Kompetenzüberschreitung der OGS-Leitung/Erzieherin

  • Guten Morgen,

    wie geht ihr mit der Kompetenzüberschreitung der OGS-Leitung um. Zu den folgenden Aspekten:

    Sie möchte bei der Zeugniskonferenz bei den Noten mitreden

    Sie möchte Unterricht vertreten(Wird bei uns in der Grundschule nur in äußertens Notfällen gemacht)

    Sie will bei Klassenräumen mitbestimmen(Multifunktionsräumen)

    Sie verlangt einem Platz im Lehrerzimmer

    Geht respektlos mit dem Alltagshelfer um(Will ihm Sachen dirigieren)


    Was sind eure Erfahrungen?:gruss:

  • Ist die OGS-Leitung eine Pädagogische Mitarbeiterin der Schule oder von einem externen Anbieter?


    … und hatten wir die Frage nicht schon neulich beantwortet?

  • Anderes Bundesland:

    Bei uns war die OGS - Leitung an Konferenzen und Dienstbesprechungen dabei, musste eine Schweigepflichtserklärung unterschreiben und hatte kein Abstimmungsrecht. Sie hat sich nur zu Dingen geäußert, was die OGS anging.

    Also: Sie hat sich nicht zu Noten geäußert und durfte auch keinen Vertretungsunterricht machen.

    Wenn in den Klassenräumen Mittagsbetreuung stattfindet, dann wird hier nichts von der OGS "gestaltet". Normalerweise haben diese ihre eigene Räume, Klassenräume werden nur im Notfall benutzt.

    Da die OGS selbst ihren Bereich hat, also ihre Räume, ist ein Platz im Lehrerzimmer nicht nötig. Aber sie kann jederzeit - wie auch der Sozialarbeiter und andere im multiprofessionellen Team - ins Lehrerzimmer kommen und sich einen Kaffee holen.

    Ich selbst hatte manchmal ein bisschen meine Not mit der OGS - Leitung (ausgebildete Erzieherin), so lange sie noch die Hausaufgabenbetreuung machte. Ich dachte oft, dass sie sich in manchen Kompetenzen zu unrealitisch sah und sich überschätzte. Sie meinte durch die Beobachtung in der Hausaufgabenbetreuung einen Schüler komplett schulisch einschätzen zu können. Das ging oft mit dem, wie ich den Schüler sah, nicht konform. Bei einer anderen Hausaufgabenbetreuung in der OGS klappte die Zusammenarbeit viel besser und die Beobachtungen deckten sich.

  • Normalerweise haben diese ihre eigene Räume, Klassenräume werden nur im Notfall benutzt.

    Das ist in NDS nicht generell so, in den vergangenen 15 Jahren wurden viele Schulen 8n OGS umgewandelt, indem nur ein Raum zur Mensa umgestaltet wurde,

    alles andere findet in den vorhandenen Räumen statt, die Betreuung am Mittag für die Verlässlichkeit (5.Stunde) und auch der Ganztag. Entsprechend muss man sich die Räume teilen und absprechen.

    Wir hatten schon das Modell, dass die größten Räume für die Betreuung in 1/2 genutzt wurden, sodass die Klassen immer umziehen mussten, und auch das Modell, dass die Betreuung in den Klassenräumen der 1/2 stattfindet, die Klasse bleibt, die Betreuung zieht um. Da man dafür Material benötigt, muss man sich abstimmen, wie es gut passen kann.
    Ähnlich ist es in der OGS, wenn Angebote nach dem Unterricht stattfinden.

    Bei uns sind es Pädagogische Mitarbeiter:innen (PM), die zur Schule gehören, wir sind ohnehin ein Team. Und in NDS werden diese PM zur Vertretung - im Sinne von Betreuung- eingesetzt. Die PM führt Aufsicht, den Inhalt soll eine Lehrkraft planen. Offiziell ist das kein Unterricht, für Kinder ist das nicht immer gut zu erkennen. Je nach Fähigkeiten legt man auch dies oder das bereit: die eine PM macht lieber Kunst, die andere Musik, manches ist dem Unterricht durchaus ähnlich.

    Bedacht ist es für kurze Zeit, in der Realität findet man keine Vertretungskräfte und muss sich dann mit PM behelfen und sie überbrücken, dass die Pflichtstundentafel besetzt/betreut ist.

