Als Fachpraxislehrerin eingesetzt.

  • Und machen das auch unterschiedliche Lehrer?

    Ich würde sogar soweit gehen zu sagen: Genau deshalb machen das unterschiedliche Lehrer.

    Planung ersetzt Zufall durch Irrtum. :P

    8) Politische Korrektheit ist das scheindemokratische Deckmäntelchen um Selbstzensur und vorauseilenden Gehorsam. :whistling:

    Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen.

  • Ja, schade. So bleiben noch einige Fragen, die ihr gestellt wurden, unbeantwortet.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Und machen das auch unterschiedliche Lehrer?

    Bei uns ja. Die Theorie machen Elektroingenieure und die Praxis Elektriker Meister.

    Wir haben da echt das Problem, dass die Ingenieure gewisse Dinge nicht einmal als Vorführversuch zeigen dürfen, die die Schüler bei den Meistern im Schülerversuch durchführen.

    Total verrückt. :(

    Ich habe deswegen schon unsere Elektromeister gebeten mich fortzubilden und zu prüfen, auf das ich als Theorielehrer auch mal ein wenig Praxis machen darf.

  • ergänzend: In RLP Meister(innen) oder Techniker(innen) in der Fachpraxis in technischen Fächern.

    Zum Verständnis für nicht-BBSler: NIcht jeder, der im umgangssprachlichen Sinne mit Technik arbeitet, ist ein Techniker. Techniker wird man, wenn nach erfolgreicher Ausbildung + Berufspraxis eine Fachschule besucht und dort den Technikerschein macht. Das ist ein Quali, mit der man in der Industrie sehr viel Verantwortung trägt und von der Bezahlung nahe an Ingenieure drankommen kann.

    PS: Besoldung: Fachpraxis-LK ab A10. Fachtheorie-LK (mit einem weiteren allg.-bildenden Fach) ab A13 in RLP.

    Tim Finnegan liv’d in Walkin Street
    A gentle Irishman mighty odd.

  • In der ADO in NRW steht zu fachfremdem Unterricht Folgendes:

    (2) Wenn es zur Vermeidung von Unterrichtsausfall oder aus pädagogischen Gründen geboten ist und die entsprechenden fachlichen Voraussetzungen vorliegen, sind Lehrerinnen und Lehrer verpflichtet, Unterricht auch in Fächern zu erteilen, für die sie im Rahmen ihrer Ausbildung keine Lehrbefähigung besitzen. Eine Verpflichtung zur fachfremden Erteilung von Religionsunterricht besteht nicht.

    Weiß jemand, ob es irgendwo eine Quelle gibt, in der näher auf die "fachlichen Voraussetzungen" eingegangen wird? Dass man fachfremd unterrichten muss, kann ja nicht heißen, dass jeder Lehrer alles machen muss.

    LG

    Elphaba

  • In der ADO in NRW steht zu fachfremdem Unterricht Folgendes:

    (2) Wenn es zur Vermeidung von Unterrichtsausfall oder aus pädagogischen Gründen geboten ist und die entsprechenden fachlichen Voraussetzungen vorliegen, sind Lehrerinnen und Lehrer verpflichtet, Unterricht auch in Fächern zu erteilen, für die sie im Rahmen ihrer Ausbildung keine Lehrbefähigung besitzen. Eine Verpflichtung zur fachfremden Erteilung von Religionsunterricht besteht nicht.

    Weiß jemand, ob es irgendwo eine Quelle gibt, in der näher auf die "fachlichen Voraussetzungen" eingegangen wird? Dass man fachfremd unterrichten muss, kann ja nicht heißen, dass jeder Lehrer alles machen muss.

    LG

    Elphaba

    Ein Deutsch/Englisch Lehrer wird nicht Italienisch unterrichten und eine Physik/Chemie Lehrerin wahrscheinlich kein Musik oder Literatur. Manche Dinge funktionieren eben nur mit bestimmten Mindestvoraussetzungen. Fächer wie Geschichte, WiPo, Erkunde, Kunst und in Teilen praktische Philosophie oder an der Gesamtschule Gesellschaftslehre (oder wie auch immer das heißt) sind jedoch die Fächer, in denen man von einer halbwegs allgemeingebildeten Lehrkraft erwarten kann, dass sie das hinbekommt.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Elphaba wird wohl nicht fragen, weil sie als Chemikerin Biologie unterrichten soll.

    (Übrigens war Ethik lange Zeit etwas, das nicht fachfremde unterrichtet werden durfte bei uns. Geht also nicht nur ums Hinbekommen).

    Aber ich glaube nicht, dass man sich grundsätzlich weigern kann. Aus Sicherheitsgründen kann man ohne Versuche mit Strom/Chemikalien arbeiten o.ä.

  • Aber ich glaube nicht, dass man sich grundsätzlich weigern kann. Aus Sicherheitsgründen kann man ohne Versuche mit Strom/Chemikalien arbeiten o.ä.

