9-Euro-Ticket

  • Im Studium bin ich auch viel mit dem Zug unterwegs gewesen. Ich habe die Zeit zum Lesen von Fachliteratur bzw Lektüre genutzt. Verspätungen/Strandungen waren zwar nervig, aber damals hat es mich nicht gestresst. Heute aber ist Zeit für fast alles der limitierende Faktor. Ich habe eh schon das Gefühl meinem Kind in bestimmten Wochen nicht gerecht zu werden, wenn ich jetzt noch mit ÖPNV unterwegs wäre, oje.

  • Was haltet ihr davon?

    Ich lehne das Ticket ab. :daumenrunter:


    Begründung: Damit werden mal wieder nur die Großstädter subventioniert und die Landbevölkerung guckt in die Röhre. Wenn es schon politisch gewollt ist, daß so ein Ticket eingeführt wird, muß im Umkehrzug der ÖPNV auch eine Daseinsfürsorge des Staats sein und er muß auch auf dem Land überhaupt erst einmal existieren, auch wenn er dort defizitär ist. Das wäre dann so wie mit der Post, die auch überall zum gleichen Preis zugestellt werden muß, egal ob im Wohnblock in Berlin Marzahn, auf Hallig Hooge oder auf der Zugspitze.


    Bei mir vor Ort müßten sie dafür erst einmal wieder die Fahrrad-Schnellwege zurückbauen und dort wieder Gleise verlegen. Die Radwege sind auf den Bahndämmen der ehemaligen Wallücke-Bahn erbaut worden nachdem man die Gleise rausgerissen hatte, weil die Eisenbahnstrecken sehr eben sind.

  • Im Ernst: Ich liebe es, Zug zu fahren, wenn ich Zeit hab. Aber im Alltag find ich den ÖPNV schon auch abartig nervig.

    Geht mir genauso. Bin auch froh, dass ich für den Weg zur Uni nicht mit dem Zug fahren muss, da geht gefühlt immer alles drunter und drüber.

    Bildung ist die Fähigkeit, fast alles anhören zu können, ohne die Ruhe zu verlieren oder das Selbstvertrauen. (Robert Frost)

    Bildung kann einen sehr glücklich und gelassen machen. (Günther Jauch)

    Was nützt es dem Menschen, wenn er Lesen und Schreiben gelernt hat, aber das Denken anderen überlässt? (Ernst R. Hauschka)




  • Oder anders: Warum bleibt ein Personenzug wegen "Überfüllung" heute im Bahnhof stehen (selber mehrfach erlebt)? Indische Personenwagons halten es sogar aus, wenn noch hunderte Personen auf dem Dach mitfahren. Bei uns hat der Zugführer gleich die Hosen voll, wenn der Zug mal so voll ist, daß es nicht für alle Personen Sitzplätze gibt.

    ^^

    Eigentlich sollte eine teilweise Räumung, so dass der Zug nicht mehr zu voll ist, nicht lange dauern.

    Bildung ist die Fähigkeit, fast alles anhören zu können, ohne die Ruhe zu verlieren oder das Selbstvertrauen. (Robert Frost)

    Bildung kann einen sehr glücklich und gelassen machen. (Günther Jauch)

    Was nützt es dem Menschen, wenn er Lesen und Schreiben gelernt hat, aber das Denken anderen überlässt? (Ernst R. Hauschka)




  • Begründung: Damit werden mal wieder nur die Großstädter subventioniert und die Landbevölkerung guckt in die Röhre. Wenn es schon politisch gewollt ist, daß so ein Ticket eingeführt wird, muß im Umkehrzug der ÖPNV auch eine Daseinsfürsorge des Staats sein und er muß auch auf dem Land überhaupt erst einmal existieren, auch wenn er dort defizitär ist. Das wäre dann so wie mit der Post, die auch überall zum gleichen Preis zugestellt werden muß, egal ob im Wohnblock in Berlin Marzahn, auf Hallig Hooge oder auf der Zugspitze.

    Naja, die Landbevölkerung profitiert von günstigen Häusern, die es in den Städten kaum gibt. Da ist eine Unterstützung für die Stadtbevölkerung schon ok. Von dem Tankrabatt profitieren z.B. Landleute, die tendenziell einen längeren Arbeitsweg haben, mehr als der durchschnittliche Stadtmensch.

    Bildung ist die Fähigkeit, fast alles anhören zu können, ohne die Ruhe zu verlieren oder das Selbstvertrauen. (Robert Frost)

    Bildung kann einen sehr glücklich und gelassen machen. (Günther Jauch)

    Was nützt es dem Menschen, wenn er Lesen und Schreiben gelernt hat, aber das Denken anderen überlässt? (Ernst R. Hauschka)




  • Ansonsten stimme ich natürlich zu, dass auch auf dem Land mehr ÖPNV sein sollte. Bis dahin kann man den ÖPNV aber trotzdem für die breite Masse in der Stadt vergünstigen.

