Massives Mobbing im Referendariat

  • Zunächst möchte ich mich vorstellen, auch wenn mein Anlass sicher kein schöner ist, aber es lässt mich nicht zur Ruhe kommen. Heute ist auch wieder so eine Nacht, in der ich absolut keinen Schlaf finde, obwohl ich mit den Nerven runter bin. Ich befinde mich im Vorbereitungsdienst und habe einen kleinen 5 jährigen Sohn. Seit August 25 bin ich im Ref. Mittlerweile ist das erste Jahr fast um. Leider ist es aktuell mein schlimmster Alptraum. Anfangs habe ich mich an der Schule sehr wohl gefühlt, bis meine fachbegleitende Lehrerin erkrankt und ausgefallen ist. Ob sie wiederkommt, ist noch ungewiss. Ab da gingen die Probleme los, denn ich bekam eine neue Kollegin an die Seite gestellt, die es von Anfang an sehr genau verstand, mich fertig zu machen. Leider ist sie sehr dick mit unserer Schulleitung und es wird jede Möglichkeit genutzt um mich zu schikanieren

    Ich muss dazu sagen, dass ich alleinerziehend bin. Leider ist mein Kind nicht mit der besten Gesundheit gesegnet, weshalb ich allein in diesem Jahr bereits 5 Wochen im Krankenstand war. Ich selbst bin auch nicht die Fitteste und wenn er wieder gesund war, fing mein Rheuma an oder ich riss mir jeden verdammten Infekt auf (Mal den Norovirus, mal die Influenza oder eine Lungenentzündung). Mittlerweile werde ich, wenn ich im Krankenstand bin, systematisch schikaniert.

    Beispiel: Gestern musste ich mich krankmelden, weil ich eine Bronchitis habe und mein kleiner ebenfalls flach liegt . Ich hatte der Planung mitgeteilt, dass ich den SuS Aufgaben einstelle. Das tat ich gleich am Morgen und schickte meiner fachbegleitenden Lehrerin schon am Vortag alle Vorbereitungen.

    Am Tag meiner Krankmeldung schreibt mich die Schulleitung sehr unfreundlich an, wann ich denn vorhabe meine Aufgaben einzustellen. Ich habe dann sehr sachlich zurückgeschrieben, dass ich bereits alles verteilt und versandt habe. Es kam keine Entschuldigung. Es hieß nur okay, dann hat sich das erledigt, dann laden Sie auch noch Aufgaben für den Rest der Woche hoch. Ich frage mich, wozu ich im Krankenstand bin, wenn ich dann trotzdem mit Fieber arbeite.

    Heute Abend kam dann die nächste Mail meiner fachbegleitenden Lehrerin mit einer Lesebestätigung. Sie würde mein Material nicht nutzen und ihre eigenen Ansätze behandeln. Die Inhalte (die sie mir aber zuvor benannt hat) wären für die SuS nicht wichtig. Letzte Woche hat sie mir dann im Beisein der SuS vorgeworfen, dass ich im Lehrplan hinterher hänge und lautstark vor den SuS meine Unterrichtsmethoden hinterfragt. Das war für mich ein Zeichen, dass ich da die Reißleine ziehen muss.

    Heute gegen Abend erreichte mich dann kurz darauf die nächste Mail. Sie ist nächste Woche auf Exkursion und sie verlangt zeitnahe den Stoffverteilungsplan. Ich hatte schon überlegt, ob ich eine Nachricht schicke, in der ich noch einmal ausführe, dass ich im Krankenstand bin und mich nicht regenieren kann, wenn ich permanent belagert werde, habe es dann aber des Frieden Willens verworfen. Es ist aber nicht nur meine fachbegleitende Lehrerin.

    Auch die Schulleitung nutzt jede Kleinigkeit mich zu schikanieren.

    Mal habe ich angeblich Vertretungsstunden nicht gesehen, die nie im Plan standen, mal höre ich wie sie mit der Fachbegleitung über mich tuschelt oder ich werde für Dinge, die ich nicht zu verschulden habe ermahnt. Seitdem hat sich auch mein Verhältnis zu den anderen Kollegen aus dem Fachbereich verschlechtert. Man ist sehr distanziert und meidet mich. Nicht alle, aber die, die bei der Schulleitung glänzen wollen. Ich werde systematisch von Kollegiumsfahrten und Veranstaltungen fern gehalten.

