Bezahlt ihr eurer Klasse das Eis wenn ihr zur Eisdiele lauft?

  • Um mal den Querverweis zu einem parallel geführten Thema herzustellen: Was natürlich auch eine Möglichkeit wäre, statt dass Eltern oder die Klassenleitung die Klassenkasse führen, wäre dass alle Klassenkassen über die Sekretariatsfachkraft bzw. Schulverwaltungsassistenz geführt werden. Hier liegt zumindest im Schulkosmos die fachlich größte Qualifikation in Sachen Verwaltung und Organisation von Geldern.

    Die Lösung fände ich am besten. Auch für Klassenfahrten, Projekte etc.

    Sieht unsere Sekretärin leider nicht so, denn Zeit und ein passndes Konto dafür hat sie auch nicht.

  • Im Normalfall nehme ich 10€ pro Schuljahr. Je nachdem welchen Ausflug ich mit der Klasse vorhabe nehme ich auch mal 20€ und muss dann nicht ein zweites Mal dem Geld hinterherlaufen. Das sage ich den Eltern auch vorher, damit sich keiner aufregt, weil er meint, er müsse sich die Kippen vom Munde absparen.

    Ich sage den Kindern natürlich, dass ich das Eis von der Klassenkasse bezahle (außer meins). Die Erwartungshaltung, der Lehrer möge den Kindern ein Eis ausgeben möchte ich gar nicht kultivieren. Dass sich Sek I/II Kollegen davon unter Druck setzen ließen, glaube ich aber weniger. Den Gruppenzwang im Kollegium kenne ich nur von der Grundschule.

  • Sieht unsere Sekretärin leider nicht so, denn Zeit und ein passndes Konto dafür hat sie auch nicht.

    Konten lassen sich einrichten und Zeit hat bekanntlich niemand, wenn es darum geht, zusätzliche Aufgaben zu verteilen.

    1. So einfach ist es mit Konten wirklich nicht
    2. Sekretariatsmitarbeiter*innen haben ein Arbeitszeitskonto (und Stellenbeschreibungen)
    1. So einfach ist es mit Konten wirklich nicht
    2. Sekretariatsmitarbeiter*innen haben ein Arbeitszeitskonto (und Stellenbeschreibungen)

    Sekretariatsfachkräfte haben eindeutig eine gute Lobby hier. Ich finde folgende Perspektive allgemein bei Überlegungen zur Verteilung von Aufgaben sinnvoll: "Angenommen, es würde sich um eine komplett neue Aufgabe handeln, die zuvor noch keiner ausgeführt hat. Wo wäre im Schulkosmos hierfür die meiste Kompetenz vorhanden und damit die Aufgabe am besten aufgehoben?"

    Würde diese Devise allgemein gelten, würde doch keiner darauf kommen, dass hier die fachliche Expertise bei Lehrkräften liegt. Würde man eine Stellenbeschreibung für Lehrkräfte schreiben, würde auch keiner auf die Idee kommen, die Verwaltung von Geldern zu listen. Oder war das bei dir damals Inhalt von Studium oder Vorbereitungsdienst?

    Du hast aber insofern Recht, dass die unterschiedliche Erfassung der Arbeitszeiten aller Schulbeschäftigten derzeit dazu führt, dass Aufgaben schneller bei denen landen, bei denen es über Vertrauensarbeitszeit läuft, selbst wenn die fachliche Eignung ganz woanders liegt.

  • Ich sage nicht, dass es nicht dort (Sekretariat, Verwaltungsassistenz, Buchhaltung (muhahaha)) sein sollte. Sondern: Ich schiebe nicht meine Probleme auf Andere.
    Nur, weil es dann für mich bequemer ist, darf ich nicht "nach unten" treten. Es wird eh nicht klappen, weil der Schulträger eben sagt "X Stunden Arbeitszeit für folgende Aufgaben, mehr nicht".
    Aber es war ja nicht das Thema, mich hat es wirklich interessiert, wie es eventuell abläuft-

  • und wie rechtfertigst du denn bitte, dass Eltern Gelder ohne konkrete Zweckbindung auf ein Landes- oder Schulträgerkonto überweisen?

    Meine Frage war nicht auf die Kompetenz bezogen sondern eher auf die Praktikabilität für die Lehrkraft (jenseits meiner Position zu einer solchen Klassenkasse überhaupt).

