Maßnahmen zur Unterrichtsversorgung NRW (Grundschule und Sek I Schulen)

  • Für Schulen wäre es sicher auch attraktiv, sich LA-Mangelfachkandidaten in gleicher Weise bereits vor Ausbildungsbeginn "sichern" zu können, wie es bei Seiteneinsteigern der Fall ist.

    Das macht man dann ja teilweise hinten rum. Haben schon öfter Vertretungslehrer*innen gehabt, die ihr 1. StEx/ Master noch nicht hatten. Wenn die gut waren, hat die Schulleitung das oft hinbekommen, dass sie von einem Seminar in der Nähe (wir haben Refs meist von 2, manchmal einem 3. Seminar) auch an unsere Schule geschickt wurden. Und die sind dann auch oft danach geblieben.

    Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.

  • Was ich auch komisch finde: als ich vor über 10 Jahren im Ref war wurde sehr genau hingeschaut von den Fachleitern. Etwa 20% der Refis bei uns fielen durch die UPP und durften tlw auch die Staatsarbeit nochmal schreiben. Meist mit der Begründung, dass sie zu theoretisch gewesen wäre. Dazu 2 Jahre Ref, bei Wiederholung nochmal 6-12 Monate länger bei gekürzten Bezügen.


    Heute könnte man den Eindruck haben, dass jeder durchgewunken wird, der eine irgendwie strukturierte Stunde macht.


    Irgendwie auch unfair, oder? Entweder man hat seitens des Landes die Ansprüche oder nicht.

  • Das spiegelt doch nur die Entwicklung unserer eigenen Leistungsbewertung. Die Gymnasiallehrer werden in den anstehenden Zeugnislisten wieder jede Menge 4- vergeben oder von den Kollegen vorfinden, wo doch eigentlich Fünfen stehen müssten. Wir kennen das Spiel doch.

    Von wegen Schuft, ein Zyniker ist ein enttäuschter Idealist!

  • Was ich auch komisch finde: als ich vor über 10 Jahren im Ref war wurde sehr genau hingeschaut von den Fachleitern. Etwa 20% der Refis bei uns fielen durch die UPP und durften tlw auch die Staatsarbeit nochmal schreiben. Meist mit der Begründung, dass sie zu theoretisch gewesen wäre. Dazu 2 Jahre Ref, bei Wiederholung nochmal 6-12 Monate länger bei gekürzten Bezügen.


    Heute könnte man den Eindruck haben, dass jeder durchgewunken wird, der eine irgendwie strukturierte Stunde macht.


    Irgendwie auch unfair, oder? Entweder man hat seitens des Landes die Ansprüche oder nicht.

    Ist das wirklich so?

    Allein in meinem damaligen Kernseminar mit ca. 15 Personen sind zwei durchgefallen. Eine weitere Person aus dem Fachseminar hat (berechtigt) endgültig nicht bestanden, eine weitere Person wurde nicht zugelassen... An der Schule ist in den letzten 3,5 Jahren auch jemand durchgefallen.

    Die Noten meiner mit Refis waren auch breit gestreut.

  • Ist das wirklich so?

    Allein in meinem damaligen Kernseminar mit ca. 15 Personen sind zwei durchgefallen. Eine weitere Person aus dem Fachseminar hat (berechtigt) endgültig nicht bestanden, eine weitere Person wurde nicht zugelassen... An der Schule ist in den letzten 3,5 Jahren auch jemand durchgefallen.

    Die Noten meiner mit Refis waren auch breit gestreut.

    Das war bei mir vor rund 20 Jahren auch so (aus meiner Gruppe fiel einer durch) und ich habe seitdem immer mal wieder gehört, dass Refis durchgefallen sind. Allerdings betraf das nur vereinzelte Refis; so manche/r hat auch schon im Laufe des ersten Ausbildungsjahres die Reißleine gezogen und das Ref abgebrochen (aus eigenen Stücken oder es wurde ihr/ihm nahegelegt).

