• Ist natürlich ironisch gemeint

    Es ist eine Schande, dass unsere Regierung sich nicht äußert. Denn was dort geschieht ist meiner Auffassung nach völkerrechtswidrig. Außerdem entfacht Trump damit eine direkte Konfrontation zwischen USA und Russland. Ob das so sinnig ist? Aber wie war das, wenn die USA sich zum nächsten Wahltermin im Krieg befinden, dann bleibt er erst Mal Präsident? Oder liege ich da falsch?

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Der Einsatz ist vermutlich nicht vom Völkerrecht gedeckt, genau so wenig, wie die Regierung Maduro, die eine kriminelle Bande ohne demokratische Legitimation war. Der Einsatz der USA galt aber sicher nicht der Demokratie oder venezuelanischen Zivilgesellschaft, sondern egoistischen Zwecken. Ich habe kein Problem damit, dass Deutschland sich da raushält (irgendwelche Allgemeinplätze über große Besorgnis werden heute vom Regierungssprecher wohl noch kommen), objektiv können wir da weder irgendjemandem helfen, noch die Situation überhaupt klar beurteilen.
    (Ich kenne allerdings in Deutschland lebende Venezolaner, die heute mit Sicherheit feiern werden.)

    Die Ukraine sollten wir nicht aus allgemeinen Überlegungen zum Völkerrecht unterstützen, sondern weil der russische Imperialismus eine ganz konkrete und massive Bedrohung für uns ist.

  • Es ist eine Schande, dass unsere Regierung sich nicht äußert. Denn was dort geschieht ist meiner Auffassung nach völkerrechtswidrig

    Zustimmung.

    Und unabhängig von den Hintergründen, in die ich mich mal näher einlesen müsste (aber will ich das?):

    Was mir so spontan auffällt: hatte sich Trump nicht Anfang der Woche noch über den Angriff auf Putin beschwert... und jetzt führt er selbst einen Angriff auf einen Staatschef durch. *kopfkratz*

    Schule ist schön ... und macht Spaß.

  • Hintergründe? Ablenkung von Eppstein-Akten, Öl und Mineralien, "rechts gegen links"?

    Ich sehe trotz völkerrechtlichem Angriff beider also USA und Russland Unterschiede. Relativ zielgerichteter Angriff - ziellose Angriffe auf alles, gegen nicht mehr gewählter Diktator und Terrorregime - Demokratie. Aber natürlich rechtfertigt dies keinen Angriff, zumal ich nicht glaube, dass die USA vor allem eine Demokratie wiederherstellen möchten.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Verstehe das Problem nicht. Ein kommunistischer Diktator mit Verbindungen zu Drogenkartellen wurde ohne viel Blutvergießen von einem Tag auf den anderen abgesetzt. Das gibt es nicht umsonst und so ist jetzt eben der Weg für einen US-freundlichen Präsidenten frei.

    Die Russen hätten sich in der Ukraine eben schlauer anstellen müssen.

  • Das ist ein Problem.

    Warum und für wen genau?

    Venezuela war mal das wohlhabendste Land in Südamerika und eine vergleichsweise gut funktionierende Demokratie. Maduro und sein Vorgänger Chavez haben das Land in eine völlig verarmte Diktatur verwandelt. Er ist nach neutralen Beobachtern mehrfach demokratisch abgewählt worden, hat sich mit Betrug und Gewalt an der Macht gehalten und die Opposition brutal unterdrückt, Proteste wurden gewaltsam mit vielen Toten niedergeschlagen. Er ist in fast ganz Südamerika isoliert, vor allem weil er 20% der Venezolaner in die Flucht in Nachbarländer getrieben und dort viele wirtschaftliche und gesellschaftliche Probleme verursacht hat. Die wichtigste Einnahmequelle für Venezuela sind heute Rücküberweisungen im Ausland Lebender Geflüchteter an ihre zurückgebliebenen Verwandten.

