Das (Schul-) Jahr neigt sich dem Ende zu und viele Schulen legen die "Bundesjugendspiele" in die Zeit vor den Sommerferien.
Nun möchte der CDU-Kultusminister in Baden-Württemberg, damit sich "Leistung wieder lohnt" die alten Bundesjugendspiele wieder aktivieren. Was für ein B***!
Gerade bei den schweißtreibenden Temperaturen gibt es viel bessere Möglichkeiten, den Spaß an der Bewegung zu fördern und dies ohne "Sieger und Verlierer" (Winner & Loser") durchzuführen. Mehrere Jahre war das Thema "Bewegte Schule", "Bewegungspause" und "Spaßolympiade" aktuell. Linkhinweise und Tipps dazu habe ich über 20 Jahre hinweg hier gesammelt und immer wieder aktualisiert (zuletzt heute):
https://www.autenrieths.de/sportunterricht.html#bewegung
Spaßolympiade / Alternative Bundesjugendspiele / Bewegte Schule
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Nachtrag:
Die Disziplinen der "Bundesjugendspiele" sind Relikte der paramilitärischen Ausbildung für die Infanterie im (kalten) Krieg und kein Zeichen für Leistungsfähigkeit, die Urkunden ("Sieger" - "Ehren" - "Teilnehmer" sic!!) verdient.
Rennen = Angriff / Rückzug
Werfen = Handgranaten werfen
Weitsprung = Gräben und Bäche überwinden.Der Begriff "Disziplin" setzt da nur das Ausrufezeichen.
BTW: Bei den Sportarkadien (analog BJS) in der ehemaligen DDR wurden statt Bällen meist leere, gusseiserne Körper sowjetischer F-1-Handgranaten (ohne Sprengstoff/Zünder) oder hölzerne Stielhandgranaten-Attrappen (oft auch als „Wurfkeulen“ bezeichnet) verwendet.
Dort machte man sich noch ehrlich. -
Haben wir wieder nichts was noch wichtiger ist als Bundesjugendspiele? Sind alle echten Probleme in Schule schon gelöst und ich habe es verpasst? So ein Mist. Bitte bringt mich schnell auf den neusten Stand. Wie viel Lehrer werden eingestellt? Teamteaching in 25er-Klassem oder durchgehend 15er-Klassen? Sind die Klimaanlagen im September schon eingebaut? Die Büros für jeden Lehrer dann auch fertig eingerichtet?
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Die Büros für jeden Lehrer dann auch fertig eingerichtet?
In jedem Klassenzimmer steht ein Lehrerpult. Da muss der Raum nur durch Definition zum "Büroarbeitsplatz" erklärt werden ... Auch in der Industrie gibt es "Arbeitsplatz-Sharing" - und die Möglichkeit, Fenster zu öffnen.

BTW: An einer mir bekannten Schule wurde untersagt, die Sonnenjalousien herunter zu lassen. Sie könnten durch Windstöße beschädigt werden
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Nachtrag:
Die Disziplinen der "Bundesjugendspiele" sind Relikte der paramilitärischen Ausbildung für die Infanterie im (kalten) Krieg und kein Zeichen für Leistungsfähigkeit, die Urkunden ("Sieger" - "Ehren" - "Teilnehmer" sic!!) verdient.
Rennen = Angriff / Rückzug
Werfen = Handgranaten werfen
Weitsprung = Gräben und Bäche überwinden.Der Begriff "Disziplin" setzt da nur das Ausrufezeichen.
So ein Schwachsinn mal wieder. Das sind "klassische" Disziplinen der Leichtathletik und als solche sehr viel älter als der von dir kolportierte Zweck. Dass eine gewisse Sportlichkeit auch im militärischen Kontext begrüßenswert ist, steht dem nicht entgegen, bedeutet aber andersherum gerade nicht, dass Sport militärische Zwecke zu erfüllen hat. Und ja, es gab Zeiten und auch Gesellschaften, in denen das durchaus Hand in Hand ging und geht. Das ist bei den heutigen Bundesjugendspielen aber nun sicher nicht der Zweck. Und man zeige mir mal bitte den Soldaten, der im klassischen Bewegungsablauf der Disziplin Weitsprung irgendwelche Gräben überwindet.
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BTW: Bei den Sportarkadien (analog BJS) in der ehemaligen DDR wurden statt Bällen meist leere, gusseiserne Körper sowjetischer F-1-Handgranaten (ohne Sprengstoff/Zünder) oder hölzerne Stielhandgranaten-Attrappen (oft auch als „Wurfkeulen“ bezeichnet) verwendet.
