Was hättet ihr euch im Ref von eurem direkten Umfeld an Unterstützung gewünscht?

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    • Was hättet ihr euch im Ref von eurem direkten Umfeld an Unterstützung gewünscht?

      Hallo zusammen,

      Als erstes eine Entschuldigung: Mein Freund startet im Februar in BW sein Ref (Grundschullehramt Mathe und Physik).
      Ich bin selbst keine Lehrerin, sondern arbeite im Büro, möchte aber meinen Freund bestmöglich unterstützen, deswegen hoffe ich auf eure Unterstützung obwohl ich keine Lehrerin bin und eigentlich nichts in diesem Forum zu suchen habe...

      Mein Freund hat ziemlich viel Angst vor dem Ref (wegen den ganzen Horrorgeschichten), arbeitet extrem viel (Perfektionismus) und ist drauf eingestellt, dass das Ref die anstrengendste Zeit in seinem Leben wird.

      Ich würde ihn gerne so gut es geht unterstützen.

      Bastelarbeiten, laminieren, kopieren, Besorgungen, Haushalt, ... sind so die Dinge bei denen ich ihn auf jeden Fall am Wochenende und abends unter der Woche unterstützen möchte.

      Ihn ab und zu auch dazu zu überreden mal raus zu kommen und eine Pause zu machen natürlich auch...

      Was hättet ihr euch im Ref von eurem Umfeld gewünscht? Was können wir Außenstehende machen, dass es euch evtl. ein bisschen leichter fällt die Zeit zu meistern :)?

      Liebe Grüße
      Selina
    • Ich war (und bin es bis heute) meinem Mann sehr dankbar, wenn er mir abends einfach zugehört hat. Das "sich auskotzen" gehört für viele dazu und ist auch wichtig für das Verarbeiten der vielen neuen Eindrücke.

      Nimm ihn in der Zeit so an, wie er ist und nimm es nicht übel, wenn er wenig Zeit hat.

      Deine anderen Ideen sind schon super.
      Vielleicht läuft sein Ref aber auch so entspannt wie meins und vieles wird gar nicht nötig.
    • <Mod>Ich habe die Userin wegen fehlender Schreibberechtigung gesperrt, lassen ihren Thread aber offen, damit Antworten geschrieben werden können. </Mod>

      So, mal als User:
      Perfektionismus ist nicht gut, vielleicht kann er da an sich arbeiten?
      Deine Vorschläge klingen gut. Ihn auch mal aus seinem Perfektionismus rausholen.
      Free Klorollen! Keine Klorollen-Basteleien mehr in Grundschulen!

      Immer wieder gut, Bodo Wartke: youtube.com/watch?v=WiCV4KKW6Nw
    • Soll den Perfektionismus sein lassen.
      • Nicht, wer zuerst die Waffen ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt. -Machiavelli-
      • Zwei Mächte gehen durch die Welt, Geist und Degen, aber der Geist ist der mächtigere. -Napoleon-
      • In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst! -Augustinus-
    • Die Definition von Perfektionismus muss bei jedem Beurteilenden immer wieder neu beschrieben werden und solange er das nicht erkennt, muss er sich seine eigene Vorstellung vom perfekten Lehrer jeden Tag auf‘s Neue zuschneiden lassen.

      Er wird das schaffen, vor allem mit so viel Unterstützung von deiner Seite :top:
      MT
    • Friesin schrieb:

      mir hat es geholfen, neben dem Beruf viele andere Dinge im Kopf zu haben:

      die eigenen Kinder, Kontakt zu Nichtlehrern, Hobbies....
      Dem kann ich nur beipflichten! Irgendwas „anschaffen“, das in der Prioritätenliste weit über Schule steht.

      Partner, Kind, Hund(e), Ehrenamt, Hobbies, etc.

      Das Ref ist ein Spaziergang im Vergleich zu was danach kommt. Einfach brav das machen was einem gesagt wird, sich unauffällig verhalten, nett lächeln und winken. Dann eckt man nirgends an und rutscht locker durch.

