Realschule geht aber immer noch, auch bei De 4, Ma 4.
Von den formalen Vorgaben mal abgesehen, findest du das auf Basis deiner Erfahrungen sinnvoll?
Realschule geht aber immer noch, auch bei De 4, Ma 4.
Von den formalen Vorgaben mal abgesehen, findest du das auf Basis deiner Erfahrungen sinnvoll?
Von den formalen Vorgaben mal abgesehen, findest du das auf Basis deiner Erfahrungen sinnvoll?
Natürlich nicht. Vereinzelte Eltern haben ihr Kind sogar mit diesen Noten auf dem Gymnasium angemeldet, daher kam die Änderung seit letztem Schuljahr. Auch weil wir wieder zu G9 zurück sind, wurde ein Run auf die Gymnasien befürchtet.
Es ist gut, dass die formale Rolle der Grundschulempfehlung in BW wieder gestärkt wurde. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass ein erheblicher Teil aller Eltern nicht die Kompetenz mitbringt, um selbst die geeignete weiterführende Schulform für ihre Kinder zu bestimmen. Aber es war gut, dass die Erfahrung auf Landesebene gemacht wurde, um darauf basierend entsprechende Schlüsse ziehen zu können.
Wiederholung in Klasse 4 passiert eigentlich nicht. Wer so schlecht ist, dass er vmtl. in KLasse 4 versetzungsgefährdet ist, dem raten wir, Klasse 3 zu wiederholen, was jedes Jahr auch vereinzelt angenommen wird.
Eben, das dürfte überall so sein. Ab Klasse 3 wird's inhaltlich schwieriger und es wird auch schon im Frühjahr beraten, wem welche Schulart empfohlen wird. Da gibt es keine Überraschungen mehr im vierten Schuljahr.
Die Kinder mit Lernförderbedarf fallen auch noch (wesentlich) früher auf. Bei einem IQ von unter 80 ist das auch völlig klar.
Edit: Zauberwald , was wurde bei euch geändert, was ist das mit dem Kompass?
In BW entscheiden nicht mehr die Eltern alleine unabgängig von der Empfehlung der Lehrer. Man hat aber auch nicht dazu zurückgewechselt, dass allein die Lehrerempfehlung gilt.
Es gibt jetzt drei Komponenten: Elternwunsch/-Meinung, Lehrermeinung und den Übertrittstest Kompass 4. Wenn Eltern und Lehrer sich nicht einig sind, ist das Abschneiden bei Kompass 4 entscheidend dafür, ob das Kind am Gymnasium angemeldet werden darf. Wenn sie sich einig sind, ist das Ergebnis bei Kompass 4 egal.
Eben, das dürfte überall so sein. Ab Klasse 3 wird's inhaltlich schwieriger und es wird auch schon im Frühjahr beraten, wem welche Schulart empfohlen wird. Da gibt es keine Überraschungen mehr im vierten Schuljahr.
Die Kinder mit Lernförderbedarf fallen auch noch (wesentlich) früher auf. Bei einem IQ von unter 80 ist das auch völlig klar.
Edit: Zauberwald , was wurde bei euch geändert, was ist das mit dem Kompass?
Ich bin zwar nicht Zauberwald, kann aber auch helfen.
Einige Jahre lang gab es eine unverbindliche Empfehlung, die Eltern entschieden, ob Gymnasium oder Realschule oder Werkrealschule oder ...
Jetzt müssen 2 Punkte für Gymnasium erfüllt sein, Empfehlung der Grundschule, Elternwille, landesweiter Test genannt Kompass. Wenn Empfehlung der Grundschule und Kompass nicht Gymnasium empfehlen, Eltern es aber partout wollen, können die Kinder zusätzlich am Gymnasium Tests ablegen, den wir korrigieren.
