Nach dem Ref an die Grundschule

  • Hey Leute,


    ich bin in den letzten Zügen meines Ref in NRW(Bez.Reg Köln, Fächer M/IF) an einem Gymnasium und ich überlege nach dem Ref an einer Grundschule fest anzufangen. Ich hatte während meiner Ausbildung an der Universität einige Semesterpraktika in Schülerlaboren für Informatik(gezielt für die Primarstufe) und habe das als sehr erfüllend empfunden mit dieser Altersgruppe zu arbeiten.

    Nun habe ich mir gleichzeitig auch gedacht, dass ich bei einer Planstelle an einer SEK II Schule höchstwahrscheinlich eh an die Grundschule abgeordnet werde und warum dann nicht von Anfang an fest und ganz dahin.


    Ist das möglich von Lehramt Gy/Ge(Sek II) direkt an eine Grundschule zu gehen?

  • chilipaprika

    Hat den Titel des Themas von „Nachdem Ref an die Grundschule“ zu „Nach dem Ref an die Grundschule“ geändert.
  • Ist dir bewusst, dass du an Grundschulen nicht nur "Informatik" unterrichten wirst? Vermutlich stehst du vor allem mit den Fächern Deutsch und Mathematik (und allen restlichen Fächern der Grundschule) vor den Kleinen und hast aufgrund des Studienschwerpunktes "Gym" dafür keine passende Ausbildung - was nicht heißt, dass du das Ganze nicht gut meistern kannst.

    Hier in Bayern können Gym-Referendare in die Grundschule wechseln (inkl. verpflichtender GS-Kurse zwecks Schulartenwechsels) - und werden dort (noch) mit A12 besoldet ;-)

  • Wie kommst du - vor allem bei deiner Fächerkombination - darauf?

    Wie meinst du das mit meinen Fächern?

    Also ich finde es halt irgendwie gut in der Primarstufe zu unterrichten, aber habe es zu spät im Studium gemerkt.


    sobald das offizielle, letzte Maßnahmenpaket durch die Instanzen ist, ja. (mindestens ein anerkanntes Schulfach: Mathe) https://www.schulministerium.n…ept-unterrichtsversorgung

    Ich habe da eine Frage zu. Das Maßnahmenpakt erlaubt dann doch, dass Sek II Lehrkräfte sowohl an Sek I - Schulen als auch an Primarschulen unterrichten können? Würde man dann bei einer Planstelle auch A13 bekommen bzw. A12 bis 2027, weil ja da alles auf A13 umgestellt wird?

  • mindestens ein anerkanntes Schulfach: Mathe

    Wäre wohl nicht einmal mehr nötig:

    Um die Unterrichtsversorgung an Grundschulen im Land Nordrhein-Westfalen weiter zu verbessern und die Einstellungsperspektive der Lehrkräfte mit dem Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen deutlich zu erhöhen, erhalten zukünftig alle Lehrkräfte mit der Befähigung zum Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen die Möglichkeit, dauerhaft an einer Grundschule eingestellt zu werden, auch wenn ihre Lehrbefähigungen kein Fach der Grundschule abbilden.

    Hervorhebung durch mich.


    Dabei muss man aber auch bedenken:


    Dabei wird die Einstellung mit einer Verpflichtung zur Nach- bzw. Weiterqualifizierung verbunden, um diese Lehrkräfte im Bereich Grundschuldidaktik und -methodik weiter zu qualifizieren. Der Einsatz der Lehrkräfte mit einer Lehramtsbefähigung für das Gymnasium und die Gesamtschule soll, wenn möglich, aus schulfachlichen Gründen zunächst in den Klassen drei und vier erfolgen.

    Hervorhebung durch mich.


    Ob man sich das antun will für ein höheres Deputat bei geringerer Besoldung und noch geringeren Aufstiegschancen, muss man selbst wissen.

  • Es sind ganz viele Stellen an den Grundschulen für SEK I oder II Lehrkräfte geöffnet. Dazu gibt es noch die vielen Vorgriffsstellen, mit denen du als Gymnasiallehrer verpflichtet wirst fünf (?) Jahre an einer GS zu arbeiten. In dem Zusammenhang kannst du (meiner Meinung nach recht einfach) das entsprechende Lehramt erwerben und in diesem verbleiben. Ja Grundschullehrer bekommen 2026 auch A13. Es bleibt aber der Unterschied in den Laufbahngruppen. 2.1 GS und SEK I gehobener Dienst

    Laufbahngruppe 2.2 SEK II höherer Dienst.

