• Wir sollten beim Klimawandel besser aufpassen, dass er nicht für Mitteleuropa zum Fluchtgrund wird.

    Nicht nur beim Klimawandel. Leider wird der Sinn von "Entwicklungshilfe" meist marktwirtschaftlich betrachtet - diese soll sich monetär refinanzieren. Das ist jedoch zu kurz gedacht. Entwicklungshilfe, die den Menschen hilft in ihrem Geburtsland ein menschenwürdiges Leben und eine Zukunftsperspektive zu entwickeln, verhindert Migrationsströme - und zahlt sich letztlich durch Einsparungen bei Grenzsicherung und Unterbringungskosten aus.

    Ich durfte als Webmaster und "Dokumentator" einige Jahre ein Hilfsprojekt für Burundi begleiten. In Burundi gab/gibt es einen ethnischen Konflikt zwischen den Bevölkerungsgruppen der Huti und Tutsi, in dem zwischen 1993–2005 Hunderttausende Menschen starben. Die Ereignisse hatten den Charakter eines Genozids und zahlreiche Menschen mussten fliehen.

    Der Schulleiter des örtlichen Gymnasiums der Stadt Albstadt hatte mit anderen Menschen der Stadt und Kirchengemeinde, sowie der Stiftung SEZ und eines Selbsthilfevereines vor Ort ein Hilfsprojekt für die Gemeinde Bisoro in Burundi angestoßen, mit dem Ziel, die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern. Grundlage sollte Bildung sein - und Hilfe zur Selbsthilfe.

    Es konnten über mehrere Jahre hinweg - auch durch Selbsthilfe der Menschen vor Ort -12 Schulen finanziert und gebaut werden, es wurden Wasserleitungen verlegt, Gesundheitsstationen errichtet und Alphabetisierungskurse für mehrere Tausend Frauen durchgeführt.

    Während an anderen Orten in Burundi noch heute Konflikte grassieren, ist Bisoro befriedet und Hutu und Tutsi leben dort in friedlicher Koexistenz. Dies gilt noch heute, nachdem der "Motor der Aktion", Schulleiter Rolf Armbruster im Alter von 85 Jahren gestorben war und die Hilfsaktionen wegen politischen Wirren in Burundi nicht mehr weitergeführt werden konnten.
    Die Saat war gesät und aufgegangen.

    Falls ihr eine ähnliche Aktion betreibt oder plant, könnt ihr Teile des Projekts "Schulen für Bisoro" als Blaupause und Muster übertragen:

    https://wp.bisoro.de

    Meine Beiträge können Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten. "Tippfehler" sind beabsichtigt und dienen dem reflektierten Umgang mit Rechtschreibung und Sprache durch die werte Leserschaft. Wer einen Rotstift besitzt, darf diesen behalten und anderweitig nutzen.
    «Wissen – das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt.» (Marie von Ebner-Eschenbach)

  • Untis lässt die Stunde irgendwann nicht mehr "reinwischen", aber man kann die Fehlzeit manuell minutengenau eingeben. Ich mache das auch.

    Wenn ein Amt bei 3 Minuten Anwesenheit einen ganzen Tag anrechnet (bezweifle ich aber irgendwie), dann würde ich diese 3 Minuten nicht mehr eintragen. Denn 3 Minuten Anwesenheit ist kein ganzer Tag. Er hat faktisch den ganzen Tag gefehlt.

  • Und die

    Alternative wenn du das existenzminimum nicht hältst ist? So wie in Italien und Spanien wo die Schwarzen schon billig illegal auf dem Feldern schuften damit sie in selbstgezimmerten Unterkünften im dreck dahinvegetieren oder halt kriminell werden um zu überleben?

    Wer es nach Europa schafft, soll es also deutlich besser haben als in seinem Heimatland, egal ob er keine Qualifikation hat und nicht in seiner Heimat verfolgt wird? Ist es dieses Versprechen, welches du nach Afrika senden möchtest?

    Kann man so wollen. Ich glaube allerdings, dass dies eine schlechtere Zukunft für meine Kinder in Europa bedeuten würde, daher wäre ich dagegen.

  • "Wir müssen deren Land aufbauen, sonst kommen die hier her"... Ach nee, hab ich wieder falsch verstanden, sorry.

    Nein, nicht falsch verstanden, sondern das Prinzip nicht kapiert. Verständnis entsteht nicht durch die Wahl eines schlau schauenden Avatars.