    Maduro ist ganz zweifellos ein übler Diktator und wenn es eine reine Frage der Moralität wäre, gäbe es eigentlich keine Alternative dazu, alles zu begrüßen, was ihn von der Macht entfernt und den Menschen dort eine Chance auf ein besseres Leben ermöglicht. Alleine an letzteres glaube ich als Ergebnis des heutigen Eingreifens nicht, es steht eher zu befürchten, dass Venezuela den weg Somalias geht, die staatliche Ordnung noch weiter zerbricht und das Land zukünftig direkt statt indirekt von kriminellen Banden beherrscht wird.

    Diffus "Völkerrecht" zu rufen und zu meinen, dies übergeordnete Prinzip wäre ein Joker um alle Probleme und die tatsächliche Situation im Land nicht mehr wahrnehmen und berücksichtigen zu müssen, ist eigentlich nur eine weitere Bankrotterklärung des Völkerrechtes.

  • Warum und für wen genau?

    Du verstehst also auch nicht, was das Problem dabei ist, dass die USA mal wieder ungefragt in einen anderen souveränen Staat einfallen und dort das Staatsoberhaupt entführen? Hier tuen sich wirklich Abgründe auf.

    Die Ausführungen zu dem Staat und deine Vorstellung davon, dass die Entführung aus deiner Sicht moralisch richtig ist, sind vollkommen unerheblich. Staaten haben sich nicht ungefragt in die Angelegenheiten anderer Staaten einzumischen.

  • Ui, dein Problem ist also noch grundlegender. Natürlich mischen sich Staaten ständig (und sogar fast immer ungefragt) in die Angelegenheiten anderer Staaten ein, selbst wenn sie nicht gleich Krieg führen.

    Ich habe schon verstanden, dass du es toll findest, wenn Staatschefs entführt werden. ;)

  • Die Ausführungen zu dem Staat und deine Vorstellung davon, dass die Entführung aus deiner Sicht moralisch richtig ist, sind vollkommen unerheblich. Staaten haben sich nicht ungefragt in die Angelegenheiten anderer Staaten einzumischen.

    Also gar kein Völkerrecht? In jedem Staat gilt das Recht des stärkeren, wenn irgendwo das Militär putscht und die Regierung an die Wand stellt, hat der Rest der Welt das hinzunehmen, weil man sich in die Angelegenheiten anderer Staaten nicht einmischt?

    Um die nächste Antwort direkt vorweg zu nehmen: dass die Idee "Die UN entscheidet und legitimiert im Bedarfsfall ein Eingreifen von außen" nicht funktioniert, hat sich in den letzten Jahren wohl ziemlich eindeutig gezeigt.

  • Also gar kein Völkerrecht? In jedem Staat gilt das Recht des stärkeren, wenn irgendwo das Militär putscht und die Regierung an die Wand stellt, hat der Rest der Welt das hinzunehmen, weil man sich in die Angelegenheiten anderer Staaten nicht einmischt?

    Völkerrecht gilt zwischen Staaten, nicht innerhalb der Staaten. Also ja, das muss der Rest der Welt grundsätzlich so hinnehmen. Das tut er in der Regel auch.

    Zitat

    Um die nächste Antwort direkt vorweg zu nehmen: dass die Idee "Die UN entscheidet und legitimiert im Bedarfsfall ein Eingreifen von außen" nicht funktioniert, hat sich in den letzten Jahren wohl ziemlich eindeutig gezeigt.

    Das ist ein Problem der UN und legitimiert nicht, dass sich jemand als Weltpolizei aufspielt und Staatsoberhäupter, die ihm nicht gefallen entführen lässt.


    Auf internationaler Ebene herrscht Anarchie, Insofern also genau das, was du gut findest: das Recht des Stärkeren. Wer aufgrund militärischer Stärke einen anderen Staat (und dessen Verbündete) nicht fürchten muss, kann machen, was er will. Regierungschefs entführen, Krieg spielen um an Öl zu kommen, "die Demokratie verteidigen" etc. pp.

