Threema zur schnellen Kommunikation im Kollegium? Erfahrungen?

  • Du glaubst gar nicht, wieviel Overhead, anderes nutzlose Zeug und vor allem digitaler Hausfriedensbruch aka Sprachnachrichten an mir vorbeigeht, seitdem ich vor zwei Jahren mein WhatsApp-Konto gelöscht habe. Ich habe deutlich an Lebensqualität hinzugewonnen.

    Man kann Benachrichtigungen auch ausschalten, muss Sprachnachrichten nicht anhören und kann Gruppen muten.

  • Man kann Benachrichtigungen auch ausschalten, muss Sprachnachrichten nicht anhören und kann Gruppen muten

    Dann ist der „Vorteil“ der Erreichbarkeit aber dahin. Einfach so‘n Quatsch nicht installieren und man hat Ruhe.

    „Fakten haben keine Lobby.“

    (Sarah Bosetti)

  • Dann ist der „Vorteil“ der Erreichbarkeit aber dahin. Einfach so‘n Quatsch nicht installieren und man hat Ruhe.

    Man ist doch erreichbar. Nur nicht ständig und insbesondere nicht für jeden.

  • Es ging um private Geräte und Kommunikation in der Schule. Ich habe unsere Erfahrungen und Überlegungen dazu dargestellt. Aus unserer Sicht gibt es zumindest auf SL-Ebene Fälle, in denen ein (privates) Handy unverzichtbar ist. Ob mit oder ohne Messenger. Wir nutzen einen Messenger und machen damit gute Erfahrungen. Es gibt aber bestimmt auch andere funktionierende Lösungen.

    Ich bin gespannt, wie ihr es macht.

    Nein, wie gesagt: es reicht vollkommen aus, wenn jeweils eine Person als Kontakt zu den üblichen Dienstzeiten erreichbar ist. Dafür haben wir in der SL-Runde Bereitschaftszeiten definiert und sichergestellt, dass zu den üblichen Dienstzeiten mindestens eine Person (oft sind es gleichzeitig dennoch mehrere) anwesend und ansprechbar ist. Notfalls weiß das Sekretariat, wo man sich gerade im Gebäude aufhält.

    Und wenn man mal ehrlich zu sich selbst ist: die wenigen Situationen, in denen unmittelbar reagiert werden muss, setzen auch gerade eine unmittelbare Reaktion ohne große Rücksprache im Team voraus. Und alle anderen Situationen können meist gut bis zum nächsten Tag warten. Eine permanente Erreichbarkeit und damit auch der verbundene implizite Druck, genau diese Erreichbarkeit auch zu gewährleisten, tut niemanden gut. Auch nicht in Leitungsverantwortung und insbesondere nicht außerhalb der üblichen Dienstzeiten.


    PS: Es gibt wohl nahezu keine Branche, in der das Fortlaufen geordneter Geschäfte derart unabhängig von der An- oder Abwesenheit einzelner konkreter Personen ist, wie unsere. Selbst die längere Abwesenheit des SL selbst (z.B. durch Krankheit) lässt sich im Tagesgeschäft i.d.R. ganz gut auffangen. Das bedeutet andersherum aber gerade, dass es auch nicht darauf ankommt, dass konkrete Personen jederzeit ad hoc eingebunden sein müssen, damit die Schule nicht kollabiert.

    Einmal editiert, zuletzt von Seph (9. Juli 2026 13:44)

  • Wir benutzen es und ich empfinde es als sehr stressig und belastend:

    + schnelle Erreichbarkeit

    + schnelle Erstellung von Gruppen

    - Messenger verleiten zum Diskutieren, aber bei einer Chat Diskussion ist noch nie etwas gutes bei rausgekommen

    - unbewusster Druck sofort antworten zu müssen

    -ständige Erreichbarkeit (man kann zwar Still Zeiten definieren, aber wenn Kollege X plötzlich krank wird möchte ich das wissen, wenn jemand um 19 Uhr noch fragt, wo die Atlanten Kiste steht, nicht!)

    -die Schwelle eine Nachricht zu verfassen ist sehr gering, es gibt wesentlich mehr (und unwichtigere) Nachrichten als Mails

    Falls ihr euch dafür entscheidet führt unbedingt eine Art Threema Knigge ein!