    Das Seminar hat mir nicht geholfen. Gespräche haben eher alles verschlechtert und ich habe das Gefühl, dass ich seitdem noch eher Spießruten laufe. Es sind mittlerweile viele Sachen vorgefallen. Gerüchte werden über mich verbreitet und ich bekomme keine gut gemeinte Kritik. Stattdessen versucht mir meine fachbegleitende Lehrerin stets eins reinzuwürgen. Meine Klassen wechseln ständig und ich bekomme meistens die schlimmsten, die niemand haben will.

    Meine fachbegleitende Lehrerin sitzt dauerhaft und jede Stunde hinten bei mir im Unterricht, obwohl es laut Fachleiter gar keinen Grund gibt. Sie findet aber hundert Gründe. Mal bin ich Schuld, dass SuS zu wenig Noten haben (ich hatte die Klasse seit 3 Wochen!), mal bin ich zu inkonsequent, weil es zu laut ist, mal zu langsam im Stoff. Sie findet immer etwas und es ist nicht so formuliert, als ob sie wirklich Interesse hat, dass ich weiterkomme.

    Bei meiner vorherigen Mentorin hatte ich konstruktive Kritik auf Augenhöhe. Man hat wirklich gemerkt, dass sie wollte, dass ich es schaffe und hat sich sehr bemüht. Hier habe ich (tut mir leid für die Wortwahl) das Gefühl eine krankhafte Narzisstin vor mir zu haben. Es fallen übergriffige Sätze wie „Wollen Sie für Ihren Sohn nicht mal ein Kindermädchen organisieren? „

    Oder: „Das Pensum mussten wir früher auch und sogar mit mehreren Kindern schaffen. Haben Sie keine Oma für das Kind?“ Leider vergisst sie, dass es bei ihrem früher keine permanente Erreichbarkeit gab und sie eine gut funktionierende Familie hatte. Ich ärgere mich manchmal selbst, dass ich nicht schlagfertig reagiere, weil mir regelrecht die Sprache wegbleibt.

    Ich bin vor der Frau mehrfach von netten Kollegen gewarnt worden und hatte noch gedacht, dass es gar nicht so schlimm werden kann. Ich muss sagen, dass ich mich getäuscht habe. Sie ist nun die einzige Lehrkraft in diesem Bereich und ein Kollege warnte mich, dass sie versuchen wird mich wegzubeißen, weil sie nicht will, dass ihr jemand die Stunden streitig macht.

    Ich habe im Seminar mehrmals gefragt, ob ich wechseln kann. Statt mich zu unterstützen wurde gesagt, dass ich ja nur noch ein Jahr durchzuhalten hätte. Wenn das so weiter geht, dann wird das mit dem Jahr nichts, weil ich vorher so psychisch von der Rolle bin, dass ich bis dahin abbreche.

    Ich bin mittlerweile den zweiten Tag krankgeschrieben und seitdem terrorisieren mich die Frau und die Schulleitung mit Mails. Mal soll ich allen Kollegen Aufgaben schicken, mal einen neuen Stoffverteilungsplan, den ich permanent aktualisieren soll. Wenn ich der fachbegleitenden Lehrerin dann etwas schicke, signalisiert sie mir, dass sie es nicht verwendet.

    Ich habe den Stoffverteilungsplan seitdem sie meine fachbegleitende Lehrerin ist bestimmt 5 Mal! aktualisiert und ihr immer wieder schicken müssen. Es ist als wäre sie wie vernarrt in den Plan. Ich bin im Krankenstand und werde ständig belagert. Ich habe von gestern bis heute 9 E-Mails schreiben müssen.

    Mittlerweile fühle ich mich derart unter Druck gesetzt, dass ich regelmäßig Panikattacken bekomme, wenn ich schon lese, dass sie geschrieben hat. Ich überlege sogar schon mich noch eine weitere Woche krankschreiben zu lassen. Vermutlich wird es eh auf Verlängerung hinauslaufen, weil ich durch Kind krank und meine eigenen Infekte sehr oft gefehlt habe, aber die Verlängerung will ich definitiv nicht an dieser Schule machen.