    Es ist kein Landeskonto.


    Wohl dem, der gelernt hat, zu ertragen, was er nicht ändern kann.

    Der Himmel ist nicht mein Limit, ich bin es.

  • ...

    Noch lieber wäre mir, dass eine Klassenkasse gar nicht nötig wäre, weil offizielles Geld vorgesehen wäre, um Bastelmaterialien, Hefte, Taschentücher etc. Zu kaufen oder Ausflüge zu bezahlen. Ist aber eben nicht so. Die Eltern jede Sache selbst besorgen und die Kinder ihre Pappe, ihren Draht, das Transparenzpapier für die Laterne, die Hefte in der richtigen Lineatur etc mitbringen zu lassen klappt nicht und würde dazu führen, dass vieles gar nicht mehr gemacht werden kann oder dass Kinder ausgeschlossen wären (oder Lehrkräfte vom eigenen Geld "Ersatz"Dinge für diese Fälle besorgen) und im Endeffekt auch, dass Eltern mehr Arbeit hätten (farbige Pappe kann man bei uns in der Nähe nicht mehr kaufen) und mehr Geld ausgeben müssten (ich kaufe die Pappen und das Ton Papier ja nicht in einzelnen Bögen und auch die Schreibhefte kaufe ich günstig ein). Insofern ist eine Klassenkasse auch für die Eltern eine bequeme Lösung.

    Ja, ich habe schon Kindern am Ende 5€ zurück gezahlt, aber das ist mir zum Glück nur einmal passiert. Meist kommt es sehr gut hin und zum Schluss kaufe ich für das Abschlussfest noch Bastelsachen, drucke Fotos für die Kinder aus und kaufe ihnen oft auch noch ein Eis (allerdings meist aus dem Supermarkt), so dass das Geld dann am Schuljahresende aufgebraucht ist.


    Es gibt 2 Bereiche: Auf der einen Seite Verbrauchsmaterialien, die jeder kaufen muss. Du sagst: ich kaufe das für alle, jeder bekommt Buntpapier und Hefte in Lineatur x, dafür sammle ich y Euro ein. Das ist transparent und nachvollziehbar.

    Auch wenn das deine Entscheidung ist, man kann auch Eltern im sozialen Brennpunkt zutrauen, sich zu kümmern...

    Der andere Punkt sind sowas wie Taschentücher (warum bringt nicht jeder mal einen Packen mit?) und "ich gebe die 5€ pro Kind für irgendwas aus." Gerade sozial schwache Eltern haben wirklich, wirklich massive Geldprobleme. Ich weiß, dass sich Normalverdiener das nicht vorstellen können, aber am 28.6. noch 5€ haben oder 0€ haben ist ein Unterschied.

    Einen Ausflug wiederum kann man sich von der entsprechenden Behörde wiederholen, wenn man rechtzeitig planen kann.

    Edit: und ich hab's schon ein paar Mal erzählt: in der Schule meines Kindes wurde mal eingebrochen. Klassenkasse war weg, die Lehrerin hatte daraufhin den tollen Vorschlag, dass wir Eltern Kuchen backen und der auf dem Sommerfest verkauft wird, um das Geld erneut einzutreiben. Klar, das kostet natürlich Eltern weder Zeit noch Geld.

    Achso: natürlich hat niemand gesagt, dass die Lehrerin Pech gehabt hat und für das Geld selber haftet. Alle haben brav gebacken und für den Kuchen(ver)kauf doppelt bezahlt und den Diebstahl zusätzlich finanziert. Sowas Halblegales oft an vielen Schulen gemacht, bringt uns gegenseitig in Bedrängnis, weil die Länder keine Schulkonten zur Verfügung stellen.

    Einmal editiert, zuletzt von Quittengelee (3. Juni 2026 15:45)

  • Natürlich ist es kein Landeskonto! Das war meine Antwort auf Gymsharks Forderung, das Sekretariat solle sich drum kümmern.

    x Empfehlung

    Eine Forderung selbst kann höchstens durch die Führungskraft oder den Arbeitgeber (m/w/d) erfolgen.

  • gut, Empfehlung, meinetwegen.

    Und nein. Bürger*innen und Arbeitnehmer*innen fordern ganz viele Sachen auf Demos oder in Verhandlungen zum Beispiel.
    Und umgekehrt wüsste ich nicht, welche Position dir ermöglicht, eine Empfehlung abzugeben.
    So ist Sprache manchmal, wird anders wahrgenommen.