  • Wir haben sowas ähnliches und das funktioniert schon, es postet niemand lustige Ostergrüße. Manchmal ist es nett, Aufruf zur GEW-Demo oder "Danke noch mal an xy für blablub". Allerdings erzeugt jede Gruppe immer eine Art von Sozialstress. Muss man ein Herzchen setzen, Lachsmiley oder traurig gucken weil sich sonst jemand übersehen fühlt...?

    Und: es machen nie alle mit. Wenn also wirklich was Wichtiges wäre, schließt ihr Leute ohne Handy oder diese App aus. Und wenn man sich zu sehr daran gewöhnt, merkt man das nicht mal, ist mir so ergangen, weil ich auf eine sehr anstrengende Gruppe keine Lust hatte. Da gingen wirklich relevante Informationen an mir vorbei, fand ich Mist. Außerdem wird man halt doch immer wieder mal 21 Uhr an die Arbeit erinnert...

    Wenn ihr bislang ohne auskamt, lasst es lieber :)

  • Einige (recht wenige!) meiner KuK nutzen "Signal" zur Kommunikation untereinander und mit ihren Klassen. Das kam während der Corona-bedingten Schulschließungen auf und wurde zu der Zeit auch rege genutzt. Mittlerweile ist es aber wieder eingeschlafen (ich persönlich habe es dienstlich seit etwa zwei Jahren nicht mehr genutzt).
    Kommunikation mit KuK läuft an meiner Schule momentan hauptsächlich über E-Mails und die Nachrichtenfunktion von "WebUntis", z. T. auch die von "Moodle". Mit den SuS wird von Lehrkräfteseite ebenfalls über "WebUntis" und "Moodle" kommuniziert.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Du glaubst gar nicht, wieviel Overhead, anderes nutzlose Zeug und vor allem digitaler Hausfriedensbruch aka Sprachnachrichten an mir vorbeigeht, seitdem ich vor zwei Jahren mein WhatsApp-Konto gelöscht habe. Ich habe deutlich an Lebensqualität hinzugewonnen. Wer was von mir möchte, schreibt mir eine SMS. Oder eine E-Mail. Oder ruft mich an.

    Ich sehe darin also kein Armutszeugnis, sondern eine Möglichkeit, da nicht mitzumachen bei diesem Jetztmüssenaberalleganzsschnelldieseinformationhabenundkommentieren-Blödsinn.

    Maylin85 hat von Benachrichtigungen beim Amok-Alarm gesprochen. Nicht von Mails, von der einige meinen, ach wie wichtig sie doch ist.

  • Da kommt die Warnung hoffentlich auch nicht per Whatsapp. Das Handy habe ich eh auf lautlos und schaue nicht ständig im Unterricht (lol?) drauf.

  • Falls ihr euch dafür entscheidet führt unbedingt eine Art Threema Knigge ein!

    Ich wundere mich ein bisschen, warum sich so viele von diesen Gruppen gestresst fühlen. Ich bin in mehreren solchen Gruppen, in denen gemeinsame Interessen/Projekte bestehen und die für mich echt okay sind. Es hat sich doch längst herumgesprochen, wie man damit umgeht, um seine und die Nerven der anderen zu schonen. Man diskutiert nicht rum. Denn man missversteht sich zu schnell, es kommt nichts dabei heraus. Man postet Termine, weist auf etwas hin, was die anderen interessiert oder bietet etwas an/fragt etwas. Man muss auf nichts reagieren.

    Und die Gruppe stellt man auf stumm und schaut rein, wenn es passt. Dann funktioniert das super.

    Ein paar Regeln schaden natürlich nicht, nicht jeder hat jahrzehntelange Foren- und Newsgruppenerfahrung. Ist ja bei Mails nicht anders: Wenn man sich ärgert, erst mal schweigen und nach einem Tag noch mal wiederkommen - oft liest man etwas in eine Nachricht, was da gar nicht drin steht, es hat einen nur irgendwas getriggert. Persönliche Konflikte gehören nicht in die Gruppe. Und es muss nicht jeder Schöne Weihnachten wünschen - den Traffic möglichst sparsam gestalten. Sowas.

