• Wie gehst du mit Eltern um, die dich nicht leiden können?

    Wenn es einzelne sind, fänd ich es nicht so schlimm.

    Wie geht man damit um, wenn es den Eindruck macht, dass die Elternschaft insgesamt unzufrieden ist?

    Vielleicht tun sich einige in WhatsApp-Gruppen zusammen und reden sich gegenseitig schlechte Laune ein? Unsocial Media sorgt ja oft für gegenseitige Unterstützung beim Spekulieren und Suchen von Nachteilen.

    Ich würde die Elternschaft trotzdem nicht als Ganzes sehen, die als Einheit irgendwas tut, denn wer was zu Hause vor sich hin denkt weiß man sowieso nicht.

    Ich würde lieber einmal im Jahr jeden zum Elterngespräch einladen und über das Kind sprechen, im Einzelgespräch lernen sie dich als Menschen kennen und wenn sie sehen, dass du ihr Kind wertschätzt, ist ihnen das am Wichtigsten. Ärger über Kleinigkeiten verfliegen, Missverständnisse können aufgeklärt werden.

  • Ich habe früher häufiger Mal eine kleine Anerkennung von den Eltern oder auch Schülern bekommen und fand diese Geste immer sehr nett. 2-3x bin ich sogar zur Schulleitung damit gegangen, weil ich mir unsicher war, ob ich es annehmen darf. Manche Eltern haben mir sogar liebe Briefe zum Abschied geschrieben!

    In den letzten Jahren gab es so etwas überhaupt nicht mehr. Ich erwarte natürlich keine Geschenke, aber etwas mehr Wertschätzung wäre schon schön (ein kleines "Danke" und "schöne Ferien auch für Sie" ist mittlerweile das höchste der Gefühle, wenn überhaupt). Im Gegenteil: In meiner jetzigen 5. Klasse bin ich mit 3 Eltern "aneinander geraten", die ich noch nie persönlich gesehen habe, alles per Mail, Vorwürfe, dass ich etwas falsch gemacht hätte (was sich jeweils als falsch erwiesen hat, also ich habe es richtig gemacht) und teils grantige Mails über totale Nichtigkeiten.

    Mir gibt diese Entwicklung manchmal zu denken...

    Einmal editiert, zuletzt von Lehrerin2007 (18. Juli 2026 14:36)

  • Ok, das tut mir leid. Mich persönlich würde es dann allerdings weniger stören, weil es dann offensichtlich einfach nicht üblich ist bei euch.

    Soso, das weißt du.

    Also stört es dich, dass andre was bekommen und du nicht?

    Wenn keiner was bekäme wärst du zufrieden?

  • Wieso sollte man Elternvertretern was schenken? Auf die Idee wäre ich im Leben nicht gekommen.

    Umgekehrt, mal so, mal so. Ich persönlich finde Geschenke unangenehm und habe immer schon proaktiv beim Elternabend gesagt, dass ich nichts möchte. Wenn sie unbedingt Geld ausgeben wollen, sollen sie sammeln und es dem Förderverein spenden. Generell finde ich angenehmer, wenn einfach jeder seinen Job ohne aufgeblasenen Wertschätzungs-Eiertanz am Jahresende macht. Ein aufrichtiges gegenseitiges Dankeschön zum Abschluss der Zusammenarbeit reicht doch völlig. Und wenn es keinen Anlass dagür gibt, dann eben nicht, auch okay.

    Ich würde mich ganz schnell davon frei machen, so etwas persönlich zu nehmen. Selbst wenn die Eltern mit dir unzufrieden gewesen sein sollten -> lass sie doch. Du arbeitest so, wie du es für richtig und angemessen hältst, und gut ists.

