• Die Kapazität kostet aber viel Geld. Die Länder wollen das nicht ausgeben, also bleibt es wohl erstmal dabei.

    Daher ja mein Vorschlag mit der verkürzten Ausbildung und der Kürzung der Gehälter als Möglichkeit, höhere Kapazitäten zu finanzieren.

    Klar wird das nicht jedem/r gefallen und es wird (laute) Stimmen geben, die konstatieren, dass 8-10.000€ als "normaler" Facharzt (m/w/d) bereits zu wenig seien, aber gleichzeitig werden ja aktuell von allen Seiten Reformen gefordert und diese bedeuten immer für einen Teil der Bevölkerung Opfer - genauso wenn es irgendwann mal tatsächlich zu der viel zitierten Entbürokratisierung kommen sollte.

  • Daher ja mein Vorschlag mit der verkürzten Ausbildung und der Kürzung der Gehälter als Möglichkeit, höhere Kapazitäten zu finanzieren.

    Was soll das denn miteinadner zu tun haben?

    Entropy is a bitch, embrace her.

  • Die Einsparungen durch die Verkürzung der Ausbildungsdauer und Kürzung der Gehälter auf ein immer noch sehr gutes Niveau kann genutzt werden, um die Erweiterung der Kapzitäten, die für die Medizinstudienplätze benötigt werden, zu finanzieren.

    Wenn wir etwas das letzte Jahr gelernt haben, dann ja gerade, dass pauschales "Nein" über viele Jahre uns in diese aktuelle Gesellschaftskrise geführt hat. Wir müssen offen gegenüber Reformen und Streichung gesetzlicher Vorhaben werden und mutig auch mal Dinge hinterfragen, die "halt schon immer so waren".

  • Warum sollte der Arzt bei abgesenkten Gehältern dann später in Deutschland bleiben?


    Vielleicht erkennt man einfach mal an, dass es Lebensbereiche gibt, in denen Investitionen notwendig und gut angelegt sind, und andere, wo unnötig Milliarden verballert werden. Eventuell könnte man das mal ein wenig in Balance rücken.

  • Die Einsparungen durch die Verkürzung der Ausbildungsdauer und Kürzung der Gehälter auf ein immer noch sehr gutes Niveau kann genutzt werden, um die Erweiterung der Kapzitäten, die für die Medizinstudienplätze benötigt werden, zu finanzieren.

    Wie genau wirken sich Gehälter auf die Kosten der Ausbildung aus? Das hat nichts miteinander zutun.

    Weiterhin begründet eine verkürzte Ausbildung schon lange keine Senkung der Gehälter, weil die Tätigkeit sich überhaupt nicht ändert. Das ist einfach Unsinn.

    Entropy is a bitch, embrace her.

  • Bin ich als einziger der Meinung, dass wir genügend Mediziner ausbilden davon aber zu wenige Arzt werden.

    Ich meine, dass es mal Artikel dazu gab.

  • Das habe ich auch schon gehört. Ist auch bei Lehrkräften ist es auch ähnlich. Aber letztlich muss das mit eingerechnet werden. Wenn am Ende 50% Ärzte werden muss ich halt mind. doppelt so viel ausbilden wir der Bedarf ist.

  • Vielleicht erkennt man einfach mal an, dass es Lebensbereiche gibt, in denen Investitionen notwendig und gut angelegt sind, und andere, wo unnötig Milliarden verballert werden. Eventuell könnte man das mal ein wenig in Balance rücken.

    Genau da scheiden sich halt die Geister. Die einen sagen, man müsse hier investieren und die andren meinen, es sei besser dort.

    Deswegen gibt's unterschiedliche Parteien.

  • Warum sollte der Arzt bei abgesenkten Gehältern dann später in Deutschland bleiben?

    Ich wage mal zu behaupten, dass sich mit 6.000€ brutto schon ein sehr gutes Leben in Deutschland leben lässt, umso mehr, wenn ein Partner (m/w/d) noch ein halbes Gehalt zusätzlich beisteuert. Es ging im Übrigen um das Gehalt eines Facharztes (m/w/d), kein Chefarzt (m/w/d) oder Klinikleitung.

    Wir sollten aber mal grundsätzlich hinterfragen, woher die ständige Angst in der Gesellschaft herkommt, dass Topverdiener (m/w/d) sofort das Land verlassen, sobald auch nur überlegt wird, Gelder zu kürzen. Als ob Deutschland nichts außer Geld zu bieten hätte. Einen Ort, zu dem man eine emotionale Verbindung hat, ihn als Heimat bezeichnet, wo man Familie, Freunde (m/w/d) und/oder Hobbys hat, tauscht man nicht so eben gegen ein paar Scheine pro Monat mehr woanders ein. Vor allem da es ganz andere Berufsgruppen gibt, die viel weniger verdienen als Ärzte (m/w/d) hierzulande. Was sollen diese erst sagen?

