Corona-Sonderzahlung im öffentlichen Dienst

  • Prinzip einer amtsangemessenen Besoldung vs. subjektives Empfinden des Auskommens mit dem Einkommen

    Beides ist nicht zufriedenstellend. Amtsangemessen und subjektiv ausreichend kann ich Besoldung nur "empfinden", wenn mit den seit langem wachsenden Anforderungen/wachsenden Verantwortungen auch das Gehalt angemessen wächst. Das passiert seit Jahren nicht, und zwar unabhängig von Inflation, Umweltkatastrophen und Pandemien, die jetzt auch nicht als Ausrede für Nullrunden u.a. herhalten sollten.

    „Man darf jetzt nicht alles so schlechtreden, wie es wirklich war.“ – Yvonne Gebauer Fredi Bobic

  • pepe

    Selbst mit deutlich mehr Geld würde ich dieses Arbeitspensum nicht haben wollen. Mir wäre eine Reduzierung des Pensums lieber. IT-Assitenten, Verwaltungsassistenten, Sozialpädagogen an die Schulen - mit ordentlichem Gehalt. Manche Arbeit gehört von Profis erledigt.

  • Richtig. Aber schon vorher wurde der Bildungsbereich totgespart, bis auf ein paar "Leuchttürme" sehe ich seit Jahrzehnten nur Sparmaßnahmen an den Schulen. Und dazu gehört auch die Besoldung.

    Mag in der Erinnerung täuschen, aber ich hatte in der Vergangenheit das Gefühl, die Tarifabschlüsse wären nicht so übel gewesen. Das mit dem Sparen an anderen Stellen - richtig (siehe bei mir oben: Ausstattung).

  • Ich kann Bolzbold nur bedingt Recht geben

    Aus der Position des A 13 Beamten würde ich auch ein oder zwei Nullrunden hinnehmen, wenn dafür die Arbeitsbedingungen eine wesentliche Verbesserung erfahren.

    Als Eg 11 Kraft ohne Zulage (und es gibt auch Kollegen mit noch geringerer Eingruppierun) achte ich jedoch auf beides. Eine Nullrunde die den facto zu einem Einkommensverlust führt kann und will ich mir nicht leisten. Wir haben bis zu 10000 Euro netto jährlich weniger im Geldbeutel, da ist der Focus dann schon etwas anders eingestellt.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • SLH ist als Lehrer/in eine einzige Katastrophe. Es wandern viele Junglehrer, die nicht zu stark verwurzelt sind, nach HH und Niedersachsen aus, wo die Bedingungen um Längen besser sind (in Niedersachsen 2 Stunden weniger pro UND dafür sogar auch noch Weihnachtsgeld).

    In Niedersachsen gibt es seit 2020 ganze 300 € Brutto Weihnachtsgeld.

    Dafür sollen bei euch die Grundschullehrkräfte bis 2026 stufenweise auf A13 steigen. Ich würde wechseln :aufgepasst:

  • Wenn die Schulen ordentliches W-Lan hätten, vernünftige Dienstgeräte für Lehrkräfte, eine digitale Infrastruktur, die diesen Namen auch verdient, dann kann ich persönlich mit ein paar Nullrunden auskommen. Mehr Geld schafft mir im Alltag keine Zufriedenheit, wenn ich meine Arbeit nicht reibungslos erledigt bekomme. Mehr Ausstattung, funktionierende Technik und kompetente Führungskräfte hingegen schon.

    Nein kann ich nicht, nicht bei der realen Inflation aktuell. Wir verlieren dieses Jahr wieder an Kaufkraft bei den lächerlichen Verhandlungsabschlüssen.

    Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.


    Albert Einstein

  • nur eine Minderheit der Erzieherinnen wird nach TVöD bezahlt, da nicht Teil des öffentlichen Dienstes. Kirche, AWO oder BRK zahlen nach ganz anderen Konditionen.

    Glaube ich, wir haben aber bundesweit einen Mangel an Erziehern. D.h. hier existiert auch ein Wettbewerb, die anderen Tarifverträge bzw. die entsprechenden Tarifparteien können sich einen großartigen Unterschied gar nicht leisten.


    Du kannst mir aber gerne mal ein Beispiel nennen (keine persönliche Anekdote, sondern auf den Tarifvertrag bezogen) wieviel Erzieher nach Kirche, AWO oder BRK bezahlen.

