Spaßolympiade / Alternative Bundesjugendspiele / Bewegte Schule

  • Das (Schul-) Jahr neigt sich dem Ende zu und viele Schulen legen die "Bundesjugendspiele" in die Zeit vor den Sommerferien.
    Nun möchte der CDU-Kultusminister in Baden-Württemberg, damit sich "Leistung wieder lohnt" die alten Bundesjugendspiele wieder aktivieren. Was für ein B***!

    Gerade bei den schweißtreibenden Temperaturen gibt es viel bessere Möglichkeiten, den Spaß an der Bewegung zu fördern und dies ohne "Sieger und Verlierer" (Winner & Loser") durchzuführen. Mehrere Jahre war das Thema "Bewegte Schule", "Bewegungspause" und "Spaßolympiade" aktuell. Linkhinweise und Tipps dazu habe ich über 20 Jahre hinweg hier gesammelt und immer wieder aktualisiert (zuletzt heute):

    https://www.autenrieths.de/sportunterricht.html#bewegung

    Meine Beiträge können Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten. "Tippfehler" sind beabsichtigt und dienen dem reflektierten Umgang mit Rechtschreibung und Sprache durch die werte Leserschaft. Wer einen Rotstift besitzt, darf diesen behalten und anderweitig nutzen.
    «Wissen – das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt.» (Marie von Ebner-Eschenbach)

  • Nachtrag:
    Die Disziplinen der "Bundesjugendspiele" sind Relikte der paramilitärischen Ausbildung für die Infanterie im (kalten) Krieg und kein Zeichen für Leistungsfähigkeit, die Urkunden ("Sieger" - "Ehren" - "Teilnehmer" sic!!) verdient.
    Rennen = Angriff / Rückzug
    Werfen = Handgranaten werfen
    Weitsprung = Gräben und Bäche überwinden.

    Der Begriff "Disziplin" setzt da nur das Ausrufezeichen.

    BTW: Bei den Sportarkadien (analog BJS) in der ehemaligen DDR wurden statt Bällen meist leere, gusseiserne Körper sowjetischer F-1-Handgranaten (ohne Sprengstoff/Zünder) oder hölzerne Stielhandgranaten-Attrappen (oft auch als „Wurfkeulen“ bezeichnet) verwendet.
    Dort machte man sich noch ehrlich.

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  • Haben wir wieder nichts was noch wichtiger ist als Bundesjugendspiele? Sind alle echten Probleme in Schule schon gelöst und ich habe es verpasst? So ein Mist. Bitte bringt mich schnell auf den neusten Stand. Wie viel Lehrer werden eingestellt? Teamteaching in 25er-Klassem oder durchgehend 15er-Klassen? Sind die Klimaanlagen im September schon eingebaut? Die Büros für jeden Lehrer dann auch fertig eingerichtet?

  • Die Büros für jeden Lehrer dann auch fertig eingerichtet?

    In jedem Klassenzimmer steht ein Lehrerpult. Da muss der Raum nur durch Definition zum "Büroarbeitsplatz" erklärt werden ... Auch in der Industrie gibt es "Arbeitsplatz-Sharing" - und die Möglichkeit, Fenster zu öffnen. :hitze:
    BTW: An einer mir bekannten Schule wurde untersagt, die Sonnenjalousien herunter zu lassen. Sie könnten durch Windstöße beschädigt werden :autsch:

    Meine Beiträge können Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten. "Tippfehler" sind beabsichtigt und dienen dem reflektierten Umgang mit Rechtschreibung und Sprache durch die werte Leserschaft. Wer einen Rotstift besitzt, darf diesen behalten und anderweitig nutzen.
    «Wissen – das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt.» (Marie von Ebner-Eschenbach)

  • Nachtrag:
    Die Disziplinen der "Bundesjugendspiele" sind Relikte der paramilitärischen Ausbildung für die Infanterie im (kalten) Krieg und kein Zeichen für Leistungsfähigkeit, die Urkunden ("Sieger" - "Ehren" - "Teilnehmer" sic!!) verdient.
    Rennen = Angriff / Rückzug
    Werfen = Handgranaten werfen
    Weitsprung = Gräben und Bäche überwinden.

