Ist aber von vielen gar nicht gewollt, viele Lehrkräfte sind dankbar, wenn man sich das Leben leicht machen und irgendeinem imaginären Druck nachgeben kann. Ich hab es an anderer Stelle schon mal geschrieben: bezahlt werden wollen, wie eine Führungskraft, Verantwortung tragen wollen, wie der Hausmeister.
Ich habe Deinen letzten Satz einmal konkret gefasst, wie ich es auch im Schulalltag seit über 20 Jahren erlebt (aber nicht selbst praktiziert) habe:
Wenn ich mir das Leben leicht machen möchte, keinen Stress haben möchte und keine zusätzliche Arbeit, dann gebe ich Noten im Bereich 1 bis 4 (oder 15 bis 5 Punkte). Damit trage ich in der Regel dann keine Mitverantwortung bei Nicht-Versetzungen, ich muss keine schwierigen Elterngespräche führen, keine Nachprüfungen in der letzten Ferienwoche durchführen und habe natürlich auch nur ganz selten Stress mit den SchülerInnen.
Das ist meiner Wahrnehmung nach in den meisten Fällen gar nicht einmal böse Absicht oder "aggressive Faulheit" sondern eine klassische Vermeidungsstrategie im Rahmen einer entweder konfliktscheuen Persönlichkeit oder aber - vermutlich viel häufiger - im Rahmen des Selbstschutzes angesichts der Gesamtbelastung, der wir als Lehrkräfte ausgesetzt sind.