In Anlehnung: VA vs. LA

  • Hallo,


    in Anlehnung an diverse Threads: Mich würden die Vor-und Nachteile der oben genannten Schriften interessieren.
    Ich selber habe die LA gelernt und damit nie Probleme gehabt. Nun habe ich schon von vielen gehört, dass der Übergang von Druckschrift zu VA einfacher sei.


    Ich habe in diesem Bereich kaum Erfahrung.
    Feststellen musste ich allerdings, dass die Hauptschüler, die ich kenne, welche VA gelernt haben, massive Probleme haben, ein sauberes Schriftbild zu entwickeln.


    Ich weiß nicht, welche Schrift ich in einer ersten Klasse nun einführen würde, wenn ich auswählen dürfte... ?(


    Was meint ihr dazu?


    Grüßle,
    Salati

    Man kann im Leben auf vieles verzichten, aber nicht auf Katzen und Literatur! <img src="http://www.lehrerforen.de/smilies/smile5.gif" border="0">

    Einmal editiert, zuletzt von Salati ()

  • Also ich selber habe die VA gelernt und kam gar nicht damit klar. Es heißt zwar, dass weniger Richtungswechsel drinnen sind, aber ich habe das Gefühl, die Schrift ist stockender.


    Ab der 5. KLasse habe ich mir ruckzuck bei einigen Buchstaben die LA angewöhnt, weil es einfach schneller geht.


    Das mit dem nicht so sauberen Schriftbild kann ich auch bestätigen.



    Gruß Line

  • Die wirklich beste Schrift ist meiner Ansicht nach, die Schulausgangsschrift, weil sie positive Elemente der LA und VA vereint.


    LG Anja

  • Auch ich habe mich, nachdem ich mit LA und VA ausgiebige Erfahrungen gesammelt habe, für die SA entschieden - und hab die übrigen KollegInnen auch davon übrzeugen können. Mit der VA entwickelt sich ein stockendes und nicht immer lesbares Schriftbild.


    Bablin

    Wer hohe Türme bauen will,
    muss lange beim Fundament verweilen.
    Anton Bruckner

  • Zitat

    Salati schrieb am 01.07.2006 12:31:
    ...
    Ich selber habe die LA gelernt und damit nie Probleme gehabt. Nun habe ich schon von vielen gehört, dass der Übergang von Druckschrift zu VA einfacher sei.
    ....


    In meiuner 5. Hauptschulklasse mache ich derzeit die Erfahrung, dass mehrere Schüler retardieren - sie kehren von der VA zur Druckschrift zurück, weil sie mit ihrer eigenen Schrift unzufrieden sind.... :rolleyes:


    Bei Schülern, die mit VA schreiben bemerke ich folgendes:
    Besonders das "e" löst sich bei vielen durch den ungewohnten Doppelschwung zu einer Schleife auf, "n" und "r" am Wortende sind oft nicht mehr zu unterscheiden.


    VA kann zu einer schönen Handschrift führen - bei vielen meiner Schüler tut sie das nicht. Auch meine Tochter hat eine Kombination aus Druck- und Schreibbuchstaben entwickelt, die lesbar ist - aber das war wohl nie Sinn und Zweck der VA.

    Vorurteilsfrei zu sein bedeutet nicht "urteilsfrei" zu sein.
    Heinrich Böll

  • Naja, Erwachsene schreiben ja sowieso meist in einer Vermischung von verbundener und unverbundener Schrift. Deshalb gibt es ja auch Stimmen, die gegen jegliche Vermittlung einer einheitlichen verbundenen Schrift sprechen. Die Kinder sollen dann ihre persönliche Handschrift aus der Druckschrift heraus entwickeln. Ich würd es gern mal probieren, denn ich denke, vielen Kindern gerade mit Schwierigkeiten in der Feinmotorik könnte das helfen.


    LG
    Britta

  • Zitat

    Erwachsene schreiben ja sowieso meist in einer Vermischung von verbundener und unverbundener Schrift. Deshalb gibt es ja auch Stimmen, die gegen jegliche Vermittlung einer einheitlichen verbundenen Schrift sprechen. Die Kinder sollen dann ihre persönliche Handschrift aus der Druckschrift heraus entwickeln.


    Ich hab mal ein längeres Praktikum (zum Thema "Schrift") in einer 4. Klasse gemacht, die nie richtig eine Schreibschrift gelernt hatte (nur eine Art Workshop zum Thema VA), da die Lehrerin von der Druckschrift überzeugt ist.
    Mich hat beeindruckt, wie gut zu lesen alle Handschriften der Kinder waren. Buchstabenverbindungen, wie in der Erwachsenen-Handschrift, haben sich dennoch entwickelt.


    Außerdem dauert ein Luftsprung (also Absetzen der Schrift) auch nicht länger als die schnörkeligen Verbindungen und viele können in der Druckschrift schneller als in der Schreibschrift schreiben, ohne das die Lesbarkeit drunter leidet. Das war jedenfalls das Fazit des studentischen Praktikums. Sicherlich gibt es auch andere Erfahrungen, aber ich fand das überzeugend.
    Allerdings hab ich keine Ahnung, ob man das so umsetzen darf, oder man verpflichtet ist, eine Schreibschrift zu lehren.