Zahlen bei uns, früher hatten wir ca. 20 % ohne Gymnasialempfehlung, davon ein Viertel nur mit Werkrealschule oder gar Förderschule. Das ist jetzt nur extrem selten noch der Fall (und dann knapp zwischen Realschule und Gymnasium, ca. 2 von 100 kommen dank dieses Test zu uns).
Früher verloren wir die 20 % bis Ende der Unterstufe, oft erst nach zweimaligen Nichtversetzung, die mit Werkrealschulempfehlung schafften selten die 5. Klasse, die mit Realschulempfehlung konnten sich mit schlechten Noten durchwursteln bis die 2. Fremdsprache begann. Jetzt kommt dies viel seltener vor. Die Kolleginnen der Grundschule lagen mit der Empfehlung richtig.
In BW entscheiden nicht mehr die Eltern alleine unabgängig von der Empfehlung der Lehrer. Man hat aber auch nicht dazu zurückgewechselt, dass allein die Lehrerempfehlung gilt.
Es gibt jetzt drei Komponenten: Elternwunsch/-Meinung, Lehrermeinung und den Übertrittstest Kompass 4. Wenn Eltern und Lehrer sich nicht einig sind, ist das Abschneiden bei Kompass 4 entscheidend dafür, ob das Kind am Gymnasium angemeldet werden darf. Wenn sie sich einig sind, ist das Ergebnis bei Kompass 4 egal.
Es gibt noch eine 4. Komponente, Tests am Gymnasium im Frühjahr kurz vor der Anmeldung . Allerdings schaffen dies bei uns nur wenige.
Edit: Zauberwald , was wurde bei euch geändert, was ist das mit dem Kompass?
Bereits im November schreiben die Viertklässer je einen schriftlichen Test in Deutsch und Mathe, ähnlich wie Vera. Ich musste die Lösungen online eingeben (soll aber bald so sein, dass die Schüler die Fragen digital beantworten) und dann erhält jedes Kind das Ergebnis, d.h. je nach Umfang der richtigen Lösungen bekommt man die Empfehlung für Gymnasium, Realschule usw. Das hat sich wirklich zu ca. 90 % mit dem gedeckt, wie ich die Kinder einschätze. Zusätzlich zu dem Kompasstest gibt es wie gehabt die Grundschulempfehlung der Lehrkräfte. Diese richtet sich unter anderem auch nach den Leistungen in De und Ma. Fürs Gymnasium braucht man als Durchschnittsnote in De und Ma 2,5 (was wir alle viel zu schlecht finden). Möchte sich der Schüler am Gymnasium anmelden, braucht er mindestens eine positive Rückmeldung dazu, entweder hat er den Kompasstest fürs Gymnasium bestanden oder er hat die Empfehlung der Schule.
An den anderen Schulformen kann man sich mit der Grundschulempfehlung weiterhin so anmelden, egal was draufsteht. Zwischen 2012 und 2025 konnte sich jede/r am Gymnasium anmelden und die Noten spielten keine Rolle. Davon ist man wieder abgekommen. An den Realschulen kann man sich noch mit der Hauptschulempfehlung anmelden. Das machen aber wenige und wählen gerne die Gemeinschaftsschule.
Es gibt noch eine 4. Komponente, Tests am Gymnasium im Frühjahr kurz vor der Anmeldung . Allerdings schaffen dies bei uns nur wenige.
Du meinst den Potentialtest. Da haben unsere Eltern mit dem Kopf geschüttelt und abgelehnt, auch wenn sie enttäuscht waren, dass das Kind nicht aufs Gymnasium kommt. Noch einen Test schreiben, das wollten sie den Kindern nicht antun. Bis zur Grundschulempfehlung haben wir schon genug Arbeiten geschrieben, dann noch Kompass und weil wir Lehrkräfte nicht wissen, was bei Kompass drankommt, haben wir v.a. in Mathe auch ganz schön Gas gegeben. Das 1. Halbjahr in Klasse 4 ist eigentlich entscheidend, das ist vielen zunächst nicht so bewusst und plötzlich steht der Übertritt vor der Tür. Unsere Eltern sind eigentlich sehr vernünftig und loben das Bildungssystem, in dem man auch auf anderen Wegen zum Abitur gelangen kann. Oder sie wollen einfach, dass das Kind glücklich wird und unterstützen sportliche "Karrieren", die manche anstreben (Nachwuchsspieler beim VfB oder Balletttänzerin).