    Ich hatte bereits mit dem Personalrat gesprochen, der aber den Kopf einzieht und Angst vor der SL hat.

    Meine Frage: Könnte man auch direkt zum Bezirkspersonalrat gehen und den Personalrat an der Schule überspringen? Ich sehe da keine Chance, weil gefühlt alle eng mit der Schulleitung verbunden sind. Ich will einfach nur noch weg von dieser Schule, weiß aber nicht wie. Es ist, als ob man es darauf auslegt, dass ich es nicht schaffe und mich loswerden will.

  • Eine Frage wäre, an welchem Bundesland du bist. Wir hatten in Nds. zu meiner Zeit neben dem Personalrat an der Schule auch eine Ansprechpartner über das Seminar. Wir konnten uns also auch dort Hilfe holen.

    Grundsätzlich ist es natürlich für dich eine blöde Situation. Deine Krankheit hat negative Auswirkungen auf deine Ausbildung. Die negativen Auswirkungen auf deine Ausbildung sind schlecht für deinen Gesundheitszustand. Das Ref. ist eine schwierige Zeit und wenn man viel krank ist, ist das noch schwieriger. Vielleicht macht es Sinn eine Auszeit zu nehmen und dann einen neuen Anlauf zu wagen.

    Ansonsten würde ich dir nur raten den Weg über das Seminar zu nehmen. Ich befürchte, dass Du in der Schule nur schwierig auf einen grünen Zweig kommst. Selbst wenn das Problem ausschließlich bei der betreuenden Lehrkraft liegen würde, hättest Du es schwer wieder auf einen grünen Zweig zu kommen. Ich würde der Schule klar machen, dass ich krankgeschrieben bin und daher momentan nicht dienstfähig bin. Letztlich ist das Tischtuch sowieso zerschnitten und Du giltst als "andauernd krank". Dann hilft es auch nicht mehr viel deine Gesundheit zu gefährden, indem Du während der Krankheit dich dem Stress aussetzt. Krank ist Krank. Aus meiner Sicht muss deine Priorität auf deiner Gesundheit liegen. Du solltest versuchen wieder fit zu werden, um dann volle Kraft für das Ref. zu haben. Ggf. mit einem Neustart an einer anderen Schule.
    Vielleicht kannst Du auch bezogen auf dein Kind Unterstützung bekommen. Das ist am Ende eine begrenzte Zeit. Vielleicht gibt es Paten, Freunde, Verwandte oder einen bezahlen Babysitter, die dich ggf. unterstützen können. Es macht durchaus Sinn in dieser Zeit notfalls Geld für jemanden zu investieren, um dir die Freiräume für deine Ausbildung zu schaffen. Wenn Du zu lange krank bist, könntest Du auch Probleme mit der Verbeamtung bekommen. Daher Priorität wieder fit zu werden.

    Wenn Du uns dein Bundesland nennst, kann vielleicht jemand auch noch spezifischer helfen. Dir erstmal alles Gute und vor allem Gesundheit.

    P.S. Auch wenn es am Seminar keinen Ansprechpartner gibt, ist der Weg zum Bezirkspersonalrat immer möglich. Ebenso kannst Du ggf. auch über die Gewerkschaften Hilfe finden. Wenn Du eine Schwerbehinderung hast, gibt es auch dazu noch extra Ansprechpartner.

  • Hallo Tom,

    ich habe leider keinen Kontakt zu meiner Familie, die ohnehin 400 Kilometer entfernt wohnt. Bundesland im Referendariat ist Brandenburg. Ich wohne aber im Nachbarbundesland, komme ursprünglich aus Hessen. Ich war damals zur Familie meines Ex-Partners gezogen, aber die möchte meinen Sohn nicht mehr sehen seitdem ich mit seinem Vater nicht mehr zusammen bin.

    Genau wie du sehe ich das auch. Ich bin verbrannt an dieser Schule und habe kaum noch eine Chance. Der Weg über das Seminar hat leider gar nichts gebracht, außer noch mehr Ärger. Ich hatte überlegt, ob ich zur Schulbehörde gehe und das über den Bezirkspersonalrat regele, denn es ist augenscheinlich Mobbing. Ich versuche auch immer alles zu dokumentieren. Mittlerweile komme ich kaum noch nach.

