Lehrerdynastie

  • ich werte nicht, ich stelle fest. Und es gibt nunmal Dinge, die kann man nicht nachvollziehen, wenn man sie nicht selbst erlebt hat. Schon gar nicht, kann man für andere finden, wie sie das finden müssten. Das ist ein Prozess.

    Aaah so, na dann kann ich natürlich nicht mitreden... :rolleyes: Ich kann dir nur sagen, dass ich viele Personen kenne, die "nur" die Haupt- und Realschule absolviert haben, deren Eltern aber Abi und/oder Studium haben und die trotzdem stolz auf ihre Kinder sind und sagen "Hauptsache, es geht ihm/ihr gut".

    Mehr möchte ich dazu nicht sagen, denn das steht mir ja deiner Meinung nach nicht zu.


    Oder sag mir mal zum Beispiel, was ich Eltern sagen soll, die mir ständig signalisieren, dass ihr Kind schwerere Sachen machen müsste. Und dass die Schule natürlich nicht richtig arbeitet, wenn das Kind nicht lesen lernt, weil sie nicht wahrhaben wollen, dass das Kind eine Behinderung hat.

    Vielleicht bin ich zu "durch" nach dieser Woche Distanzunterricht, aber ich kann nicht nachvollziehen, was das damit zu tun hat?!


    Ist aber auch ganz egal, ich habe jetzt keine Lust mehr darüber nachzudenken.

  • Ist aber auch ganz egal, ich habe jetzt keine Lust mehr darüber nachzudenken.

    Irgendwas sagen, um dann zu sagen, dass man eigentlich gar nichts mehr davon hören wolle, finde ich immer schwierig. Aber du bist natürlich frei, einfach nicht zu antworten.


    ich kann nicht nachvollziehen, was das damit zu tun hat?!

    Das hat damit zu tun, dass ALLE Eltern das Beste für ihre Kinder wollen und dass es ein Prozess ist, zu akzeptieren, dass das Beste nicht ist, was man selbst dafür hält. Ob das die Bildungsempfehlung fürs Gymi ist, der Studienwunsch oder die Empfehlung für die Förderschule ist dabei völlig wurscht.

  • Also angesichts eines Bankers in einem Spezialbereich, der sechsstellige Beträge nach Hause bringt, zwei promovierter Juristen, eines promovierten Informatikers, einer Referatsleiterin des Bundestags i.R. darf ich mich wohl als das "schwarze Schaf" der Familie erachten. Das hat ein Familienmitglied tatsächlich einmal so angedeutet.
    Nun sind meine Frau und ich auch weitgehend unprätentiös - das fällt dann natürlich (negativ) auf.

    Das ist bei mir ganz genauso, bin auch ein schwarzes Schaf in der Familie.

    Mein Pädagogik-Prof. sagte immer, dass Lehrer der klassische akademische Aufsteigerberuf sei...

    [trifft bei mir zu, bin auch der erste aus der Familie mit Studium!]

    Das erscheint mir logisch und erklärt für mich auch, warum ich so oft Gegenwind bekomme, wenn ich die Arbeitsbedingungen und finanziellen Aspekte der Lehrerberufs so negativ bewerte.

    Wenn ein Großteil der Lehrerschaft aus einfachen Arbeiterfamilien stellt der Lehrerberuf natürlich einen Aufstieg da. Da schwingt aber dann mit, dass man sein Gehalt mit Friseuren, Wanderarbeitern usw. vergleicht. Da die Eltern und ältere Verwandtschaft der Familie auch bereits arbeitet, vergisst man außerdem, dass man viele Jahre studieren musste und in denen nichts verdient hat.

    Ich glaube, wenn der Lehrerberuf seinen Nachwuchs nicht so extrem aus sozial schwachen Familien rekrutieren würde, dann wäre die Ansicht über das Gehalt auch eine andere. Aber gut, so löst sich meine kognitive Dissonanz etwas auf, die immer entsteht, wenn der Lehrerberuf mit gutem Gehalt in Verbindung gebracht wird. Es ist halt wirklich eine Frage, aus welchem Umfeld man kommt und das ist bei Lehrern anscheinend oft eines, in dem Berufe vorherrschten, die keine großen Bildungsvoraussetzungen hatten.


    LG,


    schwarzes Schaf Firelilly

  • Das Gehalt von Lehrern (vor allem Beamten) ist auch für Akademiker sehr gut. Es gibt viele Akademiker, die von A13 nur träumen können. Abgesehen davon heißt "Nicht-Akademiker-Familie" nicht gleich "sozial schwach" (wenn dann auch eher finanziell schwach, obwohl auch nicht alle Arbeiter/niedrigen Angestellten arm sind).