  • In NRW darf man auch ausschließlich mit der Druckschrift arbeiten, die verbundene Schrift ist nicht verbindlich. Allerdings gibt es da ja meist schulinterne Abmachungen.

  • Hallo,
    ich hätte ja große Lust, das mal auszuprobieren ohne Schreibschrift. Aber dauert dann nicht alles länger, was die Kinder schreiben?
    Außerdem sind meine bisherigen Schülerlein immer ganz "wild" auf die Schreibschrift gewesen - zumindest solange sie ihnen noch keine Probleme bereitet ... Nun, im vierten Schuljahr, bin ich von einigen Kindern und ihrer Handschrift nicht mehr so begeistert. Viele schreiben auch von sich aus in Druckschrift. Und im Diktat macht sich das schon zeitlich bemerkbar. Ich warte dann, bis sie soweit sind - aber warten die Kollegen im 5. Schuljahr auch noch?
    Gruß venti :)

  • Ich glaube nicht, dass das länger dauert. Ich meine mich zu erinnern, dass Brügelmann das mal mit Erwachsenen untersucht hat und festgestellt hat, dass die verbundene Schrift nicht automatisch auch schneller ist als die unverbundene. Außerdem denke ich da an meine Kleinen, die teilweise eher malen als schreiben, weil die verbundene Schrift so mühsam ist. Wie gesagt, ich würd es auch gern mal probieren...

    • Offizieller Beitrag

    Ich würde es auch gerne versuchen, finde aber für RLP kein Verordnung o.ä. dazu.
    Darf man das einfach machen? Ich finde wirklich, dass es vertane Zeit ist, wenn die Kinder Anfang der 2. Klasse wieder alle Buchstaben lernen, diesmal in Schreibschrift, Alle zusammen lernen ist zuviel. Warum dann überhaupt?


    Brauche noch gute Argumente und "was Schriftliches" für RLP, worauf ich mich berufen kann. Weiß jemand da was? Leppy?


    LG,
    Melo

    • Offizieller Beitrag

    Im alten Lehrplan Deutsch war die LA vorgeschrieben. Unter bestimmten Bedingungen konnte aber auch die VA eingeführt werden (könnte nachsehen, der LP ist aber ja nicht mehr aktuell). Im Rahmenplan steht nichts konkretes mehr, die SuS sollen nur eine flüssige Handschrift entwickeln. Lege ich so aus, dass man sich die Schrift zumindest schulintern aussuchen kann. Ich kann Dienstag gerne mal meine Fachleiterin fragen, vielleicht weiß sie etwas.


    Gruß leppy

  • Mich würde mal interessieren, welche Schrift ihr bevorzugt und warum.


    Bei uns ist "eigentlich" die VA Pflicht, aber man hört so viel Negatives... Wie siehts denn mit SAS und LA aus? Was sind Vor- und Nachteile in der Praxis?

  • Hi,


    soweit ich weiß (oder im Lehrerzimmer mitgekriegt hab), legt die Schule per Konferenzbeschluss fest welche Schrift gewählt und dann an der Schule umgesetzt wird. Bei uns ist festgelegt, dass wir beginnen zu drucken und dann spätestens ab Ostern in Kl 1 schon die Schreibschrift (bei uns LA) eingeführt wird. Bis jetzt haben die Kids noch keine Schwierigkeiten und die Schrift sieht bei fast allen echt gut aus.
    Im Teilrahmenplan steht nur, dass die Sch "eine gut lesbare Handschrift flüssig schreiben" sollen (TRP Deutsch RLP, S. 26).


    Gruß millie

  • Hätte ich die Wahl, ich würde die SAS wählen. In einem schwächeren Einzugsgebiet lehrte ich die LA, die Kinder schrieben gut, nun in einem stärkeren die VA, ich finde viele Schriften gottig. Dafür haben sich zwei sehr leistungsstarke Schüler in der Jahrgangsmischung selber die Schreibschrift beigebracht, weil sie den sehr systematischen Aufbau der VA selbst verstanden haben und anwendeten.


    Mittlerweile kann ich es nicht mehr hören, wenn man sagt, dass die Kinder eine schlecht ausgebildete Motorik haben- ich denke, sie werden eben nicht mehr so gefördert. Ich selber habe im Kindergarten die Schleife gelernt, am Montessori-Rahmen, sowie Knöpfen, Stifthaltung. In der Schule haben wir mindestens 6 Wochen nichts anderes gemacht als Schwungübungen. Parallel wurde das Zusammenschleifen von Buchstaben geübt.

    Mein Sohn lernt etwas über Planeten, führt ein Theaterstück auf, ich selber kämpfe zu Hause mit der Schleife, weil sie in der Schule erwartet wird. Mein Sohn sieht die Notwendigkeit nicht, "ich habe doch Klettbänder" (sie waren vom Kindergarten gewünscht, damit es schneller geht). Wenn er dann in die Schule kommt, wird er sofort Buchstaben schreiben....


    Ich verteufle weder das Eine noch das Andere. Es sind halt andere Schwerpunkte, die andere Ergebnisse bringen.

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