    Ich habe mir bereits eine Therapeutin genommen, die ich aus eigener Tasche bezahlt habe, damit mir nichts für die Verbeamtung im Weg steht. Sie sagte ebenfalls, dass dort nichts mehr zu retten ist und nur noch ein Schulwechsel möglich wäre. Sie gab mir auch den Rat nur noch 80 und nicht mehr 100 Prozent zu geben, da man ja eh immer wieder nach Schwachstellen sucht. Leider scheint es schwierig zu sein und gleichzeitig habe ich auch Angst, dass alles noch kompizierter ist. Das nächst liegende Gymnasium ist noch weiter weg, was für meinen kleinen und mich vieles logistisch erschweren würde.

    Lieben Dank für die Genesungswünsche.

    Kann man auch bei der GEW nachfragen, ohne Mitglied zu sein und wie gesagt gleich den Bezirkspersonalrat einschalten? Ich dachte immer, dass man den Weg einhalten muss und zuerst mit dem Personalrat der Schule sprechen muss?
    Und wie ist die Regelung bei Krankheit? Bin ich richtig informiert, dass man im Krankenstand nichts schicken oder weiterleiten muss?

  • Bei uns gibt es zusätzlich zum normalen Personalrat noch die Jugend - und Auszubildendenvertretung. Erkundige dich mal, ob es das bei euch auch gibt. Die können dir evtl auch weiterhelfen.

    Lasse dich auch beraten, ob und wie ein Abbruch des Refs und ein anschließender Neustart in einer neuen Schule oder sogar in einem neuen Bundesland möglich wäre+es klingt jetzt nicht so, als wärst du an deinen jetzigen Wohnort gebunden.

    In deiner Situation ist es wichtig, dass du wieder ganz gesund wirst und dir in der Zeit Informationen einholst, welche Möglichkeiten es geben könnte um deine Situation zu ändern (Abbruch, Neustart, Unterbrechung...).

  • Hallo Gartenfreundin,

    der Ablauf des Refs unterscheidet sich ja sehr von BL zu BL, deshalb habe ich zunächst noch ein paar Fragen zur Klärung:

    Wie kommt es dazu, dass deine Klassen an einem Gym ständig wechseln?

    Wie viele Stunden unterrichtest du selbstständig? Wenn du z.B. 12 Std unterrichtest, ist dann bei allen 12 Std. ein weiterer Lehrer in der Klasse und sitzt hinten?

    Wie sieht es in deinem zweiten Fach aus?

    Was bedeutet für euch "Stoffverteilungsplan" und ist dieser verbindlich in einer VO etc. vorgeschrieben?

    Liebe Grüße

  • Unabhängig vom sonstigen Verhalten der Kollegin und Schulleitung finde ich durchaus verständlich, dass bei derart horrenden Fehlzeiten in nichtmals einem Jahr die Stimmung kippt. Ist ein Kindermädchen denn wirklich keine Option? Oder eine Leihoma oder eine Studentin, die sich an paar Euro dazuverdienen will?

    Die Mails würde ich im Krankenstand nicht beantworten, sondern eine letzte knappe, freundliche Mail schreiben, dass ich im Krankenstand bin und mich gesundheitlich nicht in der Lage sehe, Aufgaben zu stellen und Stoffverteilungspläne zu schreiben.

    Vielleicht wäre eine Unterbrechung sinnvoll, wenn kein Schulwechsel möglich ist? Du hättest Zeit, dein Betreuungsproblem anzugehen, die Gemüter könnten sich auf allen Seiten abkühlen und du könntest den letzten Abschnitt später nochmal mit frischer Energie angehen.

  • Seit August 25 bin ich im Ref. Mittlerweile ist das erste Jahr fast um.

    Warst du vorher schon an dieser oder einer anderen Schule?

    Wir haben ja dann nun noch 5 Monate bis das Jahr rum ist, also eher Halbzeit, ohne genau deine Ferien zu kennen.

    Daher auch hier die Frage, wie das Ref strukturiert ist und wie die Abläufe sind.


    Ansonsten gibt es ggf. die Möglichkeit das Ref in Teilzeit zu absolvieren?