Du meinst den Potentialtest. Da haben unsere Eltern mit dem Kopf geschüttelt und abgelehnt, auch wenn sie enttäuscht waren, dass das Kind nicht aufs Gymnasium kommt. Noch einen Test schreiben, das wollten sie den Kindern nicht antun. Bis zur Grundschulempfehlung haben wir schon genug Arbeiten geschrieben, dann noch Kompass und weil wir Lehrkräfte nicht wissen, was bei Kompass drankommt, haben wir v.a. in Mathe auch ganz schön Gas gegeben. Das 1. Halbjahr in Klasse 4 ist eigentlich entscheidend, das ist vielen zunächst nicht so bewusst und plötzlich steht der Übertritt vor der Tür. Unsere Eltern sind eigentlich sehr vernünftig und loben das Bildungssystem, in dem man auch auf anderen Wegen zum Abitur gelangen kann. Oder sie wollen einfach, dass das Kind glücklich wird und unterstützen sportliche "Karrieren", die manche anstreben (Nachwuchsspieler beim VfB oder Balletttänzerin).
Wir haben ca. 20 Kinder pro Potentialtest in den letzten beiden Jahren, ein oder 2 Kinder schaffen es, wir haben ca. 100 Schüler pro Jahrgang, 2 dank Potentialtest. (Es gibt also diese Möglichkeit, unsere Eltern sind nicht alle so vernünftig.)
und was sagt die Statistik über diese 2 Kinder? Schaffen sie die Unter- und Mittelstufe?
Es gibt noch eine 4. Komponente, Tests am Gymnasium im Frühjahr kurz vor der Anmeldung . Allerdings schaffen dies bei uns nur wenige.
Es wäre schön, wenn die Kompetenz der Grundschullehrkräfte mit dem Kompass-Test als Absicherung genügen würde. Die 4. Komponente "braucht" es dann doch nur, weil Lehrkräften trotz Studium, Vorbereitungsdienst und Fortbildungen dann doch nicht zugetraut wird, profunde Entscheidungen zu treffen. Und weil zu viele Eltern den Gymnasialübertritt immer noch als Goldstandard betrachten - unabhängig von dem, was ihre Kinder tatsächlich können (bzw. nicht können).
und was sagt die Statistik über diese 2 Kinder? Schaffen sie die Unter- und Mittelstufe?
Wie will man darüber jetzt schon eine Statistik haben? Die sind höchstens in der sechsten Klasse.
Es wäre schön, wenn die Kompetenz der Grundschullehrkräfte mit dem Kompass-Test als Absicherung genügen würde. Die 4. Komponente "braucht" es dann doch nur, weil Lehrkräften trotz Studium, Vorbereitungsdienst und Fortbildungen dann doch nicht zugetraut wird, profunde Entscheidungen zu treffen. Und weil zu viele Eltern den Gymnasialübertritt immer noch als Goldstandard betrachten - unabhängig von dem, was ihre Kinder tatsächlich können (bzw. nicht können).
Grundschulen sind nicht alle gleich, in manchen sind die Anforderungen höher.
Aber wie geschrieben, es schaffen nur wenige.
Wie will man darüber jetzt schon eine Statistik haben? Die sind höchstens in der sechsten Klasse.
Stimmt sorry, hab die Timeline nicht bedacht.
Wie will man darüber jetzt schon eine Statistik haben? Die sind höchstens in der sechsten Klasse.
