Krankgeschriebene Lehrerin muss nach 16 Jahren erstmals zum Amtsarzt

  • Zum Thema "liebend gerne" . Man muss nicht auf das BEM Angebot warten. Jeder Betroffene kann sobald sechs Wochen AU innerhalb der vergangenen 12 Monate erreicht sind auch proaktiv ein BEM beantragen. Das nochmal zur allgemeinen Information.

    Beantragen heißt leider noch lange nicht, dass man auch einen Termin zeitnah bekommt ...

  • Hat auch nichts mit diesem konkreten Fall zu tun und Allgemeinplätze über kaputtgesparten öffentlichen Dienst als Entschuldigung für das Fehlverhalten einer einzelnen Person an zu führen, die damit die Situation für alle anderen eher verschlimmert hat, empfinde ich persönlich als peinlich.

    Auch ich würde mir oft eine bessere personelle Situation wünschen. Einfach nur mehr Leute zu verlangen, ist aber eine ausgesprochen eindimensionale Sichtweise auf dieses Problem, man kann durchaus auch mal darüber diskutieren, ob Strukturen nicht so verändert werden sollten, dass die 10-20%, die aktuell ihre Arbeit nicht vernünftig machen und sich dabei auf ihrem Beamtenstatus ausruhen, nicht mal dazu gebracht werden können, ihren Job anständig zu machen oder alternativ auch mal negative Konsequenzen erfahren müssten, wenn sie das dauerhaft nicht tun.

  • chilipaprika : Gibt es denn konkrete Anhaltspunkte, dass es in diesem Fall zu wenige Verwaltungsfachkräfte in der BR gab? Für gewöhnlich ist es innerhalb des öffentlichen Dienstes nicht gerade die Verwaltung, der Personalmangel unterstellt wird, sondern wenn, dann ggf. noch eher ineffiziente Arbeitsweise.

    Einmal editiert, zuletzt von Gymshark (28. Juli 2026 16:33)

  • woher soll ich es denn wissen?
    Außer hier im Forum zu lesen, dass einige BR heillos unterbesetzt und überfordert sind, in einzelnen Behörden von Vakanzen durch Nicht-Besetzung bzw. Langzeiterkrankung zu erfahren und mein Hirn einzuschalten, dass es in einzelnen Behörden / Behördeneinheiten ähnlich zugeht wie an Schulen (immer mehr Aufgaben auf immer weniger Schultern), habe ich keine Glaskugel.

    "Fun Fact": Ich habe monatelang auf einen Amtsarzttermin gewartet (im Vergleich zu einzelnen hier im Forum war es noch human), weil ... trommelwirbel ... eine Amtsarztstelle in meinem Gesundheitsamt gar nicht besetzt ist. "Vakanz".
    und von den Abläufen im Gesundheitsamt ist die BR abhängig (und die einzelne Schule auch, direkt oder indirekt)

  • Die Zahl der Lehrkräfte ist in NRW in den letzten Jahren deutlich gestiegen

    Für die Zahl der Lehrkräfte stimmt dies sogar. Dies ist die einzige Gruppe die vom Spardiktat des Finanzministers ausgenommen wurde. Nicht jedoch die Verwaltung die diese Kolleginnen und Kollegen verwaltet. Hier gibt es wohl durchaus einen Einstellungsstopp und die personelle Ausstattung ist wie in allen anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes zu knapp. So zumindest Aussagen von Personalräten die in diesem Bereich tätig sind.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Gibt es denn konkrete Anhaltspunkte, dass es in diesem Fall zu wenige Verwaltungsfachkräfte in der BR gab?

    Zu laufenden Verfahren äußern sich Gewerkschaften grundsätzlich nicht. Meine Gewerkschaft bemängelt jedoch schon seit Jahren, dass die Schulaufsichten in den Kommunen sowie im Land hoffnungslos unterbesetzt sind. Da auch Kollegen aus der Schulaufsicht Mitglied in der Gewerkschaft sind, wird mir dies auf landesweiten Veranstaltungen wie z.B. auch dem letzten Gewerkschaftstag regelmäßig aus dem Kollegium gespiegelt.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • So zumindest Aussagen von Personalräten die in diesem Bereich tätig sind.