    Es gab Zeiten, in denen Fachfremde noch nicht einmal den Chemieraum alleine betreten durften. Es hätte ein Chemiekundiger anwesend sein müssen. Das wurde inzwischen etwas entschärft.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Ein Deutsch/Englisch Lehrer wird nicht Italienisch unterrichten und eine Physik/Chemie Lehrerin wahrscheinlich kein Musik oder Literatur. Manche Dinge funktionieren eben nur mit bestimmten Mindestvoraussetzungen. Fächer wie Geschichte, WiPo, Erkunde, Kunst und in Teilen praktische Philosophie oder an der Gesamtschule Gesellschaftslehre (oder wie auch immer das heißt) sind jedoch die Fächer, in denen man von einer halbwegs allgemeingebildeten Lehrkraft erwarten kann, dass sie das hinbekommt.

    Da möchte ich für das Fach Politik entschieden widersprechen. Leider denken viele Schulleitungen so.

    Das Fach erfordert enorm viel Hintergrundwissen um aktuelle Geschehnisse, die zugehörige geschichtliche Einordnung, damit verbundene auf Social Media kreisende (falsch-)Informationen und Fake News sowie eine gehörige Menge pädagogisches Gefühl. Das kann und sollte nicht jeder unterrichten.

  • An der Gesamtschule passiert genau das im Fach Gesellschaftslehre.

    Wenn wir uns einmal die Themen im Fach WiPo am Gymnasium ansehen, dann vermag ich nicht zu erkennen, dass man so viel Hintergrundwissen um aktuelle Geschehnisse benötigt - zumindest nicht in der Sek I. Da reicht in meinen Augen tägliches Zeitunglesen oder Nachrichten schauen. Was das Erkennen von Falschinformationen und das pädagogische Gefühl betrifft, so sind das Kernkompetenzen, die jede (!) Lehrkraft benötigt.

    Deine Argumentation kann man streng genommen auf jedes Fach übertragen. Es gibt gleichwohl Fächer, bei denen es evident ist, dass ich das fachfremd nicht unterrichten kann bzw. sollte. Eine Fremdsprache, die ich nicht ansatzweise beherrsche, dürfte am einleuchtendsten sein. Als Nicht-Musiker und jemand, der kein Instrument spielt und nicht singen kann und will, ist man im Musikunterricht sicherlich auch nur bedingt einsetzbar.

    Die Fächer Erdkunde und Politik in der Sek I sind Fächer, in denen man gerne auch die Klassenleitung einsetzt, damit diese mehr Stunden in der Klasse hat. Da denken in der Tat viele Schulleitungen so. Das ist dann eine Güterabwägung.

    Welche Fächer wären denn Deiner Ansicht nach weniger problematisch?

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Elphaba wird wohl nicht fragen, weil sie als Chemikerin Biologie unterrichten soll.

    (Übrigens war Ethik lange Zeit etwas, das nicht fachfremde unterrichtet werden durfte bei uns. Geht also nicht nur ums Hinbekommen).

    Aber ich glaube nicht, dass man sich grundsätzlich weigern kann. Aus Sicherheitsgründen kann man ohne Versuche mit Strom/Chemikalien arbeiten o.ä.

    Was wäre denn z.B. wenn eine Deutsch- und Geschichtslehrkraft in einem beruflichen Fach eingesetzt werden soll, wie z.B. Lebensmitteltechnik? Oder in Elektrotechnik? Oder in einem nicht affinen allgemeinbildenden Fach wie Biologie (ohne Labor)? Und spielt es eine Rolle, ob es eine zentrale Abschlussprüfung gibt oder nicht? Wenn ich die Prüfung selber erstelle, dann weiß ich ja, was ich im Unterricht so gemacht / erzählt habe und würde die entsprechenden Antworten der SuS als richtig akzeptieren. Ich würde vermutlich nicht mal merken, wenn etwas falsch / ungenau ist. Wenn es eine zentrale Prüfung gibt und sich im Nachhinein herausstellt, dass ich Dinge falsch erklärt habe, fallen die SuS durch.

  • Eben, deswegen finde ich die Formel "dies und das wird schon gehen, das und jenes wird schon keiner verlangen" zu einfach.

    Fragst du denn, weil es eine konkrete Ansage der Schulleitung gibt? Ich vermute, dass diese weisungsbefugt ist und das festlegen darf, daher gibt es wohl auch keine genauen Richtlinien. Ich weiß es aber nicht.

  • ...

    Welche Fächer wären denn Deiner Ansicht nach weniger problematisch?

    Du argumentierst gerade wie Eltern: Lehrer kann ja jeder, weil waren ja alle mal in der Schule. Natürlich ist fachfremdes Unterrichten immer qualitativ schlechter, sonst könnten wir uns das Studium sparen. Ob man aber in Musik Theorie macht und Stücke abspielt statt zu singen oder in Gesellschaftslehre erst mal selbst googeln muss, wer die Präsidentin von Frankreich wählt, ist gleichermaßen ungünstig wie machbar.

    Eigentlich fallen nur Fremdsprachen raus, die man nicht ansatzweise beherrscht, in die kann man sich nicht vor jeder Stunde einlesen.

    Ganz grundsätzlich wäre es halt schön, wenn eine Schulleitung nichts erzwingt und die Kolleg*innen fragt, wo Bedenken sind, statt für sie zu wissen, was ja wohl machbar sein müsse.

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