Meckerforum, hier darf alles rein, was doof ist

  • Ja,

    Schularbeitsplan.

    Also, in NDS gibt es ein neues Curriculum für Deutsch (und Mathe und Reli) für kommendes Schuljahr,

    neben etwa 300 anderen Seiten Bestimmungen (Arbeit in der Grundschule, Handreichung DaZ, Handreichung Rechtschreibung … und so weiter).

    Das Land möchte gerne, dass in jeder Schule Lehrkräfte die Kompetenzen aus dem Curriculum abschreiben (in der FoBi wurde heute eine Word-Vorlage geteilt, wo es schon jemand gemacht hat) und dann alles strukturiert und bündelt und für die Jahrgänge aufteilt und Unterrichtsvorhaben zuordnet und Unterrichtseinheiten anhängt.

    Das endet zumeist darin, dass man zu jedem Bereich und zu jedem Jahrgang Tabellen anlegt, in dem die Kompetenzen stehen und die Inhalte und die Methoden und die Materialien … und wenn man gründlich ist, wird es immer mehr und immer länger.

    Weil ich das aber nicht mehr machen will, habe ich die Idee, dass unser Plan anders aussehen soll… irgendwie knapper.

    Letztlich ist es Lesen-Schreiben-Sprechen-Zuhören-Sprachgebrauch… also die üblichen Sachen, es ändern sich hin und wieder die Methoden, das wäre sinnvoll, sich darüber in der FK auszutauschen.
    Man kann auch das dann in den SAP schreiben und mit dem schuleigenen Methodenkonzept und den SAP anderer Fächer abstimmen und verknüpfen.

  • Es ist definitiv aufwendig, ein schulinternes Curriculum zu schreiben, wenn man den Anspruch hat, dass alle Vorgaben abgedeckt werden. In den modernen Fremdsprachen ist das besonders anspruchsvoll, weil durchgehend kommunikative Kompetenzen, Wortschatz und Grammatik und Wissen über den Kulturraum möglichst passend miteinander verflochten werden müssen.

    Arbeitet ihr mit einem Schulbuch? Wenn ja, würde ich es als Grundlage nehmen und schauen, welche Inhalte und welche Methoden aus dem Schulbuch auch im Curriculum enthalten sind. Wenn sie enthalten sind, würde ich sie im Curricula abhaken und ins schulinterne Curriculum so übernehmen wie es im Schulbuch vorgeschlagen wird. Was dann übrig bleibt, sind die Inhalte und Methoden, die zwar curricular gefordert, aber nicht durch das Schulbuch abgedeckt sind. Im Idealfall sind das nicht mehr so viele und die würde ich dann an passenden Stellen im schulinternen Curriculum einfügen.

    Ihr könnt ja überlegen, wie detailliert das schulinterne Curriculum formuliert werden soll; ob es genügt "Ganzschrift" zu schreiben oder ob ein konkretes Werk benannt werden soll. Und ob ihr mit konkreten zeitlichen Vorgaben arbeiten wollt oder es dabei belasst, aufzulisten, was bis zum Ende eines Schuljahres unterrichtet worden sein muss.

  • Das ist echt nur eine Mehrarbeitsmaßnahme.

    Bei sowas versteh ich immer nicht, warum nicht eine Gruppe etwas ausführlich ausformuliert und auf alle Jahrgangsstufen sinnvoll aufteilt. Und das dann Landesweit übernommen wird.

    Das klappt bei uns mit den Lehrplänen ja auch.

    Viele Grüße aus dem Süden :wink_1:

  • Sowas kriegt KI aber mittlerweile doch durchaus brauchbar hin. Nicht in Perfektion, aber so, dass die Vorgabe erfüllt ist Papier zu füllen, das sowieso kaum jemand jemals genauer angucken werden wird, bis es durch das nächste ersetzt werden muss...

  • Ich verstehe Palim so, dass sie keine schlauen Tips braucht,

    Danke.

    Eigentlich wollte ich erst mal nur meckern.

    Außerdem hoffe ich noch auf eine Idee für ein schlankes Modell ... oder auf irgendwelche Ideen.

    Es ist nicht so, dass ich es nicht schreiben könnte, ich kann das, ich kann es komplex, verknüpft, übersichtlich ... aber ich WILL das gerade nicht so machen, dass es zig Stunden braucht.

    Es wird noch ein bisschen in meinem Kopf arbeiten ... und in der KI vielleicht auch, aber da sind meine Erfahrungen noch nicht so groß und so gut.

    Am Ende wird es einen Schulplan geben, der schlank ist. Wenn das Motto "Entdecke die Möglichkeiten" heißt... und "mach doch bitte jeder selbst die Arbeit", dann muss die Antwort sein: "Ich habe Möglichkeiten entdeckt, die nicht einer ungeschriebenen Musterlösung entsprechen. Hättet ihr eine Musterlösung haben wollen, hättet ihr sie ja liefern können."

