Zurück in den Lehrerberuf?

  • Wer "draußen" rechtzeitig eine Alternative gefunden hat, ist zu beglückwünschen. Leichtfertig würde ich das nicht aufgeben.

    Schreib bitte über dich und nicht allgemein. Ich sehe dies wie andere hier auch absolut anders.

    Und Nischen gibt es genug. Aber es stimmt oft, was Finnegans Wake schreibt, am Anfang war es auch für mich viel Mehrarbeit.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Warum auch. Gibt ja keine in dieser Einbahnstraße.

    Nicht für alle, Grundschule und Sek. I schon sehr. Sek. II können auch außerhalb irgendwie unterkommen.

    Selbst mein Absprungfenster wird immer kleiner, wenn es nach 8 Jahren überhaupt noch existent ist.

    Ich bin aber allgemein immer noch ganz zufrieden. Habe meine Fühler nicht mehr ausgestreckt. Meine Niesche ist aber auch super, finde ich.

    In meinem Industriejob - der ja wirklich gut war - habe ich immer über Alternativen nachgedacht. Und die Alternative "Quereinstieg" war eben die richtige. Und ist bis heute die richtige. Und ich würde den selben Weg wieder gehen.

    Ja ich glaube ich auch, aber einen weiteren Vorbereitungsdienst würde ich nicht machen. Wenn jetzt jemand käme, sagt ich muss nochmal ans Studienseminar, würde ich sofort um Entlassung bitten. Ohne zögern und neuem Arbeitsvertrag.

  • Ja die Nischen sind es bei mir, die mir Zufriedenheit im Job geben. Die Nischen konnte ich aber nur finden, weil ich Bereitschaft zeige, manche Baustellen zu übernehmen, die kurzfristig viel Arbeit bedeuten. Andere kommen deswegen nicht in die Nischen und werden dann eher in fachlich einfachere, aber pädagogisch herausforderndere Klassen gesetzt. An deren Stelle wäre meine Arbeitszufriedenheit möglicherweise geringer.

    Das ist aber überall so. Ich würde sicher auch neue Nischen finden, habe ich bisher überall gefunden. Das ist aber anstrengend.

  • Schreib bitte über dich und nicht allgemein. Ich sehe dies wie andere hier auch absolut anders.

    Und Nischen gibt es genug. Aber es stimmt oft, was Finnegans Wake schreibt, am Anfang war es auch für mich viel Mehrarbeit.

    Jeder schreibt über sich selbst, das hat ein völlig subjektiver Meinungsaustausch so an sich.

    Teilweise in Funktionen oder Aufgabenbereiche zu verschwinden, wäre für mich keine Nische. Die muss schon gesamtheitlich angelegt sein. Aber auch das ist ja subjektiv 😊

  • Aber wenn du am BK erstmal ein gewisses Standing hast und dann auch mehr in den Bildungsgängen eingesetzt wirst, die dir Spaß machen, ist das durchaus eine Nische.

  • Wer "draußen" rechtzeitig eine Alternative gefunden hat, ist zu beglückwünschen.

    Schreibst du als Fakt "ist zu beglückwünschen". Nein, dass siehst du so und ein paar andere nicht ich. Es ist eben kein Fakt nur Meinung.

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  • Aber wenn du am BK erstmal ein gewisses Standing hast und dann auch mehr in den Bildungsgängen eingesetzt wirst, die dir Spaß machen, ist das durchaus eine Nische.

    Oder in weniger. 😉

    Ich unterrichte immer beide Chemie-LKs und damit fast die Hälfte meiner Stunden in kleinen interessierten Gruppen.

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  • Aber wenn du am BK erstmal ein gewisses Standing hast und dann auch mehr in den Bildungsgängen eingesetzt wirst, die dir Spaß machen, ist das durchaus eine Nische.

    Es sei denn man unterrichtet generell nicht gerne. Dann hat man aber schon einige Abfahrten verpasst.

    Oder in weniger. 😉

    Ich unterrichte immer beide Chemie-LKs und damit fast die Hälfte meiner Stunden in kleinen interessierten Gruppen.

    Ich verbringe aktuell meine gesamte Unterrichtszeit in nur einer Klasse. Ich komme damit auch gut zurecht.

  • Mich trägt derzeit sehr häufig der Gedanke, dass ich immerhin nur weniger als 10% der Stunden einer Woche unmittelbar im Unterricht verbringen muss

    Wenn das der einzige Gedanke wäre, der mich über Wasser hält, hätte ich längst hingeworfen - Pensionsansprüche hin oder her. Dafür wäre mir meine Lebenszeit zu schade.
    Ich bin durchaus der Meinung, dass sich jeder seine Nische schaffen kann. Nicht immer sofort und nicht immer ganz genau zugeschnitten das, was man möchte, aber doch so, dass man Selbstwirksamkeit und damit Berufszufriedenheit erfahren kann.

    Aber klar, der Job ist nicht für jeden - so wie jeder andere Job auch.

  • Warum auch. Gibt ja keine in dieser Einbahnstraße.

    Das hängt sehr vom Lehramt ab. Ich z.B. hätte eine Weiterbildung zur Kinder-/Jugendpsychotherapeutin machen können. Das habe ich auch mal ernsthaft erwogen, mich dann aber doch für eine Weiterarbeit an der Schule entschieden. Ich habe von den 37 Berufsjahren die meisten sehr gern gearbeitet.