    Der Begriff "Disziplin" setzt da nur das Ausrufezeichen.

    So ein Schwachsinn mal wieder. Das sind "klassische" Disziplinen der Leichtathletik und als solche sehr viel älter als der von dir kolportierte Zweck. Dass eine gewisse Sportlichkeit auch im militärischen Kontext begrüßenswert ist, steht dem nicht entgegen, bedeutet aber andersherum gerade nicht, dass Sport militärische Zwecke zu erfüllen hat. Und ja, es gab Zeiten und auch Gesellschaften, in denen das durchaus Hand in Hand ging und geht. Das ist bei den heutigen Bundesjugendspielen aber nun sicher nicht der Zweck. Und man zeige mir mal bitte den Soldaten, der im klassischen Bewegungsablauf der Disziplin Weitsprung irgendwelche Gräben überwindet.

  • BTW: Bei den Sportarkadien (analog BJS) in der ehemaligen DDR wurden statt Bällen meist leere, gusseiserne Körper sowjetischer F-1-Handgranaten (ohne Sprengstoff/Zünder) oder hölzerne Stielhandgranaten-Attrappen (oft auch als „Wurfkeulen“ bezeichnet) verwendet.
    Dort machte man sich noch ehrlich.

    Crosslauf und Orientierungslauf nicht vergessen.

    Planung ersetzt Zufall durch Irrtum. :P

    8) Politische Korrektheit ist das scheindemokratische Deckmäntelchen um Selbstzensur und vorauseilenden Gehorsam. :whistling:

    Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen.

  • Meines Wissens ist das Laufen die älteste Olympische Disziplin. Auch den Weitsprung gab es schon bei den antiken olympischen Spielen. Beim Werfen gab es damals Diskus und Speer. Die olympischen Spiele der Antike hatten natürlich auch ihre Wurzeln im militärisch Bereich. Allerdings haben sich daraus auch die moderne Leichtathletik entwickelt. Den Bundesjugendspielen nun einen militärischen Charakter zu unterstellen geht doch ein bisschen weit.

  • Es gibt viele Möglichkeiten für "richtige" BundesjugendSPIELE, die allen Kindern Freude bereiten - und nicht nur einigen Wenigen, die eine "Ehrung" ergattern. Die derzeitige Form der BJS (mit den überkommenen Disziplinen) verdirbt gerade DEN Kindern die Freude an Bewegung, die sie nötig hätten.

    Meine Beiträge können Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten. "Tippfehler" sind beabsichtigt und dienen dem reflektierten Umgang mit Rechtschreibung und Sprache durch die werte Leserschaft. Wer einen Rotstift besitzt, darf diesen behalten und anderweitig nutzen.
    «Wissen – das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt.» (Marie von Ebner-Eschenbach)

  • Da bin ich durchaus deiner Meinung. Es gibt sicherlich viele sinnvollere Veranstaltungen/Ideen/Konzepte.

  • Von einem Tag im Schuljahr, an dem dann nur gespielt werden würde, bekommen Kinder sicher nicht mehr Lust auf Bewegung. Sportliche Kinder bekommen die Wertschätzung ihrer Leistung sowieso im Verein (und belächeln teilweise Sport in der Schule).

    Braucht‘s den Tag überhaupt?

  • Von einem Tag im Schuljahr, an dem dann nur gespielt werden würde, bekommen Kinder sicher nicht mehr Lust auf Bewegung. Sportliche Kinder bekommen die Wertschätzung ihrer Leistung sowieso im Verein (und belächeln teilweise Sport in der Schule).

    Braucht‘s den Tag überhaupt?

