Pünktlich zur Sommerzeit: SPON-Artikel über die "Sommerferien" von Lehrern

  • Deswegen plädiere ich ja so hartnäckig für Entlastungen statt einfach nur ein bisschen mehr Gehalt. Mehr Gehalt löst keines unserer Probleme.

    Bei mehr Geld kann man aber immerhin die Stelle reduzieren, was im Endeffekt auch Entlastung bringt.

  • Bei mehr Geld kann man aber immerhin die Stelle reduzieren, was im Endeffekt auch Entlastung bringt.

    Bei unseren wahnsinnigen Gehaltssteigerungen in den letzten Jahren kann man da vermutlich um 1-2 Stunden reduzieren... Das bringt wohl nicht wirklich viel.

  • Bei mehr Geld kann man aber immerhin die Stelle reduzieren, was im Endeffekt auch Entlastung bringt.

    Bedingt. Die Reduktion des Unterrichtsdeputats bringt nicht immer eine proportionale Reduktion der Belastung mit sich, weil z. B. Konferenzen nicht im gleichen Maß weniger werden. Wurde in diesem Hause gelegentlich thematisiert.


    Nee, wenn man uns entlasten wollte, würde man uns als erstes einen erheblichen Teil des Verwaltungsdrisses abnehmen.


    Und dann gibt es da noch jede Menge Firlefanz, den keine Sau braucht. Ich muss da nur an die Lernsituationen denken, die sich die Kollegen in manchen Bildungsgängen ausdenken müssen, um unausgegorenen Unsinn in Bildungsplänen umsetzen zu können.


    Wenn Schüler im landesweit gleichen Bildungsgang den landesweit gleichen Abschluss machen sollen, warum lernen sie dann das, was zu diesem Abschluss führt, nicht in den landesweit gleichen Lermsituationen? Dabei habe ich allerdings die Frage, ob so etwas überhaupt braucht, noch gar nicht gestellt. Wennes aber ach so wichtig wäre, müsste man auch das vollständige Paket liefern und nicht ein leeres Gerüst, nach dessen Erstellung man die Lust verloren hat, daran weter zu arbeiten.


    Ich schweife wohl etwas ab, aber wenn ich sehe, wei viel Zeit Kollegen damit verbringen, zu überlegen, wie man Schüler unterrichten könnte, anstatt sie zu unterrichten, schwillt mir echt der Kamm. Aber, um en Bogen zu schlagen, wer sich mit so etwas 'rumschlagen muss, hat seine sechs Woche Sommerurlaub wahrlich verdient.

    Dieser Beitrag darf gelöscht werden.

    Einmal editiert, zuletzt von O. Meier ()

  • Bei mehr Gehalt leiste ich mir Putzfrau und/oder Gärtner und entlaste mich wenigstens zu Hause.

  • Ihr an den Gesamtschulen seid doch sowieso die Könige, was "Entlastungen" angeht: Für all das soziale Gedöns, dass ihr da veranstaltet, bekommt ihr im Vergleich der Schulformen bei weitem die meisten Entlastungsstunden. Und dann willst du NOCH MEHR?


    Bitte? Wo hast du diesen absoluten Schwachsinn denn her?

  • Bei mehr Geld kann man aber immerhin die Stelle reduzieren, was im Endeffekt auch Entlastung bringt.

    Und wenn man lange genug den Dienstherren für nicht geleistete unbezahlte Überstunden aus eigener Tasche entschädigt, dann reduziert das auch auf die Ruhebezüge. Hört sich nach einer richtig guten Idee an.

  • Habe mal wieder bei SPON reingeschaut und festgestellt:


    Während man viele Themen bei SPON entweder gar nicht kommentieren darf oder die Kommentarfunktion nach weniger Tagen gesperrt wird, ist das Leherbashing-, ich meine natürlich Sommerferien-, thema immer noch zum Kommentieren freigeschaltet, obwohl man viele Kommentare sicherlich als "Fake News-" oder Schlimmeres bezeichnen könnte.


    Was lernen wir daraus? Lehrerbashing generiert offensichtlich hohe Klickzahlen ist auch auch "politisch-korrekt".


    Gruß !

    Mikael - Experte für das Lehren und Lernen

    Einmal editiert, zuletzt von Mikael ()


  • Lehrerbashing generiert offensichtlich hohe Klickzahlen ist auch auch "politisch-korrekt".