  • Nein kann ich nicht, nicht bei der realen Inflation aktuell. Wir verlieren dieses Jahr wieder an Kaufkraft bei den lächerlichen Verhandlungsabschlüssen.

    Fairerweise muss man dazu sagen, dass die derzeitige Inflation vor allem auf deutlich höhere Energiepreise zurückgeht. Diese sind insbesondere deswegen (scheinbar) so stark erhöht, da sie im Vorjahreszeitraum extrem niedrig lagen und sich nun wieder normalisiert haben. Gleichzeitig ist es im Rahmen der Klimapolitik durchaus wünschenswert, dass Preissteigerungen im Energiesektor sich auch wirklich im Portemonnaie niederschlagen.

  • Fairerweise muss man dazu sagen, dass die derzeitige Inflation vor allem auf deutlich höhere Energiepreise zurückgeht. Diese sind insbesondere deswegen (scheinbar) so stark erhöht, da sie im Vorjahreszeitraum extrem niedrig lagen und sich nun wieder normalisiert haben. Gleichzeitig ist es im Rahmen der Klimapolitik durchaus wünschenswert, dass Preissteigerungen im Energiesektor sich auch wirklich im Portemonnaie niederschlagen.

    Ich rede nicht von der erlogenen Inflation mit dem arbiträren Warenkorb, sondern die reale Inflation der M2 Geldmenge.

    Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.


    Albert Einstein

  • Auch wenn man über die letzten zwei Jahre summiert, ist die Inflation insgesamt inzwischen relativ hoch und akademische Reden über die wünschenswerterweise hohen Energiepreise nützen den Menschen, die Schwierigkeiten haben, ihre Rechnung zu bezahlen, nichts, sondern untergraben eher die Akzeptanz der Energiewende. Ganz davon abgesehen, sind auch die Strompreise inzwischen auch auf einem Rekordniveau und (regenerativer) Strom soll ja in Zukunft wohl der dominante Energieträger sein, der im Verkehr und im Heizungsbereich die wegfallenden fossilen Energieträger ersetzen soll.


    Im Augenblick bemühen sich alle, die Inflation schön und klein zu reden. Die traurige Realität ist, dass ein Großteil der EU-Staaten schon vor Corona schuldenmäßig kurz vorm Abgrund stand. Jetzt sind sie einen Schritt weiter und das Weginflationieren der Schulden ist der einzig noch verbliebene Weg. Ich persönlich kann mich damit trösten, dass ich relativ viel Geld in Sachwerten und gleichzeitig ein paar Schulden habe und damit fährt man bei hoher Inflation immer gut. Hohe Inflation geht immer zu lasten von Erwerbseinkommen, das wächst nämlich nicht in dem Tempo mit.

  • Ich persönlich kann mich damit trösten, dass ich relativ viel Geld in Sachwerten und gleichzeitig ein paar Schulden habe und damit fährt man bei hoher Inflation immer gut. Hohe Inflation geht immer zu lasten von Erwerbseinkommen, das wächst nämlich nicht in dem Tempo mit

    Jupp ich habe auch Schulden und Investitionsgüter. Die Euros auf dem Konto werden täglich von der EZB entwertet.

    Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.


    Albert Einstein

  • Heute habe ich gelesen, dass in BW im Rahmen dieser ganzen Tarifübernahme auf die Beamte auch die Rücknahme der Absenkung der Beihilfebemessung von 2013/2014 ansteht.

    Weiß da schon jemand mehr? Ist das diese Regelung, dass Eltern nicht mehr 70 % Beihilfe bekommen?

  • Das ist eine brisante Frage, aber ein ganz anderes Thema. Hier gehts es um die amtsangemessene Alimentation, zu der seit Jahren Verfahren auf verschiedenen Ebenen abhängig sind, die nun für verschiedene Länder beschieden wurden - zunächst Berlin und NRW und hier Signalwirkung entfalten, die die entsprechenden Gesetze und Alimentationen relativ ähnlich strukturiert sind. Was dies genau bedeutet, welchen Umfang es hat und was genau gemacht wird, um die Alimentation gesetzeskonform zu gestalten, ist schwer und (sehr) teuer zu prognostizieren - teilweise geht es hier um zwanzig Prozent proklamierte Unteralimentation - inkl. der Zeiträume seit Widerspruch. Abgestellt wird derzeit auf die Beihilfe und die Familienzulage. Sieh dir mal den Entwurf aus nrw an…

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