  • Natürlich ist es immer schön, wenn man für seine Arbeit wertgeschätzt wird. Andererseits muss man auch ehrlich sein, dass man als Lehrkraft von den Eltern nichts erwarten sollte, da sie nicht die Auftraggeber (m/w/d) von uns sind, sondern der Staat. Wären wir in einem privatwirtschaftlichen Setting und bekämen unmittelbar Geld von den Kunden (m/w/d) wäre es sicher etwas Anderes. So müssen wir uns vor allem vor unserem Arbeitgeber und unserer Schulleitung verantworten und wenn wir da alle Vorgaben berücksichtigungen und umsetzen, ist das das Signal, dass wir unsere Arbeit gut machen.

  • Ich habe früher häufiger Mal eine kleine Anerkennung von den Eltern oder auch Schülern bekommen und fand diese Geste immer sehr nett. 2-3x bin ich sogar zur Schulleitung damit gegangen, weil ich mir unsicher war, ob ich es annehmen darf. Manche Eltern haben mir sogar liebe Briefe zum Abschied geschrieben!

    In den letzten Jahren gab es so etwas überhaupt nicht mehr. Ich erwarte natürlich keine Geschenke, aber etwas mehr Wertschätzung wäre schon schön (ein kleines "Danke" und "schöne Ferien auch für Sie" ist mittlerweile das höchste der Gefühle, wenn überhaupt). Im Gegenteil: In meiner jetzigen 5. Klasse bin ich mit 3 Eltern "aneinander geraten", die ich noch nie persönlich gesehen habe, alles per Mail, Vorwürfe, dass ich etwas falsch gemacht hätte (was sich jeweils als falsch erwiesen hat, also ich habe es richtig gemacht) und teils grantige Mails über totale Nichtigkeiten.

    Mich gibt diese Entwicklung manchmal zu denken...

    Vielleicht entsteht das Problem durch mangelndes Reden. Da heute viel online gemacht wird, ist man ja auch als Lehrkraft froh, nicht allzuviel mit den Eltern zu tun zu haben. Dadurch steigern sich die Leute in irgend welche Aufregungen hinein. Eigentlich erweisen sich Gespräche aber meistens als klärend und angenehm, finde ich. Man muss halt dann auch mal Kritik und Nachfragen aushalten aber im Allgemeinen kann man ja erklären, was man warum gemacht hat.

    An einer mir bekannten Schule wurden die Eltern mal aufgefordert, dankbarer zu sein, man musste auf Kärtchen schreiben, wofür man dankbar ist. Fand ich daneben, ich habe mich über einiges an der Schule geärgert, konnte niemanden erreichen und hatte keine Lust, mir abgerechnet dann auf Kommando Dankbarkeit für irgendwas aus den Fingern zu saugen. Danke, dass Lehrer ihren Job machen?

    Aber ich verstehe die TE, wenn es üblich ist, sich was zu schenken und man wird als einziger nie bedacht, fühlt sich das blöd an. Hat halt was mit unerfüllten Erwartungen zu tun und mit Enttäuschungen... Das nächste Jahr erwartet man dann nix und wenn doch einer eine Blume mitbringt: umso netter.

  • Ja, diese Erfahrung habe ich auch gemacht. Aber ich kann die Eltern nicht zwingen, zum Elternsprechtag oder in meine Sprechstunde zu kommen. Manche kommen einfach nie - und schreiben dann eine grenzwertige E-mail, wo ich mir gewünscht hätte, dass man das vielleicht mal vorher von Angesicht zu Angesicht bespricht.

  • Habt ihr das schon mal gehabt, dass ihr euch richtig viel Mühe gebt, für die Klasse das Beste zu geben, aber die Eltern verlieren auch am Schuljahresende kein einziges wertschätzendes Wort?

    Im Schwabenländle sagt man:
    "It g'schompfe isch g'lobt gnua!"
    Schriftdeutsch:
    "Nicht zu schimpfen ist genug des Lobes!"

