Warum A15 für mich KEIN Karriereziel mehr ist

  • Anekdote aus meiner Schule: Zum einen wurden für unsere A15-Stellen schon mehrfach externe Bewerber*innen ausgewählt; die werden also nicht nur "von intern" besetzt. Zum anderen ist in den fast 20 Jahren, die ich nun schon an dieser Schule bin, keine A15-Stelle mit jemandem besetzt worden, der älter als Anfang 50 war.

    Ich persönlich habe keinerlei Ambitionen auf eine Beförderungsstelle, kann also dem von Der Germanist Gesagten voll zustimmen.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • ich denke, problematisch ist in NRW insbesondere die Vorbereitung der Revision NEBEN der normalen Unterrichtsverpflichtung. Die Leute waren eigentlich immer ziemlich kaputt danach. Ausnahme: Corona. Da hatte ich den Eindruck, dass die Revisionen deutlich weniger anspruchsvoll waren. was wir da "geboten" bekamen in der Konferenz war wirklich dünn und schlecht vorbereitet - auch kannste die Beförderten im Gegensatz zu den anderen nicht nach irgendwelchen Apo-Vorschriften fragen: die haben das offenbar weniger intensiv gelernt.

  • Kurze Frage zum Verständnis: aus meiner Berechnung beim ÖD Rechner sind es je Stufe von 13 nach 14 nach 15 über 5 k netto Unterschied. Ist dann nicht ,,200 Euro weniger" wie teils mehrfach postuliert völlig untertrieben? Es sind eher 500? Würde es auch nicht machen wollen, aber es scheint schon doch deutlich mehr zu sein - jedenfalls im Süden...

  • Ich glaube die 200 Euro beziehen sich auf den Sprung A13 zu A14. Der ist in der Tat nicht sehr groß.


    A14 lohnt sich, wenn A15 ein Karriereziel ist. Aber auch nur, wenn man auch mit A15 stundenmäßig halbwegs im Rahmen bleibt.

  • Ah okay Danke - habe gerade mal geschaut. Bei mir wären es von 3900 auf 4150 auf 4430.


    Also 250 und dann 300 Differenz. Das nimmt aber wohl mit dem Alter zu. A14 lohnt sich bei Zusatzaufgaben dann wohl wirklich kaum mit gutem Nebenjob, wenn man so denken möchte. Insbesondere wegen des Steuerfreibetrags als Übungsleiter.

  • Hm, ich komme ja von der Grundschule, da gibt es ja (zumindest noch die nächsten 2 Jahre) sogar nur A12 als Einstieg. Im dünnbesiedelten Norden 😅 gibt es auch nicht allzuviele Grundschulen, an denen es SL bis A15 schaffen. Aber ich frage mich bei der ganzen Gehaltsdiskussion: macht ihr euren Job wegen des Geldes? Ich stehe wahrscheinlich in den nächsten 2-3 Jahren vor der Frage: a) bleiben zu schlechteren Bedingungen, b) von KR zu SL wechseln bei gleicher Besoldung oder c) nach oben recken als SL mit besserer Besoldungsstufe. Oder d) zurück in die Reihe - aber das kann ich glaube ich nicht, und will ich auch eigentlich nicht…

    Wenn ich entscheide, glaube ich nicht, dass das für mich eine Entscheidung aufgrund der Bezahlung sein wird. Eher geht es um die Attraktivität des Jobs, die Herausforderung usw. Geht es bei den meisten um die Frage der Bezahlung?

  • Wenn ich entscheide, glaube ich nicht, dass das für mich eine Entscheidung aufgrund der Bezahlung sein wird. Eher geht es um die Attraktivität des Jobs, die Herausforderung usw. Geht es bei den meisten um die Frage der Bezahlung?

    Ich denke nicht, dass man das auf ein "entweder oder" herunterbrechen kann und sollte. Die höhere Besoldung spielte mit Sicherheit eine nicht untergeordnete Rolle und ohne hätte ich es nicht unbedingt gemacht. Gleichzeitig kann ich mir persönlich auch nicht jede Art von Koordinatorenstelle vorstellen, sondern habe da ganz klar einen Lieblingsbereich, in dem ich gerne arbeite und mir einen Wechsel auch bei Verbesserung der Rahmenbedingungen (z.B. kürzerer Fahrtweg) nicht für jedes Tätigkeitsfeld vorstellen kann.

  • Natürlich geht es ums Geld!

    Hobbies betreibe ich privat!


    Meinem Mann geht es ehrlicherweise aber auch darum weniger in den regulären Unterricht zu müssen.

    Er macht gerne und auch wirklich gut die Dinge drum herum..und das ist halt SL.

  • Natürlich! Ich bin Profi und arbeite für Geld. Nicht aus Nächstenliebe.

    Es geht doch gar nicht darum, ob man überhaupt für Geld arbeitet, sondern hier geht es darum, ob man eine entsprechende Funktionsstelle nur des zusätzlichen Einkommens wegen angenommen hat.

  • sondern hier geht es darum, ob man eine entsprechende Funktionsstelle nur des zusätzlichen Einkommens wegen angenommen hat.

    Ich habe die Stelle angenommen, weil ich zumindest in dem zugrundeliegenden kleinen Bereich selber Entscheidungsbefugnis haben wollte. Als ich die Arbeit noch für Ermäßigungsstunden gemacht habe, mußte ich für jede Kleinigkeit eine Unterschrift von bestimmten Kollegen haben, was super blöd ist, wenn man sich nur einmal wöchentlich in der Schule sieht, weil man komplett unterschiedliche Einsatzzeiten und -orte hat. Wir haben halt Mo-Sa bis 21 Uhr in zwei getrennten Gebäuden Unterrichtsbetrieb.