    Sicherlich statistisch untermauert und kein Kaffeeklatsch.

    Selbst wenn: Ich denke es ist noch pessimistisch, wenn man annimmt, das in den kommenden 3 Jahren 20% dort gestrichen werden können, ohne das es Produktivitätseinbußen gibt.

  • ich wollte das Wort "Überangebot" relativieren.
    Das Überangebot entsteht nur, weil diejenigen, die die Rechnungen machen, nicht bereit sind, die notwendigen Ressourcen zur Verfügung zu stellen (bezahlen) und diese rechnerisch einengen.


    Mangel und Überschuss sind aber jetzt für den Fall dieser armen Lehrerin irrelevant, oder interessiert es uns zu wissen, wie viele (zu viele) arbeitslose Verwaltungsfachkräfte es gibt, obwohl es in ihrer BR ganz offensichtlich zu wenige davon gab, die sich aller Akten annehmen konnten?

    Man sieht ja jetzt schon, wie die ersten Bildungsminister sagen, dass durch den Geburtenrückgang weniger Lehrkräfte gebraucht werden. Das Ziel scheint mir ganz klar zu sein, bei der Mangelverwaltung zu bleiben.

  • Man sieht ja jetzt schon, wie die ersten Bildungsminister sagen, dass durch den Geburtenrückgang weniger Lehrkräfte gebraucht werden. Das Ziel scheint mir ganz klar zu sein, bei der Mangelverwaltung zu bleiben.

    Was denn für ne Mangelverwaltung? Es gibt in NRW so viele Lehrkräfte wie noch nie? Wer angesichts der KI-Entwicklung und der rückgängigen Geburten in einem Land mit eh klammem Haushalt jetzt nicht die Einstellungen reduziert, hat doch eine Vollmeise.

  • Die Einstellungen sollten aber nicht so stark gedrosselt werden, dass die Arbeitslosenzahlen in die Höhe schnellen. Ein Rückgang der Geburtenzahlen (bei Erhalt der Personalzahlen) kann auch kurzfristig den Vorteil haben, dass sich der Betreuungsschlüssel verbessert.

  • Was denn für ne Mangelverwaltung? Es gibt in NRW so viele Lehrkräfte wie noch nie? Wer angesichts der KI-Entwicklung und der rückgängigen Geburten in einem Land mit eh klammem Haushalt jetzt nicht die Einstellungen reduziert, hat doch eine Vollmeise.

    KI hilft mir auch nicht dabei, meine Klasse diszipliniert zu halten, Liebeskummer und Abschiebungsangst zu begleiten, einen Ausraster zu bekommen, weil der Schüler schon wieder aus dem Fenster gesprungen ist um auf Toilette zu gehen oder einfach mal neben einem Schüler zu sitzen und ihm beim Erwerb der Buchstaben zu helfen. Eine zweite Lehrkraft im Raum würde mir dabei helfen.

  • Sicherlich statistisch untermauert und kein Kaffeeklatsch.

    Selbst wenn: Ich denke es ist noch pessimistisch, wenn man annimmt, das in den kommenden 3 Jahren 20% dort gestrichen werden können, ohne das es Produktivitätseinbußen gibt.

    Wie kommt man auf so einen Schwachsinn? Ich kann dir aus dem Bereich Justiz verraten, dass dort inzwischen so wenig nachbesetzt wird, dass einer das Pensum stemmt, was sich vorher 4 geteilt haben. Hört man leider nur höchst selten mal was von (z.B., im Rahmen öffentlicher Empöfung, wenn aus Kapazitätsgründen Verfahren eingestellt werden, die in einem normalfunktionalen Rechtsstaat nicht eingestellt werden sollten).

    Als ob es in andere Behörden besser aussähe...

  • Bevor jetzt alle auf die Jagd nach dem Verwaltungsdude aufbrechen, der das durchgestochen hat, sei erwähnt, dass die gute Frau selbst die Öffentlichkeit hergestellt hat, indem sie gegen die Anordnung zum Amtsarzt zu müssen, geklagt hat.

