Aushilfskräfte statt Lehrpersonal für einfache Tätigkeiten - warum nicht?

  • Da ich gerade nicht schlafen kann, antworte ich gleich mal...

    Einen Hausmeister haben wir natürlich, Schulsozialarbeiterin in Teilzeit nur, weil wir als Brennpunktschule gelten und das kann sich jederzeit wieder ändern, dann nämlich, wenn sie woanders mehr benötigt wird. Außer den beiden gibt es noch eine Sekretärin.

    Das tut mir leid. Da scheinen viele Schulen in NDS besser aufgestellt zu sein. Eine Bekannte von mir arbeitet in einem Nachbarlandkreis an einem Gymnasium in einer Kleinstadt (definitiv kein Brennpunkt); dort gibt es zwei Sekretärinnen, zwei Hausmeister, einen Schulassistenten und einen Schulsozialarbeiter (mit 3/4-Stelle).

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Das ist natürlich suboptimal. Hast du eine Idee, woran es liegt, dass ihr kein zusätzliches pädagogisches Fachpersonal für Ganztag und die Gestaltung außerunterrichtlicher Angebote erhaltet? Mauert die Kommune oder scheitert es an Bewerbern (m/w/d) für potentielle Stellen?

  • Wenn im Forum von "Schulassistenten" (m/w/d) die Rede ist, ist die früher gängige Bezeichnung "Sekretärin" gemeint. In der freien Wirtschaft ist inzwischen die Bezeichnung "Assistenz der Geschäftsleitung" geläufig: eine Fachkraft mit Verwaltungs- oder kaufmännischer Ausbildung, die an der Schnittstelle zur Geschäftsführung Termine organisiert und vorbereitet, allgemeine Büroverwaltung und Aufbereitung von Geschäftszahlen durchführt, in kleineren Unternehmen auch weitere kaufmännische Aufgaben übernimmt. Daraus leitet sich wiederum im Schulkontext der die Berufsbezeichnung "Schulassistenz" ab.

    Ähm, nein... Da liegst du - zumindest für NDS (ob es in anderen BL überhaupt "Schulasisstent*innen" gibt, entzieht sich meiner Kenntnis) - sowas von falsch! Wie kommst du auf die Idee, dass die "Schulassistent*innen" die Arbeit von "Sekretär*innen" machen würden?!? Hast du gelesen, was ich über die Arbeit des Schulassistenten an meiner Schule schrieb (Beitrag 26)? Steht da irgendwas von "Sekretariatsarbeit"?!?


    Wenn du dir meinen Link dort mal angeschaut hättest, - hier nochmal, extra für dich: Beschäftigung von Schulassistentinnen und Schulassistenten an öffentlichen Schulen - hättest du gesehen, dass die Schulassistent*innen null komma null mit Sekretariatsarbeit zu tun haben (für diese Aufgaben sind an meiner Schule drei Sekretärinnen beschäftigt!), sondern ihr Aufgabenbereich hauptsächlich im Technischen liegt (EDIT: wobei dieser Erlass total veraltet ist, daher soll es bald endlich einen neuen geben: Mehr Wahlfreiheit und Einsatzmöglichkeiten: Erlass zum Einsatz von Schulassistentinnen und Schulassistenten wird aktuellen Erfordernissen angepasst | Nds. Kultusministerium - daraus geht hervor, dass es neben diesen "klassischen" Schulassistent*innen in Zukunft auch weiteres "schulisches Unterstützungspersonal" geben soll, nun auch im Verwaltungsbereich).
    Die derzeitigen Schulassistent*innen verwalten allerhöchstens Schulbücher oder die Schulbibliothek o. ä. Unser Schulassistent hat im Übrigen eine Ausbildung im IT-Bereich.

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    2 Mal editiert, zuletzt von Humblebee (2. März 2026 01:52)

  • Das Thema wurde damals im Januar an dieser Stelle besprochen. Ich schrieb dazu damals, dass der technische First Level Support keine klassische Sekretariatsaufgabe sei, dass einschlägige Stellenbeschreibungen aber durchaus anführen, dass zusätzliche Aufgaben (insofern Bezug zur formalen Qualifikation erkennbar) nach individuellem Bedarf der Schulen zugewiesen werden können und es durchaus Sinn macht, die Ressourcen, die die Fachkräfte qua ihrer formalen Qualifikation mitbringen, auch zu nutzen. Ich habe zur Kenntnis genommen, dass eure Schulassistenz keinen Verwaltungshintergrund hat, sondern über eine formale Qualifikation im IT-Bereich verfügt.