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Das war bei mir vor rund 20 Jahren auch so (aus meiner Gruppe fiel einer durch) und ich habe seitdem immer mal wieder gehört, dass Refis durchgefallen sind. Allerdings betraf das nur vereinzelte Refis; so manche/r hat auch schon im Laufe des ersten Ausbildungsjahres die Reißleine gezogen und das Ref abgebrochen (aus eigenen Stücken oder es wurde ihr/ihm nahegelegt).

    etwas über ein Jahr her bei mir.

  • Ich möchte dann doch zum Kern des Threads zurückkehren, weil ich zugegebenermaßen noch Verständnisschwierigkeiten bzgl. der angekündigten Maßnahmen habe.


    Bleiben wir auch mal bei grundständigen Lehrern. Nehmen wir an, ein Lehrer für Gy/Ge und A13 interessierte sich für eine Stelle an einer Grundschule.

    Für diesen Fall heißt es im Maßnahmenkatalog:


    "Um die Unterrichtsversorgung an Grundschulen im Land Nordrhein-Westfalen weiterzu berbessern (...), erhalten zukünftig alle Lehrkräftemit der Befähigung zum Lehramt Gy/Ge die Möglichkeit, dauerhaft an einer Grundschule eingestellt zu werden, auch wenn ihre Lehrbefähigungen kein Fach der Grundschule abbilden. Dabei wird die Einstellung mit einer Verpfflichtung zur Nach- bzw. Weiterqualifizierung verbunden, um diese Lehrkräfte im Bereich Grundschuldidakt und -methodik weiter zu qualifizieren. (...) Beginn wird zum 1. Mai 2023 angestrebt.


    Da ergeben sich für mich Folgefragen. Welche Fächer des Lehramts Gy/Ge bilden überhaupt ein Fach der Grundschule ab bzw. tun dies nicht?


    Wie soll die o.g. Weiterqualifizierung aussehen? In welchem Umfang und wo (Seminar)? Kommen weitere Prüfungen, Unterrichtsbesuche o.ä. auf diese Freiwilligen zu?


    Und dann die Besoldung. Frühjahr 2023 ist als Start für diese Maßnahme angepeilt. Die vollständige Besoldungsanpassung an den Grundschulen mit A13 ist erst für 2026 geplant. Wer bereits an der GS mit A12 ist, der bekommt in den nächsten Jahren ansteigende Zulagen. Ein Wechselwilliger von Gy oder Ge verfügt bereits über A13. Im Falle eines Gymnasiallehrers sogar zwingend im höheren Dienst als Studienrat (d.h. mit Strukturzulage). Diese Amtsbezeichnung und die Zugehörigkeit zum höheren Dienst ist allerdings auch weiterhin für die Grundschulen gar nicht vorgesehen. Wie soll das alles gehen?

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    • Offizieller Beitrag

    Wie soll die o.g. Weiterqualifizierung aussehen? In welchem Umfang und wo (Seminar)? Kommen weitere Prüfungen, Unterrichtsbesuche o.ä. auf diese Freiwilligen zu?

    Als ich mich fürs Ref in NRW bewarb, wurde ein von mir gewünschtes Fach mit bilingualer QUalifikation in der Stadt, in der ich wohnte, angeboten. Ich rief im Seminar an (wir sprechen von relativ kurz vor der Bewerbungsfrist, wenn nicht unbedingt 3 Tage davor) und fragte nach "Details" nach, wie: Wieviele Schulen hat überhaupt das Seminar mit dem Fach? In welchem Fach mache ich Unterrichtsbesuche? (nur im bilingualen Angebot oder auch im deutschsprachigen)? Darf ich das Sachfach bilingual haben ohne das Sprachfach im Ref?...Darf ich mich danach auf meine deutschsprachige Quali bewerben, usw..
    Die Seminarleitung wusste GAR NICHTS davon. Sie hatte ähnlich früh/spät wie ich von diesem neuen ANgebot erfahren und war "zuversichtlich", dass sie es stemmen könnten, keine AHnung, woher Fachleiter:innen kommen sollten, aber vielleicht nur mit SOnderangeboten, ach ich weiß es nicht, Frau Chili.

