Betrugsversuch

  • Auf die Idee wäre ich gar nicht gekommen.


    Du glaubst gar nicht, was ich über das "Homeschooling" meines Enkels erlebe: Zusendung von mit Smartphone "gescannten" Seiten mit Aufgabenstellungen aus Lehrbüchern mit Tablettenblitzer als Unterlage. Nennt sich "Distanzunterricht".

  • Naja, wenn auf dem Foto voller Name und Note zu sehen sind wird es sicher kompliziert. Besonders wenn auf Krawall gebürstete Eltern vergessen haben, dass ihre Kinder hätten lernen müssen und einen Anschiss verdient haben und nicht der Mathekollege derjenige ist, der den Stress kriegen darf. Dumme Menschen gibt's.


    Edit: Mädchen die solcherlei lernten, hab ich inzwischen als Referendarinnen da sitzen. Jetzt weiß ich endlich, woher ihr übersteigertes Selbstbewusstsein kommt.

  • Also wenn du nicht nachschreiben möchtest:

    Ich weiß ja nicht ob es ein Jahrgang mit 2 oder 3 Arbeiten ist, aber was soll den passieren?

    Wenn ich es richtig verstanden habe, dann steht sonst immer 5. Also wohl mindestens 1 (oder 2) andere Arbeit(en) 5. Die mündlichen Noten alle 5. Was soll die eine gute Arbeit da "schlimmes/gutes" machen. Dann bekommt sie im 1. Halbjahr evtl. eine 4 auf dem Zeugnis. Ja und? Das Zeugnis guck sich doch wahrscheinlich nie mehr einer an. Jeder will mindestens noch das Zeugnis vom 2. Halbjahr sehen. Und das im Corona-Jahr so maches anders gelaufen ist, ist jedem der Zeugnisse liest klar.

    Bei allen anderen kommenden Arbeiten also immer schön Handy einsammeln und die verdächtigen Schüler sitzen ab jetzt bei Klassenarbeiten in der ersten Reihe und du schreibst nie mehr Klassenarbeiten in 2 Räumen gleichzeitig.

  • Ja, ich weiß, dass es rechnerisch nicht viel ausmacht. Mir geht es aber ums Prinzip und um das Signal, welches man den Schülerinnen sendet. Zudem wäre es ungerecht den anderen gegenüber, die ihre Note hart erarbeiten.


    Aber da es rechnerisch eh wenig ins Gewicht fällt, kann ich eben nach der Entscheidung der Bezirksregierung mit jeder Version leben. Aber ich muss es erstmal durchziehen. Zumal ich nicht glaube, dass ich dabei verlieren würde.

  • Also wenn du nicht nachschreiben möchtest:

    Ich weiß ja nicht ob es ein Jahrgang mit 2 oder 3 Arbeiten ist, aber was soll den passieren?

    Wenn ich es richtig verstanden habe, dann steht sonst immer 5. Also wohl mindestens 1 (oder 2) andere Arbeit(en) 5. Die mündlichen Noten alle 5. Was soll die eine gute Arbeit da "schlimmes/gutes" machen. Dann bekommt sie im 1. Halbjahr evtl. eine 4 auf dem Zeugnis. Ja und? Das Zeugnis guck sich doch wahrscheinlich nie mehr einer an. Jeder will mindestens noch das Zeugnis vom 2. Halbjahr sehen. Und das im Corona-Jahr so maches anders gelaufen ist, ist jedem der Zeugnisse liest klar.

    Bei allen anderen kommenden Arbeiten also immer schön Handy einsammeln und die verdächtigen Schüler sitzen ab jetzt bei Klassenarbeiten in der ersten Reihe und du schreibst nie mehr Klassenarbeiten in 2 Räumen gleichzeitig.

    Das wäre die "Lehrgeld"-Variante, die kurzfristig einen "Triumph" für die Schülerinnen bedeutet, langfristig aber souveräner und entspannter macht.

  • unabhängig von allem anderen: immer schön auf Ersatzsmartphones achten

    Oder wie eine Kollegin mit Tochter in der Kursstufe berichtete, auch Dritt- und Vierthandys (Schüler lernen schnell und wissen, dass Handys eingesammelt werden).


