Korrekturwahn an unserer Schule

  • Als ich dann nach 2 Jahren anmerkte, dass die Anreise per privatem PKW für SuS explizit verboten ist,

    Nicht ganz. Der sog. „Wandererlass° sagt:

    6.2 Die Beförderung von Schülerinnen und Schülern mit privaten Kraftfahrzeugen ist wegen der damit verbundenen Risiken grundsätzlich nicht zulässig. Abweichungen hiervon können nur in begründeten Ausnahmefällen und mit dem schriftlichen Einverständnis durch die Schulleiterin oder den Schulleiter zugelassen werden. [...]


    Mit Verweis auf die Instrumente hätte man durchaus eine Ausnahme beantragen können, anstatt sich auf krumme Deals einzulassen.

  • Nein, nein: Es geht hier nicht direkt darum, dass ich ANGST habe, eine Note zu bilden. Es geht darum, dass es die perfide Art von Kollegen ist, bei wenig geschriebenen Tests lautstark zu verkünden, Kollege XY hält sich nicht an Beschlüsse und sei unfair in seiner Bewertung.

    Es ist doch egal, wer, was behaupted. Du legst deine Note fest und kansnt die auch gegen Widerspruch und Beschwerden von Eltern nachvollziehbar begründen. Deine Kollegen haben dir da gar nichts reinzureden. Wenn dein SL glaubt, du hast gegen Beschlüsse verstossen, kann er dir das sagen und eine Dienstanweisung erteilen und du kannst dann ggfs. die vorgesetzte Dienststelle einschalten. Dann wird sich das erledigt haben.

  • Sonstige Leistungen (40%)

    Kursarbeiten (40%)

    Ritual-Tests (nochmals 20%)

    Die von mir beschriebenen Tests wurden aus den sonstigen Leistungen herausgelöst und bilden einen eigenen Bewertungsbereich.

    Wo ich mich wiederum die Frage stelle, ob dies rechtens ist.

    Schau in die Prüfungsordnung. Da steht etwas davon das beide Teile „angemessen“ zu berücksichtigen sind. Sind 40% noch angemessen? Weiß ich nicht. Aber kann man ja mal nachfragen.


    Und auch bezüglich der Tests schaute ich mal in die Prüfungsordnung. Wenn da von „gelegentlichen schriftlichen Übungen“ die Rede ist, könnte sich daraus auch eine interessante Nachfragen ergeben.

    „Fakten haben keine Lobby.“


    (Sarah Bosetti)

    2 Mal editiert, zuletzt von O. Meier ()

  • Mit Verweis auf die Instrumente hätte man durchaus eine Ausnahme beantragen können, anstatt sich auf krumme Deals einzulassen.

    Wie Du richtigerweise sagst, wäre das eine Möglichkeit gewesen, diese wurde aber nicht genutzt. Stattdessen ein krummer Deal, der im Zweifelsfall gar kein Deal gewesen wäre, weil nicht belastbar.


    Darüber hinaus halte ich aber auch die Beanspruchung einer Ausnahmeregelung in diesem Fall für kritisch: Die Ressourcen (in Bezug auf Personenplätze und Stauraum) der privaten PKW der SuS waren regelmäßig eingeplant, um einen kleineren Bus buchen zu können und damit Kosten zu sparen. Das würde dann, wenn es hart auf hart käme, ziemlich eng...

  • Das mache ich ja schon. Nur heißt es dann später: "So wenig geschriebene Tests? Wie willst du denn deine Note rechtfertigen?"

    Na und? Das kannst du doch ignorieren. Was sollte dir denn passieren? Du kannst deine Note ja problemlos auch mit weniger Tests begründen, also läuft das Argument ins Leere. Du kannst ja mit den Schultern zucken, oder wie oben schon angemerkt sagen "lass das mal meine Sorge sein." Oder du sagst: "Ich liebe einfach diesen Nervenkitzel."


    Wenn du Lust hast, kannst du ja mal eine Statistik führen: Die Testnoten alle in Excel eingeben und sukzessive den Durchschnitt, also die "Ritual-Note" pro Schüler*in in Abhängigkeit von der Testanzahl berechnen lassen. Grafisch darstellen, wie sich diese Ritualnote im Lauf des Schuljahres entwickelt. Den Kolleg*innen anhand des Graphen (oder auch anhand der Zahlenwerte auf mehrere Nachkommastellen genau, wie's beliebt) zeigen, ab welchem Tag im Jahr - nach wieviel 100 Tests also ;) - dieser Graph nahezu waagrecht verläuft, die Ritual-Note und damit Zeugnisnote also nicht weiter beeinflusst wird, wenn man noch mehr Tests schreibt.

  • Hierzu noch:

    Aber am Ende ist es ein Anrennen gegen eine Wand

    Du musst den Fachschaftsbeschluss nicht kippen, wenn du die Energie dazu nicht hast. Du kannst auch einfach erstmal dein Ding machen und nur 180 statt 750 Tests schreiben. Ich vermute, da passiert dir genau gar nichts, außer plötzlich wieder mehr Zeit zum Leben zu haben. Auch andere User hatten schon gute Ideen zur Reduktion der Arbeitsbelastung, selbst wenn du den Testrhythmus beibehältst. Trage einfach das System nicht weiter in der Form mit, in dem Rahmen, der dir zur Verfügung steht. Das muss ja nicht unbedingt alles gegenüber der Fachschaft kommuniziert werden.


    An Schulen gibt es keine Fachschaften. Die gibt es nur an Hochschulen und Universitäten.