    Bildung ist die Fähigkeit, fast alles anhören zu können, ohne die Ruhe zu verlieren oder das Selbstvertrauen. (Robert Frost)

    Bildung kann einen sehr glücklich und gelassen machen. (Günther Jauch)

    Was nützt es dem Menschen, wenn er Lesen und Schreiben gelernt hat, aber das Denken anderen überlässt? (Ernst R. Hauschka)




  • Wenn man die Kosten prozentual zum verfügbaren Nahverkehr macht ja - ansonsten zahlt die Landbevölkerung für die Städter

    Wir Städter subventionieren ja auch Mini-Klassen auf dem Land, obwohl in den Städten die Klassen aus allen Nähten platzen. Passt schon. ;)

    Bildung ist die Fähigkeit, fast alles anhören zu können, ohne die Ruhe zu verlieren oder das Selbstvertrauen. (Robert Frost)

    Bildung kann einen sehr glücklich und gelassen machen. (Günther Jauch)

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  • ansonsten zahlt die Landbevölkerung für die Städter

    Ja, that’s the spirit. Alternativ begreift man Verkehr als gesamtgesellschaftliche Aufgabe.


    Wenn die Städterinnen weniger Auto fahren, ist auf den städtischen Straßen mehr Platz für ein einfallenden Landeier.

    „Kinderlähmung ist grausam, Schluckimpfung ist süß.“

  • Wir Städter subventionieren ja auch Mini-Klassen auf dem Land, obwohl in den Städten die Klassen aus allen Nähten platzen.

    Wieviele Schulen mit Mini-Klassen gibt es denn wohl noch auf dem Land? Die meisten Schulen mit zu geringen SuS-Zahlen werden/wurden doch geschlossen.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Man könnte ja auch argumentieren: „Wenn die Stadtmenschen ihr 365€-Ticket subventioniert bekommen, müßte im Gegenzug die Landbevölkerung ihren VW UP so subventioniert bekommen, daß der Halter ebenfalls nicht mehr als 365€ im Jahr zahlt, inkl. Benzin für 15.000km, Versicherung und Abschreibung für die Neuanschaffung nach einigen Jahren versteht sich.“


    Soviel zu den vergleichbaren Lebensverhältnissen. Nur ob das auch die Grünen mit tragen würden? :pirat:

  • Wenn man die Kosten prozentual zum verfügbaren Nahverkehr macht ja - ansonsten zahlt die Landbevölkerung für die Städter


    So wie bei der Subvention von privaten KFZ?

    Immerhin wird jeder private PKW mit mindesten 5000 Euro jährlich subventioniert.

    Eben, wenn schon Abschaffung von Subventionen, dann alle. Dann kann sich zwar Autofahren kaum noch jemand leisten, aber das wäre zumindest ehrlich.


    (Der Tankrabatt kostet mehr als das 9-Euro-Ticket. Und am meisten profitieren die, die viel Benzin benötigen (es gibt immer noch Autos mit mehr als 10 Liter pro 100 km). "Klimakrise, ich kaufe mir eine Klimaanlage." )

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • müßte im Gegenzug die Landbevölkerung ihren VW UP so subventioniert bekommen,

    Unabhängig vom Wohnort sollte man überhaupt keinen motorisierten Individualverkehr subventionieren. Wenn wir z. B. Klimaschutz ernst nehmen wollen, müssen wir davon nämlich weg.

    „Kinderlähmung ist grausam, Schluckimpfung ist süß.“

  • Man könnte ja auch argumentieren: „Wenn die Stadtmenschen ihr 365€-Ticket subventioniert bekommen, müßte im Gegenzug die Landbevölkerung ihren VW UP so subventioniert bekommen, daß der Halter ebenfalls nicht mehr als 365€ im Jahr zahlt, inkl. Benzin für 15.000km, Versicherung und Abschreibung für die Neuanschaffung nach einigen Jahren versteht sich.“


    Soviel zu den vergleichbaren Lebensverhältnissen. Nur ob das auch die Grünen mit tragen würden? :pirat:

    Wieso das denn? Wenn schon gleicher Zuschuss für alle (und 5000 Euro für einen Corsa mit 20 000 km Fahrleistung pro Jahr gibt es schon). Dann sollten alle Nichtautobesitzer auch 5 000 Euro erhalten (und wer mehr fährt oder ein größeres Auto fährt, entsprechend drauf zahlen). Aber der Mensch stört sich nur an Subventionen für andere.


    Übrigens ist die Welt nie gerecht.


    Politik sollte auch steuern und nicht durch Lobbyisten wie Autofahrer und -industrie treiben lassen.


    Wir verbrauchen zu viel Energie, unser durchschnittliche Fußabdruck ist ca. 5x zu groß. Warum sollte das noch unterstützt werden? Landbevölkerung zersiedelt zusätzlich die Landschaft (und nein, ein Garten reicht nicht aus, um den Schaden wieder gut zu machen), auch das alleine (ohne Mobilität) ist schlecht für unser Klima. Wer sich den Luxus leisten möchte, sollte alleine dafür aufkommen müssen. Was für ein paar Millionen Deutsche vor 200 Jahren noch möglich war, ist heute für 80 Millionen nicht mehr möglich. Viele Menschen auf wenig Raum ist für die Natur weitaus besser. Aber Augen zu, ich will nichts wissen, das scheint deine Einstellung zu sein.

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  • Ja, that’s the spirit. Alternativ begreift man Verkehr als gesamtgesellschaftliche Aufgabe.


    Wenn die Städterinnen weniger Auto fahren, ist auf den städtischen Straßen mehr Platz für ein einfallenden Landeier.

    ich hasse es in Großstädten zu fahren - ich fahre meistens mit dem Zug hin, wenn das aus Transportgründen nicht geht, stelle ich es dort ab und nehme dann den ÖPNV. Und ich kann Autofahren, mag es aber in der Stadt gar nicht

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