    Die höhere Besoldung spielte mit Sicherheit eine nicht untergeordnete Rolle und ohne hätte ich es nicht unbedingt gemacht.

    Die Frage bei der Besoldung ist auch immer mit wem man sich vergleicht. Ist man eher im Privaten in einem sozial schwachen Umfeld unterwegs, empfindet man die Besoldung generell gut und kann nicht verstehen warum andere Kollegen mehr Geld haben wollen. Ist man jedoch in einem sozial starken Umfeld im Privaten unterwegs, empfindet man sich als unterbezahlt. Letzteres Empfinden habe ich immer, wenn ich bei unserem Segelflugverein auf den Flugplatz komme. Da gibt es dann andere Piloten, die ihr eigenes Segelflugzeug (300.000€) mitbringen und bei denen selbstverständlich alle 2-3 Jahre ein neuer Porsche Cayenne als Zugfahrzeug angesagt ist. Dazu dann noch diverse Luxus-Fernreisen von denen berichtet wird. Da empfinde ich mich dann jedesmal schon als arm und unterbezahlt.

  • Ich habe die Stelle angenommen, weil ich zumindest in dem zugrundeliegenden kleinen Bereich selber Entscheidungsbefugnis haben wollte.

    Ja, die größere Entscheidungsbefugnis und Empfindung der Selbstwirksamkeit trägt auch bei mir wesentlich zur Berufszufriedenheit bei.


    Die Frage bei der Besoldung ist auch immer mit wem man sich vergleicht. Ist man eher im Privaten in einem sozial schwachen Umfeld unterwegs, empfindet man die Besoldung generell gut und kann nicht verstehen warum andere Kollegen mehr Geld haben wollen. Ist man jedoch in einem sozial starken Umfeld im Privaten unterwegs, empfindet man sich als unterbezahlt.

    Das stimmt mit Sicherheit. Darum ging es mir aber gar nicht so sehr. Es ging darum, dass im Kontext des Berufs als Lehrer die Entscheidung für die Übernahme einer Koordinatorenstelle bei mir sicher nicht nur mit dem Geld zusammenhing, die höhere Besoldung aber durchaus einen Grund neben einigen anderen dargestellt hatte.

  • Klar, dass niemand eine Funktionsstelle oder SL Stelle ehrenamtlich betreiben würde; ehrenamtlich arbeiten ist ja grundsätzlich keine Grundlage zur Finanzierung des Lebensunterhaltes. Aber ich vermute mal, kaum einer hat im Studium schon entschieden, dass er irgendwann eine Beförderungsstelle möchte. Also ist es etwas, was sich im Laufe des Lehrerlebens aus den eigenen Erfahrungen ergibt. Und da kann ich für mich klar sagen, dass mich weniger das Geld sondern die veränderten Aufgaben reizen. Und wie es scheint ist es bei anderen auch teilweise eher so…


    Die Frage, ob man zufrieden ist mit dem Einkommen, das man hat, ist sicherlich auch abhängig vom Vergleich mit dem Umfeld. Aber wenn man versucht, in Zeiten wie diesen realistisch einzuordnen, wo man so steht, finde ich nach wie vor, dass wir vielleicht über die Arbeitsbelastung stöhnen können, nicht aber über das Geld, das man damit verdient. Das Umfeld, das plattyplus beschreibt, entspricht ja weniger dem des Durchschnittsbürgers 😀.

    Ich persönlich habe im Privaten viele Kontakte zu Müttern. Da denke ich dann immer, dass ich im Vergleich zu anderen Müttern mit 4 Kindern schon ein hohes Einkommen habe ( und an dieser anstelle sei mal wieder der Familienzuschlag gelobt 😂).

    • Offizieller Beitrag

    Mit waren die neue Aufgabe, die zusätzliche Verantwortung und die Chance auf weitere Entwicklungsmöglichkeiten wichtig. Das Geld war ein "nice to have", aber sicherlich nicht die primäre Motivation, mich auf eine Beförderungsstelle zu bewerben.


    Auf dem Level A15Z oder A16 kann das Geld überhaupt nicht mehr reizen, weil der Unterschied zwischen dem, was ich jetzt habe, und diesen beiden Besoldungsgruppen netto pro Stunde im unteren einstelligen Eurobereich liegt. Als stv. Schulleiter oder gar als Schulleiter hast Du ganz andere Bretter zu bohren, und ich weiß nicht, ob die Perspektive auf weniger Korrekturen, Wunschlerngruppen und wenig Unterricht ausreichen, um mich dazu zu bringen, in den nächsten 18,5 Jahren das dann noch zu machen.


    Was ich wohl gemerkt habe, war, dass man als Mitglied der ESL-Runde eher gehört wird und man irgendwo schon mehr Einfluss auf die Geschicke der Schule nehmen kann.

  • Ein Freund von mir ist A15 geworden, damiter seine Einsätze selbst bestimmen kann und praktisch keine Vorgesetzten mehr hat.

    Dafür arbeitet er aber viel mehr als ich und ist noch öfter in Besprechungen und Konferenzen gebunden. Selbst in den Ferien hat er teilweise Präsenzpflicht.

    Jeden das seine.

    Mir ist's egal, ob ich als einfacher oder mehrfacher Millionär sterbe. Geld verdienen wir alle mehr als genug (verglichen mit einem Facharbeiter oder Handwerker).

  • Gehst Du davon aus, dass Du am Ende Deines Arbeitslebens eine Million angespart hast?

    Wenn Fachinformatiker noch nicht allzu alt ist und wir alles an Besitz dazuzählen, dann kann er bei normaler Inflationsrate guten Gewissens davon ausgehen.

    There are only 10 sorts of people - Those who know binaries and those who don't.

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