Wie viele Stunden arbeitet ihr pro Woche?

  • An meiner Schulart gibt es keinerlei Ermäßigungsstunden für Zusatzarbeiten, gemacht werden müssen sie trotzdem.

    Wir haben auch genug, für die es keine Ermäßigung gibt, von denen rede ich aber auch explizit nicht. Und ich bezweifle, dass jemand den Vertretungsplan einfach so nebenbei macht, oder die Klausurplanung in der Oberstufe.

    Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.

  • Wir haben auch genug, für die es keine Ermäßigung gibt, von denen rede ich aber auch explizit nicht. Und ich bezweifle, dass jemand den Vertretungsplan einfach so nebenbei macht, oder die Klausurplanung in der Oberstufe.

    Der Vertretungsplan ist eine von vielen Aufgaben des Konrektors, der sagenhafte 3 Stunden Ermäßigung hat, also immer noch 24 Stunden unterrichten muss.

  • Der Vertretungsplan ist eine von vielen Aufgaben des Konrektors, der sagenhafte 3 Stunden Ermäßigung hat, also immer noch 24 Stunden unterrichten muss.

    Ja, GS und Mittelschule sind unglaublich großzügig mit Stunden ausgestattet.

    Förderschule ähnlich.

    Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert.

    Aldous Huxley

  • Ja, GS und Mittelschule sind unglaublich großzügig mit Stunden ausgestattet.

    Förderschule ähnlich.

    Das sieht an größeren Sek II Schulen glücklicherweise etwas anders aus. Die Gymnasien haben in Nds. meist direkt eine Koordinationsstelle rein für Stunden- und Vertretungsplanung, die mit 5 Stunden ausgestattet ist. An den Gesamtschulen ist das i.d.R. neben anderen Aufgaben Job der stellv. SL, die dafür aber auch insgesamt mehr als 5 Stunden hat. Die Komplexität von Stunden- und Vertretungsplan wird wahrscheinlich mit der Größe der Schule und der Anzahl der Jahrgangsstufen skalieren. Ich wage aber nicht einzuschätzen, in welchem Maße.

  • Ich frage mich ernsthaft, wie eure Leitungsteams mit so viel Unterrichtsverpflichtung eine Schule leiten können, ohne sich persönlich völlig zu verschleißen.


    An meiner Schule ( Stadtteilschule in Hamburg, Sek I und II, ca 1050 Schüler_innen, 120 Personal) unterrichtet SL nur 4 Std., Stv. 6 Std. und alle vier AL je 8 Std.


    Zugegeben, wir haben hier die "selbstverwaltete Schule" und mit dem größeren Gestaltungsraum kommen auch mehr Aufgaben, die es in anderen Bundesländern nicht vor Ort gibt. Aber so gravierend können diese Unterschiede ja nicht sein.


    Also ernsthaft, wie schafft es ein Stellvertrtender SL nich, nebenbei über 20 Stunden zu unterrichten ???

  • Wenn er so, wie unsere Konrektorin die letzten drei Monate alleine ist, weil die Schulleitung krank ist, gar nicht.


    Ihr Unterricht ist fast immer doppelt gesteckt und hat in der Zeit so gut wie nie von ihr aus stattgefunden. Wie soll das auch gehen.

    Seit unsere SL wieder da ist, hatte sie auf Änderung gehofft, nun kommen die Flüchtlingskinder und die Anmeldungen dazu, da wurde das doch wieder nicht so wirklich was.


    Mal sehen, wie es nun dann wird. Aber bei uns hat die Konrektorin 8h Ermäßigung (plus evtl. Stunden aus dem Schultopf) und die Schulleitung noch 8h Unterricht (waren dann früher immer Daz-Stunden, habe ich aber auch nicht mehr auf dem regelmäßigen Plan gesehen, scheint gleich in Vertretung zu gehen usw.).

  • Ich frage mich ernsthaft, wie eure Leitungsteams mit so viel Unterrichtsverpflichtung eine Schule leiten können, ohne sich persönlich völlig zu verschleißen.

    Gar nicht. Deshalb ist ja die Anzahl der Bewerber sehr überschaubar, viele Stellen müssen mehrfach ausgeschrieben werden, bis sich jemand bewirbt.