    Allgemein


    Es wird immer Betrug und Betrugsversuche geben. Ich spreche das Problem im Vorfeld an und mache klar, dass es kein Sport, kein Kavaliersdelikt ist, dass es Vertrauen zwischen Schüler und Lehrer für lange Zeit zerstört, Vertrauen, dass langfristig wichtig für ein schönes Zusammenarbeiten ist. Ich erlebe nachdenkliche Schüler (vielen ist es nicht so klar) und weniger Täuschungsversuche im Vergleich zu früher (aber vielleicht werde ich nur alt und merke weniger ^^).g

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Ich stehe da eigentlich immer auf dem Standpunkt: Wenn ich die SuS nicht auf frischer Tat erwische, hab ich eben Pech bzw. sie Glück gehabt. Beim nächsten Mal achte ich dann stärker genau auf diese SuS (sitzen in der ersten Reihe usw.) bzw. ich nehm sie halt im Unterricht (z.B. Abfrage) dran und schau noch einmal, ob sie das wirklich können. Sollen sie sich dann halt eine gute Note erschwindelt haben, ist auf lange Sicht den Ärger, den man sich macht, nicht wert.

  • Ich stehe da eigentlich immer auf dem Standpunkt: Wenn ich die SuS nicht auf frischer Tat erwische, hab ich eben Pech bzw. sie Glück gehabt. Beim nächsten Mal achte ich dann stärker genau auf diese SuS (sitzen in der ersten Reihe usw.) bzw. ich nehm sie halt im Unterricht (z.B. Abfrage) dran und schau noch einmal, ob sie das wirklich können. Sollen sie sich dann halt eine gute Note erschwindelt haben, ist auf lange Sicht den Ärger, den man sich macht, nicht wert.

    THIS.


    Ist wie zu schnell fahren. Man darf es nicht und es ist objektiv betrachtet keine gute Idee. Aber wenn man nicht erwischt wird, hat man halt Glück gehabt.

    Ich würde mir lieber angewöhnen, im Falle des Erwischens konsequent zu sein. Wenn die Schüler wissen, dass eine Ermahnung "umsonst" ist, kann man ja erstmal gefahrlos abgucken.

  • Ich stehe da eigentlich immer auf dem Standpunkt: Wenn ich die SuS nicht auf frischer Tat erwische, hab ich eben Pech bzw. sie Glück gehabt. Beim nächsten Mal achte ich dann stärker genau auf diese SuS (sitzen in der ersten Reihe usw.) bzw. ich nehm sie halt im Unterricht (z.B. Abfrage) dran und schau noch einmal, ob sie das wirklich können. Sollen sie sich dann halt eine gute Note erschwindelt haben, ist auf lange Sicht den Ärger, den man sich macht, nicht wert.

    Genauso handhabe ich es auch.


    (Und ich habe in Baden-Württemberg das Glück, dass Zeugnisnoten nicht 100 % der errechneten Note folgen müssen, ich darf bei 3,4 also auch die 4 geben, ich muss es nur begründen können (im Seminar hies es lapidar, zwischen Komma 3 und Komma 7 ist Lehrernote) . Ich tue mir den Stress aber auch nicht an, sondern frage im Vorfeld genauer. Und wenn ein Schüler nach vermutetem Betrug alles kann, weil er mir zeigen will, dass er es doch kann, dann freue ich mich und gebe die bessere Note.)

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  • Ich stehe da eigentlich immer auf dem Standpunkt: Wenn ich die SuS nicht auf frischer Tat erwische, hab ich eben Pech bzw. sie Glück gehabt.

    Das kann man zwar so handhaben, manchmal habe ich aber den Eindruck, dass sich in Kollegien und Schülerschaften das Fehlverständnis hält, dass es notwendig wäre, auf frischer Tat zu ertappen. Ich möchte daher nur noch einmal betonen, dass dies nicht der Fall ist.

  • Natürlich nicht. Aber als Konsequenz musst du ihn nachweisen. Das wird aufwändig wenn die beiden in verschiedenen Räumen saßen. Die Behauptung, dass die beiden Handies verwendet haben ist ohne weiteres eben auch nur eine Behauptung.

    "A lack of planing on your side does not constitute an emergency on my side."

  • Natürlich nicht. Aber als Konsequenz musst du ihn nachweisen. Das wird aufwändig wenn die beiden in verschiedenen Räumen saßen. Die Behauptung, dass die beiden Handies verwendet haben ist ohne weiteres eben auch nur eine Behauptung.

    Nein!

    Seph hat bereits den Anscheinsbeweis angeführt, bei dem der Prüfling in der Beweispflicht ist, nicht der Lehrer.


    Kann man gut beim Schulrechtler Hoegg nachlesen, sonst hier eine schnell ergoogelte juristische Auffrischung:

    https://www.123recht.de/ratgeb…r-Pruefung-__a116376.html

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