    Es gibt deutschlandweit (auch an meiner Schule) noch viele Assistenzen, die unter der alten Bezeichnung "Sekretär" (m/w/d) eingestellt wurden und deren damalige Stellenbeschreibung noch enger gefasst waren. Dieselbe Position in der Privatwirtschaft hat sich ja auch weiterentwickelt, warum also nicht auch in der Schule? Für Kollegen (m/w/d), die schon länger in dieser Position sind und denen ggf. Kompetenzen im Umgang mit bestimmten Programmen fehlen, können ja Weiterbildungen durchgeführt werden. Kompetenzen können so gebündelt und Lehrkräfte entlastet werden. Ich wüsste nicht, warum das nicht gehen sollte, außer man hängt sich daran auf, dass diese und jene Kompetenz in Stellenbeschreibungen vor 30 Jahren nicht gelistet waren (was bei unserer Profession aber auch selten ein Hindernis darstellt).

  • Noch einmal für dich zum Mitschreiben: Mir geht es darum, dass deine Aussage "Wenn im Forum von "Schulassistenten" (m/w/d) die Rede ist, ist die früher gängige Bezeichnung "Sekretärin" gemeint." einfach für Niedersachsen komplett falsch ist! Ich wiederhole es gerne, damit es bei dir ankommt: In NDS gibt es (derzeit und schon seit mehreren Jahrzehnten) "Schulassistent*innen" - insbesondere an größeren Schulen - und zudem "Schulsekretär*innen" - m. E. an jeder Schule, wenn auch an kleineren häufig nur stundenweise - , deren Tätigkeitsbereiche ganz unterschiedlich sind. Schulassistent*innen erledigen in NDS keine Sekretariatsaufgaben!
    (Das wurde im Übrigen auch schon in dem von dir verlinkten Thread im Januar klargestellt.)

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  • Wenn im Forum von "Schulassistenten" (m/w/d) die Rede ist, ist die früher gängige Bezeichnung "Sekretärin" gemeint. In der freien Wirtschaft ist inzwischen die Bezeichnung "Assistenz der Geschäftsleitung" geläufig: eine Fachkraft mit Verwaltungs- oder kaufmännischer Ausbildung,

    Komisch... Unsere Schulverwaltungsassistenz hat genau eine solche Ausbildung...
    Dann lebe ich wohl nur im Forum..

    Edit: Ich hätte weiterlesen sollen, bumblebee war schneller und ausführlicher.
    Aber ich ergänze: ALLE Schulverwaltungsassistenzen in NRW haben eine solche Ausbildung. Es ist Zugangsvoraussetzung.
    Und Sekretäre ("m/w/d") (wenn man schon sich des Genderns verweigert, warum die Sekretärin weiblich lassen?!) sind keine gelangweilte Hausfrauen/Hausmänner, die ein paar Stunden am Tag Papiere sortieren, sie haben (Überraschung!) ebenfalls eine bürokaufmännische Ausbildung...
    (Unsere Schulverwaltungsassistenz hat aber eine klassische Verwaltungs-/Behördenausbildung. Die direkt davor hatte definitiv einen Bachelor of Laws, sie vielleicht auch.

  • Das ist natürlich suboptimal. Hast du eine Idee, woran es liegt, dass ihr kein zusätzliches pädagogisches Fachpersonal für Ganztag und die Gestaltung außerunterrichtlicher Angebote erhaltet? Mauert die Kommune oder scheitert es an Bewerbern (m/w/d) für potentielle Stellen?

    Zahlst du es?

    Geld ist bei den Kommunen endlich. Nicht jede hat ein großes gutverdienendes Unternehmen vor Ort. Den allermeisten geht es schlecht.

    Manchmal frage ich mich echt, ob du wirklich so wenig Ahnung hast.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Kurz zu den Begrifflichkeiten in NRW:

    Schulassistenz: Person in der Schule zur Unterstützung von Kindern mit Behinderung

    Schulverwaltungs-Assistenz: entlastet Lehrkräfte und Schulleitungen bei der nicht-pädagogischen Arbeit.

    Sekretärin: Büroarbeiten für die Schulleitung, sie ist keine Schulverwaltungsassistenz (auch wenn die Aufgabenbereiche teilweise fließend ineinander übergehen).

    Schule ist schön ... und macht Spaß.

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