  • Hast du denn -unabhängig von Krankheit des Kindes - ein Betreuungsproblem? Denn Jemanden zu finden, der spontan bei Krankheit auf ein Kind aufpasst, stelle ich mir fast unmöglich vor. Zum einen, weil das Kind die Person nicht gut genug kennt (gerade wenn ein Kind krank ist, geht es ja oft nur mit sehr vertrauten Personen), zum anderen weil die Betreuungsperson dann ja spontan Zeit haben und bereit stehen müsste und sich je nach Krankheit nicht anstecken möchte.

    Ich würde es ansonsten aber so machen wie Maylin schreibt: noch einmal auf Krankenstand verweisen und dann gar nicht mehr antworten und nichts mehr schicken und aufs gesund werden konzentrieren. Danach dann unterbrechen und Schule oder sogar Bundesland wechseln.

  • Bitte entschuldigt, wenn ich etwas übersehe. Ich muss mich erst in die Zitierfunktion einfinden und versuche von hinten nach vorne erst einmal alles zu beantworten und ein bisschen dazu zu schreiben.

    Ich bin allein mit meinem Sohn und der Kindesvater ist nicht zuverlässigste Größe. Eigentlich kümmert er sich gar nicht, um genau zu sein. Unterhalt wird auch nur willkürlich gezahlt. Ich hatte dazu schon viele Rennereien, auch wenn das hier nicht das Thema ist. Tagsüber geht mein Sohn in die Kita, wenn er denn gesund ist. Er ist wie gesagt sehr anfällig und wir sind Dauergast beim Kinderarzt. Bei Krankheit kann ich ihn dann meistens auch nicht von einem Babysitter betreuen lassen, weil er nur mich will. Wir hatten vor kurzem den Babysitterversuch gestartet, aber die junge Frau war noch Studentin und hat so oft abgesagt, dass sie langfristig keine Hilfe war.

    Ich werde aktuell eben ständig belagert. Ich habe meinen Arzttermin heute erst gegen 11 und traue mir gar nicht ins Brieffach zu schauen, weil ich sicher schon wieder 3 Nachrichten habe, wann ich denn nun wieder komme. Mir geht jedes Mal der Puls hoch. Ich habe zusätzlich eine Hauterkrankung (Rosazea) und seit dieser Woche blüht mein Gesicht wieder.

    Ich möchte liebend gern von dieser Schule weg, habe aber das Gefühl, dass mir niemand hilft und ich auch nicht weiß, wo ich ansetze. Ich habe das Gefühl mich auf sehr dünnem Boden zu bewegen, nachdem das Gespräch im Seminar so nach hinten los ging. Daher ist mein Gedanke zum Bezirkspersonalrat zu gehen oder zur Schulbehörde? Ich weiß es nicht. Ich bin an der Schule erst seit dem neuen Schuljahr 2025. Meine fachbegleitende Lehrerin war sehr nett, bis sie ausfiel und ich diese Frau bekam. Sie ist wirklich die Hölle und dauerhaft auf Fehlersuche. Scheint auch mit sich sehr unzufrieden zu sein. Leider ist sie die beste Freundin der Schulleiterin. Ich sehe sie ständig zusammen tuscheln und im Büro verschwinden. Wenn ich ins Lehrerzimmer komme und sie sind dort, verstummen sie und werfen sich vielsagende und hinterhältige Blicke zu.

    Ich weiß nicht, ob eine Unterbrechung sinnvoll ist. Ich müsste dann ja auch länger krankgeschrieben werden und mein Hausarzt tickt nicht so, dass er jemanden bis Schulahresende aus dem Schulbetrieb nehmen würde. Ich würde auch gern direkt an eine neue Schule übergehen und dort lückenlos weitermachen. Ich war von 2024 bis 2025 als Vertretungslehrkraft an einer anderen Schule eingesetzt und da war es wunderbar und man ist mir ganz anders begegnet. Es war aber eine andere Schulart. Ich muss im Vorbereitungsdienst ja bei meiner Schulart bleiben.