    PM schreiben keine Klassenarbeiten und geben keine Noten.

  • Bei uns:
    Die OGS-Leitung ist bei allen Konferenzen und Dienstbesprechungen mit dabei. Bei den Zeugniskonferenzen sagt sie aber nichts. (Wobei da eh nicht viel diskutiert wird.)

    Unterricht vertreten: nein. Wenn ich das in NRW genehmigen / anweisen würde, hätte ich eine neue Lehrer-Kollegin.

    Klassenräume mitgestalten: wenn es sich um reine Klassenräume handelt - da muss sie nicht mitreden. Wenn es sich um multifunktional (auch für die Betreuung) genutzte Räume handelt, soll sie natürlich mitreden.

    Platz im Lehrerzimmer: klar, warum nicht.

    Alltagshelfer: ist der Alltagshelfer auch im Nachmittagsbereich eingesetzt? Dann kann sie ihm natürlich auch Sachen dirigieren. Denn sie ist als Leitung der OGS für dieselbe und das multiprofessionelle Team zuständig.

    Schule ist schön ... und macht Spaß.

  • … und hatten wir die Frage nicht schon neulich beantwortet?

    Ich habe auch in Erinnerung, dass es vor einiger Zeit einen Thread mit ähnlichem Inhalt gab. Finde ich aber leider gerade nicht wieder.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • "Nein."

    Ich bin auch noch nach 15 Jahren als Lehrer verwundert, wie wenig Kolleginnen und Kollegen dieses Wort zu kennen scheinen. Und zwar sowohl Schülern, anderen Lehrern und besonders der Schulleitung gegenüber...

  • Nein, das war m. E. ein Thread von einer/einem anderen User*in (also nicht der/dem TE), in dem es u. a. auch darum ging, dass sich eine pädagogische Mitarbeiterin (keine Ahnung, ob OGS-Leiterin oder andere Funktion) bspw. in die Notengebung eingemischt hat. Aber vielleicht verwechsele ich da auch was und hatte tatsächlich den obigen Thread im Hinterkopf.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Zu den folgenden Aspekten:

    Sie möchte bei der Zeugniskonferenz bei den Noten mitreden

    Den von der Gesamtkonferenz gebildeten Teilkonferenzen (die "Zeugniskonferenzen" sind letztlich Klassenkonferenzen mit entsprechender Tagesordnung) gehören nach §36 Abs. 3 NSchG mit Stimmrecht auch die im jeweiligen Bereich tätigen pädagogischen Mitarbeiter an. Das kann auch die OGS-Leitung betreffen, sofern sie mit der Klasse zu tun hat.

    Sie möchte Unterricht vertreten(Wird bei uns in der Grundschule nur in äußertens Notfällen gemacht)

    Vertretung im engeren Sinn ist Aufgabe der Lehrkräfte. In der Praxis ist es nicht so selten, dass auch PMs die Betreuung von Klassen übernehmen.

    Sie will bei Klassenräumen mitbestimmen(Multifunktionsräumen)

    Das ist durchaus sinnvoll und notwendig, wenn die Klassenräume - wie an Grundschulen durchaus üblich - auch im Ganztag verwendet werden.

    Sie verlangt einem Platz im Lehrerzimmer

    Alles andere finde ich offen gestanden im Kontext der Arbeit in multiprofessionellen Teams auch daneben.

    Geht respektlos mit dem Alltagshelfer um(Will ihm Sachen dirigieren)

    Respektloser Umgang ist natürlich nie in Ordnung. Davon abzugrenzen ist aber die in vernünftigem Ton vorgetragene Bitte (wegen mir auch Anordnung) im Kontext der Durchführung des Ganztags, die durchaus im Kompetenzbereich der OGS-Leitung liegen könnte.

  • Alles andere finde ich offen gestanden im Kontext der Arbeit in multiprofessionellen Teams auch daneben.

    Das hängt davon ab, ob sie einen andern festen Arbeitsplatz in der Schule hat. Unsere Schulleitung und unsere Schulsozialarbeiter haben eigene Büros, nicht Tisch und Stuhl im Lehrerzimmer. Sie können natürlich jederzeit trotzdem ins Lehrerzimmer kommen.

    LG DFU

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