    Es könnte alles so einfach sein - ist es aber nicht.

  • Andere kommen deswegen nicht in die Nischen und werden dann eher in fachlich einfachere, aber pädagogisch herausforderndere Klassen gesetzt. An deren Stelle wäre meine Arbeitszufriedenheit möglicherweise geringer.

    An meiner Schule ist es bislang zum Glück so, dass niemand unfreiwillig in pädagogisch herausfordernde Klassen "gesetzt" wird. Meine Arbeitszufriedenheit ist seit fast 25 Jahren ebenfalls meist hoch, obwohl ich viel - aber freiwillig! - in diesen Klassen unterrichte. Für mich macht aber gerade der Einsatz in den unterschiedlichsten Bildungsgängen (Berufseinstiegsklassen, ein- und mehrjährige Berufsfachschulen, Berufsschule, Fachoberschule, Fachschulen, Berufliches Gymnasium) den besonderen Reiz meiner Arbeit an einer BBS aus.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Ich meine, jetzt mal ehrlich, ganz unabhängig von irgendwelchen Phantasien über glamouröse Karrieren außerhalb des Schuldiensts, in irgendwelchen Forschunglaboren, Lektoraren, Redaktionen, Unternehmensberatungen oder was sonst so in den Köpfen der Kollegen herumspukt, wenn sie unzufrieden sind, muss der Beruf als Lehrer nicht so einseitig sein, wie viele sich ihn schlechtreden - wenn man denn ein wenig offen und kreativ ist.

    Man kann sich im AG-Bereich profilieren, in der Beratung, in der pädagogischen Weiterentwicklung der Schule, in der Verwaltung, in der Schulentwicklung allgemein.
    Man kann sich für Beförderungs- und Funktionsstellen qualifizieren und damit in Richtung Schulleitung gehen. Hier gibt es am Gymnasium sicher mehr Möglichkeiten als an anderen Schulformen, aber Schulleitung gibt es überall.
    Man kann andersherum in die Personalvertretung gehen, als Personalrat oder Gleichstellungsbeauftragte, ggf. auch als Schwerbehindertenbeauftragter.
    Das alles trägt dazu bei, das eigene Arbeitsumfeld aktiv mitzugestalten, es erzeugt Selbstwirksamkeit und damit Berufszufriedenheit.
    Love it, change it or leave it.

    Im Kontext von "leave it": Man kann sich in die Behörde abordnen lassen, in verschiedene Arbeitsgruppen und Kommissionen. Man kann sich an die Uni abordnen lassen oder einfach nur einen Lehrauftrag übernehmen.
    Man kann in den Auslandsschuldienst gehen.

    Ich habe sicherlich einiges vergessen.

    Ja, für viele dieser Optionen muss man sich vorher qualifiziert haben, aber wer sich an der Schule auf das Kerngeschäft konzentriert (- was völlig okay), sollte sich die Frage stellen, ob er das nicht in einem anderen Job auch machen würde - und ob er dann auf Dauer dort glücklicher wäre.

    Abgesehen davon genieße ich es sehr, dass ich meine Zeit überwiegend frei einteilen kann und selten "Zeit absitzen" muss, bis endlich Feierabend ist. Und ich genieße es sehr bewusst, dass ich zwar vieles machen muss, was wenig Mehrwert hat, dass mein Job an sich aber durchaus gesamtgesellschaftliche Relevanz hat.

  • Nun - das Lehrerdasein ist eine Achterbahn und kein "Nine-to-five-Job". Es kommt auch immer auf das Umfeld (KuK / SL / Schüler / Schule / Eltern) an. Gerade deine Erfahrungen, die du außerhalb der Schule erworben hast, können im Schulbetrieb wertvoll sein - sag ich mal aus eigener Erfahrung.

    Nun - im Ruhestand - genieße ich "Schutz und Fürsorge": Privatversicherung und auskömmliches Ruhegehalt.

    Da du aus Baden-Württemberg kommst, ist vielleicht auch eine Anstellung als Lehrkraft in der Schweiz eine lohnende Alternative. Dort sind die Gehälter viel höher. Mein Schwager hatte als Lehrkraft an deutschen Schulen im Auslandsschuldienst gearbeitet - in Japan, Argentinien, Neuseeland ... hier ist das Gehalt noch höher und man bleibt deutscher Beamter..
    Infos findest du hier:
    https://www.autenrieths.de/lehrerberuf.ht…andsschuldienst

    Es gibt zahlreiche Alternativen.

    Meine Beiträge können Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten. "Tippfehler" sind beabsichtigt und dienen dem reflektierten Umgang mit Rechtschreibung und Sprache durch die werte Leserschaft. Wer einen Rotstift besitzt, darf diesen behalten und anderweitig nutzen.
    «Wissen – das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt.» (Marie von Ebner-Eschenbach)

  • Vor und während des Studiums wollte ich immer Schauspieler werden; seit dem Ref war ich einen.

    Wichtig zu lernen vor allem ist Einverständnis. (B. Brecht)

    Konzentrieren Sie sich ganz auf den Text, wenden Sie das Ganze auf sich selbst an. (J.A. Bengel)

  • Ich liebe einfach die Abwechslung im Lehrerberuf. Es hält mich auch jung (im Vergleich zu meinen ehemaligen KlassenkameradINNen).

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