Wir noch mehr.
Hat euer Land generell mehr Stunden in der Tafel oder erhaltet ihr als FöS mehr oder streicht ihr an anderer Stelle?
Wir noch mehr.
Hat euer Land generell mehr Stunden in der Tafel oder erhaltet ihr als FöS mehr oder streicht ihr an anderer Stelle?
Das ist wenig.
Laut Stundentafel sind es für D/M/SU
in Klasse 1/2 zusammen 27 Stunden
Klasse 3: 13 - 14
Klasse 4: 14 - 15
Wenn man aber Lernzeitstunden haben will, muss man die halt irgendwo abknapsen (daher wohl nur 11 Stunden D/M/SU) ... oder man packt die Stunden obendrauf (wenn man die Lehrerstunden hätte).
Also wir arbeiten mit dem ABC der Tiere und alle Kinder in allen Klassen bekommen den gleichen Wochenplan. Auch die Hausaufgabe (Seite aus dem Heft oder Arbeitsblatt) muss für alle Kinder aller Klassen gleich sein
Es klingt schrecklich. Was habt ihr denn für Vorgaben? Gottseidank gesteht Bayern den Lehrern Methodenfreiheit zu. Ich würde mich von den Dingen, die ich aus guten Gründen für unsinnig halte, daher sofort loslösen. Dann arbeitet meine Klasse eben die Themen des Lehrplans auf andere Weise durch. Ich weiß noch, als ich eine Klasse übernahm und gleich drei schon gekaufte Deutsch Arbeitshefte verwenden sollte, eines schlechter als das andere. Gleich am Elternabend habe ich allen Eltern erklärt, dass ich diese Hefte nicht zum Einsatz bringen werde und aus welchen Gründen. Alle haben es verstanden.
Zu dem Thema kann ich das Buch "Unterricht entschleunigen" von Christina Buchner empfehlen. Ich zitiere zwei passende Passagen:
„Wir können uns aber auch dem Diktat von Buch und fertigem Arbeitsheft vollständig unterwerfen und einfach der Reihe nach alles abarbeiten. Dann haben wir schon einen hausgemachten Stressfaktor in unserem Unterricht, ein von außen festgelegtes Pensum, das höchst selten zu den individuellen Bedürfnissen unserer Klasse passt.“
„Es sind einzig und allein wir selber, die uns – nach Kant – in eine selbstverschuldete Unmündigkeit begeben, wenn wir uns Vorgehensweisen und Materialien aufoktroyieren lassen, die uns in ein unbequemes Zeitkorsett pressen, uns und den Kindern Stress machen und nicht zu den individuellen Bedürfnissen unserer Klasse passen.“
Es sind Vorgaben der Schule und der Schulleitung.
Als ich mal krank war, ist durch den Vertretungsnterricht aufgeflogen, das ich anders als die Parallelkollegen gearbeitet habe. Danach hatte ich ein Gespräch mit der Schulleitung ...
Alle müssen den gleichen Wochenplan haben, damit der Unterricht im Vertretungsfall auch reibungslos ablaufen kann (weil man notfalls die Parallelkolleginnen fragen kann).
Alle müssen die gleichen Hausaufgaben aufhaben, damit es für die Hausaufgabenbetreuung leichter ist.
Als ich mal krank war, ist durch den Vertretungsnterricht aufgeflogen, das ich anders als die Parallelkollegen gearbeitet habe. Danach hatte ich ein Gespräch mit der Schulleitung ...
"Lieber Herr Lehrer, wir haben mitbekommen, dass Sie sich nicht an die Absprachen der Schulgemeinschaft gehalten haben."
"Liebe Schulleitung, danke für die Einladung, ich habe jemanden aus dem Lehrer*innenrat zur Unterstützung mitgenommen. Falls es um den Umgang mit dem Wochenplan geht, bitte ich Sie um eine schriftliche Anweisung, dass alle Kinder klassenübergreifend zur gleichen Zeit, am gleichen Wochenplan ohne Differenzierung nach den Lernvoraussetzungen arbeiten und Hausaufgaben bearbeiten müssen. Ich werde dann meine schriftliche Remonstration auf Grundlage des Runderlasses vom 05.05.2015 einreichen, in dem steht:
ZitatHausaufgaben sollen die individuelle Förderung unterstützen. Sie können dazu dienen, das im Unterricht Erarbeitete einzuprägen, einzuüben und anzuwenden. Sie müssen aus dem Unterricht erwachsen und wieder zu ihm führen, in ihrem Schwierigkeitsgrad und Umfang die Leistungsfähigkeit, Belastbarkeit und Neigungen der Schülerinnen und Schüler berücksichtigen und von diesen selbstständig ohne fremde Hilfe in den in Nummer 4.4 genannten Zeiten erledigt werden können.
