Verwaltungsgericht prüft erneut, ob die Besoldung der Beamten korrekt war!

  • Wenn Lehrkraft Y mit 3 Kindern deutlich mehr bekommt als der SL ohne Kinder, kann man das alles mit dem Alimentationsprinzip begründen.

    Es ist halt einfach so, dass diese Vergleiche und das Gegenrechnen immer auf (empfundene) Ungerechtigkeiten herauslaufen wird. Ich persönlich empfinde es als ungerecht, dass ich in Bayern mit meiner Regelbeförderung auf A14 ohne konkrete Aufgabe gleich besoldet werde wie in anderen Bundelsändern Schulleiter von (kleinen) Grundschulen.

  • Warum hängst du dich derart an Begrifflichkeiten auf? Ich sehe meine "Besoldung" als ein Gehalt, bei dem ich Zeit gegen Geld tausche und mein "Amt" als eine Tätigkeit, wobei ich nach meiner Qualifikation und Aufgabe bezahlt werde. Die juristische Semantik ist mir sehr wohl vertraut, interessiert mich aber einfach nicht, da ich das, was am Monatsanfang auf meinem Konto landet, immer noch als Gehalt betrachte.

  • Deine ominöse Argumentation läuft alleine deswegen schon ins Leere, weil NRW und Badenwürttemberg die einzigen Länder sind, welche solch extremen Familien- und Ortszuschläge gewähren. Einfach deshalb, weil sie ein Schlupfloch gefunden haben, nicht das gesamte Gehaltsgefüge nach oben anzupassen, um Geld zu sparen. Es ist also nicht selbstverständlich und nicht überall üblich, dass man Familien derart gut stellt.

    Desweiteren übersiehst du, dass Kindergeld noch oben drauf kommt und die A13 Nettobesoldung, plus Familienzuschläge, um insgesamt etwa 2500-3000€, je nach Wohnort und Steuerklasse, ggü. einem Kinderlosen erhöht. Das ergibt eine ca. 80% höhere Besoldung bei gleichem Amt und Tätigkeit, was mit nichts zu rechtfertigen ist.


    Du kannst oder willst einfach nicht verstehen, das Alimentation bedeutet das dir ein amtgemessener Lebensstandard zusteht?

  • Ehrlich jetzt? Kinderkriegen als Leistung, die der Arbeitgeber mit einer höheren Besoldung honoriert? Ist es nicht vielmehr so, dass Kinderlose stärker honoriert werden sollen, weil sie z.B. zusätzlich die Kurse bei Elternzeit auffangen müssen, i.d.R. eher für Klassenfahrten herangezogen werden, etc., objektiv häufig einfach mehr in der Schule arbeiten?

    Ne, ist klar!


    Also wenn Elternzeit bei einem Kolleg*innen ansteht, fängst du das aus reiner Nächstenliebe und Karmapunkte auf.

    :party:


    Da sag ich als Vater herzlichen Dank!

  • Ne, ist klar!


    Also wenn Elternzeit bei einem Kolleg*innen ansteht, fängst du das aus reiner Nächstenliebe und Karmapunkte auf.

    :party:


    Da sag ich als Vater herzlichen Dank!

    Nein, dazu werde ich natürlich von der Schulleitung gezwungen, ebenso als Springer für Klassenfahrten. Es ist vorgekommen, dass man mich am Abend vorher anrief, weil ich ja privat "nichts zu tun" habe.

  • Ist es nicht vielmehr so, dass Kinderlose stärker honoriert werden sollen, weil sie z.B. zusätzlich die Kurse bei Elternzeit auffangen müssen, i.d.R. eher für Klassenfahrten herangezogen werden, etc., objektiv häufig einfach mehr in der Schule arbeiten?

    Kinderlose werden indirekt stärker honoriert, weil sie öfter in Vollzeit arbeiten und dadurch ja bereits in der Regel mehr Grundbesoldung erhalten.