    Das ist aber nur eins der zahlreichen Probleme an bayerischen GS und MS. Die Unterrichtsverpflichtung ist viel zu hoch und in 40 h/Woche nicht mehr zu schaffen, wenn man den Schülern gerecht werden will. Zum Dank wurde im Herbst der Antrag auf A13 wieder abgelehnt, schließlich gibt es ja inzwischen das funktionslose Beförderungsamt. Dass man sich viele lange Jahre dafür über alle Maßen zusätzlich engagieren muss, um in 2 Stufen erst A12+Z, dann irgendwann A13 zu erreichen, das erwähnt keiner. Nach 20 Jahren im Dienst sind die meisten Lehrer noch nicht befördert.

  • Ich habe KuK die Klausuren per Moodle schreiben. Allerdings finde ich, dass diese Klausuren häufig einfacher werden, da sie so gestellt werden, dass möglichst viel automatisch ausgewertet wird. Da wird dann für einen Lückentext eine Auswahl bereitgestellt, damit man bloß nicht noch händisch dann muss, weil sich z.B. jemand verschrieben hat. Und dazu gibt es viel Multiple Choice.

    Bei Freitext ist der einzige Vorteil, dass man es auf jeden Fall entziffern kann ;)


    Ich persönlich habe bei Programmieraufgaben mit Coderunner auch noch keinen wirklichen Mehrwert für mich gesehen.


    Zum eigentlichen Thema, zwischen 45 und 50 Stunden sind meist die Regel. Mag vielleicht daran liegen, dass ich noch nicht lang im Job bin und wir dazu durch neue Bildungspläne einiges umgestellt haben.

  • Mein Mann ( NRW) erhält 7 Stunden Ermäßigung als Konrektor, seine Rektorin 14 Stunden Ermäßigung für SL - Aufgaben.

    1 Stunde gibt es noch für die Statistik des Unterrichtsausfalls.

    Ich meine das wars.

    Wobei er im Endeffekt oftmals sich selbst für Krankheitsvertetungen einsetzt, da oftmals viele KuK's krank sind. Also stehen die Stunden auch mehr nur auf dem Papier.

  • Die Oberstufenklausurplanung macht die Abteilungsleitung Oberstufe tatsächlich so nebenbei bzw. ist in deren Pensum mit drin.

    Die erledigen unsere BG-Abteilungsleiterin und ihr Stellvertreter auch (zusätzlich zur Stunden- und Vertretungsplanung im BG usw.). Dafür haben sie aber auch eine A15- bzw. A14-Stelle und dementsprechend weniger Unterrichtsstunden.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Klassenlehrerin einer Vollzeitklasse (Berufsfachschule), aber ich habe mal ausgerechnet, dass die Klassenlehrerinnentätigkeiten mich durchschnittlich etwa eine halbe Stunde pro Woche "beanspruchen".

    Das ist anscheinend ein Phänomen unseres Fachbereiches. In den anderen Fachbereichen unserer großen Schule ist es so, wie du es beschreibst. Woran es genau liegt, kann ich nicht hundertprozentig feststellen, da ich noch nie in einem anderen Bereich tätig war, ich weiß es also nur durch Austausch mit anderen Kolleg:innen der Schule. Es hat wahrscheinlich mit den mehrwöchigen Praktika zu tun, die jede Klassenstufe absolviert und deren Vorbereitung, persönliche Betreuung... sowie einer wöchentlich Besprechungskonferenz sämtlicher Klassenleitungen. Ständig (fast wöchentlich) müssen irgendwelche Listen geführt und der Schulleitung abgegeben werden usw. Jedenfalls ertrinken ALLE Klassenleitungen unseres Fachbereiches schon immer in Arbeit (5 Stunden sind nicht übertrieben), so dass schlechte Organisation des Einzelnen als Ursache ausgeschlossen werden kann.

  • Ehrlich gesagt werden diese Aufgaben bei uns inzwischen auch teilweise zwangsweise vergeben, damit es gerechter verteilt ist. Das gehört eben auch zum Lehrerberuf dazu und kann angeordnet werden.

    Ich habe auch noch nie erlebt, dass man solche Aufgaben ablehnen konnte. Es heißt immer, es müsse eben gemacht werden.

  • Zum eigentlichen Thema, zwischen 45 und 50 Stunden sind meist die Regel. Mag vielleicht daran liegen, dass ich noch nicht lang im Job bin und wir dazu durch neue Bildungspläne einiges umgestellt haben.