    Och, so schlimm ist das doch diesmal nicht. Auch sind zurzeit auf zeit.de und spiegel-online Artikel zum Thema "Lehrer gehen arbeitslos in die Sommerferien". Da kommen wir in den Kommentaren auch recht gut weg. Klar, einige Stänkerer gibt es immer.

  • Mir ist allgemein aufgefallen, dass zurzeit wieder oft Artikel über Lehrer auf Facebook erscheinen. In den Kommentarspalten gehts dementsprechend zu...

    „Bildung ist die mächtigste Waffe, die du verwenden kannst, um die Welt zu verändern!“ - Nelson Mandela

  • Diese Entspanntheit muss ich mir echt noch zulegen. Also bei Fremden ist mir das meistens relativ egal (wenn auch nicht egal genug), aber es stört mich insbesondere bei Freunden und Verwandten dann doch. Vor allem bei denen, denen ich für (spontane) Treffen am Wochenende auch durchaus schon absagen musste, weil noch zu viel Arbeit anstand. Und die bei Treffen gerne davon erzählen, dass sie in ihrem Urlaub nach Lampukistan fahren und da neulich auf der Arbeit erst ganz, ganz lange mit einer Kollegin, die auch da war, drüber gesprochen haben - während der Arbeitszeit! In der ruhigen Minute denke ich dann aber auch oft, dass es mir eher leid tut, dass sie gut zehn Jahre nach Verlassen der Schule immer noch das Bedürfnis haben, gegen Lehrer zu sticheln und offenkundig immer noch nicht die nötige Distanz gefunden haben, auch ihr eigenes Handeln mal selbstkritisch zu bewerten (ich kenne Leute, die noch mit 50+x Jahren dermaßen über ihre alten Lehrer herziehen, dass ich mich echt frage, wie tief der Frust da sitzen muss).
    Es stört mich aber auch, weil ich mir die sechs Wochen nicht ausgesucht habe. Ich bin Single, um die 30 (dementsprechend haben viele Freunde kleine Kinder und sind eingeschränkt) und finde, dass sechs Wochen auch sehr lang werden können. Wenn ich das entscheiden könnte, hätte ich lieber zwei Wochen weniger und dafür wieder Pfingstferien und vielleicht noch ne Woche zwischen Weihnachten und Ostern frei. Tatsächlich frage ich mich schon seit Längerem, was ich sechs Wochen lang machen soll. Es ist nicht so, dass ich nichts vor hätte, vor allem die Wochenenden sind eigentlich auch gut voll. Trotzdem sind sechs Wochen eben sechs Wochen. Und wenn ich dann auch noch höre, wie gut ich es doch habe, werde ich leider noch zu schnell kratzbürstig...aber das legt sich ja vielleicht noch, es sind ja erst meine zweiten Sommerferien (als Lehrer).

  • und finde, dass sechs Wochen auch sehr lang werden können.

    Geht mir auch so. Im Sommer zwei Wochen weniger, dafür um Weihnachten rum zwei Wochen mehr. Denn in den Weihnachtsferien habe ich meistens so viele Korrekturen liegen, dass die unterrichtsfreie Zeit da kaum ausreicht. Gefeiert wird schon seit Jahren nicht mehr...

  • Geht mir auch so. Im Sommer zwei Wochen weniger, dafür um Weihnachten rum zwei Wochen mehr. Denn in den Weihnachtsferien habe ich meistens so viele Korrekturen liegen, dass die unterrichtsfreie Zeit da kaum ausreicht. Gefeiert wird schon seit Jahren nicht mehr...

    Hast du soviele Klassen in einem vollen Deputat? Oder schreiben deine Schüler so viel? Oder sind deine Klausuren so umfangreich?


    Ich wundere mich nur weil du nicht einmal Zeit zum feiern hast. Und das machen die Deutsch/Englisch Kollegen trotzdem. Dann dauert es halt länger mit der Rückgabe

  • Hast du soviele Klassen in einem vollen Deputat?

    Volles Deputat und normal viele Klassen. Das Problem besteht eher darin, dass die Klausurtermine in der Oberstufe zentral festgelegt werden und ich da kaum Spielraum habe. Wenn ich eine Geschichtsklausur in Jahrgang 12 und eine Englischklausur in Jahrgang 13 (Vorabi) Mitte Dezember schreibe, weiß ich, was ich über die Ferien mache, denn die Noten müssen spätestens Mitte Januar fest sein, weil die SuS vor Notenschluss für das Halbjahr Anspruch auf Quartalsgespräche über ihre Noten haben.