    Das ist in dieser Pauschalität falsch, wenn du für ganz Deutschland sprichst. In Bayern gibt es Fachschaften auch an mindestens einer Schulform, den Gymnasien: https://www.isb.bayern.de/schu…schaftsleitung-gymnasium/

    Und in Baden-Württemberg gibt es sie auch, das schrieb aber weiter oben schon jemand.

  • Zitat

    Aufbauend auf der Veranstaltung „Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten - vorbeugen, diagnostizieren und fördern“ möchte diese Fortbildung einzelne Lehrkräfte oder auch eine ganze Fachschaft beim Verfassen eines LRS-Konzepts unterstützen.


    Quelle: https://www.lehrerfortbildung.…fA21ntoizMnVjnv-z40Ps6sTA

    #Zesame:!:


    Konzentrieren Sie sich ganz auf den Text, wenden Sie das Ganze auf sich selbst an. (J.A. Bengel)

  • Ich muss zugeben, ich habe in meinen 5. und 6. Klassen auch 1x die Woche einen Test geschrieben, nur eben immer in Stressphasen gelost (die Kids losen lassen), welche ich denn einsammele. Und eben nur 1x1-Aufgaben. Klar, das war lästig zu korrigieren - aber zumindest haben ein paar Kids jetzt ein bisschen mehr Routine im Rechnen. Und mit 20 Aufgaben / 5 Minuten war das noch akzeptabel im Korrekturaufwand.

    Gleichermaßen - ich verstehe, was du meinst. Mein System war für mich gut - eben weil es mein System ist, und ich mich bewusst dafür entschieden habe. Das aufgezwungen zu bekommen, stelle ich mir schwer vor - bzw. ich würde versuchen, mich zu weigern.

    In Sprachen ist das aber "normal" - Stichwort Vokabeltests. Warum sollte es das in Mathe nicht sein?

    Die Bewertung und den Umfang finde ich daneben - aber es ist schwierig, sich gegen alt-eingesessene Kollegen zu stellen. Besonders, wenn man noch neu ist.

    Ist es vielleicht möglich, ein "Mittelding" zu nehmen? Denn mit Tests ist es (in der Sek II) auch manchmal möglich, noch einmal Motivation zu schaffen. Da sonst in Arbeiten oft auch schlechte Noten geschrieben werden, und dann bei einer Abfrage von 10x ganzrationale Funktionen ableiten dann auf einmal auch viele mal gute Noten schreiben - und das ist in Mathe leider selten. Würde für mich bedeuten - weg von 40 Aufgaben, und vielleicht einfach im Rahmen von "täglichen Übungen", wie sie zu meiner Schulzeit hießen. Jeder hat ein Blatt, auf dem nur Ergebnisse notiert werden, die Lehrkraft stellt 5 Aufgaben zum Kopfrechnen, 5 Minuten. Und dann wird gelost, wessen TÜ denn bewertet wird.

    Nimmt vielleicht etwas Druck raus.

    ... und bei uns an der Schule gibt es auch Fachschaften für alle Fächer. Vielleicht ist das einfach nur regional unterschiedlich, wie die Fachgruppen genannt werden? Bei uns sind "Fachschaft" / "Fachgruppe" in der Regel synonym verwendet.

  • Geht's noch? Einfach nicht machen und fertig. Schau das Mindestmaß an Klassenarbeiten/Klausuren in der NVO nach und gut ist. Seit wann kann die Fachschaft vorschreiben, wie viele Tests zu zu schreiben hast? Da würde mich doch mal die Rechtsgrundlage interessieren...

  • Zitat pancakeDa sonst in Arbeiten oft auch schlechte Noten geschrieben werden, und dann bei einer Abfrage von 10x ganzrationale Funktionen ableiten dann auf einmal auch viele mal gute Noten schreiben - und das ist in Mathe leider selten.


    Tests zu Trainingszwecken finde ich auch manchmal angebracht, aber doch nicht, um gute Noten zu kreieren, die sonst nicht so gut wären. Dazu dienen mündliche Äußerungen, die man (unabhängig von der Bringschuld) auch in der SII mal explizit einfordern kann. Die sonstige Mitarbeit geht gleichrangig mit den Klausuren in die Note ein.

    So ein 10maliges Ableiten macht auch in einem Test nicht aus einer mangelhaften Leistung eine gute.

    Die Weisheit des Alters kann uns nicht ersetzen, was wir an Jugendtorheiten versäumt haben. (Bertrand Russell)

  • Und was schreibt man als Begründung in den Versetzungsantrag?

    "Ich will weg!" 😉


    "Ich bitte um Versetzung, da ich mich persönlich und pädagogisch weiterentwickeln möchte. Daher schlage ich Schule xyz vor, da ich denke, dass ich mich dort gut ins Konzept xyz eibringen könnte, da ..."

    (oder so ähnlich)

  • "Ich bitte um Versetzung, da ich mich persönlich und pädagogisch weiterentwickeln möchte."

    Oh jeh, oh jeh! Ich bin der Meinung, dass man immer die Wahrheit sagen und damit authentisch bleiben sollte.

    Ich würde irgendetwas mit "Erweiterung der pädagogischen Erfahrungen..." formulieren. Da setzt man sich nicht so in Zugzwang, dass man dann was besonderes liefern möchte. "Weiterentwicklung" bedeutet im schulischen Zusammenhang immer Mehrarbeit.8)

  • Hast Du in der Angelegenheit Dich Mal an den für Dich zuständigen BPR gewandt?

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

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