Darüber hinaus werde ich auf die relevanten Stellen zur individuellen Förderung im Schulgesetz hinweisen, die QUA-LiS NRW praktischerweise bereits zusammengefasst hat: https://www.qua-lis.nrw.de/schulentwicklu…rung/rechtliche."
Hat euer Land generell mehr Stunden in der Tafel
Erstens das.
Für Klasse 1-4 gibt es 28 Stunden Deutsch, 21 Stunden Mathematik und 12 Stunden Sachunterricht. Kann man sich ja ausrechnen, was das bei gleichmäßiger Verteiltung bzw. auch bei etwas mehr Stunden in Klasse 3/4 ergibt.
In den Klassenstufen 1 und 2 gibt es zusätzlich jeweils eine Förderstunde Deutsch und eine Förderstunde Mathematik verpflichtend für die gesamte Klasse (durch den Wegfall von Englisch in diesen Klassenstufen vor einigen Jahren).
oder erhaltet ihr als FöS mehr
Das auch, wir haben noch einmal ein bisschen mehr als die Grundschulen.
oder streicht ihr an anderer Stelle?
Nein.
So könnte ich nie arbeiten. Ich habe auch schon einmal von einem dümmlichen Jahrgangsteam eine parallel zu schreibende Klassenarbeit mit unglaublich schlechten Aufgaben aufgedrückt bekommen. Ich habe sie heimlich verändert. Keiner hat es gemerkt.
Es muss doch eine Rechtsgrundlage geben, je nach Klasse anders arbeiten zu dürfen und dass man nicht zu Wochenplänen gezwungen werden darf.
Ich würde zur Not die Schule wechseln. Ich habe auch von solchen Schulen gehört und die Lehrer und Schüler tun mir sehr leid!
Es sind Vorgaben der Schule und der Schulleitung.
Als ich mal krank war, ist durch den Vertretungsnterricht aufgeflogen, das ich anders als die Parallelkollegen gearbeitet habe. Danach hatte ich ein Gespräch mit der Schulleitung ...
Alle müssen den gleichen Wochenplan haben, damit der Unterricht im Vertretungsfall auch reibungslos ablaufen kann (weil man notfalls die Parallelkolleginnen fragen kann).
Alle müssen die gleichen Hausaufgaben aufhaben, damit es für die Hausaufgabenbetreuung leichter ist.
Das geht rechtlich eigentlich nicht, m.W. in keinem Bundesland. Ist die Frage, ob du Energie und Mut hast, dagegen vorzugehen. Hast du "Verbündete" in dieser Problematik?
Es sind Vorgaben der Schule und der Schulleitung.
Als ich mal krank war, ist durch den Vertretungsnterricht aufgeflogen, das ich anders als die Parallelkollegen gearbeitet habe. Danach hatte ich ein Gespräch mit der Schulleitung ...
Alle müssen den gleichen Wochenplan haben, damit der Unterricht im Vertretungsfall auch reibungslos ablaufen kann (weil man notfalls die Parallelkolleginnen fragen kann).
Alle müssen die gleichen Hausaufgaben aufhaben, damit es für die Hausaufgabenbetreuung leichter ist.
Es gibt viele gute Gründe, in den parallelen Lerngruppen auch möglichst parallel zu arbeiten. Ganz parallel (z.B. zur selben Zeit exakt dieselben Hausaufgaben) kann es aber schon deswegen nicht laufen, weil die eingesetzten Kollegen i.d.R. nicht parallel zueinander krank werden, die Klassen nicht zur selben Zeit dieselben Fragen stellen und man diese gemeinsam ausführt u.v.m.
Wir sprechen auch Themenreihenfolgen, die Gestaltung unserere Klausuren usw. miteinander ab, was ich als sehr entlastend finde. Dabei ist aber immer klar, dass es dennoch leicht unterschiedliche individuelle Schwerpunktsetzungen und zeitliche Verschiebungen gibt.
Wir sprechen auch Themenreihenfolgen, die Gestaltung unserer Klausuren usw. miteinander ab, was ich als sehr entlastend finde. Dabei ist aber immer klar, dass es dennoch leicht unterschiedliche individuelle Schwerpunktsetzungen und zeitliche Verschiebungen gibt.
Same here. Ich informiere meine Kollegin, dass ich noch dies oder jenes mache oder weglasse, das reicht....
...die Klassen nicht zur selben Zeit dieselben Fragen stellen
...
Nicht? Na wahrscheinlich plant ihr nicht parallel genug, sonst kann man das bestimmt erreichen. So wie Stuten in einer Herde gemeinsam rossig werden ![]()
Ganz parallel (z.B. zur selben Zeit exakt dieselben Hausaufgaben) kann es aber schon deswegen nicht laufen,
Ich arbeite nach vielen Jahren zum ersten Mal so, weil es gerade mal passt im Team, es ist nahezu alles parallel, ist jemand krank, macht die andere Lerngruppe möglichst das gleiche im Unterricht, was oft passt. Oder es wird so getauscht, dass man in die Parallelklasse geht, um den Inhalt zu vermitteln, während die anderen etwas üben.