Dort machte man sich noch ehrlich.Crosslauf und Orientierungslauf nicht vergessen.
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Meines Wissens ist das Laufen die älteste Olympische Disziplin. Auch den Weitsprung gab es schon bei den antiken olympischen Spielen. Beim Werfen gab es damals Diskus und Speer. Die olympischen Spiele der Antike hatten natürlich auch ihre Wurzeln im militärisch Bereich. Allerdings haben sich daraus auch die moderne Leichtathletik entwickelt. Den Bundesjugendspielen nun einen militärischen Charakter zu unterstellen geht doch ein bisschen weit.
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Es gibt viele Möglichkeiten für "richtige" BundesjugendSPIELE, die allen Kindern Freude bereiten - und nicht nur einigen Wenigen, die eine "Ehrung" ergattern. Die derzeitige Form der BJS (mit den überkommenen Disziplinen) verdirbt gerade DEN Kindern die Freude an Bewegung, die sie nötig hätten.
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Da bin ich durchaus deiner Meinung. Es gibt sicherlich viele sinnvollere Veranstaltungen/Ideen/Konzepte.
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Von einem Tag im Schuljahr, an dem dann nur gespielt werden würde, bekommen Kinder sicher nicht mehr Lust auf Bewegung. Sportliche Kinder bekommen die Wertschätzung ihrer Leistung sowieso im Verein (und belächeln teilweise Sport in der Schule).
Braucht‘s den Tag überhaupt?
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Von einem Tag im Schuljahr, an dem dann nur gespielt werden würde, bekommen Kinder sicher nicht mehr Lust auf Bewegung. Sportliche Kinder bekommen die Wertschätzung ihrer Leistung sowieso im Verein (und belächeln teilweise Sport in der Schule).
Braucht‘s den Tag überhaupt?
Das Prinzip zieht sich durch den gesamten Sportunterricht und betrifft nicht nur einen einzigen Tag. Von löblichen Ausnahmen einer Minderheit engagierter Sportpädagogen abgesehen.
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Sportunterricht ist ja jede Woche. Ich mein auch nur, weil die Bundesjugendspiele anscheinend für viele traumatisch waren. Was ist dann der Nutzen?
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Was mich als Lehrer am meisten ärgerte: an einer vorherigen Schule dienten die BJS dazu, die Leichtathletiknoten zu generieren. Konkret: ein ganzer Schultag und ein komplettes Kollegium wurden eingeplant, um drei Sportnoten pro Schüler zu bekommen. Das möchte ich auch für meine Fächer
Ironie aus
Ob der ganze Orga-Aufwand diesenTag wert ist, wage ich sehr zu bezweifeln.
Generell jedoch finde ich den Gedanken an sportliche Wettkämpfe nicht schlimm; vll sollte man den Tag nur bestimmte Jahrgänge anbieten? -
Sportunterricht ist ja jede Woche. Ich mein auch nur, weil die Bundesjugendspiele anscheinend für viele traumatisch waren. Was ist dann der Nutzen?
Did it again with Gemini:
Prompt war: "Gibt es Untersuchungen über traumatische Auswirkungen von Sportunterricht oder Bundesjugendspielen?"
ZitatAlles anzeigenJa, die gibt es. In der Sportpädagogik, Psychologie und Soziologie werden diese Phänomene intensiv untersucht. Auch wenn in der Wissenschaft selten von einem medizinisch diagnostizierten „Trauma“ im klinischen Sinne gesprochen wird, sind die Auswirkungen von Beschämung, Ausgrenzung und Demütigung im Schulsport und bei Veranstaltungen wie den Bundesjugendspielen empirisch gut dokumentiert.
Hier sind die zentralen Erkenntnisse aus der Forschung:
1. Forschung zu Scham und Beschämung (z. B. Dr. David Wiesche / Uni Wuppertal & TU Dortmund)
In der deutschen Sportpädagogik gilt der Sportunterricht als ein „Bereich mit besonders hohem Beschämungspotenzial“. Anders als z. B. in Mathe lässt sich Versagen im Sport nicht im Stillen auf dem Papier verbergen.
- Hohe Sichtbarkeit des Körpers: Der eigene Körper, Mängel in der Koordination, Übergewicht oder Unsportlichkeit werden vor der gesamten Klasse vorgeführt.
- Hauptauslöser für negative Emotionen:
- Das klassische Wählen von Mannschaften (bei dem die „Unsportlichsten“ bis zum Schluss übrig bleiben).
- Öffentliches Vorturnen oder Messen von Zeiten/Weiten, bei dem die schlechte Leistung für alle sichtbar feststeht.