Eben, insgesamt 4 Kinder in 2 Jahrgängen. Bisher hat es anscheinend geklappt. Allerdings hat die 2. Fremdsprache erst begonnen, interessant werden die kommenden Jahre.
Meine SL ist selbst interessiert, sie wird vermutlich irgendwann uns Rückmeldung geben.
Lebst du nur in deiner Schule?
Nein. Trotzdem kenne ich die Notenvergabe der zuliefernden Schulen nur von den Noten auf dem Abschlusszeugnis. Und dann auch nur von den SuS, die bei uns landen. Daher kann ich mir da kein Urteil erlauben.
Wir hatten am Gymnasium ja mehrere teilabgeordnete Kollegen an die GS und das hat ein wenig Licht ins Dunkel gebracht. An manchen Ruhrgebietsgrundschulen dürfte man eigentlich große Teile der Jahrgänge nicht versetzen, das aber "geht nicht", weil die Klassen eh schon voll sind, Lehrkräfte fehlen, neue Schüler nachrücken... die laufen also größtenteils durch und gehen dann halt auf die weiterführenden Schulen, die die Eltern für richtig halten. Und dann hat man eben die Zustände, die man hat. Das System krankt auf allen Ebenen.
Bereits im November schreiben die Viertklässer je einen schriftlichen Test in Deutsch und Mathe, ähnlich wie Vera. Ich musste die Lösungen online eingeben (soll aber bald so sein, dass die Schüler die Fragen digital beantworten) und dann erhält jedes Kind das Ergebnis, d.h. je nach Umfang der richtigen Lösungen bekommt man die Empfehlung für Gymnasium, Realschule usw. Das hat sich wirklich zu ca. 90 % mit dem gedeckt, wie ich die Kinder einschätze. Zusätzlich zu dem Kompasstest gibt es wie gehabt die Grundschulempfehlung der Lehrkräfte. Diese richtet sich unter anderem auch nach den Leistungen in De und Ma. Fürs Gymnasium braucht man als Durchschnittsnote in De und Ma 2,5 (was wir alle viel zu schlecht finden). Möchte sich der Schüler am Gymnasium anmelden, braucht er mindestens eine positive Rückmeldung dazu, entweder hat er den Kompasstest fürs Gymnasium bestanden oder er hat die Empfehlung der Schule.
An den anderen Schulformen kann man sich mit der Grundschulempfehlung weiterhin so anmelden, egal was draufsteht. Zwischen 2012 und 2025 konnte sich jede/r am Gymnasium anmelden und die Noten spielten keine Rolle. Davon ist man wieder abgekommen. An den Realschulen kann man sich noch mit der Hauptschulempfehlung anmelden. Das machen aber wenige und wählen gerne die Gemeinschaftsschule.
Mal noch ne Nachfrage bitte. Die 10%, die dich überrascht haben: sehr stark und Abweichungen eher nach oben oder unten?
Verrückt auch mal wieder, dass irgendwer im Ministerium eine tolle neue Idee hat, alle müssen sich danach richten und dann schaut man 10 oder 12 Jahre später, ob die Idee wirklich toll war oder doch nur neu.
Wir hatten am Gymnasium ja mehrere teilabgeordnete Kollegen an die GS und das hat ein wenig Licht ins Dunkel gebracht. An manchen Ruhrgebietsgrundschulen dürfte man eigentlich große Teile der Jahrgänge nicht versetzen, das aber "geht nicht", weil die Klassen eh schon voll sind, Lehrkräfte fehlen, neue Schüler nachrücken... die laufen also größtenteils durch und gehen dann halt auf die weiterführenden Schulen, die die Eltern für richtig halten. Und dann hat man eben die Zustände, die man hat. Das System krankt auf allen Ebenen.
So ist das nämlich. Selbst Grundschulen mit dem besten Sozialindex winken Kinder durch, weil sie sich sonst dort stauen würden.
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