"Umgang" mit Grundschullehrerin

  • Guten Abend,

    aus dem nächsten Umfeld habe ich folgende Situation mitbekommen.

    Eine Grundschullehrerin, die Klassenleitung einer 2. Klasse, praktiziert im Sportunterricht ein Spiel mit den SuS.

    Alle stehen gebündelt auf einer Seite der Turnhalle. Dann erfolgt die Ansage der Sport- und gleichzeitig Klassenlehrkraft: "Alle Kinder die noch Oma und Opa haben, rennen jetzt los!"

    Alle rannten los. Nur ein Kind nicht. Dieses Kind brach in Tränen aus, weil sie als einzige keine Großeltern mehr hat.

    Ein Trösten oder gar eine "Entschuldigung" erfolgte nicht!!!


    Die Eltern - sowie andere Klasseneltern - sind darüber fassunglos und haben schon mehrere ähnliche Situationen miterleben müssen.


    Wie steht ihr zu diesem pädagogischen Vorgehen?

    Was würdet Ihr als Elternteil machen?


    Freue mich über Resonanzen:)

    "Die Welt machte mich zu einer Hure, nun mache ich sie zu einem Bordell.“

    (Friedrich Dürrenmatt)

  • Zitat

    Dann erfolgt die Ansage der Sport- und gleichzeitig Klassenlehrkraft: "Alle Kinder die noch Oma und Opa haben, rennen jetzt los!"

    Das alleine ist für mich als Uraltkollege schwer vorstellbar, dass sowas von einer Kollegin kommt.


    Aber möglich ist ja alles.


    Zitat

    Wie steht ihr zu diesem pädagogischen Vorgehen?

    Das ist kein pädagogisches Vorgehen.

  • ... haben sie hospitiert?

    Denke nicht, dass dies nötig ist, wenn der recht einheitliche Tenor der Kinder dies bestätigt.

    Zumal die Eltern wohl auch schon im persönlichen Kontakt zu der Lehrkraft standen!

    "Die Welt machte mich zu einer Hure, nun mache ich sie zu einem Bordell.“

    (Friedrich Dürrenmatt)

  • Das ist kein pädagogisches Vorgehen.

    So die Aussage bei vorherigen Vorfällen von Seiten der Schulleitung..."ein indiviuelles pädagogisches Vorgehen":staun:

    "Die Welt machte mich zu einer Hure, nun mache ich sie zu einem Bordell.“

    (Friedrich Dürrenmatt)

  • Zitat

    Denke nicht, dass dies nötig ist, wenn der recht einheitliche Tenor der Kinder dies bestätigt.


    Naja, das ist leider auch kein mich überzeugendes Indiz.


    Zitat

    Zumal die Eltern wohl auch schon im persönlichen Kontakt zu der Lehrkraft standen!


    Inhalt? Reaktion?

    Ist mir bislang alles zuviel Hörensagen.

  • Wahrscheinlich hat die Kollegin das Wörtchen "noch" gar nicht in den Mund genommen. Dann bekommt das alles eine ganz andere Bedeutung. Der Satz war bestimmt einer von vielen ähnlichen, mit dem die Kollegin einfach nur erreichen wollte, dass in der Runde jetzt, im Vergleich zur vorherigen, alle Kinder losrennen können. Weil sie einfach davon ausging, dass alle Kinder in dem Alter Großeltern haben. Meine Güte, mir scheint, dass man gar nichts mehr sagen kann, ohne dass die Eltern ein Problem haben!

  • Zitat

    Weil sie einfach davon ausging, dass alle Kinder in dem Alter Großeltern haben.


    Davon auszugehen wäre aber auch mehr als kurzsichtig; viele Kinder in dem Alter haben noch nicht mal einen Papa oder eine Mama.

    Ich selbst kenne einige.

  • Hätte die Lehrerin gesagt: "Alle Kinder rennen los, die heute Morgen Müsli gegessen haben", dann hätte das Kind auch geweint und sich bei den Eltern beschwert: "Nie darf ich rennen, immer nur die anderen!" Komm du mal an die Grundschule, und vor allem, glaub nicht alles, was die Kinder daheim erzählen. Vielleicht war das Kind gar nicht traurig, weil es keine Großeltern hat, sondern weil es die dritte Runde in Folge nicht rennen konnte ;)

  • Hätte die Lehrerin gesagt: "Alle Kinder rennen los, die heute Morgen Müsli gegessen haben", dann hätte das Kind auch geweint und sich bei den Eltern beschwert: "Nie darf ich rennen, immer nur die anderen!" Komm du mal an die Grundschule, und vor allem, glaub nicht alles, was die Kinder daheim erzählen. Vielleicht war das Kind gar nicht traurig, weil es keine Großeltern hat, sondern weil es die dritte Runde in Folge nicht rennen konnte ;)

    Ich hoffe meine Kinder treffen in ihrer Schullaufbahn nicht auf Lehrkräfte wie dich.

    Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.


    Albert Einstein

  • Denke nicht, dass dies nötig ist[...]

    Wenn es wahr gewesen wäre, was du geschrieben hast, nämlich dass die Eltern dieses bzw. "ähnliche Situationen" miterlebt haben, wäre die Hospitation die nötige Folge dieser Behauptung gewesen.


    Also, wenn das schon nicht stimmt: welche Details deiner Story sind denn dann auch noch unzutreffend, übertrieben oder irgendeinem Bauchgefühl bzw. Wunschdenken entstammend?


    Kinder einer 2. Klassenstufe haben ein starkes Interesse, aus einer hochnotpeinlichen Befragung durch Erwachsene möglichst ungeschoren rauszukommen und sie haben ein Gespür dafür, was die jeweiligen Inquisitoren (Lehrer, Eltern, etc.) scheinbar zu hören wünschen. Ich hab schon Kinder gehabt, die haben ihre eigenen Eltern detailliert der körperlichen Misshandlung bezichtigt, nur weil das gerade U-thema war und sie gerne im Mittelpunkt der Klassenaufmerksamkeit stehen wollten.

    "A lack of planing on your side does not constitute an emergency on my side."

  • Iich hätte mir die Situation auch wie fraumitklasse erklärt,

    vermutlich ist das eine Abwandlung des Spiels "Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann" ... der nun nicht mehr schwarz sein soll,

    stattdessen werden nun eben andere Sätze verwendet, bei denen es ums Hören und Reagieren geht.

    Da fragt man auch nach blauen Socken, Plüsch- oder Haustieren und Lieblingsfarben ... und auch da kann es passieren, dass nur 1 Kind übrig bleibt, sofern man die Antworten nicht alle abschätzen kann.


    Bei der Aussage "Alle Kinder, die Opa UND Oma haben" würde ich davon ausgehen, dass viele Kinder selbst im frühen Grundschulalter NICHT loslaufen. Ebenso könnte man nach Geschwistern fragen, aber das ist in der Regel bekannt.


    Wie man dann damit umgeht, wenn ein Kind bei einem solchen Spiel in Tränen ausbricht, steht auf einem anderen Blatt,

    aber der Auslöser kann tatsächlich sehr harmlos sein.


    So sehr es richtig ist, dass man als Eltern nachfragt, wenn einem eine geschilderte Situation unangemessen vorkommt, finde ich es bedenklich, wenn sich die Eltern das Maul ÜBER die Situation und die Lehrkraft zerreißen, statt das Gespräch MIT der Lehrkraft zu suchen. Genau DAS lässt eine solche Situation viel stärker hochkochen, als es im Unterricht womöglich war.

  • Hätte die Lehrerin gesagt: "Alle Kinder rennen los, die heute Morgen Müsli gegessen haben", dann hätte das Kind auch geweint und sich bei den Eltern beschwert: "Nie darf ich rennen, immer nur die anderen!" Komm du mal an die Grundschule, und vor allem, glaub nicht alles, was die Kinder daheim erzählen. Vielleicht war das Kind gar nicht traurig, weil es keine Großeltern hat, sondern weil es die dritte Runde in Folge nicht rennen konnte ;)

    Stimmt, so hab ich's gar nicht gesehen, da der Ausgangspost die Situation so anders darstellt. Allerdings gibt es durchaus sehr seltsame Lehrerinnen. Ich habe wirklich schon ganz furchtbare Sachen gesehen, die in Richtung Kindeswohlgefährdung gehen. Und da war ich noch dabei...


    Mr_SozPaed , die Eltern können das nur selbst ansprechen. Im Einzelgespräch, in Ruhe, mit Nachdruck. Im Zweifel die SL hinzuziehen. Auch wenn eine gute Schulleitung ihre Kolleg*innen vor Eltern in Schutz nimmt, so wird sie doch Gespräche mit ihr hinterher führen.

  • Ich tue mich gerade mit zwei Dingen in diesem Thread schwer.
    a) Die in meinen Augen reißerische Aufmachung des Ausgangsproblems, das eigentlich außer Empörungsantworten nicht viel anderes zulässt.
    b) Die Beiträge, die dies per se nicht als möglich ansehen.

    Vielleicht kann man das Problem trotz reißerischer Schilderung nüchterner betrachten.
    Vielleicht kann man ein solches Problem auch weniger reißerisch schildern.

    Zum eigentlichen Problem:

    Dass man aus Versehen - wobei das schon sehr ungeschickt gewesen wäre - eine solche Frage stellt und das Kind so reagiert, mag vorkommen.