    Nimm's hin und richte dein Krönchen. Das musst du selbst polieren. Dafür wirst du bezahlt. :aufgepasst:

    Meine Beiträge können Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten. "Tippfehler" sind beabsichtigt und dienen dem reflektierten Umgang mit Rechtschreibung und Sprache durch die werte Leserschaft. Wer einen Rotstift besitzt, darf diesen behalten und anderweitig nutzen.
    «Wissen – das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt.» (Marie von Ebner-Eschenbach)

  • Ich habe den Elternvertreter noch nie was geschenkt. Sehe ich auch nicht als meine Aufgabe. Ich hatte es schon das eine oder andere Mal, dass die Elternschaft den Vorsitzenden ein Dankeschön geschenkt hat. Fand ich gut.

    Ich habe es einmal gehabt, dass es weder Lob noch Geschenk von der Klasse gab. Aber auch nicht für die anderen Kollegen. Ich glaube denen war gar nicht bewusst, dass man das macht. Dafür habe ich von einer anderen Klasse, wo ich nur Fachlehrkraft war, etwas bekommen. Ich denke, dass man sich über eine Kleinigkeit freuen sollte aber auch nicht ärgern darf, wenn Eltern das nicht machen. Weder das eine noch das andere zeigen, ob man seinen Job gut gemacht hat. Und oft liegt es einfach an den Eltern und ihren Wertvorstellungen.

  • Lehrerin2007 : Ich würde darauf so reagieren: "Vielen Dank für Ihre Nachricht! Ihr Anliegen können Sie gerne mit mir im Rahmen meiner Sprechstunde dann-und-dann besprechen.".

    Mal schauen, wem das Anliegen dann noch so wichtig ist.

  • Ja, ist schon klar. Trotzdem ein komisches Gefühl.

    Dass Reden grundsätzlich eine gute Idee ist, sehe ich im Übrigen genau so. Bei uns ist es jedoch üblich, dass die Eltern sich immer wieder per Email oftmals über, wie ich finde, Nichtigkeiten beschweren (z. B. Sitzordnung, etc.). Da ich keine Diskussionen über Email führen möchte, habe ich mir angewöhnt, ihnen dann einen persönlichen Gesprächstermin vor Ort vorzuschlagen, wenn sie das wollen. Diese Mühe ist den Eltern dann ihr Anliegen meistens doch nicht wert.

    Quittengelee :

    Von aufgezwungenen Dankbarkeitsritualen wäre ich auch nicht begeistert.

  • Danke für deine Reaktion.

    Kann man natürlich so sehen. Wenn es allerdings an der Schule so Usus ist, dass die Lehrer/innen zum Schuljahresende alle von den Eltern Blumen, Geschenke, Dankeskarten etc. bekommen und man selbst schenkt seinen Vorsitzenden ebenfalls etwas und geht schon zum zweiten Mal leer aus, wirkt es doch so, dass sie damit ausbleibende Wertschätzung demonstrieren wollen.

    Regel Nr. 1: Erwarte keine Dankbarkeit oder Wertschätzung. Falls sie doch kommt, freue Dich darüber.

    Es kann sein, dass die Elternschaft hier selbst uneins war und das nicht auf die Reihe bekommen hat. Ich war ja schon an der einen oder anderen Schule und kann sagen, dass das bei mir mal so oder mal so war. Genau wie bei allen anderen KollegInnen.

    Oft erfolgt so etwas von der/dem Pflegschaftsvorsitzenden aus, womit das Ganze dann auch damit steht und fällt.

    Mund abputzen und weitermachen.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Hieße meine Lehrerin Frau Arschwald, würde ich sie schon allein des tollen Namens wegen mit prunkvollsten Geschenken überschütten!

    Auch ein Trost: Wann immer ich mit Eltern Probleme hatte und andere Kollegen dann in der Klasse unterrichteten, berichteren die genau dasselbe über diese Eltern. Es hat mich sehr beruhigt, dasa es dann nicht (nur) an mir gelegen haben kann.

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