• solltest du da nicht mehr hingehen.

    Ich frage mich generell, was Leute bei Heilpraktikern wollen und warum dieser "Berufsstand" immer noch nicht abgeschafft ist.

    Na, ja, die Schwurbler-Lobby ist halt zu groß. Hat man in der Corona-Zeit leider deutlich gemerkt. Und sieht man auch hier im Thread wieder.

    Sagt ausgerechnet der gläubigste aller Gläubigen? Warum ist der "Berufsstand" der Prediger nicht abgeschafft, warum gehen Leute da überhaupt noch hin zu dieser Schwurblertruppe etc.pp.?

    Menschen wollen sich halt an was festhalten, insbesondere, wenn es ihnen schlecht geht.

  • M.E. werden Placebo und Nocebo Effekte noch zu wenig genutzt. Medizin ist keine exakte Wissenschaft und es gilt vermutlich wirklich: Wirkung = Arznei + Erwartung (sry für die Verwendung mathematischer Zeichen).

    Eigentlich ist es doch nur wichtig, dass etwas wirkt. Auch mein Onkologe zitierte mal den Spruch „Wer heilt, hat Recht.“ Ich selbst halte auch homöopathische Mittel für Unsinn, denke aber, dass der Placebo Effekt in vielen Fällen sehr, sehr mächtig ist.
    Die Frage, welche Dinge von der Allgemeinheit bezahlt werden sollten, ist da der Knackpunkt. Soweit ich weiß, sind besonders die Gespräche zwischen Arzt oder Ärztin und Patient:in hilfreich, werden aber zu wenig honoriert.

    https://www.aerzteblatt.de/archiv/placebo…91-b36f082d8015


    https://www.uniklinik-freiburg.de/presse/pressem…r-einnahme.html

    Ethisch m.E. äußerst schwierig: was, wenn Ärzt*innen begännen, frei verkäufliche Placebo in klassischen Schachteln von "ratiopharm" zu verschreiben und ein schwer erkrankter Patient bliebe auf diese Weise unbehandelt? Warum ist es ausgerechnet bei Homöopathie okay, den unerforschten Placeboeffekt irgendwie aus dem Bauch heraus zu nutzen? Ich halte da nicht nur die Finanzierung für ein Problem.

    Im verlinkten Artikel wird ja erwähnt, dass auch Pflegekräfte in Kliniken sich den Placeboeffekt zu nutze machen. Dazu fällt mir ein, wie Kolleginnen auf Klassenfahrten "Heimwehpillen" gegeben haben: finde ich psychologisch gesehen falsch. M.E. besteht die Gefahr, Kinder auf diese Weise dazu zu erziehen, emotionale Bedürfnisse und Probleme mit Medikamenten bzw. Drogen zu lösen.

  • Ich störe mich schon länger an „nur evidenzbasiert hilft“, um so mehr, wenn dann nur das bezahlt werden soll.

    Ja, es ist gut, dass es erforscht und Therapien angepasst werden, dass man Wirksamkeit belegt oder widerlegt, aber man muss auch anderes im Blick behalten, andere Möglichkeiten in Erwägung ziehen. Heute stellt man fest, dass Frauen bei Krankheiten und Medikamenten anders reagieren - war aber bisher nicht erforscht.

    Es gibt Menschen, die auf Grundlage ihrer Gene Enzyme nicht oder anders ausbilden, auf Schmerzen anders reagieren, auf Alkohol/ Koffein anders reagieren, Inhaltsstoffe schmecken … und entsprechend anders auf Medikamente reagieren.

    Es gibt Off-Label-Anwendungen und Ärzte, die diese ausprobieren, um Patient:innen zu helfen (z.B. bei Fatigue), bis sie etwas finden, das hilft.

    Evidenzbasiert ist dann nur so gut oder weitreichend, wie die Forschung es zulässt, ermöglicht, wie es finanziert wird oder wie weit man bisher gekommen ist.

  • Dann formuliere es um: Warum wird etwas übernommen, das NACHGEWIESEN / also evidenzbasiert NICHT hilft?

    und bei Offlabel ist es schon ein bisschen anders, es wird doch in der Regel aufgrund von anderen Wirkungen bei der "Label-Anwendung" beobachtet und "ausprobiert", man weiß aber um die Risiken und dass es eben keine Gefahr darstellt.
    Ich habe gerade die Patienteninformation für eine Offlabel-Nutzung auf dem Tisch. Wird der dritte Versuch sein, irgendwas zu finden. die ersten zwei waren offiziell nach Leitlinie, das neue ist off-label-empfohlen (finde ich überall im Netz), für den Fall, dass man eben anders reagiert.

    Es versucht aber nicht ein einzelner Arzt, Augentropfen off-label gegen Bauchschmerzen zu verschreiben.

  • Ja, es ist gut, dass es erforscht und Therapien angepasst werden, dass man Wirksamkeit belegt oder widerlegt, aber man muss auch anderes im Blick behalten, andere Möglichkeiten in Erwägung ziehen.

    Richtig. Hat aber nichts mit Homöopathika und anderem Quatsch, der offensichtlich nicht wirkt, zu tun.

  • Richtig. Hat aber nichts mit Homöopathika und anderem Quatsch, der offensichtlich nicht wirkt, zu tun.

    Beten und Glauben hilft auch nix. Mir hat Gott noch nie geholfen. Also ist es auch Quatsch in deinen Augen. So wie Homöopathie.

    Und wenn man sich den Reichtum der Kirche und ihr Benehmen Abhängigen gegenüber betrachtet über viele Jahrhunderte und auf vielfältige Weise, finde ich es schlimmer, als das Geld, das jemand mit Homöopathie verdient.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

    Einmal editiert, zuletzt von Zauberwald (25. September 2026 18:59)

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