  • Spinnen wir das nun weiter. Wenn China, Russland, Nordkorea und die USA zeitlich parallel ihre Interessen militärisch durchsetzen, was bedeutet das dann für die Welt?
    Kann sich Taiwan nach wie vor sicher sein, dass es im Invasionsfall unterstützt wird?
    Kann sich Südkorea sicher sein, dass es nicht irgendwann aus dem Norden angegriffen wird?
    Kann Westeuropa sicher sein, dass es weiter weitgehend untätig bleiben darf, da die USA den Karren aus dem Dreck ziehen?
    Können die Ukraine und das Baltikum mittelfristig neben Russland existieren - und wer wird für deren Unabhängigkeit den Kopf hinhalten?

    Wenn alle vier gleichzeitig (nicht-nuklear) losschlügen, frage ich mich, wer dann bei einer solch vertrackten Lage überhaupt noch sinnvoll reagieren könnte.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Bolzbold, genau das war mein Gedanke heute morgen. Ich wundere mich nur, dass China noch nicht "zugeschlagen" hat?

    Russland ist momentan noch beschäftigt, aber in 3 Jahren? Hitler hat 6 Jahre benötigt, um ein nach dem 1. Weltkrieg entmilitarisiertes Deutschland für den 2. Weltkrieg bereit zu machen. Für was rüstet Russland auf?

    Nordkorea halte ich noch nicht ganz so stark, aber parallel zu den anderen dreien?

    Und dann gibt es auch noch Iran und Israel und sicher noch ein paar andere Länder, die die Chance nutzen würden.

    Meine Gedanken heute früh, als ich die Eilmeldung las, und dann war mir schlecht. Auch wenn ich von Maduro kein Freund bin und seit meiner Jugend froh bin, dass Hitler "gestoppt" wurde, wenn auch viel zu spät. Nur wann ist der richtige Zeitpunkt? Und was folgt?

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Warum und für wen genau?

    Venezuela war mal das wohlhabendste Land in Südamerika und eine vergleichsweise gut funktionierende Demokratie. Maduro und sein Vorgänger Chavez haben das Land in eine völlig verarmte Diktatur verwandelt. Er ist nach neutralen Beobachtern mehrfach demokratisch abgewählt worden, hat sich mit Betrug und Gewalt an der Macht gehalten und die Opposition brutal unterdrückt, Proteste wurden gewaltsam mit vielen Toten niedergeschlagen. Er ist in fast ganz Südamerika isoliert, vor allem weil er 20% der Venezolaner in die Flucht in Nachbarländer getrieben und dort viele wirtschaftliche und gesellschaftliche Probleme verursacht hat. Die wichtigste Einnahmequelle für Venezuela sind heute Rücküberweisungen im Ausland Lebender Geflüchteter an ihre zurückgebliebenen Verwandten.

    Maduro ist ganz zweifellos ein übler Diktator und wenn es eine reine Frage der Moralität wäre, gäbe es eigentlich keine Alternative dazu, alles zu begrüßen, was ihn von der Macht entfernt und den Menschen dort eine Chance auf ein besseres Leben ermöglicht. Alleine an letzteres glaube ich als Ergebnis des heutigen Eingreifens nicht, es steht eher zu befürchten, dass Venezuela den weg Somalias geht, die staatliche Ordnung noch weiter zerbricht und das Land zukünftig direkt statt indirekt von kriminellen Banden beherrscht wird.

    Diffus "Völkerrecht" zu rufen und zu meinen, dies übergeordnete Prinzip wäre ein Joker um alle Probleme und die tatsächliche Situation im Land nicht mehr wahrnehmen und berücksichtigen zu müssen, ist eigentlich nur eine weitere Bankrotterklärung des Völkerrechtes.

    Mit der Begründung kann man schon sehr viele Staatslenker beseitigen. Es gab auch Diktaturen, bei denen es dem Volk relativ gut ging. Libyen z.B. war unter Gaddafi sehr wohlhabend und wurde trotzdem bombardiert.

    Es geht offensichtlich nicht um die Bevölkerung, sondern um Rohstoffe, Handelswege.....

    Ich finde, Staaten sollten endlich mal aufhören, andere Staaten zu bombardieren, solange kein Angriff erfolgte. Ich hoffe für Venezuela, dass dort eine neue stabile Regierung etabliert werden kann. Sonst ist der über Weg eines Shithole Landes vorprogrammiert.

Werbung