      Aufdrehen kann man dann immer noch, wenn man nicht mehr bewertet, benotet und beurteilt wird.
    • @Pace: Das ref muss ganz, ganz sicher kein Spaziergang sein, im Vergleich zu dem was nacher kommt....Bei dem, was Du schreibst, könnten dann leicht in der 'Endabrechnung' Passivitätsvorwürfe kommen, mangelndes Engagement usw.

      Tja, generell kann man gar nichts sagen - es gibt auch Menschen für die eine völlige Fokussierung auf das Ref sinnvoll ist und Ablenkung eher nicht gut ist...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von wossen ()

    • Das Ref war die schlimmste Zeit meines Lebens und was danach kam, tatsächlich ein Spaziergang im Vergleich dazu.
      Vor "Anschaffung" eines Kindes nur um sich vom Ref abzulenken würde ich eher abraten ;) Aber hin und wieder einem Hobby frönen um den Kopf frei zu bekommen, kann hilfreich sein.
    • ich habe es ja gerade hinter mir.

      Mein Partner war da, wenn ich mich auskotzen musste
      hat mir beim Laminieren geholfen
      mich genötigt mehr zu trinken (also tagsüber, ein Problem von mir)
      dafür gesorgt, dass ich mir bewusste Auszeiten nehme
      mich regelmäßig zum Sport geschickt
      mit mir Urlaub gemacht.

      Wichtig ist es definitiv, einen Ausgleich zu haben. Und ich war froh, dass er mir Ruhe gelassen hat, wenn ich diese wollte, auch wenn man wenig Zeit miteinander verbracht hat.
    • es ist bei mir ein paar Jährchen her, aber ich weiß es noch genau:
      hauptsächlich wie bei Kiggie.
      er hat sich sehr viel angehört (und hört immer noch sehr viel, ich bin aber auch der Typ, der viel erzählen muss und dann ist es gut)
      er hat sehr viel geholfen: zwar auch ab und zu Sachen laminieren oder ausschneiden, aber die größte Hilfe war das Korrekturlesen. Er ist kein Lehrer und hat von meinen Fächern sehr wenig Ahnung aber genau das war gut. Ich konnte sehr viele Stunden an ihm "ausprobieren" (natürlich in sehr geraffter Zeit!), Wenn er das nicht verstanden hat, hätte es ein 8-Klässler auch nicht unbedingt kapiert.
      er hat viel vom Haushalt abgenommen (also mehr als die Hälfte) und auch nicht (wie einige Freunde meiner Mitreferendarinnen) "erwartet", dass ich bitte gefälligst koche und wo die Wäsche sei (die Aufgabenteilung gäbe es aber auch außerhalb des Refs nicht bei mir)
      er hat sogar durchaus den einen oder anderen Kuchen für die UB-Klassen gebacken.
      am allerwichtigsten: er war da. er wusste, dass ich jetzt und heute keine Zeit habe, morgen vielleicht wieder.
      hat versucht mich oft zum Sport zu schicken

      .... und jetzt mit der Planstelle, 5 Jahre später weiß er: in Klausurenphasen ist es wieder genauso. Aber eyh: er hat mich NACH dem Ref geheiratet, er wusste, worauf er sich einließ ;)
    • Hm Partner,

      Mal eine Anekdote dazu: Mein Hauptseminarleiter hat in der 1, Sitzung überhaupt gesagt: Gucken Sie sich ihren Freund/Freundin genau an - die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass sie ihn/sie in 2 Jahren nicht mehr haben - wenn doch, heiraten sie ihn dann! (der Hauptseminarleiter war übrigens schwer in Ordnung)

      Nuja, hab schon mitgekriegt, dass eine menge Beziehungen während des Refs kaputtgingen - auch eine frische Ehe, die kurz vor dem Ref geschlossen wurde...

      Er hat das schon nicht so ganz ohne Grund gesagt...
    • wossen schrieb:

      @Pace: Das ref muss ganz, ganz sicher kein Spaziergang sein, im Vergleich zu dem was nacher kommt....Bei dem, was Du schreibst, könnten dann leicht in der 'Endabrechnung' Passivitätsvorwürfe kommen, mangelndes Engagement usw.