    Dass meine Klassen ständig wechseln finde ich auch unmöglich. Ich gebe 12 Stunden, bekomme aber oft auch Vertretung und hatte seit Schuljahresbeginn schon 3 Klassenwechsel. Die fachbegleitende Lehrerin sitzt im Zweitfach dauerhaft hinten. Jede Doppelstunde am Dienstag. Stoffverteilungsplan bedeutet, dass dort steht was wann unterrichtet wird. Ich finde es ja legitim diesen ab und an zu ändern, aber das er jedes Mal geschickt wird ist für mich Schikane. Ich wurde damit auch ziemlich allein gelassen. Es hieß nur schauen Sie in den Lehrplan und erstellen Sie einen Stoffverteilungsplan. Das wars.

    Milk & Sugar, wo würdest du dich dazu beraten lassen? An der Schule und im Seminar habe ich das Gefphl keine Unterstützung zu kriegen. Ich habe aber gleichzeitig Angst, dass es nach hinten los geht, wenn ich direkt zur Schulbehörde gehe. Da kann ich dann endgültig nie mehr an meine Schule gehen und was mache ich in der Übergangszeit? Ich müsste dann einen Arzt haben, der mich länger krank schreibt. Wobei ich eh darüber nachdenke auch noch meine Krankschreibung für nächste Woche zu verlängern. Ich würde dort am liebsten gar nicht mehr hin.

  • Bei Krankheit kann ich ihn dann meistens auch nicht von einem Babysitter betreuen lassen, weil er nur mich will. Wir hatten vor kurzem den Babysitterversuch gestartet, aber die junge Frau war noch Studentin und hat so oft abgesagt, dass sie langfristig keine Hilfe war.

    Liebe Gartenfreundin, erst einmal herzlich willkommen hier im Forum.

    Vorweg, ich habe selbst drei Kinder, so dass ich kranke Kinder und das Dilemma aus eigener Erfahrung kenne. Gleichwohl ist das, was Du hier schilderst ein Problem - und eben auch ein Problem für die Schule. Unabhängig von der Situation an Deiner Schule würde ich die Frage der Fremdbetreuung unbedingt lösen, da es kein Dauerzustand sein kann, dass Du bei einem kranken Kind fehlst - ich überspitze - weil es trotz installierbarer Optionen nur Dich als Betreuungsperson akzeptiert. Das wird ungeachtet Deines Ausbildungsverhältnisses und der Branche, in der Du arbeitest, ein Problem bleiben.

    Was die Krankmeldung betrifft, so würde ich an Deiner Stelle auch in einer freundlich-sachlichen E-Mail klarstellen, dass Du aufgrund Deiner Erkrankung nicht dazu imstande bist, die erbetenen (oder angeordneten) Tätigkeiten auszuführen.


    "Sehr geehrte Schulleitung,
    aufgrund meiner Erkrankung bin ich gegenwärtig nicht dazu in der Lage Ihrer Bitte nach Erstellen von Unterrichtsmaterial nachzukommen. Ich bitte hierfür um Verständnis und verbleibe

    mit freundlichen Grüßen
    LAA' Gartenfreundin"

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Genau, krank ist krank. Da musst du rechtlich gar nichts machen. Alles was du machst, ist Nettigkeit.

    Bezirkspersonalrat kannst Du normalerweise immer ansprechen. Im schlimmsten Fall wird er sagen, dass er dir nicht helfen kann.

    Gewerkschaften sind natürlich primär für ihre Mitglieder da. Aber trotzdem kann man es versuchen und ggf. erstmal Mitglied werden.

    Das Betreuungsproblem sehe ich wie Bolzbold. Letztlich ist für jede Schule unglücklich, wenn jemand viel fehlt.

    Vielleicht ist auch ein Umzug für dich eine Option. Ich kenne jemanden, der das Ref. abgebrochen hat und zurück in die Heimat gezogen ist. Nach einem Jahr hat die Person dann dort erfolgreich ihr Ref. gemacht. Das ist natürlich aus der Entfernung alles schlecht zu sagen. Da müsstest Du letztlich überlegen, wie deine Situation ist.

  • Ich sehe zwei Problematiken.

    Einmal deine vielen Fehlzeiten. An eigener Krankheig kannst du nur sehr bedingt etwas ändern. An den vielen Kinderkranktagen solltest du arbeiten. Da benötigst du auf jeden Fall eine alternative Betreuungslösung, weil Kinderkrankentage ja auch bei Alleinerziehenden nicht in unendlicher Zahl zur Verfügung stehen. Wenn dein Kind sehr anfällig ist, solltest du da langfristig eine Möglichkeit finden. Die Studentin hat sicher auch viele eigene Termine. Vielleicht wäre das bei älteren Personen im Rentenalter weniger der Fall.

