Welches Material bekomme ich gestellt-was darf ich erwarten?

  • Friesin Der Redeführer war damals ein Arzt am örtlichen Krankenhaus. Er verwies darauf, daß er sich schließlich auch zum Berufseinstieg das Stethoskop selber gekauft hätte. Meinen damaligen Einwand, dass dies ja eine einmalige Anschaffung war, wohingegen sie von uns erwarten, dass wir regelmäßig für jeden Jahrgang neu diese Ausgaben tätigen, konnte/wollte er nicht verstehen.

    Das Stethoskop hat er sicherlich bereits im Studium für sich gekauft. Zumindest war das bei den mir bekannten Medizinstudenten so. Verbandsmaterial zahlt er gerüchteweise dann aus eigener Kasse, wenn er eine eigene Praxis hat und bei gesetzlichen Patienten am Quartalsende eventuell nicht mehr alles übernommen wird. Ob es stimmt, keine Ahnung. Ein Arzt im Krankenhaus zahlt so etwas aber sicher nicht und das würde auch kein Patient oder die Eltern eines Patienten verlangen.


    Natürlich dabei uns schon, finde ich auch richtig so oder bringt die Sekretätin auch ihren eigenen Tacker mit oder der Koch seinen eigenen Löffel?!

    Der Koch kauft zwar keine Löffel, aber meines Wissens als Auszubildener seine eigenen Messer, die er dann aber natürlich beim Stellenwechsel mitnimmt. Trotzdem teuer für Auszubildende.

  • Verbandsmaterial zahlt er gerüchteweise dann aus eigener Kasse, wenn er eine eigene Praxis hat und bei gesetzlichen Patienten am Quartalsende eventuell nicht mehr alles übernommen wird.

    Also der niedergelassene Arzt bei mir am Wohnort macht immer zum Quartalsende seine Praxis zu und schickt das Personal in Urlaub, wenn er das Budget der (gesetzlichen) Krankenkasse ausgeschöpft hat. Er kommuniziert aber auch ganz offen, daß er es nicht einsieht ohne Bezahlung zu arbeiten und dann lieber den Angestellten den bezahlten Sonderurlaub gönnt. Entsprechend ist die Praxis immer 10-14 Tage am Ende eines jeden Quartals geschlossen.

    • Offizieller Beitrag

    Also der niedergelassene Arzt bei mir am Wohnort macht immer zum Quartalsende seine Praxis zu und schickt das Personal in Urlaub, wenn er das Budget der (gesetzlichen) Krankenkasse ausgeschöpft hat. Er kommuniziert aber auch ganz offen, daß er es nicht einsieht ohne Bezahlung zu arbeiten und dann lieber den Angestellten den bezahlten Sonderurlaub gönnt. Entsprechend ist die Praxis immer 10-14 Tage am Ende eines jeden Quartals geschlossen.

    Geht sowas?!
    Darf man als niedergelassener Arzt mit Krankenkassenlizenz 40-60 Tage im Jahr zu haben und die medizinische Versorgung einstellen?
    Ich meine, die Versorgung ist eh mies, macht fast keinen Unterschied, aber wenn das 2-3 Ärzte in einer Stadt machen, dann hat man gar keine Versorgung...
    (und ja, ich verstehe die Individualargumentation, aber wir sind in einem System, und ich hätte gedacht, die Praxislizenz sei an einigen Bedingungen verknüpft, es irritiert mich gerade sehr)

  • Meine Freundin konnte meine Beschwerde über das Zahlen von Kopien, Stiften, Plakaten etc. auch nicht nachvollziehen und verwies darauf, dass sie als Bankangestellte dafür eine komplette zweite Garderobe für die Arbeit bräuchte, während Lehrer ja auch in Freizeitklamotten arbeiten gehen könnten. Naja, ich fand den Vergleich arg hinkend, aber nun gut.





    Ist es denn an Deiner jetzigen Schule besser?

    Absolut. Ich hab seit dem Wechsel nur noch Rotstifte und mal einen Hefter gekauft, wofür ich aber wie gesagt auch gar nicht auf die Idee kam mal zu fragen, ob die Schule so etwas trägt. Ansonsten haben wir alles, inklusive Digitallizenzen für alle möglichen Bücher und Lehrermaterialien (das war in den letzten Jahren mein teuerster privat getragener Posten), Absos der gängigen Tageszeitungen etc. Ist schon sehr viel komfortabler.

  • Meine Freundin konnte meine Beschwerde über das Zahlen von Kopien, Stiften, Plakaten etc. auch nicht nachvollziehen und verwies darauf, dass sie als Bankangestellte dafür eine komplette zweite Garderobe für die Arbeit bräuchte, während Lehrer ja auch in Freizeitklamotten arbeiten gehen könnten.

    Diese kann man als Bankangestellte durchaus von der Steuer absetzen. Ich finde den Vergleich auch etwas...Naja. Ich kann das mit meinen Hosenanzügen nicht, die ich für die Arbeit benötige. Also, nicht für die Schule, aber ich bin oft in Sachen dualer Ausbildung unterwegs und da kleidet man sich doch etwas schicker.



    EDIT: eigentlich wollte ich schreiben, dass ich froh bin, dass deine jetzige Schule anders tickt!

