw. was Fachkonferenzen angeht kommt die Menge sogar hin, aber die sonstigen Konferenzen sind bei uns wöchentlich 1 bis 2 Zeitstunden. Dazu kommen verpflichtende Teamsitzungen, 1 Zeitstunde pro Woche. Um diese 2 bis 3 Zeitstunden wöchentlich (möglicherweise sogar an 2 Wochentagen) wird es im Eingangspost gehen.

    Bei uns gibt es ein Teilzeitkonzept,
    aber so richtig viel bringt das auch nicht. Vertretunglehrer müssen bei uns oft an den Teamsitzungen nicht teilnehmen, aber die 1 bis 2 Stunden Konferenz pro Woche fallen trotzdem an.

    Teilzeitlehrer sind einfach im Nachteil, wobei eigentlich alle reinen Fachlehrer (was bei uns Vertretungslehrkräfte in der Regel sind) noch froh sein können, denn als KlassenlehrerIn hat man nochmal viel mehr Arbeit.

    (Teilzeit UND dazu Klassenleitung, das ist die schlechteste Kombi, betrifft bei uns aber nur feste Lehrkräfte).

  • Im Grunde wäre es so einfach: Deputat plus unteilbare Aufgaben ergibt Arbeitszeit. Als Term ausgedrückt: x+y=z. Wenn z einen bestimmten Höchstwert annehmen soll und y ist nicht variabel, ergibt sich zwingend, dass x angepasst werden muss. Ich bin mir recht sicher, dass auch der BGH diese Gleichung nachvollziehen könnte und muss mich insofern wundern, dass offensichtlich noch keine Gewerkschaft sich dieses Themas ernsthaft angenommen hat. Immerhin ist das für einen Großteil der Zielgruppe relevant.

    The pen is mightier than the sword.

    - Edward Bulwer-Lytton

  • (Teilzeit UND dazu Klassenleitung, das ist die schlechteste Kombi, betrifft bei uns aber nur feste Lehrkräfte).

    Oh bei uns gibt es Teilzeit + Klassenlehrkraft + führen eines Profilkurses (wo man auch wieder Tutor/in) ist.


    Im Grunde wäre es so einfach: Deputat plus unteilbare Aufgaben ergibt Arbeitszeit. Als Term ausgedrückt: x+y=z. Wenn z einen bestimmten Höchstwert annehmen soll und y ist nicht variabel, ergibt sich zwingend, dass x angepasst werden muss. Ich bin mir recht sicher, dass auch der BGH diese Gleichung nachvollziehen könnte und muss mich insofern wundern, dass offensichtlich noch keine Gewerkschaft sich dieses Themas ernsthaft angenommen hat. Immerhin ist das für einen Großteil der Zielgruppe relevant.

    Ja, sehe ich ganz genauso. Das Problem ist leider eben auch, dass die "Gewerkschaften" der Lehrer vor allem Interesse daran haben, dass der Unterricht besser wird und, dass es den Schüler/innen gut geht. Interessen von Lehrkräften werden da nur untergeordnet behandelt.

    Solange die Teilzeit bei uns an der Schule so ein himmelschreiendes Minusgeschäft ist, werde ich das nicht machen.

  • Oh bei uns gibt es Teilzeit + Klassenlehrkraft + führen eines Profilkurses (wo man auch wieder Tutor/in) ist.

    Nur fairerweise: Die Klassenleitung an Gymnasien ist mit der an Grundschulen bzgl. Zusatzbelastung wenig vergleichbar. Und dennoch finde ich es ebenfalls frech, Teilzeitlehrkräfte dann noch als Klassenlehrkraft + Tutor/in einzusetzen. Zumindest eines davon ist ab einer gewissen Teilzeitquote von Beschäftigten aber kaum zu vermeiden.


    Das Problem mit der unglücklichen Prioriserung von Zielstellungen bei den Gewerkschaften sehe ich auch und frage mich manches Mal, ob diese wirklich in der Lage sind, die Interessen der Beschäftigen an Schule durchzusetzen oder lediglich bildungspolitisch agieren.

  • Tom 123

    Da hast du Recht, das Urteil bedeutet der facto "nur" , dass die sonstigen Dienstverpflichtungen einer 50% Kraft nur 50% der sonstigen Dienstverpflichtungen einer Vollzeitkraft betragen dürfen. Hiermit ist die Gesamtsumme dieses zeitlichen Aufwands gemeint. Natürlich kannst Du auf bestimmte VA als SL bestehen, wenn dafür was anderes wegfällt. Was aber nicht geht, ist das eine Halbzeitkraft in Wirklichkeit 70% Zeitaufwand einer halben Kraft hat. Dann läuft definitiv etwas falsch.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Auch wenn firelilly und ich selten einer Meinung sind: in Punkto Teilzeit im Lehrerberuf stimme ich zu. Das ist ein Minusgeschäft zugunsten des Dienstherren, dass ich nie eingehen würde. Solange die Bedingungen so sind wie aktuell, kann man das keinem empfehlen.