    Bildung ist die Fähigkeit, fast alles anhören zu können, ohne die Ruhe zu verlieren oder das Selbstvertrauen. (Robert Frost)

    Bildung kann einen sehr glücklich und gelassen machen. (Günther Jauch)

    Was nützt es dem Menschen, wenn er Lesen und Schreiben gelernt hat, aber das Denken anderen überlässt? (Ernst R. Hauschka)




  • Das Gehalt von Lehrern (vor allem Beamten) ist auch für Akademiker sehr gut.

    Meine Schwiegereltern tuen immer so, als lebten wir an der Armutsgrenze >.<

    Wenn ein Mensch kurze Zeit lebt

    Sagt die Welt, dass er zu früh geht

    Wenn ein Mensch lange Zeit lebt

    Sagt die Welt, es ist Zeit
    Meine Freundin ist schön

    Als ich aufstand, ist sie gegangen

    Weckt sie nicht, bis sie sich regt

    Ich hab mich in ihren Schatten gelegt

  • Das Gehalt von Lehrern (vor allem Beamten) ist auch für Akademiker sehr gut. Es gibt viele Akademiker, die von A13 nur träumen können. Abgesehen davon heißt "Nicht-Akademiker-Familie" nicht gleich "sozial schwach" (wenn dann auch eher finanziell schwach, obwohl auch nicht alle Arbeiter/niedrigen Angestellten arm sind).

    Ich denke auch, da wollte jemand wieder ein bisschen provozieren, nach langer Provokationspause.

  • Echt? Was halten sie denn für gutes Gehalt?

    Ich glaube ihr Gehalt ist für sie gerade mal annehmbar 🙄 klar, als Oberärztin und als Facharzt mit eigener sehr gut laufenden Praxis, verdient man deutlich mehr als ein Lehrer. Finde es dennoch grenzwertig, dass die beiden so aufs Geld versteift sind 🤷🏼‍♂️

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    Weckt sie nicht, bis sie sich regt

    Ich hab mich in ihren Schatten gelegt

  • Ich glaube ihr Gehalt ist für sie gerade mal annehmbar 🙄 klar, als Oberärztin und als Facharzt mit eigener sehr gut laufenden Praxis, verdient man deutlich mehr als ein Lehrer. Finde es dennoch grenzwertig, dass die beiden so aufs Geld versteift sind 🤷🏼‍♂️

    Sie wissen aber schon, dass sie damit in der obersten Gehaltslage mitspielen, oder? Darüber ist ja wirklich nur noch die Prominenz bzw. Topmanager angesiedelt.

  • Ich glaube ihr Gehalt ist für sie gerade mal annehmbar 🙄 klar, als Oberärztin und als Facharzt mit eigener sehr gut laufenden Praxis, verdient man deutlich mehr als ein Lehrer. Finde es dennoch grenzwertig, dass die beiden so aufs Geld versteift sind 🤷🏼‍♂️

    Als Kieferorthopäde oder Hautärztin macht man sich vielleicht auch nicht kaputt aber mit einem Internisten im Schichtdienst oder Anästhesie oder Chirurgie wollt ich auch nicht tauschen. Wenn ich mal übermüdet bin, fällt mir höchstens die Kreide runter. Dafür verdiene ich m.M.n. fürstlich.


    Edit: was nicht heißen soll, dass ich wohlhabend wäre. Fängt beim Bafög an und hört beim leider nix zu erben nicht auf.

  • Es muss doch nicht jedes Kind auf's Gymnasium und Abi machen!!!


    Beispiel (mag nicht näher erklären aus welchem Umfeld):


    Er, 27 Jahre, Realschulabschluss > Ausbildung zum Mechatroniker > schon zum Ende seiner Ausbildung: selber Ausbildungsleiter > Geselle > Technikerausbildung > Techniker > Studium Betriebswirt im Handwerk > Betriebswirt im Handwerk > Hauseigentümer Altbau, selbst saniert > leitender Angestellter > nebenher eigene Firma in spezieller Schulmaterialienbranche > weiteren Altbau erworben, selber saniert, zwei Wohnungen vermietet > neben allem anderen noch eigene Baufirma mit einem Angestellten > derzeit 5-facher Hauseigentümer, das fünfte in Sanierung > mittlerweile 8-facher Vermieter = lieber Kerl geblieben, aktivaktivaktiv, langjährig verbandelt mit Grundschullehrerin

    Okay, Rosine. Aber ich könnte euch Geschichten erzählen! Ihr sicher auch.


    So von wegen "... muss Abitur machen, studieren ..."