    Hinzu kommt, wie bereits erwähnt, dass Kinderreiche keinen schlechteren Lebensstandard als Kinderlose führen dürfen und dass die Leistung des Kinderkriegens und -erziehens auch finanziell gewürdigt werden müssen - die Gründe hierfür wiederum hat MarieJ aufgezeigt.

  • Kinderlose werden indirekt stärker honoriert, weil sie öfter in Vollzeit arbeiten und dadurch ja bereits in der Regel mehr Grundbesoldung erhalten.

    Hinzu kommt, wie bereits erwähnt, dass Kinderreiche keinen schlechteren Lebensstandard als Kinderlose führen dürfen und dass die Leistung des Kinderkriegens und -erziehens auch finanziell gewürdigt werden müssen - die Gründe hierfür wiederum hat MarieJ aufgezeigt.

    Ach, wenn man Vollzeit arbeitet, bekommt man tatsächlich eine höhere Grundbesoldung? Wie gütig....Dann muss ich meinem Dienstherrn mal eine Dankeskarte schreiben.

  • Ne, Kinderlose werden schon deshalb höher honoriert, weil die Besoldung für eine 4köpfige Familie bemessen ist.

    Wenn davon nur 1 unterhalten wird, fällt es mir schwer da eine Unteralimentierung zu finden.

  • Warum werden dann das 1. und 2. Kind bezuschusst?

    Weil, das erste und zweite Kind zum wesentlichen aus der Grundbesoldung zu unterhalten sind und erst beim dritten Kind der alimentative Mehrbedarf beginnt. Der ist auch der Grund warum die Zuschläge ab Kind 3 so einen starken Sprung hinlegen.

  • Viele werden das aber als nicht fair bewerten. Dadurch schwächst Du das Leistungsprinzip und am Ende hat keinen mehr Lust mehr zu leisten. Wohin das führt, sehen wir am Beispiel DDR.

    Dasselbe Argument kommt grundsätzlich gegenüber der Verbeamtung von Lehrkräften. Neiddebatte halt.

  • Ne, Kinderlose werden schon deshalb höher honoriert, weil die Besoldung für eine 4köpfige Familie bemessen ist.

    Wenn davon nur 1 unterhalten wird, fällt es mir schwer da eine Unteralimentierung zu finden.

    Nicht ganz richtig. Auch bei der vierköpfigen Familie werden die Kinderzuschläge für das erste und zweite Kind sowie ggf. der Familienzuschlag für die Ehefrau berücksichtigt. In Köln bei zwei Kinder sollten das läppische 1.200 € sein, die man mehr bekommt. Natürlich pro Monat. Also nichts mit 1 bekommt Geld für 4.

    Richtig ist aber auch, dass die Zuschlag dann ab dem dritten Kind stärker steigt, weil letztlich nur die Summe relevant ist und wie du richtig schreibst, das Gehalt dann nichts mehr ausgleicht.

  • Es ist halt einfach so, dass diese Vergleiche und das Gegenrechnen immer auf (empfundene) Ungerechtigkeiten herauslaufen wird. Ich persönlich empfinde es als ungerecht, dass ich in Bayern mit meiner Regelbeförderung auf A14 ohne konkrete Aufgabe gleich besoldet werde wie in anderen Bundelsändern Schulleiter von (kleinen) Grundschulen.

    Es geht nicht um eine erfundene Ungerechtigkeit. Es geht um die Frage, wie die Besoldung fair gestaltet werden kann. Letztlich hat der Dienstherr aktuell zwei Möglichkeiten. Er kann die Besoldungen allgemein erhöhen und er kann über Zuschläge versuche die Besoldung allgemein niedrig zu halten und nur die Fälle zu verbessern, die ihm juristisch Schwierigkeiten bereiten können. Er könnte Probleme die Kinderzuschläge deutlich kürzen und die Besoldung um 1.000 € anheben. Dann gebe es für das erste Kind nichts und für das zweite maximal einen kleinen Zuschuss. Statt dessen versucht er durch Orts- und Kinderzuschläge Geld zu sparen. Das ist sein Recht. Man muss das aber auch gut finden ohne gleich eine Neiddebatte auszulösen.