    Das Prinzip zieht sich durch den gesamten Sportunterricht und betrifft nicht nur einen einzigen Tag. Von löblichen Ausnahmen einer Minderheit engagierter Sportpädagogen abgesehen.

    Meine Beiträge können Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten. "Tippfehler" sind beabsichtigt und dienen dem reflektierten Umgang mit Rechtschreibung und Sprache durch die werte Leserschaft. Wer einen Rotstift besitzt, darf diesen behalten und anderweitig nutzen.
    «Wissen – das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt.» (Marie von Ebner-Eschenbach)

  • Was mich als Lehrer am meisten ärgerte: an einer vorherigen Schule dienten die BJS dazu, die Leichtathletiknoten zu generieren. Konkret: ein ganzer Schultag und ein komplettes Kollegium wurden eingeplant, um drei Sportnoten pro Schüler zu bekommen. Das möchte ich auch für meine Fächer:flieh: Ironie aus

    Ob der ganze Orga-Aufwand diesenTag wert ist, wage ich sehr zu bezweifeln.

    Generell jedoch finde ich den Gedanken an sportliche Wettkämpfe nicht schlimm; vll sollte man den Tag nur bestimmte Jahrgänge anbieten?



    pingo, ergo sum

  • Sportunterricht ist ja jede Woche. Ich mein auch nur, weil die Bundesjugendspiele anscheinend für viele traumatisch waren. Was ist dann der Nutzen?

    Did it again with Gemini:

    Prompt war: "Gibt es Untersuchungen über traumatische Auswirkungen von Sportunterricht oder Bundesjugendspielen?"


    Nachtrag:
    Hier findet sich die PP zum Vortrag von Dr. David Wiesche, auf den sich Gemini bezieht:
    Laaanger Link

    Meine Beiträge können Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten. "Tippfehler" sind beabsichtigt und dienen dem reflektierten Umgang mit Rechtschreibung und Sprache durch die werte Leserschaft. Wer einen Rotstift besitzt, darf diesen behalten und anderweitig nutzen.
    «Wissen – das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt.» (Marie von Ebner-Eschenbach)

    Einmal editiert, zuletzt von Wolfgang Autenrieth (2. August 2026 12:05)

  • Sport ist ein Fach mit sehr großem, möglicherweise das mit den größten sozialen Auswirkungen von allen. Die Leistungen in Mathe haben vielleicht Einfluss darauf, ob andere bei einem Kind abschreiben wollen. Die Leistungen in Sport haben Einfluss darauf, ob es zu Geburtstagen eingeladen wird.

  • Und da ist jetzt Sport schuld, oder der asoziale Umgang mit denen, die da nicht so gut sind?

    Planung ersetzt Zufall durch Irrtum. :P

    8) Politische Korrektheit ist das scheindemokratische Deckmäntelchen um Selbstzensur und vorauseilenden Gehorsam. :whistling:

    Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen.

  • In Mathematik lässt die Scham mit dem Alter nach, wenn man merkt, dass es mehr Leute betrifft, dafür nehmen Hoffnungslosigkeit, Wut und Langeweile zu. (Quelle)

    Ich fand Bundesjugendspiele immer in Ordnung, obwohl ich nie was gewonnen hab. Lass den armen Sportlern doch ihren Tag, wo sie Mal zeigen können, dass sie auch was können.

    If you look for the light, you can often find it.
    But if you look for the dark that is all you will ever see.

  • Ich hab immer eine Ehren- oder Siegerurkunden bekommen, ich fand es schön, mich mit anderen zu messen (es gab auch einige bessere als mich). Meine Freundinnen haben zum Teil Urkunden bekommen, zum Teil nicht. So. Mir war das wurscht. Wissen tu ich es, weil die 2 meiner Freundinnen, die Urkunden bekommen haben, mit mir im Leichtathletik waren.

    Also, man weiß eh, wer sportlich ist.

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