Mobbing wegen Alter

  • Würde ich eine Möglichkeit der Klärung der Situation innerhalb der Kollegiums und mit meiner Schulleitung sehen, würde ich das hier nicht zum Thema machen. Ich schreibe hier, weil ich zur Zeit ratlos bin.

    Das war für mich bisher so nicht ersichtlich. Dann ist das Ansprechen bereits erfolgt.


    Wenn es innerhalb des Kollegiums keine Perspektive zu geben scheint, ist zu überlegen, ob ein Schulwechsel helfen kann.

    Wäre es für dich eine Möglichkeit oder wolltest du lieber deine Klasse behalten?


    Bei uns ist nach Erkrankung eine Wiedereingliederung üblich, die durch Gespräche begleitet wird und im Rahmen deren auch eine Umsetzung an eine andere Schule möglich werden kann.

  • Würde ich eine Möglichkeit der Klärung der Situation innerhalb der Kollegiums und mit meiner Schulleitung sehen, würde ich das hier nicht zum Thema machen

    Vielleicht ist ein Blick von aussen sinnvoll, wenn ich es richtig verstehe, ist ja dein Kollegium sehr klein. Ja, da kann man sich schnell mal völlig falsch verstanden fühlen und dann selbst auch emotional heftiger reagieren, als es eigentlich angemessen wäre.


    Ich hatte hier mal angedeutet, dass ich insbesondere mit meiner Chefin im Moment echt nicht mehr klarkomme. Ich habe als erstes das Gespräch mit meinen direkten Kollegen gesucht und denen meine Wahrnehmung geschilderte. Ich habe sie auch darum gebeten mir ehrlich zu sagen ob sie denken, dass mit meiner Einschätzung der Situation vielleicht was falsch ist. Das nennt man kollegiale Intervision, dazu müssen sich aber alle Beteiligten kennen. Das können wir hier im Forum nicht leisten. Ich war mir am Ende mit meiner Fachschaft ziemlich einig und die Situation so festgefahrenen, dass wir um ein Mediationsgespräch mit der Schulleitung gebeten haben. Daran führt kein Weg vorbei, wenn einen die Dinge wirklich so belasten, dass man sich mindestens psychisch beeinträchtigt fühlt. Ich habe zudem wochenlang nicht mehr geschlafen. Das wurde alles schlagartig besser, als die Fronten mal geklärt waren. Ich habe darüber hinaus für mich persönlich Konsequenzen gezogen. Wie erwähnt, meine Chefin ist kein böser Mensch, sie mobbt nicht.


    Diese Einsicht braucht es eben schon auch, sonst kommt man für sich selbst nicht weiter in der Sache. Du kannst nicht bedingungslos erwarten, dass sich dein Umfeld deiner Situation anpasst. Du kannst einen respektvollen Umgang erwarten und dass man dich im Zweifel auf den letzten Metern einfach in Ruhe lässt.

  • Ich kann die Situation auch nicht einschätzen. Und insofern schreibe ich hier vielleicht auch Blödsinn.


    Aber. Wenn ich das richtig sehe, hast du nicht mehr lange im Job. Womöglich ist das ein guter Zeitpunkt, schon mal auf Distanz zum bald ehemaligen Arbeitsplatz zu gehen.


    Zu den Ausflügen wurde schon etwas gesagt. Irgendjamend plant den. Alle anderen entscheiden, ob sie mitgehen. So halte ich es schon länger. Diskussionen um Ausflüge und Feste haben einen furchtbar schlechten Wirkungsgrad. Und allen recht machen, kann man es eh nicht. Zumindest in großen Kollegien. Dass es in kleinen auch nicht geht, ist schade, aber eigentlich nicht wichtig.


    Dienstlich sehe ich es ähnlich. Du musst dich nicht mehr einbringen. Wenn deine Meinung zu Projekten nicht ernst genommen wird, kannst du sie auch gut für dich behalten. Lass' die anderen machen. Du musst dich nicht mehr aufreiben. Mach' deinen Kram, so gut es geht. Und fertig.


    Was die Äußerungen gegenüber Eltern anbetrifft. Ja, da kann man ein Fass aufmachen. Oder man sorgt dafür, dass es keine Lügen und Übertreibungen sind. Wenn also öffentlich geäußert wird, dass du schon ein Bisschen alt und tüddelig bist, dann gehört es sich auch nicht, Klassenarbeiten zeitnah zurückzugeben etc.


    Schau doch lieber, dass du schon mal deine Pensions-Hobbys vorbereitest.


    hth

    „Fakten haben keine Lobby.“


    (Sarah Bosetti)

    Einmal editiert, zuletzt von O. Meier ()

  • Aus meiner Erfahrung heraus sind vernünftige Eltern auch eher froh, wenn ihre Kinder von Lehrkräften unterrichtet werden, die schon lange im Dienst sind. Ich mache jedenfalls täglich noch drei Kreuze, dass mein Kind noch 3 Jahre Unterricht bei einer Lehrerin erleben durfte, die kurz vor der Pensionierung stand. Nutze deine Energie für deine Klasse und nicht für irgendwelche ignoranten Menschen, mit denen dich nichts verbindet.