    Für Schwerkapierer: Reiches Land unterstützt armes Land. Reiches Land bekommt Ansehen und Handelsbeziehungen für Rohstoffe, seltene Erden, Unterstützung in UNO und Weltsicherheitsrat uswusf. Armes Land kann seiner Bevölkerung eine Zukunft bieten. Menschen bleiben dort, weil es dort eine Zukunft für sie gibt.
    Win-Win.

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  • Aber ich werde doch immer schlauer, wenn ich deine Beiträge lese. Und es soll mal keiner sagen, dass Entwicklungshilfe nichts bewirken würde. Hier die Bevölkerungsentwicklung in Burundi.

  • Es sollte erwähnt werden, dass, obgleich die Population Burundis (weiterhin) stark steigt, die Fertilitätsraten seit Jahrzehnten rückläufig sind. 1990 betrug die Rate noch 7,4, inzwischen liegt sie bei 5,2, Tendenz weiter sinkend. In den letzten zwei Jahren gab es in dem Land ein Wirtschaftswachstum von circa 4%. Auch die literacy rate hat sich zwischen 1990 und 2020 von 37% auf 71% erhöht. Man kann argumentieren, dass die Entwicklung ggf. immer noch zu langsam ist, aber man könnte das Glas auch als "halb voll" bezeichnen und feststellen, dass der Idealzustand vielleicht nicht von heute auf morgen erreichbar ist, dafür ist aber zumindest eine positive Entwicklung erkennbar.

  • Das passiert doch kaum.

    Du glaubst ernsthaft, hierdurch könntest du den Einwanderungswillen der jungen Afrikaner nach Europa auch nur um 1% senken?

    Das ist ein völliges Luftschloss, würde aber viel Geld kosten und wäre gleichzeitig ein fragwürdiges Einmischen in die Probleme anderer Staaten, die oftmals ebenso fragwürdige Regierungen haben.

    Das Problem ist: Marokko hat Europa angegriffen. Und wir sprechen noch immer über unsere Fehler.

    Wir könnten unser CO2 in Deutschland auf 0 fahren in den kommenden 5 Jahren. Das würde an Ernteausfällen in Afrika in den kommenden 10 Jahren genau was ändern? Praktisch gar nichts. Bis dahin haben wir dann unsere gesamte Industrie nach China verkauft, die machen dann die Klimawende in 20 Jahren mit besserer Technologie und machen wirklich einen Unterschied. Wir aber haben dann unseren Wohlstand verloren.

    • Leute aus Eritrea, Sudan oder Somalia haben handfeste Fluchtgründe
    • Migration ist ein globales, vielschichtiges Phänomen getrieben durch Demografie, Klimawandel, Konflikte etc. und kein staatlicher Angriffsakt eines Landes. Dass irgendwelche weißen rechten Spinner aus anderen Staaten als Marokko diese Aktion gesteuert haben, glaube ich aber gerne.
    • Die Unterstützung afrikanischer Staaten erfolgt im Rahmen multilateraler Verträge und Partnerschaften, die Stabilität und Handel fördern sollen.
    • Deutschland und Europa verursachen historische Emissionen und müssen als Industrienationen ihren Beitrag zur Einhaltung internationaler Klimaziele leisten, um die Erderwärmung zu begrenzen.
    • Jede Tonne CO2, die weltweit eingespart wird, dämpft das Risiko weiterer extremer Wetterereignisse und Ernteausfälle – auch in den gefährdeten Regionen des Globalen Südens. Außerdem ist das ewige Argument des "ich brauche mich nicht einzuschränken in meinem kranken Konsum, weil es noch andere Menschen gibt die irgendwas konsumieren" noch nie ein Argument gewesen. Es gibt kein Anrecht auf Flugreisen und Milliarden Menschen leben am Existenzminimum.

      Oder wie sagte eine Kollegin gerne? "Mach die Augen zu, dann siehst du, was dir gehört." Dein Anspruch auf ökologischen Riesenfußabdruck ist nicht angeboren. Bzw. leider ja doch.

    • Was hat China jetzt damit zu tun? Und inwiefern sind afrikanische Flüchtlinge dafür verantwortlich, was die deutsche Regierung alles verbockt?
    • Ja, wäre blöd, wenn Deutschland seinen Wohlstand verliert. Insbesondere weil ausgerechnet du so viel dafür getan hast! Wir haben Armut überhaupt nicht verdient!

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