  • Also der niedergelassene Arzt bei mir am Wohnort macht immer zum Quartalsende seine Praxis zu und schickt das Personal in Urlaub, wenn er das Budget der (gesetzlichen) Krankenkasse ausgeschöpft hat. Er kommuniziert aber auch ganz offen, daß er es nicht einsieht ohne Bezahlung zu arbeiten und dann lieber den Angestellten den bezahlten Sonderurlaub gönnt. Entsprechend ist die Praxis immer 10-14 Tage am Ende eines jeden Quartals geschlossen.

    Und der hat noch Patienten? Ich könnte keinen Arzt gebrauchen, der nicht da ist, wenn ich krank bin.

  • Ich fands auch verwirrend. Sie argumentierte, würde man zusammenrechnen, wie viel privates Geld für den Arbeitsplatz aufzuwenden wäre, läge sie damit locker bei 2000€ im Jahr und damit wahrscheinlich höher als ich. Kann ja möglicherweise sogar sein, dennoch meine ich, dass es ein Unterschied ist, ob man Kleidung für sich selbst kauft oder Papier für die Kinder anderer Leute.


    Aber war ein schönes Beispiel dafür, an wie vielen Stellen unsere bemängelten Missstände "da draußen" auf Unverständnis treffen.

  • Kann ja möglicherweise sogar sein, dennoch meine ich, dass es ein Unterschied, ob man Kleidung für sich selbst kauft oder Papier für die Kinder anderer Leute.

    Absolut! Die Kleidung kann ich ja auch zu anderen Anlässen tragen.

    • Offizieller Beitrag

    Sie argumentierte, würde man zusammenrechnen, wie viel privates Geld für den Arbeitsplatz aufzuwenden wäre, läge sie damit locker bei 2000€ im Jahr und damit wahrscheinlich höher als ich.

    Ich bin immer überrascht, wie viele Leute (sowohl Lehrkräfte als auch andere) Sachen "schätzen". Wer 2000 Euro im Jahr für Arbeitskleidung als Bankkauffrau ausgibt, nimmt wohl jedes Jahr 5-10kilos zu UND hat besondere Wünsche. Das ist dann aber keine allgemeingültige Aussage.
    Ich kann nicht mein Unsicherheit bedingtes Sammelbedürfnis der ersten Jahre als allgemein gültiges Statement für Lehrkräfte hochhalten, wer Designerkleidung jedes Jahr braucht, auch nicht.
    Auch nicht, dass ich unglaublich gerne Blöcke und Stifte kaufe ;)

  • Natürlich hat der Patienten. Die anderen Arztpraxen haben ja Aufnahmestopp für neue Patienten, weil einfach komplett ausgelastet.


    und er kriegt keine Klagen bei einer höher gestellten Stelle?

    Also, ich hab grad mal nachgeschaut, was an eine Kassenzulassung für Bedingungen geknüpft sind. Er darf jedenfalls nicht einfach zumachen. Und der andere Arzt darf mich auch nicht einfach rauswerfen, wenn meiner nicht da ist, nur weil er voll ist. Die Bedingungen lauten nämlich, dass sie verpflichtet sind, die Patienten ärztlich zu versorgen. Ich würde mir jedenfalls einen anderen Arzt suchen, auch wenn ich dann weiter fahren müsste.


    Was ich auch schon öfter hörte ist, dass am Ende des Quartals gern abgewimmelt wird.

  • Das Stethoskop hat er sicherlich bereits im Studium für sich gekauft. Zumindest war das bei den mir bekannten Medizinstudenten so. Verbandsmaterial zahlt er gerüchteweise dann aus eigener Kasse, wenn er eine eigene Praxis hat und bei gesetzlichen Patienten am Quartalsende eventuell nicht mehr alles übernommen wird. Ob es stimmt, keine Ahnung. Ein Arzt im Krankenhaus zahlt so etwas aber sicher nicht und das würde auch kein Patient oder die Eltern eines Patienten verlangen.


    Der Koch kauft zwar keine Löffel, aber meines Wissens als Auszubildener seine eigenen Messer, die er dann aber natürlich beim Stellenwechsel mitnimmt. Trotzdem teuer für Auszubildende.

    Friseur_innen kaufen ihre Scheren auch selbst von ihrem niedrigen Gehalt, übrigens auch schon in der Ausbildung.

    Es könnte alles so einfach sein - ist es aber nicht.

  • Also der niedergelassene Arzt bei mir am Wohnort macht immer zum Quartalsende seine Praxis zu und schickt das Personal in Urlaub, wenn er das Budget der (gesetzlichen) Krankenkasse ausgeschöpft hat. Er kommuniziert aber auch ganz offen, daß er es nicht einsieht ohne Bezahlung zu arbeiten und dann lieber den Angestellten den bezahlten Sonderurlaub gönnt. Entsprechend ist die Praxis immer 10-14 Tage am Ende eines jeden Quartals geschlossen.

    Sollte das stimmen: offenbar gibt es auch dumme Ärzte. Wenn die Praxis zu ist, kommen auch keine Privatpatienten oder Selbstzahler. Die greift dann die (verpflichtende) Vertretung ab und verdient daran.


    Von Allgemeinmedizinern/Hausärzten kenne ich es gar nicht, dass es da Beschränkungen gibt. Fachärzte haben so oder so ein begrenztes Kontingent an Terminen für gesetzlich Versicherte. Das führt teilweise zu längeren Wartezeiten, aber komplett achließen tuen die nicht. Das wäre wirtschaftlich nicht sinnvoll.

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