  • Ich wage mal zu behaupten, dass sich mit 6.000€ brutto schon ein sehr gutes Leben in Deutschland leben lässt, umso mehr, wenn ein Partner (m/w/d) noch ein halbes Gehalt zusätzlich beisteuert. Es ging im Übrigen um das Gehalt eines Facharztes (m/w/d), kein Chefarzt (m/w/d) oder Klinikleitung.

    Wir sollten aber mal grundsätzlich hinterfragen, woher die ständige Angst in der Gesellschaft herkommt, dass Topverdiener (m/w/d) sofort das Land verlassen, sobald auch nur überlegt wird, Gelder zu kürzen.

    Es ist keine Angst. Es ist eine Tatsache, dass Ärzte Deutschland verlassen, weil sie im Ausland ein besseres Gehalt und/oder bessere Arbeitsbedingungen erhoffen. Das gilt insbesondere auch für ausländische Ärzte, die ihr eigenes Land verlassen und ein neues Leben anfangen wollen. Das ist natürlich schon immer so gewesen. Die Frage ist primär, ob die Zahlen steigen oder sinken und ob wir trotzdem genug Ärzte in Deutschland haben.

  • Die ständige Angst kommt daher, weil Topverdiener tatsächlich das Land verlassen, weil sie international gefragt und mobil sind. Deutsche Ärzte zum Beispiel gesucht in der Schweiz, in Skandinavien, in Großbritannien, deutsche Psychologen in den Niederlanden, in der Schweiz, in Großbritannien und in Australien (die USA sind da neuerdings weggefallen, das hat aber andere Gründe). Deutsche Lehrer will keiner haben, die sind zu teuer (und studieren anderswo übrigens auch).

    Wer es für eine grandiose Idee hält Ausbildungsdauern zu verkürzen, in der Erwartung, dass man dann mehr in gleicher Qualität bekommt, sollte sich einmal den Bologna-Prozess oder die Erfolgsgeschichte des G8 Gymnasiums anschauen. Man bekommt tatsächlich mehr, hauptsächlich aber einen riesengroßen Haufen Scheiße. Wir haben ein toll funktionierendes duales System und in den meisten Fällen ist ein Geselle/Techniker/Meister dem Bachelor doch meilenweit überlegen, unabhängig vom genauen Fachgebiet. Dipl-Ing. waren mal was wert, aber gibt's halt nicht mehr. :)

    If you look for the light, you can often find it.
    But if you look for the dark that is all you will ever see.

  • Warum sollte der Arzt bei abgesenkten Gehältern dann später in Deutschland bleiben?

    Deshalb will Gymshark die Ausbildung kürzen, dann werden sie im Ausland nicht mehr akzeptiert, wer will schon Ärzte, die nicht viel mehr wissen als Krankenpfleger. (Eine Intensivkrankenschwester benötigt auch mindestens 5,5 Jahre, bis sie fertig ist.)

    Gymshark ,du schreibst so viel Stammtischgeschwätz. Klar kann man die Ausbildung kürzen wie in der Lehrerausbildung geschehen. Antimon schrieb ja, dass sie keine Lehrer mit deutscher Ausbildung mehr akzeptieren, weil sie fachlich zu wenig darauf haben. Ich dachte damals, sie übertreibt aufgrund einzelner Erlebnisse, nach dem Gespräch neulich wurde mir klar, sie hat Recht. Wer nicht bereit ist, in die Ausbildung zu investieren, dazu gehört auch das Geschwätz, erst nach 40 Jahren Berufstätigkeit in Rente zu dürfen, darf sich nicht wundern, dass er eben nicht mehr ausreichend ausgebildete Menschen erhält und ich bezweifle, dass man langfristig dadurch Geld spart.

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  • Ich habe parallel zu Valerianus geschrieben, auch wenn er sehr ähnliches schreibt.

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  • Gerade gegoogelt über 20 % der Ärzte in der Schweiz haben ein deutsches Studium abgeschlossen. Die Schweiz macht es seit Jahren bewusst, sie verzichten darauf, genug auszubilden, es gibt viel zu wenige Studienplätze, zahlen aber im Anschluss mehr Gehalt. Und es klappt.

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  • Wir sollten aber mal grundsätzlich hinterfragen, woher die ständige Angst in der Gesellschaft herkommt, dass Topverdiener (m/w/d) sofort das Land verlassen, sobald auch nur überlegt wird, Gelder zu kürzen. Als ob Deutschland nichts außer Geld zu bieten hätte.

