Auf internationaler Ebene herrscht Anarchie, Insofern also genau das, was du gut findest: das Recht des Stärkeren.
Dazu, was ich gut finde, habe ich überhaupt nichts geschrieben, aber das weißt du auch, ich habe nur ein Muster kritisiert, in das dein Kommentar genau passt:
Immer, wenn etwas in der Welt passiert, kommt aus Deutschland moralische Empörung, die sehr gerne über die komplexe Situation vor Ort hinwegsieht und einfache, prinzipielle Standpunkte einnimmt. Wenn dann Inhaltliche Hinweise darauf kommen, dass man es sich zu einfach macht, entzieht man sich der Diskussion durch Rückzug auf moralische Prinzipien, die gleichzeitig aber keinerlei Verantwortung für die Folgen übernehmen, wenn man sich tatsächlich an diese Prinzipien halten würde.
Spinnen wir das nun weiter. Wenn China, Russland, Nordkorea und die USA zeitlich parallel ihre Interessen militärisch durchsetzen, was bedeutet das dann für die Welt?
Kann sich Taiwan nach wie vor sicher sein, dass es im Invasionsfall unterstützt wird?
Russland, China, Nordkorea und Iran setzen ihre Interessen längst militärisch durch, das was dort weitere Eskalationen verhindert sind sicher keine moralisch-rechtlichen Bedenken dieser Regime, sondern einzig die Grenzen ihrer Möglichkeiten und die werden hauptsächlich durch die USA gezogen. Ohne den US-Schutz wäre Taiwan längst durch China besetzt, ohne die US Unterstützung in den ersten 2 Kriegsjahren wäre die Ukraine längst gefallen und die Russen stünden am Baltikum. Man kann die Methoden der USA gerne ablehnen. Aber diese abzulehnen, sich selbst aber gleichzeitig aus jeder Verantwortung raus zu nehmen, hat und in Europe in genau die beschissene Situation gebracht, in der wir uns aktuell befinden.