    Kommen dann in der SEK I noch Klassenarbeiten in Englisch dazu (Termine werden vom Jahrgangs-Fachkoordinator ebenfalls zentral festgelegt, sind aber nicht ganz so in Stein gemeißelt), war es das mit Erholung ;)


    Das mit "nicht feiern" war jetzt überspitzt dargestellt, aber außer an den Feiertagen direkt habe ich nicht wirklich frei.


    Da ich zwei Hunde habe, die sich über Silvester/Neujahr im Kriegsgebiet Großstadt überhaupt nicht wohlfühlen (ich übrigens auch nicht), ergreife ich in der Regel kurz nach Weihachten die Flucht auf's Land und miete irgendwo ein einsames Ferienhaus, in das ich mich bis ein, zwei Tage vor Schulbeginn verkrieche. Dahin nehme ich dann meine Klausuren mit und das geht ziemlich gut. Ich will mich also gar nicht beschweren, zumal andere Kollegen ähnliches berichten. Wenn ich dann aber im Sommer zuhause rumsitze und nach drei Wochen das Gammeln anfange und mir die Ferien anfangen lang zu werden, denke ich öfter "jetzt ab nächster Woche wieder zur Schule, dafür im Winter zwei Wochen mehr, das wäre es...".

  • Geht mir auch so. Im Sommer zwei Wochen weniger, dafür um Weihnachten rum zwei Wochen mehr. Denn in den Weihnachtsferien habe ich meistens so viele Korrekturen liegen, dass die unterrichtsfreie Zeit da kaum ausreicht. Gefeiert wird schon seit Jahren nicht mehr...

    Da wäre ich auch für! Sommerferien "nur" vier Wochen. Dafür eine Woche mehr Weihnachtsferien und eine Woche mehr Herbstferien. Damit wäre mir arg geholfen!


    Ich finde sechs Wochen Sommerferien auch extrem lang. "Erholt" wäre ich eigentlich nach drei Wochen, bzw. mehr bräuchte ich nicht, weil mein Mann sowieso "nur" drei Wochen am Stück Urlaub bekommt. Ich bringe zwar die übrigen drei Wochen auch irgendwie rum... 1 Woche Schulzeug, 1 Woche zu den Eltern, 1 Woche Großputz/Ausmisten, aber ist eher Beschäftigungstherapie. Jedes Jahr Ausmisten muss eigentlich nicht sein... ;)

  • Bei mir ist das zum Teil so: 5 Sommer (3 im Juli, 2 im August), 3 Herbst (Oktober), 2 Weihnachten, 1 Skiferien, 2 Frühling (= Ostern), 0 Pfingsten.

  • Das Problem besteht eher darin, dass die Klausurtermine in der Oberstufe zentral festgelegt werden und ich da kaum Spielraum habe. Wenn ich eine Geschichtsklausur in Jahrgang 12 und eine Englischklausur in Jahrgang 13 (Vorabi) Mitte Dezember schreibe, weiß ich, was ich über die Ferien mache, denn die Noten müssen spätestens Mitte Januar fest sein, weil die SuS vor Notenschluss für das Halbjahr Anspruch auf Quartalsgespräche über ihre Noten haben.

    Was du als Problem darstellst, könnte die Lösung sein. Gerade bei zentraler Planung, kann man gewisse Unebenheiten schon vor dem Auftreten ausbügeln. Z.B. im em man daran denkt, dass manche Fächer länger zur Korrektir brauchen als andere, dass LK-Klausuren in der Regel umfangreicher sind, dass deiser ohne jener Kollege mehr Kurse hat. Kann man alles wissen, kann man alles einplanen. Wenn man aber unter Plan, unsystematisches Verteilen und anschießendes Schulterzucken versteht, macht man den Kollegen unötige Probleme.


    Jener Anspruch der Schülerinnen auf ein "Quartalsgespräch" leitet sich bei euch aus dem Schulgesetz/der Prüfungsordnung ab? Oder hat sich das jemand an der Schule ausgedacht und tut so, als sei es eine Regel? Bei Notenschluss um 12:00 ist 10:00 übrigens immer noch vorher.

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