  • Wie geschrieben hier verboten, wenn es Eltern einfach machen, ich persönlich verwalte kein Geld.

    Und was mich interessieren würde, sagt ihr euren Schülern, dass nicht ihr das Eis zahlt, sondern ihre Eltern? Oder steht ihr vor Kindern und einigen Eltern als sehr großzügig da und setzt dadurch eure Kollegen unter Druck?

    Was macht ihr bei Allergien etc.? Kriegt das Kind kein Eis? Wisst ihr immer Bescheid?

    Ich denke es ist bei uns ähnlich. Klassenkassen werden, wenn es welche gibt, immer von privat Personen geführt. Die Lehrkräfte haben keinen Zugriff. Will ich auch gar nicht haben.

    Im Normalfall nehme ich 10€ pro Schuljahr. Je nachdem welchen Ausflug ich mit der Klasse vorhabe nehme ich auch mal 20€ und muss dann nicht ein zweites Mal dem Geld hinterherlaufen. Das sage ich den Eltern auch vorher, damit sich keiner aufregt, weil er meint, er müsse sich die Kippen vom Munde absparen.

    Dafür, dass du hier immer sehr großspurig auftrittst, machst du dich hier rechtlich ziemlich angreifbar. Es sei denn du meinst es nicht so, dass du das 10€ nimmst.

    Entropy is a bitch, embrace her.

  • Dafür, dass du mir gegenüber immer sehr großspurig auftrittst, verstehst du Sachen sehr oft falsch. Ist das mit Absicht so, damit wir was zu schreiben haben?

  • Wenn wir einen Ausflug zur Eisdiele machen, ist der vorbereitet, mit den Eltern kommuniziert, und das Geld wird aus der vom Elternbeirat verwalteten Klassenkasse genommen.

    Ich war aber auch schon mit SuS auf Exkursion und weil sie sich perfekt verhalten haben, gab es dann spontan von mir eine Kugel Eis. Meine Entscheidung - total gern gegeben. Oder eine Mozartkugel nach der Mozart-Einheit als Überraschung nach dem Test.

    Ich weiß (!), dass ich das nicht müsste und mein Geld manchmal dafür hergebe. Aber die glücklichen Gesichter und das Nennen der Mozartkugeln im Gespräch, was in den vier Jahren Grundschule am schönsten war, zeigt mir persönlich, dass das gut war.

    Keiner muss das tun, aber ich möchte es ab und an. Und dann mach ich's einfach. 😊

    Blowing out someone else's candle doesn't make yours shine any brighter.

  • Arrogant bist du zum Glück gar nicht.

    Danke. Wo ist dein Problem? Du kannst auch sagen 20 € sind eine Kinobesuch, wenn es dir lieber ist. Letztlich ist die Aussage 10-20 € im Jahr sind auch für Bürgergeldempfänger machbar.

    Weil du das schon das dritte Mal schreibst: es geht nicht darum, dass Eltern ihrem Kind kein Eis gönnen, sondern dass Lehrkräfte das Geld von Eltern ohne zu fragen für Vielerlei ausgeben. Es bleibt, wie mehrfach erklärt, nicht bei einer Kugel Eis.

    Da hast du den Thread leider nicht richtig gelesen. Es ging hier um Eis essen. Und ich habe auch mehrfach geschrieben, dass es mir um ein einmaliges Eis essen im Sommer und nicht um eine regelmäßige Aktion geht. B

    Seltsam übrigens, dass du darauf beharrst, bloß keinen Cent privat für die Schüler auszugeben, dann aber bereit bist, 28x20€ in bar aufzubewahren und für Unterrichtsmaterialien auszugeben. Und natürlich sind Cocktails und Backzutaten Unterrichtsmaterial.

    Habe ich irgendwo geschrieben, dass ich das Geld bar aufbewahre? Könntest ganz eventuell meine Beiträge doch erstmal lesen? Oder noch besser einfach ignorieren...
    Zu den Unterrichtsmaterialien siehe unten...

    Werden die Eltern wenigstens informiert, was du mit dem Geld machst oder behältst du den Rest dann ein, weil ja eh keiner so genau nachrechnet und die Eltern bloß Kippen davon kaufen?