    Der Dienstherr setzt dort sehr ungeschickte Anreize. Beispielsweise macht es auf einmal Sinn, dass wenn meine Schule im Speckgürtel einer großen Stadt ist, dass ich aus dem Speckgürtel wegziehe in die Innenstadt, weil ich dort mehr verdiene als wenn ich neben der Schule wohne.
    Wir haben Probleme Lehrkräfte zu finden, die auf dem Land arbeiten wollen. Als Ausgleich besolden wir die Lehrkräfte in der Stadt deutlich höher. Die aber auch den Vorteil haben, dass sie in der Stadt wohnen.

    Das ist sicherlich am eine fiskalische und eine politische Frage. Allerdings nicht gleich eine Neiddebatte.

  • Mein Gesamtschule liegt 40 Kilometer vor Münster. Wir mussten neulich einen Teamraum zunageln, weil der verwaist ist.

    Die Massen von Kolleg*innen mit 2 Kindern, die uns wegen 449,68 Brutto mehr an Familienzuschlag in Münster verlassen haben, könnt ihr euch nicht vorstellen.

    Der letzte Schultag im vergangenen Schuljahr heißt bei uns "Exodus-Tag".

    Neulich hat einer im Vorbeigehen an dem SL, dass Wort "Exodus" geraunt. Danach hat er sich in SL Büro versteckt.
    Ich glaube er hat eine PTBS.

    Seit dem Tag des Exodus schreibt er unermüdlich Petitionen an Fr. Feller.

    Geblieben sind nur die alten deren Kinder aus dem Haus sind und die jungen unverheirateten ohne Kinder. Sie können sich ein Leben im gelobten Münster nicht leisten.
    Da natürlich nicht alle Stellen sofort nachbesetzt werden konnten, leisten vor allem die jungen ledigen jetzt massiv Mehrarbeit. Die SL ist echt rigoros! Sie schreckt dabei vor gar nichts zurück! Angeblich hat die SL den Lieblingsteddy von Tobias als Geisel genommen und zwingt ihn damit in die 7a zu gehen. Auch kursiert das Gerücht, dass es ein Video vom letzten Lehrersylvester gibt, dass geleakt werden soll. Einige sind schon ganz nervös. Da spurt man lieber.
    Die Alten und wir wenigen mit Kindern, die aufgrund der Kinder an den Ort gebunden sind, haben jetzt einen Spendenlauf organisiert, damit wir den jungen Kollegen mal einen Tag in Sauna mit Massage gönnen können, die kommen sonst gar nicht mehr runter.
    Leider konnte ich nicht am Exodus teilnehmen. Meine Kinder waren von der Idee die Schule zu wechseln und sich 40 Kilometer weiter neue Freunde zu suchen nicht so begeistert. Kinder halt. Wer hätte gedacht, dass die das doof finden.

    Jetzt warten hier alle gespannt darauf, dass die Fehlanreize endlich kassiert werden.

    Vielleicht gibt es noch andere Betroffene hier im Forum?
    Wie geht ihr damit um? Wie reagiert eure SL? Muss man weiterhin die Kaffeemaschine im ehemaligen Teamraum jeden 2. Freitag entkalken?

    Ich kann euch schwören keine Satire - alles so true!

  • Wahnsinn. Überall klagen Schulen und Länder darüber, dass die Lehrkräfte alle in die Stadt wollen und zu wenige auf dem Land arbeiten wollen. Nur eine kleine Schule in der Nähe von Münster. Da ist es andersrum. Die Leute nehmen sogar weniger Gehalt in Kauf nur damit sie neben der Schule wohnen können.

    Bei uns gibt es Schulen rund um die Großtstädte, da sind etliche Lehrkräfte, die pendeln und weil sie gerne in der Großstadt wohnen. Wahnsinn, dass es das bei euch nicht gibt. Ist Münster so hässlich oder euer Dorf so toll?

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