• Welche der Thesen richtet sich denn gegen die Reliquienverehrung?

    Meine Lieblingsthese ist die Nummer 71. 😉

    Hätte Luther NUR die 95 Thesen angeschlagen, gäbe es heute keinen Protestantismus.:aufgepasst:

    1517 - beim Anschlag der Thesen - war Luther noch papsttreu und wendete sich "nur" gegen die geifernden Ablassprediger, die den Menschen jede Sünde (auch Mord) vergaben, falls sie den entsprechenden Betrag ins Säckel warfen.
    Bei der Leipziger Disputation 1519 stellte er die Unfehlbarkeit des Papstes infrage und formulierte den Grundsatz "allein die Schrift". Beim Edikt zu Worms 1521 verweigerte er den Widerruf seiner Schriften. Zu diesem Zeitpunkt besaß er bereits breite Unterstützung in der Bevölkerung und bei Teilen des niederen Adels.

    In Luthers Schrift: „An den christlichen Adel deutscher Nation“ (1520) forderte er die Abschaffung fast aller Heiligenfeste, da diese oft nur zu „Saufen und Prassen“ genutzt würden.
    In seiner Schrift: „Vom Missbrauch der Messen“ (1521) kritisierte er zudem, dass Heilige wie Götzen behandelt würden, denen man magische Kräfte zuschreibe (z. B. Schutz vor Krankheiten). Er betonte, dass in der Bibel keine Heiligenverehrung stattfinde - und diese daher - gemäß dem Grundsatz "Nur die Schrift!" Götzendienst sei.

    Vielleicht solltest du auch mal wieder die Bibel lesen, lieber Plattenspieler. Am besten fängst du mit der eindrucksvollsten Rede der vergangenen 2000 Jahre an: Mit der Bergpredigt.

    Meine Beiträge können Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten. "Tippfehler" sind beabsichtigt und dienen dem reflektierten Umgang mit Rechtschreibung und Sprache durch die werte Leserschaft. Wer einen Rotstift besitzt, darf diesen behalten und anderweitig nutzen.
    «Wissen – das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt.» (Marie von Ebner-Eschenbach)

  • Die Übersetzung, die ich kenne, schreibt "gebannt und verflucht". Im Original heißt es wohl "anathema et maladictus". Das sind rein geistliche/kirchliche Sanktionen, keine grausamen Folterrituale o. Ä.

    Generell: Wenn ich etwas von Luther lobe, kannst du davon ausgehen, dass ich das in neun von zehn Fällen ironisch meine. Zur Sicherheit habe ich aber im Beitrag einen Smiley ergänzt.

  • Wenn ich etwas von Luther lobe, kannst du davon ausgehen, dass ich das in neun von zehn Fällen ironisch meine.

    Warum hatte ich das bereits vermutet? Bist du Alt-katholisch? Das würde Manches erklären.

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  • Die Übersetzung, die ich kenne, schreibt "gebannt und verflucht". Im Original heißt es wohl "anathema et maladictus". Das sind rein geistliche/kirchliche Sanktionen, keine grausamen Folterrituale o. Ä.

    Um 1500 wurde noch gerädert, verbrannt, gevierteilt. Aber ja. Das war alles nicht grausam. Meist hatte man ja kurz darauf sowieso keine Schmerzen mehr. Es sei denn, man musste danach noch dreimillionensiebenhundertfünfzigtausenachthundertzweiundsiebzig Jahre in der Hölle schmoren ;)

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  • Bist du Alt-katholisch?

    Nein. Alt-Katholiken sind im allgemeinen liberaler/progressiver als römische Katholiken. Nehme ich mehr als eine Option wahr für ehemalige Katholiken, die für Frauenweihe, verheiratete Kleriker, Wiederheirat u. ä. sind, aber das katholische Feeling doch nicht ganz aufgeben wollen. Der Kommentar von RosaLaune trifft das ganz gut.

    Um 1500 wurde noch gerädert, verbrannt, gevierteilt. Aber ja. Das war alles nicht grausam.

    Vielleicht hast du mich missverstanden? Ich verteidige Luther doch hier gerade gegen Unterstellungen. Natürlich gab es so was um 1500; ich schrieb lediglich, dass Luther das nicht mit der in These 71 verwendeten Formulierung meinte.