    Dass man dann als hoffentlich hinreichend empathischer Mensch das Kind nicht tröstet bzw. auf es eingeht - ganz gleich warum es weint - finde ich auch merkwürdig.
    Hier wäre ein Gespräch mit den Betroffenen, also mit den Eltern des Kindes und der Lehrerin sinnvoll - im Idealfall ohne Vorwürfe sondern mit dem Ziel zu betonen, wie sich das Kind gefühlt hat und mit der Bitte, künftig in solchen Situationen anders zu handeln.

    Was an anderen Vorkommnissen da gewesen sein mag - solange es nicht dasselbe Kind betraf - ist dabei unerheblich. Da muss auch keine Schulleitung mit ins Boot.

  • Dass man dann als hoffentlich hinreichend empathischer Mensch das Kind nicht tröstet bzw. auf es eingeht - ganz gleich warum es weint - finde ich auch merkwürdig.

    Da gebe ich dir 100%ig Recht. Wir kennen die Situation aber nur aus einer Perspektive. Man muss dazu sagen, dass es Kinder gibt, die wegen jedem Scheiß losplärren, bzw. auf Anhieb Tränen rausdrücken können. Da reagiere ich dann auch anders. Vllt. hat sie nur geweint, weil sie nicht laufen durfte.


    Das Problem sollte mit der Lehrerin geklärt werden und nicht in so einem Forum. Was bringt das?

  • Da gebe ich dir 100%ig Recht. Wir kennen die Situation aber nur aus einer Perspektive. Man muss dazu sagen, dass es Kinder gibt, die wegen jedem Scheiß losplärren, bzw. auf Anhieb Tränen rausdrücken können. Da reagiere ich dann auch anders. Vllt. hat sie nur geweint, weil sie nicht laufen durfte.


    Das Problem sollte mit der Lehrerin geklärt werden und nicht in so einem Forum. Was bringt das?

    100 prozentige Zustimmung! So ebbes gibd's emmer ;), und wer noch nie an einer Grundschule war, kann sich das vermutlich einfach nicht vorstellen. Das hat dann auch nichts mit Herzlosigkeit der Lehrerin zu tun. Es gibt immer zwei Seiten der Medaille, und wenn die Lehrerin in dem Moment das Kind nicht tröstet/trösten kann, dann kann das viele unterschiedliche und berechtigte Gründe haben.


    Und noch ein Spruch dazu, den ich vor vielen Jahren in einem Lehrerzimmer las:


    "Liebe Eltern! Wenn Sie uns versprechen, nicht alles zu glauben, was Ihnen Ihr Kind von der Schule erzählt, dann versprechen wir Ihnen nicht alles zu glauben, was uns Ihr Kind von zuhause erzählt!"

  • Zitat

    Das Problem sollte mit der Lehrerin geklärt werden und nicht in so einem Forum. Was bringt das?

    Wer weiß - vielleicht kann man es hier im Forum auch gleich mit der betreffenden Lehrerin klären. ;) Fühlt sich schon wer angesprochen?


    kl. gr. frosch

    Man sollte darauf achten, seinen Kindern den richtigen Glauben zu vermitteln. ... Den an sich selbst.
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    "Angst ist ein unfähiger Lehrer." Jean-Luc Picard

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    "Urteile nie über einen Moderator dieses Forums, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist." (frei nach Firelilly)

  • Wer weiß - vielleicht kann man es hier im Forum auch gleich mit der betreffenden Lehrerin klären. ;) Fühlt sich schon wer angesprochen?


    kl. gr. frosch

    ich musste tatsächlich nachdenken...
    Um einen Schüler / eine Schülerin zufällig auszuwählen, frage ich immer "Wer wohnt am Nächsten?" "Wer hat die meisten Geschwister?" usw... Es hat noch nie jemand geweint und ich habe es immer nur in Oberstufengruppen gemacht, aber wer weiß, vielleicht waren schon einige ganz doll traurig (als einziges Einzelkind der Klasse? als einziges mit den meisten Haustieren?)

  • Zitat
    • "Liebe Eltern! Wenn Sie uns versprechen, nicht alles zu glauben, was Ihnen Ihr Kind von der Schule erzählt, dann versprechen wir Ihnen nicht alles zu glauben, was uns Ihr Kind von zuhause erzählt!"


    Der Schulleiter meiner Tochter (Gymnasium) sagte uns auf einem Elternabend einmal "70 Prozent von dem, was die Schüler zu Hause erzählen, ist gelogen."


    Ehrlich gesagt habe ich als Mutter mit diesen Sätzen immer ein Problem. Sicher, manches werden die lieben Kleinen zu Hause anders darstellen oder verschweigen oder ...

    Das passiert aber nicht unbedingt aus Absicht. Und mich stört hier vor allem der Generalverdacht. Finde ich nicht gut, mag ich nicht.

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