    Soviel zur Reihenfolge von Denken und dann Agieren.


    (Ich bewarb mich, überraschenderweise überrannten nicht alle bilingualen Fachler:innen die Seminare, 2 der angebotenen Seminare wurden geschlossen, ich wurde an das Seminar geschickt, das es schon immer gegben hatte (ich glaube, damals, vll noch heute, gab es abwechselnd genau 3 Seminare NRW-weit, und dabei blieb es letzendlich, ich lehnte den Platz ab und wanderte ins Nachbarbundesland ab.)

  • P.S.: wenn ich mal so an meine Unizeit und mein Ref zurückdenke, kann ich auch mit Fug und Recht sagen, dass die Uni-Zeit mir in der Schule nichts nützt. Das Ref schon.

    Ist es auch möglich, dass du nur zu viel Abstand davon hast und nicht mehr weißt, was du alles durchs Studium gelernt hast? Ich kann mir irgendwie nicht recht vorstellen, dass in 7 oder 8 Semestern nichts vermittelt wurde.

  • Da ergeben sich für mich Folgefragen. Welche Fächer des Lehramts Gy/Ge bilden überhaupt ein Fach der Grundschule ab bzw. tun dies nicht?

    In der GS abgebildet werden:

    D, Ma, Ku, Mus, Sp, Engl., Rel, - je nach BL/Region auch Ethik (mit versch. Bezeichnungen), DaZ, Werken/ Textiles Gestalten

    UND Sachunterricht, wofür man früher ein Bezugsfach wählen musste, das konnte alles Mögliche aus dem NaWi- und Gesellschafts-Bereich sein, also Biologie, Chemie, Physik, Geographie, Geschichte, Sozial/Gemeinschaftskunde...


    Was bleibt da noch übrig?

    - Berufliche Fächer

    - Informatik

  • Palim


    Danke. Ich hatte im Kopf, dass GS-Lehrkräfte zwingend D oder M haben müssten. Kann aber auch hanebüchener Unsinn sein, weil ich von GS LA wirklich keine Ahnung habe.

    Von wegen Schuft, ein Zyniker ist ein enttäuschter Idealist!

  • Es ist ja ein Unterschied, was generell abgebildet wird oder welche Fächer im Studium belegt werden müssen.


    In NDS muss man derzeit D oder Ma belegen (es wechselt häufiger),

    in NRW meines Wissens seit Jahren beides.


    NDS hat die Umstellung auf G9 hinter sich.

    Vieles, was hier benannt wird, war dadurch in NDS schon umgesetzt.

    Lehrkräfte des Gyms wurden in Grundschulen vorab eingesetzt (geparkt).

    Offiziell gab es irgendwann Absprachen, dass sie in ihren Fächern eingesetzt werden sollten, das ist an einzelnen Grundschulen aber begrenzt.

    Es gab Gymnasiallehrkräfte, die darauf bestanden haben, und andere, die auch andere Fächer übernommen haben.


    Dabei ging es aber um Abordnungen unterschiedlichen Umfangs und Dauer.


    Dass eine Schule 140% versorgt ist und abgeben soll, wenn andere mit unter 80% den Unterricht der Pflichtstundentafel nicht abbilden können, finde ich sinnvoll, auch wenn es für die einzelnen Kolleg:innen, die abgeordnet werden, belastend ist. Für das Kollegium, das aufnimmt, übrigens auch.

    Man könnte es fördern, wenn man die Bedingungen insgesamt verbessert und Zeiten/Entlastungen zur Einarbeitung gewährt - und zwar für Kollg:innen beider Schulen.

    Auch ist es hier üblich, dass die aufnehmende Schule benennt, worin Mangel herrscht. Intern umbesetzen muss man dennoch häufig.

  • Ein Wechselwilliger von Gy oder Ge verfügt bereits über A13. Im Falle eines Gymnasiallehrers sogar zwingend im höheren Dienst als Studienrat (d.h. mit Strukturzulage). Diese Amtsbezeichnung und die Zugehörigkeit zum höheren Dienst ist allerdings auch weiterhin für die Grundschulen gar nicht vorgesehen. Wie soll das alles gehen?