    Allerdings würde ich das auch nicht in anderen Jobs. Bin generell eher Team Vollzeit, ich lege großen Wert auf meine Unabhängigkeit.

  • Die Threadstarterin arbeitet als Vertretungskraft an einer Grundschule und da ist es mit 1 bis 2 Fachkonferenzen pro Jahr eben nicht getan bzw. was Fachkonferenzen angeht kommt die Menge sogar hin, aber die sonstigen Konferenzen sind bei uns wöchentlich 1 bis 2 Zeitstunden. Dazu kommen verpflichtende Teamsitzungen, 1 Zeitstunde pro Woche. Um diese 2 bis 3 Zeitstunden wöchentlich (möglicherweise sogar an 2 Wochentagen) wird es im Eingangspost gehen.

    Bei uns gibt es ein Teilzeitkonzept,
    aber so richtig viel bringt das auch nicht. Vertretunglehrer müssen bei uns oft an den Teamsitzungen nicht teilnehmen, aber die 1 bis 2 Stunden Konferenz pro Woche fallen trotzdem an.

    Teilzeitlehrer sind einfach im Nachteil, wobei eigentlich alle reinen Fachlehrer (was bei uns Vertretungslehrkräfte in der Regel sind) noch froh sein können, denn als KlassenlehrerIn hat man nochmal viel mehr Arbeit.

    (Teilzeit UND dazu Klassenleitung, das ist die schlechteste Kombi, betrifft bei uns aber nur feste Lehrkräfte).

    Teilzeit (mit weniger als einer halben Stelle) sowie Klassenleitung und das im Angestelltinnenverhältnis. Da kann man sich über zu wenig Arbeit nicht beschweren-spreche aus Erfahrung.

  • Bin generell eher Team Vollzeit, ich lege großen Wert auf meine Unabhängigkeit.

    Wieso ist jemand, der/die Teilzeit arbeitet, denn beruflich weniger unabhängig? Oder beziehst du das auf die eventuelle finanzielle Abhängigkeit von einem Partner/einer Partnerin, wenn jemand als Teilzeitkraft weniger verdient als der/die Vollzeit arbeitende Partner*in?

  • Bin generell eher Team Vollzeit, ich lege großen Wert auf meine Unabhängigkeit.

    Das bin ich auch mit Teilzeit, denn bei einer Trennung kann ich jederzeit sofort aufstocken auf Vollzeit oder eben bei weniger bleiben. Und schon mit dem Wechsel der Steuerklassen könnte ich problemlos meine Kinder und das Haus auch in Teilzeit alleine unterhalten.

  • Wieso ist jemand, der/die Teilzeit arbeitet, denn beruflich weniger unabhängig? Oder beziehst du das auf die eventuelle finanzielle Abhängigkeit von einem Partner/einer Partnerin, wenn jemand als Teilzeitkraft weniger verdient als der/die Vollzeit arbeitende Partner*in?

    Genau.


    Ja, im Lehrerberuf kann man gut und schnell Stunden aufstocken. Aber der Mann ist beruflich voran gekommen, während man daheim geblieben ist. Das halte ich für einen Nachteil langfristig gesehen. Mag Schulen geben, wo das anders ist, aber Beförderungen werden bei uns üblicherweise nicht an Teilzeitkräfte vergeben, da es meist um Zusatzaufgaben handelt

    Außerdem muss man dann auch plötzlich die Kinderbetreuung wuppen. Da ist ein plötzliches Aufstocken dann doch oft nicht so einfach.

  • Interessant, wie man mit ein und derselben Äußerung zum Thema "Teilzeit" sowohl einer Vollzeit- als auch einer Teilzeitkollegin gleichzeitig auf den Schlips treten kann.

    Das geht wohl nur in einem Internetforum!

    The pen is mightier than the sword.

    - Edward Bulwer-Lytton

  • Hier gibt es außer Schulleitung und Lehrerausbildung keinerlei Aufstiegschancen an der Grundschule. Da ist es egal wie lange ich raus bin und ob Voll- oder Teilzeit.