  • Was ist das denn?

    Berufung (im engeren Sinne) ist die als Eingebung von Gott verstandene Entscheidung für ein geistliches Leben als Priester, Ordenschrist oder geweihte Jungfrau.

    Berufung im weiteren Sinne kann sich auch auf die Entscheidung für die christliche Ehe und Familie beziehen oder auf die Wahl eines Berufes im kirchlichen Umfeld.

    Im weitesten Sinne sollte jeder Christ berufen sein, in seinem Leben Jesus nachzufolgen.

  • Nein. Alt-Katholiken sind im allgemeinen liberaler/progressiver als römische Katholiken.

    Ja. Zumindest erlebe ich es genauso und wenn ich je wechseln sollte, dann nur zu ihnen.

    (Ich würde es aber weniger liberal nennen, sondern überzeugt vom Glauben und nicht nur von irgendwelchen Traditionen der römisch-katholischen Kirche.)

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Wie kommst du auf altkatholisch?

    Vermutlich verwechselt Wolfgang das bzw. hält die Altkatholiken für irgendwelche traditionalistischen Kreise wie zum Beispiel die Piusbrüder (FSSPX), die aktuell wegen der geplanten Bischofsweihen wieder in den Medien präsent sind.

    überzeugt vom Glauben und nicht nur von irgendwelchen Traditionen der römisch-katholischen Kirche

    Man muss "irgendwelche Traditionen" (die es natürlich zweifellos gibt und die kultur- und zeitspezifisch und nicht Kern des Glaubens sind) trennen von der Tradition, die gerade eine der Säulen des Glaubens ist, weil bei Katholiken eben nicht das protestantische "sola scriptura" (worunter jede protestantische Gruppe etwas anderes versteht) gilt.

  • Die Altreformierten sind wie die Gereformeerde der Niederländer viel strenger, als die Reformierten, da ist es also genau anders herum,

    auch Altlutheraner und Altorthodoxe sind strenger und auf alte Bekenntnisschriften bezogen.

  • Sind Altlutheraner sowas wie die SELK? Was sind Altorthodoxe?

    Bei den Katholiken gibt es natürlich auch - innerhalb und außerhalb der Kirche - traditionalistische, altritualistische und 'strengere' Gruppierungen. Aber der Terminus Altkatholiken bezieht sich eben auf diejenigen, die sich nach dem 1. Vatikanischen Konzil abspalteten, weil sie die Dogmatisierung der Unfehlbarkeit und des Jurisdiktionsprimates des Papstes nicht mittragen wollten. In ihrer weiteren Geschichte haben sie sich weiter liberalisiert, stehen meines Wissens den Anglikanern recht nahe und haben viele Gemeinsamkeiten mit diesen (obgleich es natürlich auch bei Anglikanern Unterschiede gibt: low church, high church, ...).

    Zentral bei der Abspaltung der Altkatholiken war übrigens ein gewisser Ignaz von Döllinger. Da fragt man sich schon, warum immer die Deutschen eine so große Rolle bei Kirchenspaltungen spielen. Und ob wir diese "Tradition" jetzt mit dem "Synodalen Weg" fortsetzen ...

  • Vermutlich verwechselt Wolfgang das bzw. hält die Altkatholiken für irgendwelche traditionalistischen Kreise wie zum Beispiel die Piusbrüder (FSSPX), die aktuell wegen der geplanten Bischofsweihen wieder in den Medien präsent sind.

    Man muss "irgendwelche Traditionen" (die es natürlich zweifellos gibt und die kultur- und zeitspezifisch und nicht Kern des Glaubens sind) trennen von der Tradition, die gerade eine der Säulen des Glaubens ist, weil bei Katholiken eben nicht das protestantische "sola scriptura" (worunter jede protestantische Gruppe etwas anderes versteht) gilt.

    Nur genau so, wie du es richtig findest, IST es auch richtig. Es gibt DIE Tradition, alle anderen sind bloß pseudo und kultur- bzw. zeitspezifisch. Ich finde das zwar fremd für einen Menschen mit Universitätshintergrund aber durchaus auch faszinierend.

    Meine muslimischen SuS können übrigens auch nicht sagen "bei uns ist das so" sondern nur "so ist die Wahrheit...".

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