    Daneben gibt es das Problem an der Schule. Üblicherweise hat man mehrere Fächer. Wie läuft es in deinem Mentor im zweiten Fach? Hast du da die notwendige Unterstützung? Und wie war bisher die Rückmeldung seitens deiner Fachleiter im Seminar bei Unterrichtsbesuchen? Sind sie mit der Qualität deiner Stunden zufrieden, oder bestätigen sie die Einschätzung der Mentorin, mit der du nicht zurecht kommst?

    In diesem Fall könntest du eventuell durch die vielen Fehlzeiten tatsächlich bei der Ausbildung ins Hintertreffen geraten seinen deine Mentorin setzt dich so unter Druck, damit du keine Verlängerung benötigst. Dann könnte eine Verlängerung wegen der vielen Fehlzeiten vielleicht etwas Druck herausnehmen. Oder eben die schon genannte Möglichkeit das Referendariat in Teilzeit zu machen. Jeder Kinderkranktag würde dann nur einem halben Arbeitstag entsprechen. Finanziell musst du das durchrechnen, ob es ohne zuverlässig gezahlten Kindsunterhalt machbar ist.

    Und hast du selbst bereits mit deiner Schulleitung gesprochen, oder kennt diese nur die Darstellung deiner Mentorin? Bei einem solchen Gespräch kannst du dich von einem örtlichen Personalrat / Lehrerrat deiner Wahl begleiten lassen, wenn es dir hilft.

  • Könntest du vielleicht aufgrund der Erkrankung des Kindes das Ref abbrechen mit Wiedereinstellungszusage? Dass quasi dein Kind der gesundheitliche Grund ist? Immerhin bist du alleinerziehend.

    je früher du die "Reißleine mit Wiedereinstellungszusage" ziehst, desto besser.


    Beim Wiedereinstieg müsstest du dann die Kinderbetreuung gut geregelt haben (Umzug zur Familie?). Alleinerziehend ohne zusätzliche Unterstützung ist das Ref wahrscheinlich kaum machbar. Es ist ne ungünstige Zeit für Erkrankungen und Kinder, bzw. für erkrankte Kinder. :/

  • Dass meine Klassen ständig wechseln finde ich auch unmöglich. Ich gebe 12 Stunden, bekomme aber oft auch Vertretung und hatte seit Schuljahresbeginn schon 3 Klassenwechsel. Die fachbegleitende Lehrerin sitzt im Zweitfach dauerhaft hinten. Jede Doppelstunde am Dienstag. Stoffverteilungsplan bedeutet, dass dort steht was wann unterrichtet wird. Ich finde es ja legitim diesen ab und an zu ändern, aber das er jedes Mal geschickt wird ist für mich Schikane. Ich wurde damit auch ziemlich allein gelassen. Es hieß nur schauen Sie in den Lehrplan und erstellen Sie einen Stoffverteilungsplan. Das wars.

    Gibt es bei euch keine Höchstgrenze für Vertretungen als Ref? Bzw. sind die in deinem BL überhaupt erlaubt? Lies mal in der Verordnung oder frag im Seminar nach!

    Stoffverteilungsplan scheint also sowas wie für mich die Unterrichtsreihe zu sein. Die hast du dir doch bestimmt zu Beginn überlegt (also was willst du in welchen Stunden machen, worauf baust du auf, was sollen die Kids nachher können etc.) und es muss höchstens nachgesteuert werden. Wenn du das dann nicht mit Datum versiehst, sondern einfach die Unterrichtsstunden nummerierst, bleibt alles gleich. Du könntest noch alles Abgeschlossene markieren/durchstreichen/was auch immer, damit klar ist, wo du dich gerade befindest.

    In wie vielen Stunden sitzt denn nun jm bei dir drin? Alle 12? Und wie läuft es im zweiten Fach?

    Dass alle 12 Std doppelt besetzt sind, wäre bei uns nicht möglich, selbst wenn es gewünscht wäre. Deine Schule bekommt ja auch deine Stunden angerechnet im Budget der Unterrichtsstunden/Lehrerstellenzuweisung.

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