    Es zwar kein richtiger beruflicher Aufstieg aber bei uns ist schon deutlich, dass viele Teilzeitkräfte sich eher zurückhalten und bestimmte Aufgaben eher von Vollzeitkräften übernommen werden. Das macht zwar finanziell keinen Unterschied aber in Sachen Selbstverwirklichung haben Teilzeitkräfte manchmal andere Schwerpunkte als Vollzeitkräfte. In der Regel macht man ja auch Teilzeit, weil man Zeit für etwas außerhalb der Schule haben will. Und wenn ich nebenbei meine Familie manage steht Schule vielleicht unbedingt so im Vordergrund wie bei einer Vollzeitkraft.

  • Es zwar kein richtiger beruflicher Aufstieg aber bei uns ist schon deutlich, dass viele Teilzeitkräfte sich eher zurückhalten und bestimmte Aufgaben eher von Vollzeitkräften übernommen werden. Das macht zwar finanziell keinen Unterschied aber in Sachen Selbstverwirklichung haben Teilzeitkräfte manchmal andere Schwerpunkte als Vollzeitkräfte. In der Regel macht man ja auch Teilzeit, weil man Zeit für etwas außerhalb der Schule haben will. Und wenn ich nebenbei meine Familie manage steht Schule vielleicht unbedingt so im Vordergrund wie bei einer Vollzeitkraft.

    Aber das ist doch mein persönliches Problem, wenn ich mich so entscheide. Ich habe auch nur ca. 60% gerade und die komplette IT der Schule und sämtliche Administration unter mir, da ging es einfach um Wissen, was ich hatte (auch wenn mein Bruder immer sagt, ich bin die Einäugige unter den Blinden) und andere nicht.


    Hat natürlich auch Nachteile, dass ich manchmal nachmittags sehr lange in der Schule bin, aber auch den Vorteil, dass ich dafür 3 Stunden Unterricht weniger habe und einen Teil der Arbeit eben oft auch von zuhause machen kann (und wenn endlich der Teamviewer überall drauf ist, dann noch viel mehr).

  • Aber das ist doch mein persönliches Problem, wenn ich mich so entscheide. Ich habe auch nur ca. 60% gerade und die komplette IT der Schule und sämtliche Administration unter mir, da ging es einfach um Wissen, was ich hatte (auch wenn mein Bruder immer sagt, ich bin die Einäugige unter den Blinden) und andere nicht.

    Es geht ja auch nicht um dich persönlich. Es gibt sicherlich viele aktive Teilzeitkollegen und es gibt viele Vollzeitkollegen, die sich nicht für die Schule interessieren. Aber in der Tendenz ist zu mindestens bei uns so, dass eher die Vollzeitkollegen auf jeder Hochzeit tanzen oder eigene Schwerpunkte entwickeln während sich die Teilzeitkollegen da eher zurückhalten. Das ist kein Vorwurf sondern nur einfach die Feststellung, dass die Wichtigkeit von Schule in meinem Leben bei Vollzeitkräften wahrscheinlich anders ist als bei Teilzeitkräften.

  • Wenn man eine/n Partner/in hat und Kinder, dann teilt man die drei Aufgaben Geldverdienen, Kinderbetreuung und Haushalt doch so auf, dass einerseits ein Optimum in allen drei Bereichen erreicht wird im Sinne von "ist gesichert / wird erledigt" und gleichzeitig beide Partner dies mittragen. Wenn nun noch der Faktor "berufliche Selbstverwirklichung" hinzukommt, dann ist das für mich noch die mit den meisten Unwägbarkeiten versehene Komponente. Und daher stellt sich für mich die Frage, ob neben den drei genannten Aufgaben die Selbstverwirklichung beider Partner tatsächlich realisierbar ist.

    Die Betonung der Wichtigkeit finanzieller Unabhängigkeit im Falle einer Trennung kann ich nicht nachvollziehen - vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich drei Besoldungsstufen über meiner Frau stehe - also wie oben im Thread angesprochen "weitergekommen" bin.

    Für mich stellt sich da so dar, dass weder meine Frau und ich unabhängig sind, ganz gleich was wir verdienen, da wir gemeinsam diese drei Kinder haben wollten und gemeinsam für sie verantwortlich sind - in welcher Konstellation auch immer. Und im Falle einer Trennung müssen die Kinder auch irgendwo leben - sei es in einem festen Modell oder in einem Wechselmodell, wobei Letzteres sicherlich das finanziell herausforderndere Modell ist, weil beide Partner ausreichend großen Wohnraum benötigen. Auch dann bleiben die drei Aufgaben zu erfüllen.