      Tja, generell kann man gar nichts sagen - es gibt auch Menschen für die eine völlige Fokussierung auf das Ref sinnvoll ist und Ablenkung eher nicht gut ist...
      Ich habe nichts davon geschrieben, dass man sich auf die faule Haut legen soll... Wieso sollte mir jemand vorwerfen, dass ich zu passiv bin, nur weil ich mich nicht besonders hervor tue und nirgends anecke?

      Aber stimmt, habe auch schon Referendare erlebt, die eben dies getan haben... Sich besonders hervor getan und gerne des Öfteren mal irgendwo angeeckt... Die hatten es definitiv nicht einfach...

      Allein wenn ich mir meinen Stundenplan aus dem Ref anschaue... Lächerlich... 12 Stunden Unterricht in der Woche... Alles natürlich keine Abschlussklassen und damit natürlich keine Prüfungsverantwortung. Da hatte man noch bequem Zeit für jede Stunde ein Arbeitsblatt zu erstellen... Da wurde sich noch für jede Stunde eine Verlaufsplanung geschrieben...

      Selbst die Lehrprobenphase... Ein einziges Mal kann ich mich erinnern, dass es stressig war... Bei meiner ersten Mathe-Lehrprobe... Ankündigung kam am Dienstag. Da hatte ich aber Unterricht bis 13 Uhr. Donnerstag wäre blöderweise noch Konferenz gewesen bis in den späten Nachmittag. Deswegen habe ich mir den Donnerstag dann einen Urlaubstag genommen... Aber die anderen Lehrproben hatte ich übers WE Zeit zur Vorbereitung.

      Naja, empfindet wohl jeder anders, aber für mich war das Ref definitiv keine Hochstressphase. Im Gegenteil.
    • wossen schrieb:

      Hm Partner,

      Mal eine Anekdote dazu: Mein Hauptseminarleiter hat in der 1, Sitzung überhaupt gesagt: Gucken Sie sich ihren Freund/Freundin genau an - die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass sie ihn/sie in 2 Jahren nicht mehr haben - wenn doch, heiraten sie ihn dann! (der Hauptseminarleiter war übrigens schwer in Ordnung)




      Er hat das schon nicht so ganz ohne Grund gesagt...

      Hehe, genau das waren meine Gedanken zum Ende des Refs. Nun werde ich nächstes Jahr genau diesen Partner heiraten :D
    • MrsPace schrieb:

      Naja, empfindet wohl jeder anders
      Das dürfte die Essenz sein...
      Wenn man den reinen Arbeitsaufwand nimmt, dann mag das Ref objektiv nicht so wild sein im Vergleich zur vollen Stelle.
      Was für mich aber den Riesenunterschied ausmacht ist die Tatsache, dass ich schlagartig mit Antritt der Planstelle nicht mehr unter Beurteilungsdruck stand. Denn gerade dieser Beurteilungsdruck hat bei mir den Stress verursacht. Heute sind mehre Abschlussklassen, verschiedene Steuergruppen und anderes Engagement kein großes Problem - auch wenn ich manchmal rein zeitlich am Rotieren bin. Im Zweifelsfall muss ich meine Ressourcen eben gut einteilen oder etwas bleibt mal liegen oder etwas wird mit weniger Aufwand erledigt. Das ist alles möglich. Im Ref war - zumindest mir - das nicht möglich. Ich hatte noch gar nicht den Überblick, um einzuschätzen, wie viel Zeit ich wofür (mindestens) investieren muss. Alles, wirklich alles ist in die Examensnote eingeflossen, so dass überall hohe Qualitätsansprüche gegolten haben. Aber, wie gesagt, das mag von Bundesland zu Bundesland, von Seminar zu Seminar oder sogar von Referendar zu Referendar unterschiedlich sein.