  • Ob man das jetzt Mobbing nennt oder nicht, ist doch jetzt nicht so wichtig

    Natürlich ist das wichtig. Du kannst nicht jemanden des Mobbings bezichtigen, weil dir gerade danach ist. Gegen Mobbing kannst du unter Beizug eines Rechtsbeistands vorgehen, die Gegenseite aber auch, wenn du falsche Behauptungen in den Äther bläst. Ich würde da auf die Wortwahl aber sehr genau achten.

  • @moderna Vielen Dank für Deinen Beitrag und es ist alles andere als Blödsinn, was Du schreibst. Du schätzt meine Situation genau richtig ein.😎 Ich denke, dass sollte mein Weg sein für die relativ kurze Zeit, die ich noch im Beruf bin. Ich sollte wirklich schauen, was mir für diese Zeit noch wichtig ist. Das mit den Ausflügen habe ich vermutlich zu sehr auf mich bezogen. Natürlich ist es schwierig es allen recht zu machen. Auch da werde ich versuchen lässiger zu reagieren.

  • Und ich finde auch, wenn man gemeinsame Aktivitäten im Kollegium plant, sollte man dies so tun, dass alle dabei mitmachen können.

    Dem muß ich widersprechen. Wenn man sich immer nur an dem gebrechlichsten Kollegen orientiert, kommen die „Gesunden“ ja nie zu ihrem Vergnügen. Die einzelne Person bestimmt dann mit ihrem „das kann ich nicht“ oder „ich habe aber Angst davor“ über alle anderen KuK. Das kann es auch nicht sein.

  • Dem muß ich widersprechen. Wenn man sich immer nur an dem gebrechlichsten Kollegen orientiert, kommen die „Gesunden“ ja nie zu ihrem Vergnügen. Die einzelne Person bestimmt dann mit ihrem „das kann ich nicht“ oder „ich habe aber Angst davor“ über alle anderen KuK. Das kann es auch nicht sein.

    Man kann auch Kompromisse eingehen.

    In Fall der TE wurde ja eine Wanderung gemacht und nach dem Essen wurde zum Bowling übergegangen. Beide sportlichen Aktivitäten konnte die TE nicht. Man hätte ja eine der beiden Aktivitäten durch eine andere ersetzen bei der die TE mitmachen kann. Dann wären beide Seiten eingebunden worden.

    Freundlichkeit ist kostenlos, aber niemals umsonst.

  • Man hätte ja eine der beiden Aktivitäten durch eine andere ersetzen bei der die TE mitmachen kann.

    Und wo willst Du bei den Kompromissen anfangen und wo aufhören?

    Wie soll z.B. bei dem geplanten Essen auf Kollegen mit Lebensmittelallergie eingegangen werden?

    Soll sich etwa das ganze Kollegium nach meiner Lebensmittelallergie richten und sind damit Besuche in einer Pizzeria oder generell beim Italiener für alle tabu, weil ich als Einziger von der kompletten Speisekarte praktisch gar nichts bestellen kann? Das kann es dann ja auch nicht sein. Jedenfalls würde ich von niemandem verlangen die Pizzeria zu streichen, weil ich damit nicht klarkomme. Da würde ich mich absolut übergriffig gegenüber allen anderen KuK fühlen.

  • Man kann auch Kompromisse eingehen.

    In Fall der TE wurde ja eine Wanderung gemacht und nach dem Essen wurde zum Bowling übergegangen. Beide sportlichen Aktivitäten konnte die TE nicht. Man hätte ja eine der beiden Aktivitäten durch eine andere ersetzen bei der die TE mitmachen kann. Dann wären beide Seiten eingebunden worden.

    Bei uns ist es völlig normal, dass manche Kollegen, auch jüngere, die darauf keine Lust haben, nicht mit zur Wanderung gehen und erst zum Restaurantbesuch dazukommen. Da muss sich auch niemand groß erklären.

  • Ich organisiere die Teamevents bei uns und kann aus Orga-Sicht sagen. Ja, wäre bestimmt schön alle zu berücksichtigen, ist aber utopisch. Von daher sind immer alles Kompromisse. Ja, bei Wandern, Bowlen und danach Essen gehen, gehe ich davon aus, dass für jeden etwas dabei ist. Wenn im Restaurante nichts für mich dabei ist, trinke ich nur etwas und bin trotzdem dabei, davon geht die Welt nicht unter.