    Sieht bei mir ähnlich aus. Wobei ich dazu sagen muß, daß es von Jahr zu Jahr mitunter extrem schwankt. Im Berufsschulbereich haben wir das Problem, daß viele Betriebe ihre Ausbildungsverträge erst sehr spät (also auch im November, Dezember, ...) schließen und diese Azubis dann selbstverständlich bei uns beschult werden müssen. So habe ich aktuell eine Klasse mit 43 Azubis (dreiundvierzig, kein Zahlendreher!), weil es zu Schuljahresbeginn 28 waren, die Betriebe immer weiter nachgemeldet haben und wir einfach nicht genug Fach-Kollegen haben, um die Klasse teilen zu können. Auf der anderen Seite hatte ich aber auch schon Klassen mit nur einem Azubi, einfach weil wir diese Ausbildung (Landesfachklase, im ganzen Bundesland gibt es also nur eine Berufsschule, die ausbilden kann) anbieten müssen, wenn ein Betrieb einen Azubi meldet. Bei solchen Mini-Klassen ist der Prüfungsaufwand natürlich sehr viel geringer und die ganzen Unterrichtsmethoden kann man sich auch schenken.

  • Jedenfalls ertrinken ALLE Klassenleitungen unseres Fachbereiches schon immer in Arbeit (5 Stunden sind nicht übertrieben), so dass schlechte Organisation des Einzelnen als Ursache ausgeschlossen werden kann.

    Bei mir ist es der Verwaltungskram, der soviel Mehrarbeit bedeutet. Wenn man am BK in einer Vollzeitklasse mit 30 Schülern anfängt und am Ende des Schuljahres noch die Hälfte übrig ist, weil der Rest aufgrund einer Vielzahl unentschuldigter Fehlstunden und/oder Fehlverhalten unsere Schule verlassen mußte, dann ahnst Du vielleicht wo die Arbeit her kommt. Bekomme erst einmal das komplette Mahnverfahren für jeden einzelnen Schüler durch und dazu dann noch die Sondertermine für die ganzen Teilkonferenzen...

    Jedenfalls ist es bei mir im ersten Ausbildungsjahr der Vollzeitklassen immer so, daß 35-50% der Schüler uns wieder verlassen. Will man das alles gerichtsfest dokumentieren und anmahnen, hat man ordentlich etwas zutun.

  • plattyplus Ausschulungen wegen unentschuldigter Fehlzeiten scheitern spätestens, wenn die Schulaufsicht beteiligt ist. Die winken alles durch. Effektiver ist es, die Schlumpfinen mitlaufen zu lassen und sie am Ende entsprechend zu benoten. Ich will jetzt nicht sagen „Wenn wir sie nicht über die Fehlzeiten kriegen, kriegen wir sie über die Noten.“, weil es eben nicht darum geht, sie zu „kriegen“, sondern ihnen etwas beizubringen. Aber in den harten Fällen läuft es darauf hinaus.

    „Kinderlähmung ist grausam, Schluckimpfung ist süß.“

  • Bei mir ist es der Verwaltungskram, der soviel Mehrarbeit bedeutet. Wenn man am BK in einer Vollzeitklasse mit 30 Schülern anfängt und am Ende des Schuljahres noch die Hälfte übrig ist, weil der Rest aufgrund einer Vielzahl unentschuldigter Fehlstunden und/oder Fehlverhalten unsere Schule verlassen mußte, dann ahnst Du vielleicht wo die Arbeit her kommt. Bekomme erst einmal das komplette Mahnverfahren für jeden einzelnen Schüler durch und dazu dann noch die Sondertermine für die ganzen Teilkonferenzen...

    Jedenfalls ist es bei mir im ersten Ausbildungsjahr der Vollzeitklassen immer so, daß 35-50% der Schüler uns wieder verlassen. Will man das alles gerichtsfest dokumentieren und anmahnen, hat man ordentlich etwas zutun.

    Das kann ich genau so unterschreiben, diese Verwaltung kostet extrem viel Zeit.

  • Bei einer Klasse bekomme ich gefühlt 1-2 Mal im Monat eine Nachricht mit den Worten: xy hat sich jetzt abgemeldet. Bitte schickt mir eure Noten.

    Eine Klasse hat jetzt 20 statt anfangs 29 Schüler*innen. Da reduziert sich zum Glück auch die Arbeit.