      On topic:
      Es wurde schon gesagt: Als Partnerin, die aktiv unterstützen will, musst du versuchen den Spagat hinzubekommen: Zwischen Ertragen und Aushalten der individuellen Bedürfnisse deines Partners in den unterschiedlichen Phasen einerseits und den "Tritt in den Hintern" andererseits, wenn er sich vor lauter Arbeit/Erschöpfung/Frust am Schreibtisch oder auf der Couch zurückzieht. Dann musst du der Antrieb sein, für Ausgleich zu sorgen, durch Sport, Ausflüge oder auch durch therapeutisch eingesetzen Alkoholmissbrauch, wenn es denn nötig ist.
    • WillG schrieb:

      MrsPace schrieb:

      Naja, empfindet wohl jeder anders
      Das dürfte die Essenz sein...Wenn man den reinen Arbeitsaufwand nimmt, dann mag das Ref objektiv nicht so wild sein im Vergleich zur vollen Stelle.
      Was für mich aber den Riesenunterschied ausmacht ist die Tatsache, dass ich schlagartig mit Antritt der Planstelle nicht mehr unter Beurteilungsdruck stand. Denn gerade dieser Beurteilungsdruck hat bei mir den Stress verursacht.

      Hallo WillG,

      das kann ich nur unterstreichen.
      Der negative Stress ist es, der einen gefährdet. Wenn dann noch Probleme mit der Ausbildungsseite (warum auch immer) hinzukommen, wird das ganz schnell problematisch. Schlaflosigkeit, Schwindelanfälle, Angstzustände... und das über Wochen/Monate.

      Der reine Arbeitsaufwand ist nicht unrealistisch, aber die Umstände, unter denen man arbeitet, sind nicht realistisch, sondern eben Teil von sehr speziellen Ausbildungssituationen, die man auch nur sehr bedingt untereinander vergleichen kann.

      Zur Ausgangsfrage: Ich hätte bzw. würde mir von meinem näheren Umfeld eigentlich genau das wünschen, was geschehen ist: Bei Problemen nicht werten, sondern zuhören und Verständnis zeigen. Meine Freundin hat mich hier sehr bestärkt. Einerseits hat sie mir immer wieder gesagt, dass der Beruf doch der richtige für mich ist und mich an die positiven vergangenen Erfahrungen (also vor dem Ref) erinnert, andererseits war sie einfach als Mensch da, als ich mich von der Ausbildungsseite ausgegrenzt und im Stich gelassen fühlte.

      Wenn niemand daheim auf mich gewartet hätte in der schwersten Phase (die zum Glück hinter mir liegt), ich weiß nicht, was passiert wäre.

      der Buntflieger
    • MrsPace schrieb:

      Das Ref ist ein Spaziergang im Vergleich zu was danach kommt. Einfach brav das machen was einem gesagt wird, sich unauffällig verhalten, nett lächeln und winken. Dann eckt man nirgends an und rutscht locker durch.
      Ich war OBASlerin - dies war DEFINITIV kein Spaziergang! Sorry ;)

      Danach wurde es sehr viel angenehmer und "freier"!
      "Alles wird gut..., sprach die Kuh und aß genüsslich weiter Gras" :)
    • Ref war die Hölle...

      Aber zur eigentlichen Frage: mein damaliger Mitbewohner hat sich geduldig meine Tiraden gegen meine (auch im Nachhinein betrachtet noch) völlig inkompetenten Allgemeinseminarvertreter angehört, hat sich mit der vor-UB-igen WG-Ruhe ab 22 Uhr arrangiert und war jederzeit bereit, sich mit mir vor der Glotze zu betrinken, wenn's mal nötig war. Genau das habe ich auch von ihm erwartet :D

      (Nebenbei: ein Hoch auf Männer-WGs :) )
      I'd love to change the world. But I don't know what to do.

      So I leave that up to you.
    • Magda_T schrieb:

      MrsPace schrieb:

      Das Ref ist ein Spaziergang im Vergleich zu was danach kommt. Einfach brav das machen was einem gesagt wird, sich unauffällig verhalten, nett lächeln und winken. Dann eckt man nirgends an und rutscht locker durch.
      Ich war OBASlerin - dies war DEFINITIV kein Spaziergang! Sorry ;)
      Danach wurde es sehr viel angenehmer und "freier"!
      Es kommt drauf an ...

      Also ich habe jetzt mit voller Stelle deutlich weniger Freizeit, das merke ich (bzw hat mein Partner schon bemerkt).
      ABER der psychische Stress durch die Beurteilungen war höher. Freier fühle ich mich nämlich nun auch.