    Qui legere potest, plane praevalet

  • Wie kommt man auf so einen Schwachsinn? Ich kann dir aus dem Bereich Justiz verraten, dass dort inzwischen so wenig nachbesetzt wird, dass einer das Pensum stemmt, was sich vorher 4 geteilt haben. Hört man leider nur höchst selten mal was von (z.B., im Rahmen öffentlicher Empöfung, wenn aus Kapazitätsgründen Verfahren eingestellt werden, die in einem normalfunktionalen Rechtsstaat nicht eingestellt werden sollten).

    Als ob es in andere Behörden besser aussähe...

    Ich kann nur für die hessische Justiz sprechen, aber dort ist das Problem teilweise, dass Stellen mangels Bewerbern unbesetzt bleiben.

  • Zugleich ist die Arbeitslosigkeit lt. offiziellen Zahlen in Hessen die letzten Jahre kontinuierlich gestiegen. Das ist nicht zwangsläufig ein Widerspruch zu deiner Feststellung, würde aber zumindest implizieren, dass entweder zu viele Arbeitslose nicht ausreichend qualifiziert oder die Einstellungsvoraussetzungen zu hoch sind.

  • Zugleich ist die Arbeitslosigkeit lt. offiziellen Zahlen in Hessen die letzten Jahre kontinuierlich gestiegen. Das ist nicht zwangsläufig ein Widerspruch zu deiner Feststellung, würde aber zumindest implizieren, dass entweder zu viele Arbeitslose nicht ausreichend qualifiziert oder die Einstellungsvoraussetzungen zu hoch sind.

    Klar, wird Zeit für die Möglichkeit der Quer- oder Seiteneinstiegs in das Richteramt für Leute, die zum Beispiel einen Lehramtsbachelor in Deutsch und Erdkunde haben...

    Jetzt mal ehrlich, da ein bisschen rumsitzen und dann irgendwann Daumen rauf oder runter zeigen, kann nun wirklich nicht so schwer sein, Urteilsbegründung schreibt dann die KI.

  • Den Sarkasmus beiseite, steuern wir immer mehr auf ein Missverhältnis zwischen Überschuss und Mangel hin. Das kann ggf. über Quereinstiegsprogramme aufgefangen werden, aber wir sollten uns vielleicht auch als Lehrkräfte fragen, warum zu viele junge Menschen nach Beendigung ihrer Schulzeit sich für Ausbildungen oder Studiengänge mit geringem Bedarf entscheiden, die dann wiederum in Mangelbereichen nicht zur Verfügung stehen.

  • Ach bitte.
    Die leeren Richter- oder Staatsanwalt- und Jurist*innenstellen liegen nicht an einem Mangel an Jurist*innen, sondern daran, dass die Mehrheit in einer Kanzlei unterkommen will und diejenigen mit Prädikatsexamen nicht alle Richter*in werden wollen.
    Da kannst du nichts machen. Es liegt NICHT daran, dass Lehrkräfte falsch beraten hätten und zu wenige Jura studieren.


    Genauso mit "meinem" vakanten Amtsarztposten. Ehrlich, Amtsarzt ist wahrscheinlich einer der (von außen betrachtet) lauesten, sichersten Jobs in der Medizin. A14 mit geregelten Arbeitszeiten.
    Praxen werden auch nicht übernommen.
    Haben wir zu wenig Ärzte? Zum Teil.
    Aber das Hauptproblem wird sein, dass die meisten weniger mobil, weniger flexibel sind, usw.. Sie wollen im Angestelltenverhältnis in einer Praxis arbeiten, wechseln können, keine Personalverantwortung haben wollen. Oder keine Abrechnerei mit Krankenkassen (-> Privatpraxen öffnen) oder oder ...
    Es gibt vielfältige Gründe und nicht alles liegt an unfähigen beratenden Lehrkräften.

  • Hier sind es gar nicht so sehr die Richter und Staatsanwälte, sondern es gibt vor allem einen eklatanten Mangel an Rechtspflegern, also am Unterbau. Die Einstellungsvoraussetzungen sind schon deutlich gesenkt worden, trotzdem fehlen Bewerber und diejenigen, die das Studium durchhalten, gehen verstärkt danach laufen, wenn ihnen die Arbeitsbedingungen dämmern.

    Gar nicht so unähnlich zum Schulsektor.

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