  • Meinst du das ernst?!? Ich habe zwar keine Kinder, aber wenn ich welche hätte und die "nur" auf die Realschule gingen, weil es "fürs Gymi nicht gelangt" hätte, dann wäre mir das ziemlich egal. Es muss doch nicht jedes Kind auf's Gymnasium und Abi machen!!!

    Meine Antwort ist mangels Kinder auch sehr theoretisch, aber als jemand, der selbst auf eine gegangen ist, finde ich an der Realschule nichts ehrenrühriges. Ich habe das Abitur später nach meiner Lehre nachgeholt, weil ich mir da erst über meine Interessen richtig im klaren war und unbedingt studieren wollte. Finde ich nach wie vor keine schlechte Entscheidung.

  • Ich nehme an, deine Eltern hätten dich auch nicht enterbt, wenn dein Lebenslauf auf Abitur und Studium gänzlich verzichtete, oder?

  • Ich habe schon mehrmals folgendes erlebt:


    "Hey, was studierst du den?"

    "Ich studiere Lehramt an beruflichen Schulen"

    "Ah, arbeitest du dann an einem Gymnasium?"

    "Ja, natürlich. Lehramt an beruflichen Schulen ist für Gymnasien. Lehramt an Gymnasien ist für Grundschule. Lehramt an Grundschulen ist für berufliche Schulen und Lehramt Förderschule ist für Realschule"


    Ach ja das kommt auch besonders häufig von Leuten, die selbst eine Ausbildung gemacht haben.^^

  • Zitat von Samu

    Edit: wir haben immer mal wieder lernbehinderte Kinder aus sozial durchschnittlichen Familien. Ein solcher Vater, den ich bislang überhaupt nicht kannte, eröffnete ein Gespräch so: meine Große geht übrigens aufs Gymnasium."

    Elternsprechtag an einer Realschule vor einigen Jahren. 5. Schuljahr.


    Vater zur Lehrerin: "ich bin ja so froh, dass mein Kind hier bei Ihnen auf dem Gymnasium ist."

    ...

    Man sollte darauf achten, seinen Kindern den richtigen Glauben zu vermitteln. ... Den an sich selbst.
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    "Angst ist ein unfähiger Lehrer." Jean-Luc Picard

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    "Urteile nie über einen Moderator dieses Forums, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist." (frei nach Firelilly)

  • Ich glaube, das erhitzt jetzt einige Gemüter und/oder führt zu einem shitstorm, aber egal... :-)


    Ganz ehrlich und frei von der Leber weg: Ja, ich hätte daran zu kabbern, wenn meine Kinder nicht aufs Gymnasium kommen würden.

    Uns ist Bildung wichtig und Bildung ist für uns ein Türöffner und wir wollen, dass für unsere Kinder möglichst viele Türen offen sind.

    Sicherlich würde ich keines meiner Kinder ohne entsprechende Empfehlung aufs Gymi "prügeln", aber wenn sie keine Empfehlung bekämen, wäre ich enttäuscht.

  • In meiner Familie geht es seit ca 600 Jahren um die Wahl: Armee, Bildung, Religion.


    Viele Offiziere in der Familie (einige zb als. Ausleihe in den USA vor staatsgründung), einige Pfaffen/Bischöfe (vor Reformation) sowie vier Professoren/8 schulrektoren/2 ministerialbeamte im Bereich Bildung/7 volksschul-Lehrer/1 lehrmeister/2 moderne Lehrer.


    Beide Eltern hatten leider keinen dauerhaften Zugang in der ddr. Vater durfte nicht studieren wegen Landadel und Mutter musste Studium abbrechen wegen Stimmband-OP.

    • Nicht, wer zuerst die Waffen ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt. -Machiavelli-
    • Zwei Mächte gehen durch die Welt, Geist und Degen, aber der Geist ist der mächtigere. -Napoleon-
    • In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst! -Augustinus-
  • Und wieder die Frage warum du Dan diesen Beruf gewählt hast?


    Lehrer haben im Vergleich eine gute Bezahlung und zwar nicht nur mit den Handwerk.


    Spielplätze/Posten die mehr bringen sind weitaus rater gesäht. Hinzu kommt die Absicherung + zusätzliche Freizeit (die wir nun einfach mal mit den Ferien haben), mit der sich die highendjobs nicht mehr messen können. Haben wir mehr Geld verdient? Ja! Augen auf bei der Berufswahl und wer sein Geld nicht nutzt um Vermögen aufzubauen ist Sekt die.

    • Nicht, wer zuerst die Waffen ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt. -Machiavelli-
    • Zwei Mächte gehen durch die Welt, Geist und Degen, aber der Geist ist der mächtigere. -Napoleon-
    • In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst! -Augustinus-

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