    Und das ist genau das, was mich ärgert und was immer wieder passiert: Man macht sich Gedanken, man passt es an die Schule an, es geht unendlich viel Zeit hinein, und am Ende kommt dann doch wieder eine Vorgabe, die einen dazu zwingt, diese quasi ungeschriebene Musterlösung umsetzen zu sollen.

    Ich brauche keine ständig auf den Kopf gestellte Leistungsbeurteilung, ich brauche keine Vorgaben, die kommen, wenn ich mit der Arbeit zeitnah beginne und mein Prozess an sich abgeschlossen ist, ich brauche auch keine Vorankündigung während des Arbeitsprozesses, dass ich in naher Zukunft etwas ändern wird, das man aber jetzt noch nicht kennt, dann aber berücksichtigen soll. Der Schulplan soll bis zum Sommer fertig sein, während man daran arbeitet, werden FoBi zum Ende des Schuljahres ausgelobt und in der FoBi dann ein Leitfaden angekündigt (ohne Zeit, ohne Inhalt), der angibt, wie so ein Schulplan aussehen soll - also NACH Erstellen des Plans. Irgendwie ist das kafkaesk.

    Je länger ich dabei bin, desto mehr werde ich Verfechterin eines Masterplans. Da steht drin, was wir mit bestehenden (nicht vorhandenen/ ausreichenden Ressourcen) in Zukunft machen wollen. Und es verschiebt sich einfach immer weiter nach hinten, je schlechter wir ausgestattet sind und je mehr andere Aufgaben dazwischengesteckt werden.

  • Ich nehme öffentlich geäußertes Unbehagen so wahr, dass zumindest nebenrangig entweder eine Lösung für besagtes Unbehagen durch Dritte oder die Positionierung Dritter zu einer selbstgefundenen Lösung für besagtes Unbehagen gewünscht wird.


    Es ist verständlich, dass man sich als Lehrkraft bisweilen eine konkrete Musterlösung statt einer Kollektion loser Konzepte von Staatsseite wünscht. Wobei ich dich so verstehe, dass dich im vorliegenden Fall weniger stört, dass eine konkrete Musterlösung fehlt, als dass eine Musterlösung selbt erarbeitet werden muss und dann im Nachhinein, wenn die Arbeit investiert wurde, die Musterlösung von Staatsseite nachgereicht wird, und damit quasi die zuvor investierte Arbeit abgewertet wird, oder?

    Ich sehe es so: Es wird sich oft über überbordende Bürokratie beklagt. Dann ist es natürlich kontraproduktiv, wenn der Staat viele Vorgaben macht und damit mehr Bürokratie erzeugt. Diese wird eher dann reduziert, wenn der Staat nur grobe Rahmenbedingungen vorgibt und die detailliere Umsetzung den Bürgern (m/w/d), hier den einzelnen Schulen in Form der Lehrkräfte, überlässt. Zudem habe ich meine Zweifel, ob sich akademischer Anspruch und Höhe der Besoldungsgruppe von Lehrkräften rechtfertigen lassen, wenn der Staat bereits konkrete Detailvorgaben macht, die nicht interpretiert werden, sondern 1 zu 1 umgesetzt werden müssen.

  • Wie viele Seiten lang ist denn euer alter SAP in Deutsch? Damit wir mal ein Gefühl dafür bekommen, was schlank für dich bedeuten kann.

    Wenn wir unser Schulcurriculum kurz halten, teilen wir die verpflichtenden Inhalte aus den Bildungsplänen auf die Jahrgänge auf und notieren in einer zweiten Spalte welche Kompetenzen (ebenfalls aus dem Bildungsplan) man an der jeweiligen Stelle entwickeln oder üben kann.

    LG DFU

  • Zudem habe ich meine Zweifel, ob sich akademischer Anspruch und Höhe der Besoldungsgruppe von Lehrkräften rechtfertigen lassen, wenn der Staat bereits konkrete Detailvorgaben macht, die nicht interpretiert werden, sondern 1 zu 1 umgesetzt werden müssen.

    An anderer Stelle lobst du jeden Beitrag, der darauf verweist, wie effektiv der Sächsische und der Bayerische Lehrplan sind, die mit ihrer Fülle und Detailtreue im Gegensatz zum "Kompetenzplan" offenbar dazu nötigen, mehr zu schaffen. Es ergibt manchmal Sinn, bestimmte Arbeit nur einmal zu machen, denn es entsteht kein Mehrwert allein dadurch, dass sie mehrfach an verschiedenen Orten gleichzeitig erledigt wird.

    Ich hoffe natürlich, dass du uns nun nicht Kompetenz und Besoldung absprichst, weil wir nicht jedes Jahr selbst einen neuen, ganz privaten Lehrplan entwerfen müssen:danke:

  • Bayern und Sachsen schneiden überdurchschnittlich gut in Leistungsvergleichsstudien ab, das stimmt. Ob das an den Lehrplänen liegt, kann ich nicht abschließend beurteilen.

    Dennoch müssen sich beide Punkte nicht widersprechen. Ein weniger detaillierter Lehrplan muss nicht automatisch zu einem niedrigeren Anforderungsniveaus in der Unterrichtspraxis führen.

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