Aber das ist freiwillig, wir finden es im Moment gut, es passt mit den Klassen weitestgehend und es ist entlastend zu wissen, dass jemand anderes gut Bescheid weiß und die Vertretung regelt, wenn man mal krank ist.
Beim Durchgang davor passte es nicht und es gab dann andere Konstrukte, um den längeren Ausfall aufzufangen.
Wäre es nicht freiwillig, würde es mich stören, ich würde mein eigenes Ding machen wollen und machen, wäre mir aber auch klar darüber, dass es Stress mit den Eltern geben könnte. Das würde ich auch heute noch tragen, vielleicht irgendwann nicht mehr.
Ich arbeite nach vielen Jahren zum ersten Mal so, weil es gerade mal passt im Team
Berücksichtigt ihr in den Planungen dann auch Möglichkeiten zur Differenzierung? Plant ihr das auch gemeinsam?
Ja.
Für Kinder mit sehr geringen Sprachkenntnissen haben wir ein klassenübergreifendes System, da kann sich jeder am Baukasten bedienen, sodass man es nicht zusätzlich planen muss und unabhängig von Klasse/ dem üblichen Lehrwerk ist. (also zieldifferent)
Die Differenzierung, die die Arbeitshefte (Förderausgabe) mit einbezieht, nutzen wir in beiden Klassen. (also zieldifferent)
In den Aufgabenplänen selbst ist zudem schon Differenzierung vorgesehen. Dann braucht man nur einen Plan für die Kinder, die die normalen AH nutzen. (also zielgleich, aber differenziert).
Für bestimmte zieldifferent zu beschulende Kinder benötigt man individuelle Maßnahmen, da finde ich gemeinsame Pläne ungünstig, sondern passe die Inhalte ans jeweilige Kind an.
In den Aufgabenplänen selbst ist zudem schon Differenzierung vorgesehen. Dann braucht man nur einen Plan für die Kinder, die die normalen AH nutzen. (also zielgleich, aber differenziert).
Wie sehen die Pläne denn dann aus? Differenzieren sich die Kinder selber? Also nach Schnelligkeit oder nach Schwierigkeitsgrad? Müssen die Kinder die Pläne am WE beenden, wenn sie nicht fertig geworden sind? Und gibt es Aufgaben im Plan, die erst nach einer Einführung im Plenum bearbeitet werden dürfen? Oder ist der Plan unabhängig von Schulstunden, in denen zum Beispiel neue Inhalte eingeführt werden?
Differenzieren sich die Kinder selber? Also nach Schnelligkeit oder nach Schwierigkeitsgrad?
Ja, so in etwa. Die Kinder müssen Pflichtaufgaben erledigen, entweder gibt es weitere Aufgaben zur Auswahl oder die Kinder, die schneller sind, bearbeiten auch die schwierigen Aufgaben.
Da ich nicht allein mit Plänen arbeite, kann ich auch unterschiedliche Schwierigkeiten in anderen Stunden einfordern.
Müssen die Kinder die Pläne am WE beenden, wenn sie nicht fertig geworden sind?
Nein. Das finde ich doof. Ich habe meist Arbeitspläne und eben die Differenzierung für die Starken, das gibt den anderen mehr Zeit für das Üben einfacher Aufgaben.
Wenn ich den Eindruck bekomme, dass Kinder trödeln, finde ich Absprachen mit den Eltern und das Kind arbeitet nach - da finde ich Stunden oder sie machen etwas zu Hause - je nach Elternhaus und Erfolg, bei etlichen würde da nie etwas erledigt sein.
Und gibt es Aufgaben im Plan, die erst nach einer Einführung im Plenum bearbeitet werden dürfen? Oder ist der Plan unabhängig von Schulstunden, in denen zum Beispiel neue Inhalte eingeführt werden?
Ja, es gibt Pläne, da setze ich Stopp-Zeichen. Man darf dann nur bis zur nächsten Einführung arbeiten. Wer warten muss, bedient sich an einem anderen Aufgaben-Angebot (das Haltestelle heißt, weil man wartet).
Und es gibt auch Pläne, die unabhängig von Schulstunden sind, weil es überwiegend Übungsaufgaben sind und nur solche, von denen ich sicher bin, dass es die Kinder selbst schaffen - unabhängig vom Unterricht. Außerdem kennen die Kinder ja das System mit dem Stopp, also kann ich, wenn ich durch unvorhergesehene Ausfälle nicht rechtzeitig die nächste Einführung nachschieben kann, einen Stopp für die ganz schnellen SuS setzen.
Was aber auch wichtig ist:
Ich bin nicht abhängig von einem Schulbuch.
Und ich habe eine Klasse mit sehr vielen zusätzlichen Bedarfen. Am Ende fallen auch Inhalte sehr kurz aus oder hinten runter.
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