    Von Wechselwilligen steht da nichts, sondern von Neueinstellungen.

    Vermutlich werden die Neueinstellungen analog zum bisherigen Verfahren an der S1 dann nach Abschluss der Nachqualifikation in die Laufbahngruppe der GS einsortiert.

  • kodi

    Stimmt, irgendwo unten in der zitierten Textstelle steht was von Einstellung. Ich hatte das Ganze auch als Angebot für bereits tätige Lehrkräfte an Gy/Ge verstanden.


    Letztere können also (auch gegen ihren Wunsch) an GS abgeordnet, aber auf Wunsch nicht dorthin versetzt werden?


    PS: Wer grundständiger Gy/Ge Lehrer ist, der kann sich doch schon immer an Gesamtschulen auf eine Sek1 Stelle bewerben. In den letzten Jahren mit nahezu 100% Einstellungschancen. Die Stellen bleiben häufig unbesetzt


    Zahlreiche Gesamtschulkollegen sind diesen Weg gegangen, auch wenn eine niedrigere Besoldung (A12) das Ergebnis war. Ihre Besoldung wird demnächst, analog zur Grundschule, ebenfalls auf A13 angehoben. Ohne, dass dafür noch Weiterbildungskurse gemacht werden müssten und bei niedrigerer Wochenunterrichtszeit als an der Grundschule.

    Weshalb sollten also angehende Gy/Ge Lehrer sich jetzt stärker für das Grundschullehramt erwärmen?

    Von wegen Schuft, ein Zyniker ist ein enttäuschter Idealist!

    Einmal editiert, zuletzt von elCaputo ()

  • In NRW ist Deutsch und Mathe Pflicht für die Grundschule. Und das ist auch gut so!

    Für mich sind das die beiden einzig wirklich " wichtigen" Fächer in der Grundschule..der Rest.. nice to have


    In Deutsch und Mathe müssen ALLE späteren Grundlagen gelegt werden. Da sollte man Ahnung haben.


    Das ist meine ganz persönliche Meinung.

    Und dafür nehme ich mir auch die Zeit die ich mit meinen Kurzen brauche.

    Raffen sie es mal nicht, dann ist halt Sachunterricht/ Musik etc. halt mal nur 20 min lang. statt 45.

    Da bin ich immer froh fast alle Fächer in meiner eigenen Klasse zu unterrichten.

  • In NRW ist Deutsch und Mathe Pflicht für die Grundschule. (...)

    Das ist doch jetzt aber perdue, wenn ich den Maßnahmenkatalog richtig verstehe. Da ist noch nicht einmal mehr gefordert, dass die Lehrbefähigungen der Betreffenden ein Schulfach aus der Grundschule abbilden. Die Kombi Informatik und Wirtschaftswissenschaften wären möglich (ich weiß, sehr unwahrscheinlich).


    Von einer fachlichen Weiterbildung in Richtung D oder M ist keine Rede. Da geht es allein um Grundschulpädagogik bzw. -didaktik.

    Von wegen Schuft, ein Zyniker ist ein enttäuschter Idealist!

    • Offizieller Beitrag

    Das ist doch jetzt aber perdue, wenn ich den Maßnahmenkatalog richtig verstehe. Da ist noch nicht einmal mehr gefordert, dass die Lehrbefähigungen der Betreffenden ein Schulfach aus der Grundschule abbilden. Die Kombi Informatik und Wirtschaftswissenschaften wären möglich (ich weiß, sehr unwahrscheinlich).

    Aber nur, wenn die Gym-Lehramt studiert haben. (viel wahrscheinlichere Kombi: alles mit EW. EW mit Philo (wobei es da noch Ethik entspräche)
    Wenn sie kein Lehramt studiert haben, brauchen sie für OBAS mindestens ein Grundschulfach (könnte aber sicher auch Geschichte sein).

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