    Solltest du nach einigen Jahren doch keine Lust mehr auf Grundschulkinder haben, wird es mitunter schwierig. Du kannst dann nur über Oliver am Verfahren für Laufbahnwechsler teilnehmen.


    Dieser Ablauf gilt ausdrücklich nicht für die Vorgriffsstellen, daher würde ich dir eine solche empfehlen.

  • Mathe ist Verschwendung an Grundschulen?

    Wusstest du etwa noch nicht, dass die kleinen Genies, die später von Sek. II-Kollegen unterrichtet werden, ihre Kenntnisse der Mathematik bereits mit der Muttermilch eingesogen haben?!? Grundschulmathe brauchen natürlich nur die künftigen SuS aller anderen Schularten und für die reicht Malen nach Zahlen als fächerübergreifender Mathe-Kunstunterricht, weshalb selbstredend auch nur das im Lehramtsstudium aller anderen Schularten im 1.Semester wiederholt und dann bis zum Studienende didaktisiert wird für alle Jahrgangsstufen. :essen:

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Ihr wollt das wirklich falsch verstehen. Wer das Studium Mathe Info Sek 2 geschafft hat, sollte auch dort unterrichten. Da ist genug Mangel. Wer dann an die Grundschule geht, hätte auch gleich das fachlich einfachere Grundschulstudium machen können.

  • Ich sehe es schon kommen, daß jetzt die ganzen Geschichtslehrer mit dem Umweg über „2 Jahre Grundschule“ eingestellt werden, diese dann in 2 Jahren an die Gymnasien/Gesamtschulen strömen und dort dann keine MINT-Lehrer mehr eingestellt werden können, weil alle Stellen mit Geschichtslehrern besetzt sind.


    Oder gibt es irgendeine Landesregierung, die bei dem Umweg über die Grundschule guckt welche Fakulten in 3 Jahren im Sek-2 Bereich benötigt werden?

  • Ich hoffe dennoch, dass man Gymnasiallehrer/Innen nicht ohne Nachqualifikation in den Anfangsunterricht steckt. Das wäre wohl für beide Seiten schwierig. Es reicht nicht, das ABC und die Grundrechenarten zu können. Sonst könnte man auch die Eltern einstellen.


    Bekannte aus BY gehen nach dem Ref. am Gymnasium, weil sie mit der Kombi kath.Rel/Latein, bzw. kath.Rel/Französisch keine Stelle am Gymnasium bekommen, an die Mittelschule (ehemals Hauptschule) und müssen vorher eine zweijährige "Umschulung" in München machen.

    "Wenn sie wunderbar ist, wird`s nicht einfach sein. Wenn sie einfach ist, wird es niemals wunderbar sein. Wenn sie`s wert ist, wirst du niemals aufgeben. Wenn du aufgibst, war sie`s nicht wert..." (Bob Marley)

    Der Schluss fehlt, den mag ich nicht.

  • Ich sehe es schon kommen, daß jetzt die ganzen Geschichtslehrer mit dem Umweg über „2 Jahre Grundschule“ eingestellt werden, diese dann in 2 Jahren an die Gymnasien/Gesamtschulen strömen und dort dann keine MINT-Lehrer mehr eingestellt werden können, weil alle Stellen mit Geschichtslehrern besetzt sind.


    Oder gibt es irgendeine Landesregierung, die bei dem Umweg über die Grundschule guckt welche Fakulten in 3 Jahren im Sek-2 Bereich benötigt werden?

    platty, du bist 4-5 Jahre zu spät mit deiner Befürchtung, es kam so, deswegen wurde auch einiges nachkorrigiert (nicht Gym/Ges, sondern Laufbahnstelle (an Sekundarstellen möglich).

    Trotzdem ja: Stellen werden/ wurden blockiert.

  • Oder jetzt einfach das fachlich ‚schwerere‘ Geschichtsstudium komplett ohne Mathe! Yeah!

    Hatten wir in Berlin. Hat Mathe im 2. Schuljahr unterrichtet. Hälfte der Klasse erfüllte anschließend Kriterien für Rechenschwäche. Ist jetzt Rektor einer anderen Grundschule.

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