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  • Wenn man am BK in einer Vollzeitklasse mit 30 Schülern anfängt und am Ende des Schuljahres noch die Hälfte übrig ist, weil der Rest aufgrund einer Vielzahl unentschuldigter Fehlstunden und/oder Fehlverhalten unsere Schule verlassen mußte, dann ahnst Du vielleicht wo die Arbeit her kommt. Bekomme erst einmal das komplette Mahnverfahren für jeden einzelnen Schüler durch und dazu dann noch die Sondertermine für die ganzen Teilkonferenzen...

    Wir dürfen zwar noch schulpflichtige SuS nicht wegen ihrer Fehlzeiten ausschulen (nur die nicht mehr schulpflichtigen; bei denen halten wir uns aber auch nicht lange auf), aber ins Mahnverfahren wandern auch so manche aus diesem Grund. Allerdings bedeutet das für mich keinen so großen Verwaltungsaufwand, weil nur die ersten beiden Mahnstufen über mich als Klassenlehrerin laufen (die weiteren dann über unser Sekretariat) und wir mit vorgefertigten Briefen arbeiten, wo ich nur noch die unentschuldigten Fehltage eintragen. Konferenzen brauchen wir dafür nicht abzuhalten.

    Für diese Verwaltungsarbeit im Rahmen des Mahnverfahrens beträgt der Zeitaufwand für mich max. 10 Minuten pro Mahnschreiben und Schüler*in (Fehltage aus dem Klassenbuch in den vorgefertigten Mahnbrief eintragen, abspeichern, einmal ausdrucken und unterschreiben, dann ins Sekretariatsfach legen, denn der Versand läuft darüber).


    Bei einer Klasse bekomme ich gefühlt 1-2 Mal im Monat eine Nachricht mit den Worten: xy hat sich jetzt abgemeldet. Bitte schickt mir eure Noten.

    Auch das ist bei uns einfacher, denn SuS, die sich im Laufe des Schuljahres abmelden oder von uns ausgeschult werden, erhalten bei uns kein Zeugnis mehr sondern lediglich eine Schulbescheinigung.

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  • Es hat wahrscheinlich mit den mehrwöchigen Praktika zu tun, die jede Klassenstufe absolviert und deren Vorbereitung, persönliche Betreuung... sowie einer wöchentlich Besprechungskonferenz sämtlicher Klassenleitungen.

    Vierwöchige Praktika haben bei uns - allerdings auch in anderen Fachbereichen/Abteilungen - die SuS z. B. der Berufsfachschulen und der Berufseinstiegklassen auch. Aber auch da hält sich der Verwaltungsaufwand in Grenzen. Da sich unsere SuS selbstständig ihre Praktikumsplätze suchen, besteht für mich die Vorbereitung lediglich darin, die entsprechenden Praktikumsverträge fertigzumachen (da brauche ich aber nur die Namen, Adressen und Telefonnummern der SuS und der Betriebe einzutragen) und eine Liste fertigzumachen mit den Praktikumsbetrieben und welche Lehrkraft welche/n Schüler/in betreut. Im Rahmen eines Lernfeldes zur Praktikumsvorbereitung erhalten die SuS dann noch die für die Praktikumsmappe erforderlichen Unterlagen (das passiert aber ja im Rahmen des Unterrichts und außerdem unterrichte ich dieses LF gar nicht immer selber).

    Die Praktikumsbetreuung teilen wir uns mit allen Lehrkräften, die in der jeweiligen Klasse unterrichten. Dafür erhalten wir 0,5 Mehrstunde pro Betreuung (auf der anderen Seite werden aber auch die Unterrichtsstunden, die man in Klassen mit Praktikumszeiten erteilt, nicht mit einer vollen Unterrichtsstunde berechnet; im Endeffekt gehen wir also plus minus null 'raus).

    sowie einer wöchentlich Besprechungskonferenz sämtlicher Klassenleitungen. Ständig (fast wöchentlich) müssen irgendwelche Listen geführt und der Schulleitung abgegeben werden usw.

    Sowas gibt es bei uns zum Glück nicht. Das heißt, bei sehr schwierigen Klassen bzw. SuS machen wir im Bedarfsfall mal eine "pädagogische Konferenz" im Klasseteam, aber das kam bisher erfreulicherweise noch nicht allzu oft vor.

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