    Das mag in manchen Bereichen zutreffen - bei Medizin nicht. Persönlich kenne ich zwei Top-Mediziner, die Deutschland den Rücken gekehrt haben - und nun mit besserem Gehalt in der Schweiz arbeiten. Da hat die Schweiz mehr zu bieten. Besonders, wenn man mit Schweizer Gehalt in Konstanz leben kann ;)

    <edit: Chris war schneller>

    Dass Mediziner nicht als Allgemeinmediziner, Fachärzte oder in Kliniken arbeiten, muss kein Nachteil für die Gesellschaft sein. Manche wechseln in die Forschung oder Lehre, andere ins Gesundheitsamt.

    Aber damit sind wir weit weg vom Beamtenbashing und beim Ärztebashing gelandet :flieh:

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  • In Deutschland wandern überproportional viele Hochqualifizierte aus, das ist nunmal leider Fakt. Und bei unseren abartigen Steuersätzen, der deutschen Missgunstkultur, einer Regierung, die ständig nur überlegt, wie sie noch stärker auf Gutverdiener und deren Kapital zugreifen kann, und attraktiven Ländern mit besseren Verdienstmöglichkeiten, ist das ja auch überhaupt kein Wunder. Und da sind die zunehmend negative gesellschaftliche Grundstimmung und die Tatsache, dass im öffentlichen Raum alles auseinander fällt, noch gar nicht berücksichtigt.

    Genau da scheiden sich halt die Geister. Die einen sagen, man müsse hier investieren und die andren meinen, es sei besser dort.

    Deswegen gibt's unterschiedliche Parteien.

    Gut wäre ja schonmal, überhaupt zu investieren, statt einfach nur auszugeben 😊

  • Die Schweiz scheint zum neuen "Dubai" zu werden. Nicht, weil früher nicht auch bereits Deutsche aus den unterschiedlichsten Gründen dorthin zogen, sondern weil es in den letzten 1-2 Jahren noch einmal an Fahrt aufgenommen hat und vor allem auch sehr laut (Social Media sei Dank?) kommuniziert wird.

    Ich glaube, auch diese Entwicklung wird, wie bei den meisten Migrationsbewegungen, irgendwann seinen Kipppunkt erreichen.

  • Aber damit sind wir weit weg vom Beamtenbashing und beim Ärztebashing gelandet :flieh:

    Soweit liegt das gar nicht auseinander. Wie wäre es, wenn man sich zu Beginn des Studiums der Medizin verpflichten muss eine gewisse Anzahl an Jahren vollzeit in Deutschland zu arbeiten, um so seine Studienschulden beim Staat zu tilgen? Will man vorzeitig das Land verlassen und in der Schweiz oder sonst wo auf der Welt arbeiten, werden die Studiengebühren in entsprechend mittlerer sechsstelliger Höhe sofort fällig. Also quasi so wie bei der Bundeswehr, wo man sich auch bei teuren Ausbildungen für eine gewisse Anzahl an Jahren verpflichten und sich freikaufen muss, wenn man nachträglich doch früher gehen will.

    "Du willst nach dem Studium, das das Land Deutschland dir finanziert hat, sofort in die Schweiz? Kein Problem, bitte überweise an das unten stehende Konto 500.000,- €, zahlbar innerhalb der nächsten 30 Tage." :pirat:

    Bei Lehrern wäre es ähnlich: "Du hast über zieg Jahre auf Lehramt studiert, Plätze an der Uni für andere blockiert und willst jetzt nicht vollzeit arbeiten? Bitte zahlen..."

  • In Deutschland wandern überproportional viele Hochqualifizierte aus, das ist nunmal leider Fakt. Und bei unseren abartigen Steuersätzen, der deutschen Missgunstkultur, einer Regierung, die ständig nur überlegt, wie sie noch stärker auf Gutverdiener und deren Kapital zugreifen kann, und attraktiven Ländern mit besseren Verdienstmöglichkeiten, ist das ja auch überhaupt kein Wunder.

    Das ist vor allem kein Wunder, wenn man bedenkt welche Studiengebühren in anderen Ländern gezahlt werden müssen und bei uns eben nicht. Da nimmt man die billige deutsche Uni mit und geht danach wieder, sobald es kein Geld mehr abzugreifen gibt.

  • Ich glaube, auch diese Entwicklung wird, wie bei den meisten Migrationsbewegungen, irgendwann seinen Kipppunkt erreichen.

    Du meinst, dass wir einen zweiten Antiimperialistischen Schutzwall errichten, um die Migration in die Schweiz zu stoppen und das Ausbluten der heimischen Wirtschaft im Bereich der Fachkräfte zu verhindern? Die DDR hat ja 1961 auch nur deswegen die Mauer gebaut, weil die gut Ausgebildeten am Ende täglich zu zehntausenden gegangen sind.

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