  • Es geht ja auch nicht um dich persönlich. Es gibt sicherlich viele aktive Teilzeitkollegen und es gibt viele Vollzeitkollegen, die sich nicht für die Schule interessieren. Aber in der Tendenz ist zu mindestens bei uns so, dass eher die Vollzeitkollegen auf jeder Hochzeit tanzen oder eigene Schwerpunkte entwickeln während sich die Teilzeitkollegen da eher zurückhalten. Das ist kein Vorwurf sondern nur einfach die Feststellung, dass die Wichtigkeit von Schule in meinem Leben bei Vollzeitkräften wahrscheinlich anders ist als bei Teilzeitkräften.

    Genau, das ist ihre persönliche Entscheidung sich zurückzuhalten, da kann man dann aber auch nicht sagen, man konnte sich in Teilzeit nicht entwickeln, wenn man es selber nicht wollte!

  • Ja, im Lehrerberuf kann man gut und schnell Stunden aufstocken. Aber der Mann ist beruflich voran gekommen, während man daheim geblieben ist. Das halte ich für einen Nachteil langfristig gesehen. Mag Schulen geben, wo das anders ist, aber Beförderungen werden bei uns üblicherweise nicht an Teilzeitkräfte vergeben, da es meist um Zusatzaufgaben handelt

    Außerdem muss man dann auch plötzlich die Kinderbetreuung wuppen. Da ist ein plötzliches Aufstocken dann doch oft nicht so einfach.

    Ich kenne kaum KuK, deren Partner*innen beuflich "vorangekommen" sind, während sie in Elternzeit zuhause waren oder Teilzeit gearbeitet haben. Mag daran liegen, dass ich eh kaum wen kenne, der/die in den letzten Jahren "aufgestiegen" ist ;-) . Abgesehen von einigen KuK, die bei uns in den letzten Schuljahren eine A14-Stelle erhalten haben und unseren neuen Schulleiter, aber deren Partner*innen arbeiten meines Wissens ebenfalls Vollzeit oder schon seit Jahren Teilzeit (also ist dieser "Aufstieg" nicht passiert, während der/die Partner*in gar nicht gearbeitet hat).


    Wir haben an unserer Schule mehrere Teilzeitkräfte in A14-Stellen. Beispielsweise hat unsere stellvertretende Abteilungsleiterin diese Stelle vorletztes Jahr bekommen, obwohl sie seit der Geburt ihrer Tochter vor vier Jahren Teilzeitkraft ist. Und ich kenne sogar Lehrkräfte und andere Beamten/Beamtinnen, die als Teilzeitkraft mehr verdienen als ihr Vollzeit arbeitenden Partner*innen 8).

  • Es geht ja auch nicht um dich persönlich. Es gibt sicherlich viele aktive Teilzeitkollegen und es gibt viele Vollzeitkollegen, die sich nicht für die Schule interessieren. Aber in der Tendenz ist zu mindestens bei uns so, dass eher die Vollzeitkollegen auf jeder Hochzeit tanzen oder eigene Schwerpunkte entwickeln während sich die Teilzeitkollegen da eher zurückhalten. Das ist kein Vorwurf sondern nur einfach die Feststellung, dass die Wichtigkeit von Schule in meinem Leben bei Vollzeitkräften wahrscheinlich anders ist als bei Teilzeitkräften.

    Das ist zumindest bei uns nicht der Fall. Bei mir an der Schule arbeitet der Großteil der KollegInnen Teilzeit. Wirklich volle Stundenzahl arbeiten ca 20% des Kollegium. Gar nicht so selten sind es Teilzeit KollegInnen, die sich in "ihrem" Bereich besonders engagieren und natürlich profitiert die Schule davon, dass bei Schulaktionen und Festen immer ALLE KollegInnen eingeplant sind.

    Ich finde das ein schwieriges Thema. Ich für mich bin auch so mit meiner Arbeitsbelastung (20 von 28Std) am Limit und zu den Stoßzeiten wie jetzt vor den Ferien würde wirklich kein winziges bisschen mehr gehen. Wenn man keine Kinder hat, sagt es sich so einfach, dass Teilzeit sich nicht lohnt und man es deshalb nicht macht. Aber die allermeisten haben ja einen guten Grund, dass sie eben nicht Vollzeit arbeiten können /wollen.

    Ein großes Problem im Gegensatz zu früher ist ja auch einfach der Ganztagsbetrieb mit vorgegebener Mittagspause für die Schüler, die dazu führt, dass Lehrkräfte da Leerlauf haben und über keinen angemessenen Arbeitsplatz in der Schule verfügen.

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