- Bekleidungssituationen (Umkleidekabinen, Duschen, Schulschwimmen).
2. Die US-amerikanische „PE Memory Study“ (Ladwig et al., 2018)
Eine vielbeachtete Studie der Iowa State University untersuchte die Langzeitfolgen von Erinnerungen an den Schulsport (Physical Education):
- Langzeitauswirkungen: Erwachsene, die an ihren Schulsport überwiegend negative, peinliche oder demütigende Erinnerungen hatten, wiesen im Erwachsenenalter eine deutlich inaktivere Lebensweise auf.
- Fazit der Forscher: Der Leistungs- und Druckansatz im Schulsport führt bei leistungsschwächeren Kindern oft nicht zu mehr Motivation, sondern erzeugt eine anhaltende Aversion gegen Bewegung und Sport.
3. Studien zu Bundesjugendspielen & Leistungsdruck
Die Bundesjugendspiele stehen in der Kritik, weil sie den Fokus rein auf den normierten Wettbewerb setzen.
- Bedingte Hilflosigkeit: Sportsoziologische Untersuchungen zeigen, dass Kinder, die genetik- oder entwicklungsbedingt motorische Nachteile haben, beim reinen Weitwurf, Sprint oder Weitsprung Jahr für Jahr scheitern, egal wie sehr sie sich anstrengen. Dies führt psychologisch zum Effekt der erlernten Hilflosigkeit.
- Öffentliche Pranger-Wirkung: Das Verlesen von Namen bei der Siegerehrung oder das Verteilen der bloßen „Teilnehmerurkunde“ (von Kindern oft als „Urkunde der Schande“ wahrgenommen) verstärkt soziale Hierarchien und Peer-Mobbing innerhalb der Schülerschaft.
(Hinweis: Genau aus diesen bildungswissenschaftlichen Gründen wurden die Bundesjugendspiele für die Grundschulen schrittweise von einem starren „Wettkampf“ in einen kindgerechteren „Wettbewerb“ mit variableren Aufgaben umgestellt.)
4. Qualitative Umfragen und Befragungen (z. B. Krautreporter-Studie 2022)
Bei breiten Umfragen unter Erwachsenen zu ihren Kindheitserinnerungen sticht der Sportunterricht regelmäßig als der Raum mit den meisten negativ besetzten Erinnerungen heraus. Über 80 % der Befragten mit negativen Sportunterrichts-Erfahrungen gaben an, dass diese Erlebnisse ihr Körpergefühl und ihre Haltung zu Sport bis ins Erwachsenenalter nachhaltig negativ geprägt haben.
Zusammenfassung
Die Forschung zeigt deutlich: Schulsport und Bundesjugendspiele führen bei leistungsschwächeren Kindern nicht selten zu seelischen Verletzungen (emotionalen Mikrotraumata). Grund dafür ist die einzigartige Kombination aus körperlicher Entblößung, öffentlichem Vergleichen, sozialer Ausgrenzung durch Gleichaltrige und einer Notengebung, die Oftmals die Veranlagung statt des individuellen Fortschritts bewertet.
Nachtrag:
Hier findet sich die PP zum Vortrag von Dr. David Wiesche, auf den sich Gemini bezieht:
Laaanger Link -
Sport ist ein Fach mit sehr großem, möglicherweise das mit den größten sozialen Auswirkungen von allen. Die Leistungen in Mathe haben vielleicht Einfluss darauf, ob andere bei einem Kind abschreiben wollen. Die Leistungen in Sport haben Einfluss darauf, ob es zu Geburtstagen eingeladen wird.
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Und da ist jetzt Sport schuld, oder der asoziale Umgang mit denen, die da nicht so gut sind?
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In Mathematik lässt die Scham mit dem Alter nach, wenn man merkt, dass es mehr Leute betrifft, dafür nehmen Hoffnungslosigkeit, Wut und Langeweile zu. (Quelle)
Ich fand Bundesjugendspiele immer in Ordnung, obwohl ich nie was gewonnen hab. Lass den armen Sportlern doch ihren Tag, wo sie Mal zeigen können, dass sie auch was können.
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Ich hab immer eine Ehren- oder Siegerurkunden bekommen, ich fand es schön, mich mit anderen zu messen (es gab auch einige bessere als mich). Meine Freundinnen haben zum Teil Urkunden bekommen, zum Teil nicht. So. Mir war das wurscht. Wissen tu ich es, weil die 2 meiner Freundinnen, die Urkunden bekommen haben, mit mir im Leichtathletik waren.
Also, man weiß eh, wer sportlich ist.
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