Lehrer wird wegen Verstoß gegen Neutralitätspflicht abgemahnt

  • Ich bin gerade über folgenden Bericht in der taz gestolpert. Da wurde tatsächlich ein Kollege abgemahnt, weil er gegen die Neutralitätspflicht verstoßen haben soll und sich der AfD-Spitzenkandidat für das Ministerpräsidentenamt in Sachsen-Anhalt beim dortigen Bildungsminister beschwert hat. Zum Kotzen, wenn es so stimmt, wie berichtet wurde.

  • Danke für den Hinweis. Warten wir ab, ob seine Klage erfolgreich ist.

  • Zitat

    Seine Bekanntheit nutzt Heckel auch für politische Statements. In der Coronazeit kritisierte er öffentlich, dass Sachsen-Anhalt zum Land der „Schwurbler und Querdenker“ geworden sei. Mit seiner Band näht er in dieser Zeit Masken mit dem Aufdruck „FCK AFD“. Ein- bis zweimal, erzählt er, sei er damals mit einem „FCK AFD“-T-Shirt in der Schule gewesen. Seine Schulleiterin habe ihn gebeten, das zu lassen. Er habe das verstanden, sagt er heute, er wolle seiner Schule ja keinen Ärger machen.

    Zitat

    Heckel verneint, die Schüler fragen nach. Auf seinem Laptop zeigt er ihnen mehrere Quellen, darunter den Bericht von Correctiv über das Geheimtreffen von AfD und Rechtsextremen in Potsdam, eine Bundestagsdebatte zu diesem Treffen und eine Grafik zur Steuerpolitik der AfD.

    Zitat

    Heckel beendet seine spontane Erklärung zur AfD mit einem Satz, der die Partei anstacheln wird. Er sagt: Es stehe jedem frei, die AfD zu wählen. Aber wer sie wähle, müsse „sehr reich, frei von Moral oder nicht bei klarem Verstand sein“.

    Sorry, aber da habe ich dann doch eher wenig Mitleid. Wer sich so sehr in die Brennnesseln setzt, der fragt sich die Schelte dann auch irgendwie. Da ist es dann am Ende auch schwer, so zu argumentieren:

    Zitat

    Es stimme zwar, dass sie vor ihren Schü­le­r*in­nen nicht Werbung für oder gegen eine Partei machen dürfen. „Aber das hat Max Heckel nicht getan.“

    Doch, hat er. Er hat den Wählern der Partei mindestens moralische Flexibilität und den klaren Verstand abgesprochen und vulgäre T-Shirts in der Schule getragen.

    Trotzdem bin ich gespannt, wie das mit der Klage ausgehen wird.

  • Naja, es gab Zeiten, da sind "Atomkraft Nein Danke"-Aufnäher zum Stein des Neutralitätsanstoßes geworden. FCK-AFD-Klamotten und den Correctiv-Bericht (auf dem hier auch schon rumgehackt wurde) mit 6.-Klässlern zu besprechen, sind sicher nicht politisch wertneutral gemeint.

    Zum Kotzen ist natürlich trotzdem alles, was diese Schmierlappen machen, aber der Rechtsweg steht dem Kollegen ja offen.

    Edit: ich persönlich wünsche ihm ganz viel Rückhalt aus seinem Umfeld. Sympathischer Mensch mit stabilen Ansichten und super Engagement in einer eher traurigen Gegend. Ich feiere jeden Vernünftigen mit Herz , der dort bleibt und Einfluss auf die kommende Generation hat.

  • Zumal der besagte Correctiv-Bericht ja auch gar nicht mal so unproblematisch gewesen ist – das wurde medial dann nur nicht so ausgeschlachtet.

  • Bitte die taz nicht mit einer seriösen Quelle verwechseln.

    Und deswegen hast du gleich weitere Quellen gecheckt oder bleibt es bei dieser Behauptung?

    "Berichtet mein Kind, dass du Faschistenschwein es aufforderst zu irgendwas, komme ich und lege dich um." Hat der Kollege offenbar in Brandenburg von einem Elternteil mitgeteilt bekommen.

    Andere Lehrkräfte, eine Schulleitung in Bayern etwa, werden von Neonazis in der AfD systematisch "gemeldet", Behörden als "Instrument der Altparteien" bezeichnet. Dass diese Rechtsextremen (in besagter Partei) demokratische Strukturen nutzen, um systematisch genau diese Strukturen abzubauen, wissen wir.

    Vielleicht können wir uns alle aber nicht wirklich vorstellen, wie sich das Leben als Lehrkraft in extrem rechten Wahlkreisen anfühlt. Hier im Forum ist m.E. niemand, den es direkt betrifft.

    Achso, die Quelle ist ARD, das zählt hoffentlich:

    https://www.rbb-online.de/kontraste/arch…uck-setzen.html

    Einmal editiert, zuletzt von Quittengelee (9. Juni 2026 06:18)

  • Bitte die taz nicht mit einer seriösen Quelle verwechseln.

    Du meinst, dir gefällt die politische Ausrichtung der taz nicht. Das hat mit Seriosität nichts zu tun.

  • In solchen Momenten ist es schön an einer katholischen Ersatzschule zu arbeiten, wo der Dienstgeber ganz klar sagt, dass die Mitgliedschaft in oder Wahl derAfD unvereinbar mit dem katholischen Glauben ist. Auch an einer staatlichen Schule darf man übrigens darauf hinweisen, dass die AFD in Teilen gesichert rechtsextrem ist und wiederholt gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung agiert. Ganz toll sind auch so Spiele wie "Höcke oder Hitler".

    Faschisten hören nicht auf Faschisten zu sein, weil sie von einer größeren Zahl von Menschen gewählt werden. In der Oberstufe kann man auch gut Umberto Eco lesen (der ewige Faschismus), da kann man mit den Schülern dann Bingo spielen in Bezug auf die AFD.

    If you look for the light, you can often find it.
    But if you look for the dark that is all you will ever see.

  • Finde die Abmahnung gegen Herrn Heckel übertrieben, aber ich stelle mir vor, wie der Dienstherr reagieren würde, wenn eie Lehrkraft FCK Grüne Gegenstände produzieren würde oder fragwürdige Berichte über Linksparteien aus rechten Medien zitieren würde.

    Wahrscheinlich wird bei 40% Zustimmung der AFD auch ein gewisse Anteil im Lehrerzimmer vertreten sein.

  • Und deswegen hast du gleich weitere Quellen gecheckt oder bleibt es bei dieser Behauptung?

    Ja. Genau das habe ich in der Vergangenheit getan und deswegen komme ich zu dieser Erkenntnis.

    Seitdem ist die taz auf meiner Blockierliste :)

    Wenn man den taz-Artikel mit dem von Dir verlinkten Artikel vergleicht, fallen einem innerhalb von wenigen Augenblicken Unterschiede auf, die auch ein ungeübter Kritiker nicht anders als qualitativ einordnen kann.

    Es sei denn, man unterstützt die politische Ausrichtung der taz. Dann wohl nicht.

Werbung