    Wenn ich aber für alle einen Surflehrgang oder Bungee-Springen buche, kann ich davon ausgehen, dass ich das Mittel nicht treffe. Auch wenn bestimmt mindestens 50% meiner Kolleg:innen am Surflehrgang teilnehmen würden, wäre mir das etwas zu wenig ;)

  • Leute, die eine so spezielle Allergie haben, dass sie tatsächlich sehr viel von einer "normalen" Speisekarte nicht bestellen können, erwarten üblicherweise gar nicht, dass man ihretwegen beliebig Rücksicht nimmt. Worauf man im Jahre 2023 zumindest an unserer Schule immer Rücksicht nimmt, sind Vegetarier und meistens auch Veganer. Wir haben im kleinen Kreis auch schon speziell ein Restaurant für eine Kollegin mit einer stark ausgeprägten Zölliakie ausgewählt. Das ist kein grosser Aufwand, keiner hat nen Schaden davon aber einigen tut man einen Gefallen damit.


    Dass es nun Wandern und Bowling am gleichen Tag sein muss... Naja, das hätte man sicher anders lösen können. Andrerseits gibt's auch einfach Leute, die diesbezüglich zu gar nichts zu gebrauchen sind, aus welchen Gründen auch immer. Daher schrieb ich ja, wir können die Situation nicht beurteilen, weil wir nicht wissen, wie es dazu kam. Und ich störte mich vor allem am Begriff "Mobbing", der unterdessen aber von der TE selbst relativiert wurde.

  • Bei uns ist es völlig normal, dass manche Kollegen, auch jüngere, die darauf keine Lust haben, nicht mit zur Wanderung gehen und erst zum Restaurantbesuch dazukommen. Da muss sich auch niemand groß erklären.

    Stimmt, ist bei uns auch normal. Manche haben keinen Bock, manche müssen Kinder hüten schaffen es erst später, manche kommen an Teamevent-Tagen auch gar nicht. Findet bei uns auch außerhalb der Arbeitszeit statt (geht ja auch nicht anders ;) was machen sonst die Schüler:innen alleine in der Schule).

  • Auch wenn bestimmt mindestens 50% meiner Kolleg:innen am Surflehrgang teilnehmen würden, wäre mir das etwas zu wenig ;)

    Gewiß nicht bei jeder Teambuilding-Maßnahme, aber ab und an alle paar Jahre würde ich schon so einen Knaller ins Programm aufnehmen, damit auch mal etwas Interessantes für die jungen hemdsärmeligen KuK dabei ist.

  • Und wo willst Du bei den Kompromissen anfangen und wo aufhören?

    Wie soll z.B. bei dem geplanten Essen auf Kollegen mit Lebensmittelallergie eingegangen werden?

    Soll sich etwa das ganze Kollegium nach meiner Lebensmittelallergie richten und sind damit Besuche in einer Pizzeria oder generell beim Italiener für alle tabu, weil ich als Einziger von der kompletten Speisekarte praktisch gar nichts bestellen kann? Das kann es dann ja auch nicht sein. Jedenfalls würde ich von niemandem verlangen die Pizzeria zu streichen, weil ich damit nicht klarkomme. Da würde ich mich absolut übergriffig gegenüber allen anderen KuK fühlen.

    Naja, wenn bekannt ist, dass bei einem Kollegen aus Allergiegründen beim Italiener nichts bestellbar ist, z.B. beim Inder aber schon, würde ich als Kollegin schon erwarten, dass man dann den Inder wählt.

  • plattyplus

    Zwischen Extremen gibt es immer einen Mittelweg. So finde ich die Konstellation zum Abschluss einer eher sportlichen Maßnahme irgendwo einzukehren doch gar nicht schlecht. Da können diejenigen mit Handycap sich drauf einstellen und kommen abends dazu. So ist für jeden was dabei. Darüber hinaus ist es natürlich durchaus möglich, für die jungen Wilden auch zusätzliche Programme anzubieten. Mir geht es um die Veranstaltungen, die einen mehr oder weniger dienstlichen Charakter haben, weil an diesen Tagen Unterricht ausfällt (Lehrerausflug). Hier erwarte ich schon, dass man jeden irgendwie mitnimmt.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Bei uns fällt nix aus. Wir treffen uns um 16 oder 17 Uhr zum Wandern. Einmal sind wir im Wald in die Dunkelheit gekommen, war aber dann auch lustig. Jetzt gehen wir nur noch mit Stirnlampen und Taschenlampen los, im Winter mit heißem Tee und Glühwein im Gepäck. Nach der Wanderung, so gegen 19 Uhr kehren wir ein.

  • Natürlich kann man Ausflüge und Feste so planen, dass auch diejenigen, die ohnehin vom Schicksal gebeutelt sind, mitmachen können. Wie wir sehen, wollen manche nicht.


    Insofern lohnt es sich nicht, darauf zu bestehen. Man kann Rücksichtsnahme erwarten, man kann sie aber nicht einfordern. Im Kollegium ist es mir mittlerweile echt wurscht. Ich muss mit den Leuten nicht feiern. Erst recht nicht mit denen, die Rücksichtsnahme als Gängelung oder sonst wie negativ begreifen.


    Im Verein erlebe ich, was alles geht.

    „Fakten haben keine Lobby.“


    (Sarah Bosetti)

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