    Einzelne Whatsapps von Kollegys finde ich viel nerviger - die Leute erwarten, dass ich umgehend reagiere. Da muss ich mir halt sagen: Nö. Isch hab Sonntag. Oder so. Aber Mails können in derselben Weise nerven.

    Und man muss auch ehrlich zu sich sein: Diese Art von Ärger ist hausgemacht.

    Probiert's doch einfach.

  • Maylin85 hat von Benachrichtigungen beim Amok-Alarm gesprochen. Nicht von Mails, von der einige meinen, ach wie wichtig sie doch ist.

    Wenn an einer Schule der Amok-Alarm davon abhängig ist, dass Kollegen während des Unterrichts ständig ihre Benachrichtigungen auf Handy o.ä. checken, dann sollte die Schule ihr Konzept schleunigst überarbeiten.

  • Wenn an einer Schule der Amok-Alarm davon abhängig ist, dass Kollegen während des Unterrichts ständig ihre Benachrichtigungen auf Handy o.ä. checken, dann sollte die Schule ihr Konzept schleunigst überarbeiten.

    und wie läuft es bei euch?

  • Wow! Vielen Dank für all die Rückmeldungen!

    Ich gebe zu, ich habe nicht alle gelesen, da einige doch ziemlich am Thema vorbeigingen.

    Vielleicht hätte ich meinen Eröffnungsbeitrag anders formulieren sollen. Vielleicht wäre besser gewesen:
    Angenommen, aus dem Kollegium kommt der einheitliche Wunsch nach einem direkten Kommunikationstool (wie zum Beispiel Threema). Alle Beteiligten wollen solch ein Tool als Alternative zu Mail und WebUntis-Messenger. Einheitlich (ohne Gegenstimme) beschließt man Threema zu nutzen. Meine Fragen:
    1) Habt ihr Erfahrungen mit so großen Threema-Gruppen? Würdet ihr zu einer großen Gruppe raten? Oder lieber Verteilerlisten (d.h. 2-3 Personen haben Verteilerlisten, mit denen sie schnell alle KollegInnen erreichen können)?
    2) Hat Threema Obergrenzen bei Gruppenmitgliedern? Gehen Gruppen mit bis zu 60 Personen?
    3) Kann man einer Gruppe nur einen Admin zuordnen oder auch mehrere?

    Vielen Dank!

  • Da kommt die Warnung hoffentlich auch nicht per Whatsapp. Das Handy habe ich eh auf lautlos und schaue nicht ständig im Unterricht (lol?) drauf.

    Schlimmer, die Warnung kam wohl zunächst per SMS (wenn man denn eine bekommen hat).

    Danach kamen Mails per IServ hinterher.


    WhatsApp hätte ich in dem Fall bevorzugt.

  • Wenn an einer Schule der Amok-Alarm davon abhängig ist, dass Kollegen während des Unterrichts ständig ihre Benachrichtigungen auf Handy o.ä. checken, dann sollte die Schule ihr Konzept schleunigst überarbeiten.

    Deswegen gibts jetzt auch eine App mit Warnton. Aber auch für die braucht es ein privates Gerät.

  • Deswegen gibts jetzt auch eine App mit Warnton. Aber auch für die braucht es ein privates Gerät.

    Und alle anderen erhalten im Fall der Fälle dann keine Warnung?

    und wie läuft es bei euch?

    Ganz genau wie der Feueralarm: per Lautsprecheranlage, die wohl an den meisten Schulen vorhanden sein dürfte. Schon alleine für das - zugegeben in manchen Schulen auch abgestellte - "Pausenklingeln". Aber im Ernst: genau damit erreicht man letztlich alle Personen im Gebäude im Fall der Fälle sicher und unabhängig davon, ob gerade ein Empfangsgerät griffbereit ist oder nicht. Oder bekommen bei euch auch den Feueralarm nur "Auserwählte", die mit einem (privaten) Gerät in einem entsprechenden Verteiler sind?

  • Ich hätte auch nicht gedacht, dass so etwas überhaupt möglich ist. Aber wir haben tatsächlich nur den normalen Feueralarm und keine anderen Sirenentöne; Amokalarm würde mangels anderer Optionen über die App laufen.

    (die übrigens auch schonmal Fehlalarm hatte 😕)

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