    Wir informieren nie jemanden. Wir klauen das Geld beim Elternabend aus den Portemonnaies und stecken dann die Hälfte selbst ein. Der Rest wird fair zwischen Schulleitung und Kinder aufgeteilt.

    Aber mal für dich, wie man so etwas einfach und rechtssicher gestalten kann. Die Eltern entscheiden sich auf dem Elternabend für solche Kosten eine gemeinsame Kasse zu machen. Dann sammeln sie ein Betrag X ein und beauftragen ein Elternteil Y mit der Verwaltung der Gelder. Gleichzeitig entscheiden sie unter welchen Voraussetzungen das Geld ausgeben werden darf. Sie machen dadurch eine GBR. Die Lehrkraft spricht dann Elternteil Y an und sagt, wie wollen in den nächsten Tagen zur Stadt gehen, wollen wir den Kindern dort ein Eis auf Kosten der Eltern kaufen. Und Elternteil Y macht dann Daumen hoch oder Daumen runter. In Zeiten von Whatsapp können Eltern das dann auch in der für Schulen illegalen Whatsapp-Gruppe ausdiskutieren. Alles eine Sache der Eltern untereinander. Die Lehrkraft bekommt nur eine Antwort. Vorteil ist, dass sie sich dann auch mit Eltern wie dir auseinandersetzen können. Und wenn es mal Eltern gibt, die sich das nicht leisten wollen/können, dann gibt es meist andere Eltern, die das gerne übernehmen.
    Und ja, wir informieren Eltern auch, wenn wir in die Stadt gehen oder ähnliches. Wir haben da so eine neuartige Erfindung. Nennt sich Internet. Da schreibt man eine kurze Nachricht, damit die Eltern informiert sind und ggf. auch Mütze oder Sonnencreme mitgeben können.

    Gegenfrage: Wie machst Du das mit Allergien, wenn ein Kind etwas zum Geburtstag mitbringt? Fragst Du das dann auch ab, bevor das Kind etwas verteilt? Oder feiert ihr gar keine Geburtstage? Hat ja nichts mit Lernen zu tun und vielleicht wollen das Eltern nicht.

  • Der andere Punkt sind sowas wie Taschentücher (warum bringt nicht jeder mal einen Packen mit?) und "ich gebe die 5€ pro Kind für irgendwas aus." Gerade sozial schwache Eltern haben wirklich, wirklich massive Geldprobleme. Ich weiß, dass sich Normalverdiener das nicht vorstellen können, aber am 28.6. noch 5€ haben oder 0€ haben ist ein Unterschied.

    Ist es nicht ziemlich arrogant von dir zu glauben, dass nur Du dir das vorstellen kannst und andere das nicht können?
    Wer am 28.06. nur noch 5 € hat, hat ein Problem im Umgang mit Geld. Egal ob Bürgergeldempfänger oder nicht. Auch mit Bürgergeld kann man wirtschaften. Natürlich gibt es solche Menschen. Aber das Problem ist nicht der 1€ im Monat für die Klassenkasse. Der macht nun wirklich keinen Unterschied.

  • Ist es nicht ziemlich arrogant von dir zu glauben, dass nur Du dir das vorstellen kannst und andere das nicht können?
    Wer am 28.06. nur noch 5 € hat, hat ein Problem im Umgang mit Geld. Egal ob Bürgergeldempfänger oder nicht. Auch mit Bürgergeld kann man wirtschaften. Natürlich gibt es solche Menschen. Aber das Problem ist nicht der 1€ im Monat für die Klassenkasse. Der macht nun wirklich keinen Unterschied.

    Als ich noch als Vater mit einer Schule mit Sozialindex 9 zu tun hatte, sah das anders aus. 1€ pro Monat war dort oft zuviel.

    Kann man jetzt lange diskutieren, ist aber so gewesen.

  • Als ich noch als Vater mit einer Schule mit Sozialindex 9 zu tun hatte, sah das anders aus. 1€ pro Monat war dort oft zuviel.

    Kann man jetzt lange diskutieren, ist aber so gewesen.

    Ich habe mehrere Jahre im Bankwesen gearbeitet. Es gibt genug Bürgergeldempfänger, die mit ihrem Geld gut hauswirtschaften. Natürlich kann mal etwas passieren. Aber wenn das Konto jeden Monat leer ist, ist das keine gute Planung.

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